Städte und Ensembles 1900 Herrscher, Künstler, Architekten

Bernhard Hoetger in Worpswede und Bremen

Weites Land für große Kunst

Ein turmbewehrtes Wohnschloss wie aus einer Filmkulisse, urtümliche Bauten mit knorrigen Balken und höhlenartigen Innenräumen, ein Stadtentwurf mit Anleihen an das alte Ägypten, ein funktionales Atelier nach Bauhausmanier und ein Saal in schönstem Art déco. Diesen Parforceritt durch die unterschiedlichsten Architekturströmungen des frühen 20. Jahrhunderts hat in weniger als zwei Jahrzehnten ein einziger Baukünstler geschafft. Dabei absolvierte Bernhard Hoetger, der zu den wichtigsten Vertretern des norddeutschen Expressionismus zählt, nicht einmal ein klassisches Studium.

Expressionistische Fassade in der Böttcherstraße: das Paula-Becker-Modersohn-Haus 
© R. Rossner
Expressionistische Fassade in der Böttcherstraße: das Paula-Becker-Modersohn-Haus

Den 60. Todestag nehmen wir zum Anlass, den Spuren des Architekten, Bildhauers, Malers und Kunsthandwerkers zu folgen. Zwei Orte hat er mit seinen exzentrischen Schöpfungen geprägt: Worpswede und die Böttcherstraße im Herzen von Bremen. Kein Tourist, der das berühmte Künstlerdorf im niedersächsischen Teufelsmoor besucht oder die nahe Hansestadt erkundet, kommt an Hoetgers Gesamtkunstwerken vorbei.

Die Künstlerexistenz ist ihm nicht gerade vorbestimmt, als er am 4. Mai 1874 im westfälischen Hörde in eine Handwerkerfamilie geboren wird. Früh findet der Junge seinen Weg, beginnt vierzehnjährig eine Lehre als Steinmetz und Holzschnitzer. 1899 schließt Hoetger dann die Bildhauerklasse an der Düsseldorfer Kunstakademie mit dem Meisterexamen ab. Ein Jahr später geht er nach Paris. Ohne festen Wohnsitz und mit meist leerem Magen saugt er die Werke Auguste Rodins und später Aristide Maillols auf, schildert in sozialkritischen Zeichnungen das harte Leben des Proletariats. Die Durststrecke scheint absehbar, als endlich renommierte Kritiker über seine Plastiken schreiben.

Hoetger (links) und Roselius im Himmelssaal des Hauses Atlantis 
© Boettcherstrasse GmbH
Hoetger (links) und Roselius im Himmelssaal des Hauses Atlantis

Hoetger lernt die Musikerin Helene, genannt Lee, kennen, die er 1905 heiratet. Und er macht eine weitere folgenschwere Bekanntschaft an der Seine: Durch Paula Modersohn-Becker, die aus ihrer Ehe mit Otto Modersohn von Worpswede hierher geflüchtet ist, wird er auf die 1889 im Moor gegründete Künstlerkolonie aufmerksam. Die archaische Landschaft mit dem weiten Himmel und dem diffusen Licht hat die Maler um Fritz Mackensen, Otto Modersohn und Hans am Ende in den Bann gezogen. Hoetger ermutigt Paula Modersohn-Becker, die mit ihrer bodenständigen, frühexpressionistischen Malweise unter den Worpsweder Naturalisten um Anerkennung ringen muss. Auch er selbst geht langsam zu den "monumentalen Dingen über", ohne seinen Stil wirklich gefunden zu haben.

1911 erhält Hoetger eine Professur an der Darmstädter Künstlerkolonie, doch schon im Jahr darauf drängt es ihn endgültig nach Norddeutschland. Die niedersächsische Tiefebene mit ihren Moorkaten gilt ihm als Inbegriff des Urdeutschen: "Es wurde mir in den Jahren immer klarer, dass eine Landschaft, in deren Luft eine Kunst wie die der Paula Modersohn groß werden konnte, auch für mein Schaffen die rechte Atmosphäre sein müsse."

