Menschen für Denkmale - Gelungene Denkmalpflege ist immer ein Gemeinschaftswerk: Oft sind es einzelne Personen oder kleine Gruppen, die die Bewahrung von Denkmalen anstoßen und ihre Restaurierung vorantreiben. Doch das Ergebnis wird durch Teams erzielt, die eng zusammenarbeiten: Bauherren, Architekten, Statiker, Denkmalpfleger und Handwerker der verschiedenen Gewerke, zudem Ehrenamtliche, Bewohner von Denkmalen, Institutionen und Behörden, die Fördergelder geben.
Die Uckermark zeigt sich bei unserem Besuch von ihrer besten Seite. Wir erleben sonnige Tage in einer der schönsten Landschaften Deutschlands. Wir fahren an großen Feldern mit Sonnenblumen vorbei, die uns sanft im Wind zunicken. Das Geschrei der Kraniche, die über uns hinwegziehen, begleitet uns ebenso wie das Geklapper der Störche, die ihrem Nachwuchs das Fliegen beibringen.
Das mecklenburgische Dorf Federow am Rande des Müritz-Nationalparks war eigentlich nie für spektakuläre Ereignisse bekannt. Aber 2005 sollte es Stätte einer deutschlandweiten Premiere werden: Aus der örtlichen Kirche wurde die erste und bislang auch einzige Hörspielkirche. Ein sorgfältig installiertes Audio-System bietet bei bester Akustik in der Sommersaison täglich Literatur von Spannung über Erbauung bis Information.
2005 gab man sich bei der Verleihung der Ferdinand von Quast-Medaille, benannt nach dem ersten preußischen Denkmalpfleger, ganz jugendlich: Die höchste Denkmal-Auszeichnung des Landes Berlin wurde damals an zwei Kinder- bzw. Jugendprojekte vergeben. Zum einen an die Elterninitiative der Zinnowwaldschule, die die Aula, "einer der schönsten Schulräume Berlins", renoviert hatten.
Dieses Jahr zählt für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) zu den besonderen: Sie feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Ein Vierteljahrhundert, das sie gemeinsam mit mittlerweile über 190.000 Förderern und Stiftern dem Schutz und der Erhaltung von Denkmalen gewidmet hat.
"Die paar Schritte zwischen St. Marien und St. Jürgen in Wismar (...) Wo noch sind auf zweihundert Meter so gewaltige Dome zusammengedrängt, Zeugnisse überquellender bürgerlicher Kraft und stolzer Frömmigkeit, in rascher Folge aufgestellt und schließlich am zu großen Wollen ermattend (...)"Theodor Heuss, 1920
Es gab eine Zeit, da hatte sich der Meeresforscher und Filmemacher Hans Hass, um dem Rausch der Tiefe zu entgehen, auf einer Aluminiumtafel notiert: "Auftauchen nicht vergessen!" Damals wurde unter Wasser mit Sauerstoff aus einem Luftsack geatmet. Hans Hass, der mittlerweile 91 Jahre alt ist, machte nahezu alle Techniken der Anpassung an das Universum unter Wasser mit.
Die Wahl fällt schwer, denn in der Jesus-Bäckerei sieht alles lecker aus. Lutz Hohle entscheidet sich für helle Brötchen und eine Kokosmakrone zum späten Frühstück. Er verlässt den kleinen Eckladen in der Görlitzer Altstadt am Nikolaigraben und steigt auf sein Fahrrad, das er vor dem Bildstock nebenan geparkt hat.
Reiseführer rühmen den Kraichgau als die badische Toskana. Rebhänge, Streuobstwiesen, fruchtbare Böden und eine sanfte Hügellandschaft locken Besucher in eine der ältesten Kulturregionen Europas. Orte wie das für seine Fachwerkhäuser berühmte Eppingen, die Melanchthonstadt Bretten oder das UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Maulbronn zeugen zwischen Odenwald und Schwarzwald von einer Region voll bewegter Geschichte.
Die gute Stube der Stadt ist in die Jahre gekommen. Es wird darüber nachgedacht, sie vollkommen umzugestalten, obwohl es sich um eines der wenigen international gewürdigten Gesamtkunstwerke der Nachkriegszeit in Deutschland handelt. Manche sprechen gar von Abriss.
Die beiden Schwestern Luise und Friederike sind wieder strahlend schön. Ihr idealisiertes Standbild steht passenderweise in einem Rasenrondell an Hannovers Hohenzollernstraße, am Rande der Eilenriede. Als Johann Gottfried Schadow 1795 seine berühmte Skulptur schuf, war Luise mit dem preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm aus dem Hause Hohenzollern verheiratet, Friederike mit seinem jüngeren Bruder Louis.
