© Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn

Sehen und Erkennen - "Man sieht nur, was man weiß" heißt es schon bei Johann Wolfgang von Goethe. In diesem Sinne schauen wir in dieser Rubrik auf Details, die den Bauwerken ihr unverwechselbares Gesicht geben und dem Betrachter so manches über ihre Entstehungszeit verraten.

  • Das Geheimnis besonders schmucker Ziegelsteine 08.11.2012 Was sind Feierabendziegel? Was sind Feierabendziegel?

    Was sind Feierabendziegel?

    Historische Ziegel einzuordnen ist eine Wissenschaft für sich. Denn ihre Formen und Formate sind vielgestaltig. Manche tragen besonderen Schmuck und Zeichen - die sogenannten Feierabendziegel.

  • Was ist eine Knagge? 08.11.2012 Sehen und Erkennen Sehen und Erkennen

    Sehen und Erkennen

    In der Baukunst ist die Knagge ein Kantholz. Sie dient als Konstruktionselement, das die Balken verriegelt und den Überhang eines Stockwerks in der Art einer Konsole gegen die Wand abstützt.

  • Bauten des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit 08.11.2012 Machtarchitektur und neue Bescheidenheit Machtarchitektur und neue Bescheidenheit

    Machtarchitektur und neue Bescheidenheit

    Es ist mit unserem Zeitgefühl schwer zu vereinbaren, dass die Schreckensherrschaft des Dritten Reiches nur zwölf Jahre gedauert hat. Davon nahm der Zweite Weltkrieg allein schon sechs in Anspruch. Deshalb sind zum Glück die meisten Großprojekte wie das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg oder die gigantischen Pläne für den Umbau von Berlin unvollendet geblieben.

  • Weshalb es nur noch wenige romanische Holzdecken gibt 08.11.2012 Mittelalterliche Kirchenräume Mittelalterliche Kirchenräume

    Mittelalterliche Kirchenräume

    Unsere Vorstellung von der Gestalt romanischer Kirchenräume wird vom heutigen Zustand geprägt. Im Laufe der Jahrhunderte kam es jedoch oft zu wesentlichen Veränderungen. So entspricht die zwischen 1129 und etwa 1150 erbaute Stiftskirche auf dem Schiffenberg bei Gießen in ihrer schlichten, aber eindrucksvollen Erscheinung so ganz unserem Bild von einer romanischen Kirche.

  • Städtebauer beherrschten sogar die Zugluft 08.11.2012 Die Anatomie einer Stadt Die Anatomie einer Stadt

    Die Anatomie einer Stadt

    Die überwiegende Zahl unserer Städte entstand im 12. und 13. Jahrhundert, zumeist allmählich und damit weitgehend planlos von einer Burg oder einem Kloster als Keimzelle ausgehend. Zum ersten Typ gehört zum Beispiel die nordhessische Stadt Fritzlar, die der nördlichste Vorposten der Erzbischöfe von Mainz war. In der Entfernung eines Tagesritts legte deren ärgster Rivale, Landgraf Ludwig III. von Thüringen, nach 1194 die Stadt Melsungen an.

  • Wie der Zug zum Licht die Häuserlandschaft veränderte 08.11.2012 Von traufen- und giebelständigen Häusern Von traufen- und giebelständigen Häusern

    Von traufen- und giebelständigen Häusern

    Die mittelalterlichen Städte Deutschlands haben überwiegend die giebelständige Bauweise gewählt, das heißt, die schmalen, dafür aber sehr tiefen Häuser stehen mit dem Giebel zur Straße. Dies ergibt, wie man an der Altstadt von Landshut erkennen kann, ein sehr lebendiges, in der Dachzone malerisch bewegtes Straßenbild.

  • Wandgliederungen in romanischen und frühgotischen Kirchen 08.11.2012 Frühgotik aus der Normandie Frühgotik aus der Normandie

    Frühgotik aus der Normandie

    Die reformierte Kirche in Rysum, einem ostfriesischen Dorf unweit von Emden in der Krummhörner Marsch, war bisher wegen ihrer gotischen Orgel aus der Zeit um 1457 bekannt, eine der ältesten, noch voll bespielbaren in Europa. Jetzt kann die Kirche aus einem zweiten Grund kunstgeschichtliches Interesse beanspruchen.