Zunächst mietet er ein Atelier in Fischerhude, östlich von Bremen. 1914 kauft er dann in Worpswede ein kleines reetgedecktes Bauernhaus und setzt ein unwirkliches Anwesen mit protzigen Türmen und Durchfahrten davor. Der Brunnenhof, der später niederbrennt, ist das erste architektonische Manifest Hoetgers. Ihm liegt die einfache, traditionelle Bauweise am Herzen, doch er kann sie nur groß zu Ende denken.

Bei der Sanierung des Kaffee Worpswede konnten verlorene Details rekonstruiert werden. 
© R. Rossner
Bei der Sanierung des Kaffee Worpswede konnten verlorene Details rekonstruiert werden.

Genau diese Mischung imponiert dem erfolgreichen Keksfabrikanten Hermann Bahlsen: Er beauftragt Hoetger prompt mit der Planung einer riesigen Fabrik- und Wohnanlage. Am Rand von Hannover soll die TET-Stadt entstehen - die altägyptische Hieroglyphe für Unvergänglichkeit dient dem haltbar verpackten Butterkeks als Signet. Hoetger ersinnt eine Idealstadt für das Maschinenzeitalter, die stilistisch eher an den Nil als an den Mittellandkanal passen würde. Die pyramidenartigen Häuser will er kurioserweise aus niedersächsischen Bauernkaten abgeleitet wissen. "Primitiv und monumental", so bezeichnet Hoetger selbst diesen Entwurf und verbindet damit eine sehr eigenwillige Kunstauffassung. Mit dem fortschreitenden Ersten Weltkrieg und dem Tod Bahlsens stirbt allerdings auch das Vorhaben.

In Ludwig Roselius (1874-1943) findet Hoetger einen neuen Mäzen. Der Bremer Kaffeegroßhändler und Kunstliebhaber wird ihm ein treuer Freund auf Lebenszeit, auch wenn dieser manchmal an seinem Eigensinn verzweifelt: "Hoetger macht die Sache doch nicht so, wie man sie haben möchte. Man will einen stehenden Mann, und er möchte daraus eine knieende Mutter machen, die ein Kind säugt. (...) Wäre er eine Geschäftsbekanntschaft, so hätte ich längst Schluß gemacht."

Doch die beiden sind geistesverwandt, vor allem in der mythischen Überhöhung des Germanentums. Roselius beeinflusst den Künstler mit seiner verstiegenen völkischen Ideologie. Was bei dem einen politisch motiviert ist, wird bei dem anderen zum ästhetischen Programm. Hoetger wendet sich nun endgültig dem Expressionismus und dessen verschwommener Vision von der Erneuerung der Gesellschaft zu. Während andere Vertreter dieses Stils sich mit ihrer Rückbesinnung auf Primitives und Phantastisches in den Dienst linker Sozialutopien stellen, nährt Hoetgers Ausdruckskunst ein überzogenes Nationalbewusstsein. Dennoch bleibt er immer in seiner eigenen Vorstellungswelt.

Um den Niedersachsenstein auf dem Weyerberg entbrannte ein jahrelanger Streit. 
© R. Rossner
Um den Niedersachsenstein auf dem Weyerberg entbrannte ein jahrelanger Streit.

Konsequenterweise gibt er den Brunnenhof auf und baut sich 1921 in Worpswede ein neues Wohnhaus, bei dem er jede Symmetrie vermeidet. Mit steilen Dächern und krummen Balken lässt er den Backsteinbau organisch aus dem Waldgrund wachsen. Ihn dürste nach einem "reinigenden Bade im Urland", bekennt er gewohnt pathetisch. Entwürfe auf dem Reißbrett sind seine Sache nicht, stattdessen formt er seine Modelle an Ort und Stelle. Hoetger versteht sich nicht als Architekt - dazu fehlt ihm tatsächlich die adäquate Ausbildung -, sondern als Schöpfer, der die einfachen Formen zu neuem Leben erweckt. Selbst das Automobil, das er sich samt Chauffeur regelmäßig von Roselius ausleiht, wird in einer Urhütte untergestellt.