Konzerte haben in der Jenaer Stadtkirche St. Michael eine lange Tradition. Mit seinen Orgelimprovisationen begeisterte einst Max Reger (1873-1916) ebenso wie heute die Kantorei St. Michael und viele andere Künstler, die seit Jahrzehnten regelmäßig mit Chor- und Orgelkonzerten für ein volles Haus sorgen. Einen besonderen Höhepunkt wird das spätgotische Gotteshaus inmitten der Universitätsstadt am 18. September dieses Jahres erleben.
Lübeck, 9. Juni 2005 in der Parade 1: Elegant gewandete Menschen mit Sektgläsern in der Hand - darunter Senatoren und ein Bürgermeister - und bunte Fahnen, die vorm girlandengeschmückten Haus flattern, deuten auf ein besonderes Ereignis hin. Mittelpunkt der Veranstaltung: in diesem Fall der Veranstaltungsort selbst. Man begeht die feierliche Übergabe des Palais Rantzau an den neuen Nutzer. Für einen angemessenen musikalischen Rahmen des Festprogramms ist gesorgt, denn der neue Nutzer ist das Management des Schleswig-Holstein Musik Festivals.
Katrin, Stine, Steve und Timor waren Pioniere eines mittlerweile mehrfach preisgekrönten Projekts, das die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 1999 ins Leben rief: Sie gehörten zu den ersten 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmern einer Jugendbauhütte. Weil das nun zehn Jahre her ist, wird in diesem Juni gefeiert, und zwar in Quedlinburg, wo alles begann.
Es ist ein sprödes Land. Sagt man. Eine eher stille Gegend. Vielleicht ist das so. Aber jedes Jahr im Sommer blühen in Ostwestfalen-Lippe ungeahnte Schätze auf: Wenn sich Landschaft und Denkmale mit Literatur und Musik vereinigen und einer treuen Anhängerschaft jenseits jeder Hektik Kulturmomente der feinen und behutsamen Art schenken - und das seit zehn Jahren.
Da bin ich einen Tag in Zernikow gewesen,wo ich glückliche Tage der Kindheitin Vergleich mit den übrigen zubrachte,wo ich mein erst poetisch Werk schriebund vielerlei in aller Einsamkeit lernte".Achim von Arnim an Bettine,4. September 1819
Vom männlichen Standpunkt aus betrachtet", schreibt Vicco von Bülow über seine erste Liebe, "zeigte ich mich schon anläßlich meiner Taufe von einer beklagenswert unergiebigen Seite. Damals beabsichtigte noch ein weiterer, mir unbekannter weiblicher Säugling, sich am selben Tage taufen zu lassen. Kirchlicherseits war man auf diesen Andrang offensichtlich weder räumlich noch moralisch vorbereitet, denn wir wurden bis zum Beginn der Feierlichkeiten abseits in einen gemeinsamen Wagen gebettet. Für Säuglinge von heute unbegreiflich: Ich mißachtete die Gunst der Stunde."
Die letzten Töne der phantasievollen und farbenprächtigen Abschlussfeier der Olympischen Spiele in Peking waren kaum verklungen, da trafen sich am 24. August 2008 Musikliebhaber in einem ganz besonderen Dresdner Denkmal: dem Chinesischen Pavillon im Stadtteil Weißer Hirsch. Dort spielte die Slowakische Sinfonietta unter Leitung von Georg Mais im Rahmen der Konzertreihe Grundton D, einer Initiative von Deutschlandfunk und Deutscher Stiftung Denkmalschutz.
Die Tatsache, dass das Bürgerengagement für den Denkmalschutz in Ostdeutschland in den letzten Jahren stark zugenommen hat und dort immer mehr Menschen Geld für gefährdete Bauten ihrer Region geben, hatte die Verantwortlichen auf die Idee gebracht: In Brandenburg wurde gerade die Aktion "Bürger retten ihre Denkmale" aus der Taufe gehoben. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) betreut das Projekt gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischen Stadtkernen" des Landes Brandenburg.
Was haben Pommerscher Kaviar, Mecklenburger Wurzelfleisch und Rhabarberauflauf mit Denkmalschutz zu tun? Diese Gerichte und viele weitere Köstlichkeiten - darunter ein Drei-Gang-Menü des Fernsehjournalisten Ulrich Wickert - haben dazu beigetragen, die kleine achteckige Fachwerkkirche aus dem 18. Jahrhundert in Tarnow zu retten.
Im Herbst 2006 war die Freude im schleswig-holsteinischen Meldorf groß: Mit der "Perspektive Meldorf", einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen, war wieder Leben in das "Altes Pastorat" genannte Gebäude eingekehrt. In den Räumen wird nun getöpfert, gewebt und genäht. Neben Keramikerzeugnissen entstehen auf teilweise über 150 Jahre alten Webstühlen handgewebte Stoffe - darunter in der besonders anspruchsvollen Beiderwandtechnik. Sogar eigene Modekollektionen werden gefertigt.
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