  • Wie Haustüren das Wesen eines Hauses spiegeln können 08.11.2012 Die Kunst, die Zeit & die Türen Die Kunst, die Zeit & die Türen

    Die Kunst, die Zeit & die Türen

    Man sagt, die Fenster seien die Augen eines Hauses. Für die Türen gibt es dagegen keinen Vergleich mit dem Antlitz des Menschen, am ehesten könnte man sie den Mund nennen, der von abweisend verschlossen bis lachend geöffnet das Wesen eines Gebäudes ausdrücken kann. In diesem Beitrag soll - einer kleinen Kunstgeschichte gleich - die Entwicklung vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in unsere Zeit dargestellt werden.

  • Selbstbildnisse der Baumeister des Mittelalters 08.11.2012 In Stein gehauen für die Ewigkeit In Stein gehauen für die Ewigkeit

    In Stein gehauen für die Ewigkeit

    So wie Maler und Bildschnitzer blieben auch mittelalterliche Baumeister in der Anonymität einer Zeit, in der die vom Glauben und von der ständischen Ordnung geprägte Gemeinschaft sehr viel, der einzelne wenig galt. Zwar kennen wir bereits den Baumeister, der in der Zeit um 800 für Kaiser Karl den Großen die Pfalzkapelle in Aachen erbaute. Seinen Namen, Odo von Metz, überliefern uns Schriftquellen aus dem Ende des 9. Jahrhunderts. Mehr aber nicht, so dass wir uns kein Bild von seiner Persönlichkeit oder von seinen anderen Werken machen können.

  • Die illusionistische Malerei in der Baukunst 08.11.2012 Schon die alten Römer haben gemogelt Schon die alten Römer haben gemogelt

    Schon die alten Römer haben gemogelt

    Die Kunst des Barock hatte eine besondere Vorliebe, real existierende Räume mit Hilfe illusionistischer Malerei auszuweiten. In der Rotunde des Biebricher Schlosses in Wiesbaden erhielt das steinerne Kuppelgewölbe an der Innenseite eine Scheingliederung aus gemalten Pilastern und Kassetten.

  • Wie die Landschaft den Kirchenbau beeinflusst hat 08.11.2012 Vom Findling zum Granitquader Vom Findling zum Granitquader

    Vom Findling zum Granitquader

    Geologie, Topographie, Klima und Geschichte sind die Grundlagen, aus denen die Kulturlandschaften in Deutschland hervorgegangen sind. Besonders deutlich wird dies in den Küstengebieten der Nordsee, wo das Meer und die Stürme als Naturgewalten bis heute am stärksten wirken.

  • Die Entwicklung vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert 08.11.2012 Backstein ist nicht gleich Backstein Backstein ist nicht gleich Backstein

    Backstein ist nicht gleich Backstein

    Backsteine sind seit Jahrtausenden in Gegenden, die arm an Natursteinen sind, der bevorzugte Baustoff. Während sie in Italien seit der Römerzeit durchgängig Verwendung fanden, haben sie im nördlichen Europa erst wieder im Mittelalter Einzug in die Baukunst gefunden. In diesem Beitrag werde ich die Entwicklung der Maße, Farben und Oberflächen der Backsteine bis in das 20. Jahrhundert verfolgen.

  • Der Pilgerweg nach Santiago de Compostela 08.11.2012 Auf den Spuren der Jakobsmuscheln Auf den Spuren der Jakobsmuscheln

    Auf den Spuren der Jakobsmuscheln

    Hoch oben am Ostchor der Paulskirche in Worms entdeckt man an einer Lisene zwischen den Fenstern zwei aus dem Werkstein herausgearbeitete Muscheln und fragt sich, was sie wohl zu bedeuten haben. Einmal auf dieses Motiv aufmerksam geworden, findet man es häufiger und an verschiedenen Stellen, so an einer Säulenbasis im Langhaus von St. Georg im elsässischen Haguenau

  • Von Barockgärten und Landschaftsparks 08.11.2012 Europas große Gärten Europas große Gärten

    Europas große Gärten

    In der Geschichte der europäischen Gartenkunst bilden der französische Garten im Barock und der englische Landschaftspark die Höhepunkte. Ihre Zeugnisse sind heute noch am häufigsten vertreten, während man die Beispiele aus dem Mittelalter und der Renaissance nur noch selten antrifft. Vorbild für die barocken Fürstenhöfe in Deutschland waren Schloss und Park von Versailles, durch Ludwig XIV. von einem bescheidenen Jagdschloss seines Vaters zur großartigsten Residenz Europas ausgebaut.