Für den Mann, der stets als Plastiker baut, bedarf es nur eines kleinen Schrittes zu einem gewaltigen Denkmal: Mehrfach überarbeitet Hoetger seinen Entwurf für den Niedersachsenstein auf dem Worpsweder Weyerberg. Ab 1915 zunächst als Siegesmal gedacht, wird es schließlich zu einem Mahnmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Auf einem begehbaren Sockel will Hoetger aus rotem Backstein einen riesigen, abstrakten Adler errichten. Die Worpsweder wehren sich gegen die "hyperexpressionistische" Landmarke und erwirken einen Baustopp. Roselius verteidigt das Monument als "ein wirklich niederdeutsches Gebilde", sogar Peter Behrens und Walter Gropius greifen als Fürsprecher ein. 1922 wird der Niedersachsenstein eingeweiht, der als expressionistische Großplastik ohne Vergleich bleibt.

Im Kaffee Worpswede speist man unter der Weltenesche. 
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Im Kaffee Worpswede speist man unter der Weltenesche.

Sein Worpsweder Meisterstück hat Hoetger aber noch vor sich. Was er ein paar Jahre vorher in Bad Harzburg mit seinem Kaffee Winuwuk verwirklichen konnte, will er nun perfektionieren: 1925-27 baut er mitten im Ort ein ungewöhnliches Ensemble aus Kaffeehaus und Kunstausstellungsraum. Beim Kaffee Worpswede kombiniert Hoetger den nordischen Backstein mit exotisch anmutenden Elementen. Man weiß nicht recht, ob man ein Tipi oder einen asiatischen Tempel vor sich hat, wenn man sich dem markanten Giebel mit den geschwungenen Balken nähert. Den farbig gestalteten Innenraum bestimmt die hölzerne Weltenesche. Selbstredend erfolgt auch die Möblierung nach eigenen Entwürfen. Von den Einheimischen "Café verrückt" genannt, dient es der örtlichen Künstlerschaft als Versammlungsort. Das angeschlossene Logierhaus ist für auswärtige Gäste gedacht, die an den von Hoetger gegründeten Worpsweder Kunsthütten arbeiten.

Im krassen Gegensatz zum Stilmix des Lokals steht die Schlichtheit der Großen Kunstschau, die in nur sieben Wochen als überkuppelter Rundbau errichtet wird. Mit der Rotunde hat Hoetger einen sachlich-klaren und doch unglaublich atmosphärischen Ausstellungsraum geschaffen, den ein Fensterband in der kreisrund abgehängten Decke beleuchtet. Er ist für die Werke der alten und neuen Worpsweder Künstler bestimmt.

Als Hoetger dem Dorf seinen Stempel aufgedrückt hat, holt Roselius ihn in die Stadt. Der umtriebige Kaufmann will die Bremer Böttcherstraße, eine heruntergekommene Handwerkergasse zwischen Markt und Weser, völlig neu gestalten: zum einen als politisches und ästhetisches Manifest, zum anderen als großangelegte Werbemaßnahme für sein 1906 gegründetes Kaffee-HAG-Imperium. Der Fabrikant hat das entkoffeinierte Heißgetränk erfunden und patentieren lassen. "Ich muss der Menschheit die wahre Geschichte über den Ursprung unseres Volkes glaubhaft machen", beschreibt Roselius seinen ehrgeizigen Plan für das Konglomerat aus Museen, Kunsthandwerkerläden, Veranstaltungsräumen und Gastronomie.

Ein Schrein für die Werke der Gründergeneration Worpsweder Maler: Die Große Kunstschau von 1927 wurde 2008 wiedereröffnet. 
© R. Rossner
Ein Schrein für die Werke der Gründergeneration Worpsweder Maler: Die Große Kunstschau von 1927 wurde 2008 wiedereröffnet.

