Das zusammenwachsende Europa muss sich in erster Linie seiner gemeinsamen Kultur bewusst werden, deren Anfänge weit zurückreichen. Dies ist auch an einem baugeschichtlichen Detail abzulesen, der Entwicklung der Mauertechnik.
Mauern als Kunstwerk
Die Mauertechnik als Teil der europäischen Kulturgeschichte
Gerade die ältesten Mauern sind aus den größten Steinblöcken gefügt worden, wie die Ruinen der mykenischen Burg Tiryns auf der griechischen Halbinsel Peloponnes beweisen. Die um 1250 v. Chr. gegen die anstürmenden Balkanvölker errichtete Ringmauer wurde aus gewaltigen Steinblöcken aufgesetzt, die bis zu vier Meter lang und nur grob behauen sind. Man spricht hier von Zyklopenmauerwerk, da zu seiner Aufrichtung übermenschliche Kräfte erforderlich zu sein scheinen. Es reichte aber der Einsatz unzähliger Sklaven in langen Zeiträumen mit der Anwendung einfachster Hebelkräfte. Die griechische Baukunst behielt das große Format der Steinblöcke bei, so bei der um das Jahr 400 v. Chr. errichteten Stadtmauer von Selinunt (s. Kopfgrafik links) auf der Insel Sizilien. Man bearbeitete die treppenartig aufgeschichteten Quader so sorgfältig, dass sie glatt aufeinander lagen und keines Mörtels bedurften. Die römische Kunst fußte sehr stark auf der griechischen, sie steigerte sogar noch die Perfektion des Quadermauerwerks.













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