  • Unterschiede im protestantischen Kirchenbau 08.11.2012 Die reine Lehre und die Macht der Bilder Die reine Lehre und die Macht der Bilder

    Die reine Lehre und die Macht der Bilder

    Die Gestalt von Kirchen wird sowohl im Äußeren, besonders aber im Inneren von der Gottesdienstordnung der jeweiligen Konfession bestimmt. Dabei stehen die katholischen Sakralbauten in der Tradition des Mittelalters. Sie haben dennoch eine spürbare Entwicklung durchgemacht, zuletzt ausgelöst durch die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils von 1962-65.

  • Kirchen aus Holz und ihre Geschichte 08.11.2012 Gebaut in Gottvertrauen Gebaut in Gottvertrauen

    Gebaut in Gottvertrauen

    Die ersten christlichen Kirchen in Deutschland wurden in der Mehrzahl aus Holz errichtet und sind später durch Steinbauten ersetzt worden. So soll der Legende nach Bonifatius 724 seine erste Kapelle in Fritzlar aus dem Holz der Donareiche geschaffen haben, doch bereits 732 hat er sie durch eine steinerne ersetzt, von der er prophezeite, sie würde nie durch Feuer zerstört werden. Damit nannte er auch einen Grund, warum man bald auf Holzkirchen verzichtete, nämlich wegen der Brandgefahr.

  • Laubengänge in Italien, Böhmen und Deutschland 08.11.2012 Kolonnaden für Flaneure Kolonnaden für Flaneure

    Kolonnaden für Flaneure

    Unter den Städten Norddeutschlands weist Münster in Westfalen eine Besonderheit auf: die Lauben am Prinzipalmarkt. Unser Bild zeigt sie im Zustand des Wiederaufbaus nach der weitgehenden Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Dabei wurden die alten, schmalen Parzellen und die Lauben beibehalten beziehungsweise rekonstruiert, die Giebelfronten frei nachgebildet. Als neuer Markt entstand er nach 1150, den Namen Prinzipalmarkt erhielt er etwa 1600.

  • Baptisterien und Schlosskapellen als Zentralbauten 08.11.2012 Tod und Taufe in der Kirchen-Architektur Tod und Taufe in der Kirchen-Architektur

    Tod und Taufe in der Kirchen-Architektur

    Zentralbauten auf kreisförmigem, achteckigem oder quadratischem Grundriss waren bis in das 4. Jahrhundert n. Chr. vor allem den Grabeskirchen vorbehalten. So ließ der römische Kaiser Konstantin der Große zum Beispiel 326-35 die Anastasis-Rotunde über dem Felsengrab Christi in Jerusalem errichten.

  • Dendrochronologie schreibt Geschichte von Häusern neu 08.11.2012 Was Jahresringe verraten Was Jahresringe verraten

    Was Jahresringe verraten

    Die Kunstwissenschaft und Hausforschung erhielten vor rund fünf Jahrzehnten für die Datierung von Baudenkmalen Hilfe durch Forstbotaniker, denen es anhand der Jahresringe zunächst von Eichenholz, dann aber auch von Nadelholz gelang, das exakte Datum der Fällung von Bauholz festzustellen. Erst seit der Industrialisierung wird dies durch maschinengetriebene Sägen geschnitten. Zuvor wurden aus den runden Baumstämmen die im Querschnitt quadratischen oder rechteckigen Bauhölzer mit der Breitaxt herausgehauen, was man nur mit frisch gefällten Bäumen machen konnte, abgelagertes Holz war dafür zu hart.

  • Und wie sich daraus der Jugendstil entwickelte 08.11.2012 Die Wiedergeburt des Barock Die Wiedergeburt des Barock

    Die Wiedergeburt des Barock

    Die Epoche des Späthistorismus und des Jugendstils fällt in Deutschland in eine Zeit großer wirtschaftlicher Blüte und in die Regierungszeit des prachtliebenden Kaisers Wilhelm II. 1888-1918. Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden, aus der die meisten Fotos dieses Beitrags stammen, verdankt dieser Periode ein besonders reiches Erbe an herausragenden Bauten.

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