Nachdem er einige historische Gebäude hat sanieren und umbauen lassen, beauftragt er Hoetger damit, ein "starkes Gegengewicht" zu der konventionellen hanseatischen Architektur zu schaffen. 1926/27 errichtet dieser unter Verwendung bestehender Bausubstanz das Paula-Becker-Modersohn-Haus, mit dem Roselius der verehrten Malerin 20 Jahre nach ihrem frühen Tod ein Denkmal setzen möchte. Hinter der plastisch gestalteten Fassade mit verspielten Details entstehen im Erdgeschoss kunstgewerbliche Werkstätten und darüber Ausstellungsräume, erschlossen durch ein grottenähnliches Vestibül.


1929-31 läuft Hoetger mit dem Haus Atlantis in der Böttcherstraße zu Höchstform auf. Es ist bestimmt für die "Väterkunde"-Sammlung, mit der Roselius über die germanische Vorgeschichte aufklären und "jeden Deutschen zum Nachdenken anregen" will. Er steht dabei ganz unter dem Einfluss des Geisteswissenschaftlers Herman Wirth. Dessen krude Theorie des untergegangenen Landes Atlantis soll die Vorherrschaft der nordischen Rasse begründen: Jede Zivilisation hätte hier ihren Ausgang gehabt.

Mit der Treppe im Haus Atlantis übertraf Hoetger sich selbst. 
© R. Rossner
Mit der Treppe im Haus Atlantis übertraf Hoetger sich selbst.

Dafür errichtet Hoetger seinen fortschrittlichsten Bau: Statt Fachwerk wählt er eine moderne Stahlträgerkonstruktion, verwendet genormte Fenster aus Teakholz sowie Glasbausteine. Umso effektiver kommt an der klar gegliederten Fassade der Germanenmythos zu seinen Ehren: Riesenhaft hängt Odin, der nordische Märtyrer, gekreuzigt am Lebensbaum.  


Auch im spektakulären Inneren steht hinter den eleganten Formen inhaltsschwere Mystik. Wie eine leuchtende Skulptur windet sich das Treppenhaus empor: Durch runde Glasbausteine, die in Stufen und Wangen eingelassen sind, fällt von oben ein bläulicher Schimmer. Der Aufstieg des Menschen aus dunklen Tiefen zum Licht soll auf diese Weise Gestalt werden. So gelangt man in den parabelförmig überwölbten Himmelssaal. Edel wirkende Metallfarben und vom Art déco inspirierte Details verleihen dem Raum, der vor allem für gymnastische und tänzerische Übungen genutzt wird, eine geradezu sakrale Würde.


Doch Hoetgers kühnster Wurf wird heftig angefeindet. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten brechen für ihn schwierige Zeiten an. Man sollte meinen, das neue Regime hätte sich mit seiner völkisch inspirierten Ikonographie identifizieren können. Aber die expressiven Fassaden und deformierten Figuren sind den Nationalsozialisten nicht geheuer.

Dabei sieht Hoetger in ihnen die Vollender seiner Kunstanschauung. Er biedert sich an, entwirft ein Deutsches Forum mit einem Kultbau in Form eines Hakenkreuzes. Hitler jedoch wettert gegen die "Böttcherstraßenkultur", sogar der Abriss droht. Schließlich sollen die Hoetgerbauten als "Dokumente der Verfallszeit" stehen bleiben. Der Künstler muss allerdings den abstrakt gestalteten Eingang zur Gasse abwandeln und entwirft das goldene Relief "Der Lichtbringer". Roselius deklariert die Darstellung "als Sieg unseres Führers über die Mächte der Finsternis".

Der Himmelssaal im Haus Atlantis: Sein blau-weißes Glasbetondach lässt Unendlichkeit erahnen. 
© Boettcherstrasse GmbH
Der Himmelssaal im Haus Atlantis: Sein blau-weißes Glasbetondach lässt Unendlichkeit erahnen.

Die Angriffe setzen Hoetger so zu, dass er Deutschland für zwei Jahre verlässt. 1938 erklären die Nazis den Ausnahmekünstler für "entartet", schließen ihn aus der Partei aus, entfernen seine Werke aus den Museen, vernichten seine Skulpturen im öffentlichen Raum. Das letzte Haus baut Hoetger für sich und seine Frau 1940 in Berlin-Frohnau: ein schlichtes, geradezu biederes Einfamilienhaus wie aus dem Musterkatalog einer Neubausiedlung. Der Anarchist vom Weyerberg ist müde geworden, seine Widerstandskraft gebrochen. Am 18. Juli 1949 stirbt Bernhard Hoetger in der Schweiz.  


Trotz - oder gerade wegen aller Widersprüche - gehört sein facettenreiches Werk zum Originellsten, was der deutsche Expressionismus hervorgebracht hat. Heute schätzen wir Hoetger als einen wichtigen Zeugen für eine Epoche elementarer gesellschaftlicher und künstlerischer Umbrüche.


Nachdem Bomben große Teile der Böttcherstraße 1944 in Schutt und Asche gelegt hatten, stemmte Kaffee HAG innerhalb von zehn Jahren den Wiederaufbau. Weitgehend original erhalten sind auch Treppenhaus und Himmelssaal des Hauses Atlantis, dessen Fassade 1965 durch Ewald Mataré erneuert wurde. 

Als heimelig-verwinkeltes Museumsgässchen ist die Böttcherstraße weithin bekannt. Mit ihren verschwiegenen Innenhöfen, runden Türmchen und kunstvoll geschmiedeten Brüstungen bietet sie beliebte Fotomotive für jeden Bremen-Besucher. Dass die Romantik des Auftraggebers auf dem festen Glauben an eine Herrenrasse beruhte, ist heute den wenigsten bewusst.

Der "Lichtbringer" am Eingang zur Böttcherstraße 
© R. Rossner
Der "Lichtbringer" am Eingang zur Böttcherstraße

Worpswede ist ebenfalls ein lebendiges Künstlerdorf geblieben, das zu jeder Jahreszeit Touristen anzieht. Zu Recht hat der malerische Ort seinen festen Platz auf der kulturellen Landkarte. Hoetgers Erbe gehört ebenso dazu wie Heinrich Vogelers Jugendstilträume, die menschenleeren Landschaftsgemälde Fritz Overbecks oder die ungeschönten Porträts von Paula Modersohn-Becker. Neben den Zeugnissen der ersten und zweiten Generation verleiht die rege Kunstszene der Gegenwart mit unzähligen Ateliers und Galerien Worpswede seine besondere Atmosphäre.


Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat sich mit weiteren Geldgebern - unter ihnen die Hermann Reemtsma Stiftung - in den letzten Jahren hier engagiert. 1997-2000 förderte sie die Instandsetzung der Käseglocke - den Rundbau hatte Edwin Koenemann 1926 nach Plänen Bruno Tauts errichtet. Das Hoetger-Ensemble, das sich heute in der Obhut der Kulturstiftung Landkreis Osterholz befindet, profitierte ebenfalls von der DSD. 2002 stellte sie zunächst 51.000 Euro für die Sanierung des Kaffee Worpswede bereit. Die Große Kunstschau musste 2004 wegen Einsturzgefahr geschlossen werden - die Holzbalken, die die Kuppel tragen, waren durchgefault. Die umfassende Sanierung und Modernisierung unterstützte die DSD mit 100.000 Euro. Dabei hat man, nach der Freilegung Hoetgerscher Leimfarben, auch die originale Farbigkeit der Innenräume in Grau und Gelb wiederhergestellt. Im Frühjahr 2008 wurde das Ausstellungsgebäude neu eröffnet. 

Somit ist Worpswedes größter Denkmalkomplex mit dem wichtigsten Museum wieder als ein Höhepunkt expressionistischer Architektur zu bestaunen. Den Querbalken am Giebel seines Kaffeehauses hatte Hoetger seinerzeit mit einem plattdeutschen Spruch versehen: "Wer't mag, de mag't; und wer't nich mag, de mag't jo woll nich mög'n."

Bettina Vaupel