© Thomas Helms, Schwerin

Ikonographie - Ob Josef, der sich neben der Krippe pustend über den Brei beugt, ob ein geflügelt zum Himmel schwebendes Herz oder Maria mit dem Spinnrocken: Es gibt Darstellungen, die nicht ohne weiteres zu verstehen sind. Wie solche Motive in der Bildenden Kunst entstanden und was sie bedeuten, erfahren sie in dieser Rubrik.

  • Zu bemalen an einem Tag 08.11.2012 Die Fresken und der nasse Putz Die Fresken und der nasse Putz

    Die Fresken und der nasse Putz

    Im allgemeinen Sprachgebrauch werden fälschlicherweise alle Wand- und Gewölbemalereien als Fresken bezeichnet. In Wirklichkeit trifft der Ausdruck "Fresko" nur auf die Malereien zu, die auf den nassen Putz gemalt sind. Dabei wird dieser von den Pigmenten gewissermaßen durchgefärbt, wodurch eine untrennbare Einheit entsteht.

  • Beichtstühle in protestantischen Kirchen 08.11.2012 Kühlung für das brennende Herz Kühlung für das brennende Herz

    Kühlung für das brennende Herz

    Die Herzen der Beichtkinder wogen schwer, waren sie doch von der Reue für sündige Taten belastet. Beim Eintreten in so manchen Beichtstuhl fiel ihr Blick auf die sie ermutigenden biblischen Vorbilder an der Tür. Zum Beispiel auf den heimgekehrten verlorenen Sohn, der seine Fehltritte bekannte und dabei auf die Gnade und Barmherzigkeit Gottes vertraute.

  • Die Dorfkirche von Osterwohle birgt eine einzigartige Ausstattung 08.11.2012 Geniestreich aus Holz Geniestreich aus Holz

    Geniestreich aus Holz

    Masken, Hopfenfrüchte und Pinienzapfen aus Holz wachsen plastisch aus der Decke heraus. Auf zierlichen, mit Knorpeln und Blattwerk berankten Bögen stehen Engel. Sie begleiten den Eintretenden ins Innere der kleinen Kirche von Osterwohle.

  • Der Schnitzaltar von St. Nicolai in Kalkar 08.11.2012 Die Wurzel Jesse als Lebensbaum Die Wurzel Jesse als Lebensbaum

    Die Wurzel Jesse als Lebensbaum

    St. Nicolai in Kalkar ist eine schöne, auf den ersten Blick jedoch keine spektakuläre Kirche: außen backsteinerne, innen niederrheinisch klare Gotik in hellen Farben. Das Besondere an St. Nicolai ist nicht die Architektur, sondern die Ausstattung. Vor fast jeder Säule im Kirchenschiff, im Hauptchor und in den Nebenchören stehen Wandelaltäre, in deren Gehäuse es von Geschichten nur so wimmelt. Neun sind es heute noch, und beim Durchschreiten der Kirche muss man häufiger den Kopf einziehen, um nicht an die vielen ausgeklappten Flügel zu stoßen. Bis ins 17. Jahrhundert hinein waren es gar 17 Altäre. Sie müssen in Reihen hintereinander gestanden haben, und erstaunlicherweise hat Masse in diesem Fall die Klasse nicht verhindert.

  • Im Zaisertshofener Pfarrhaus sind Szenen aus dem Alten Testament zu sehen 08.11.2012 Tödliches Gastmahl Tödliches Gastmahl

    Tödliches Gastmahl

    Einmal in die Vergangenheit reisen und Mäuschen im Tafelzimmer von Pfarrer Johann Maria Gelb spielen! Die Tischgespräche im späten 18. Jahrhundert dort im Unterallgäu werden es in sich gehabt haben. Der kunstliebende Geistliche hatte bis 1773 sein Esszimmer derart bildgewaltig ausstatten lassen, dass es wohl auch während eines mehrgängigen Menüs nicht zu Gesprächspausen kam. Es genügte ein hilfesuchender Blick des Gastes zur Decke oder ein Umherschweifen der Augen im Raum, und schon bot sich das nächste Thema an.

  • In Görlitz entdeckten Denkmalpfleger ein Gesetz- und Gnade-Bild 08.11.2012 "Plötzlich blickte ich in ein Gesicht" "Plötzlich blickte ich in ein Gesicht"

    "Plötzlich blickte ich in ein Gesicht"

    Einer glücklichen Fügung ist es zu verdanken, dass in Görlitz ein großartiger Bilderschatz Schicht für Schicht entblättert werden konnte. Eigentlich sollte in dem rund 500 Jahre alten Schwibbogenhaus am Obermarkt 34 eine Wohnung entstehen.

  • Das Belvedere auf Dittersbachs "Schöner Höhe" 08.11.2012 Gar treu bis an das Grab Gar treu bis an das Grab

    Gar treu bis an das Grab

    Ich hatte mich gewöhnt, bey Allem was ich that, bey Allem was mich erfreute an Göthe zu denken", schreibt Johann Gottlob von Quandt 1832. Der Kunstliebhaber ist ein Goetheaner mit Leib und Seele. 1808 hat der 21-jährige Leipziger den Dichter bei einem Kuraufenthalt in Karlsbad erstmals getroffen und ihm seine Verehrung ausgesprochen.

  • Auf den Spuren der Nibelungen 08.11.2012 Nibelungen Ein Epos von 2.400 Strophen

    Ein Epos von 2.400 Strophen

    "Uns ist in alten mæren / wunders vil geseit, von helden lobebæren / von grôzer arebeit, von freuden, hôchgezîten / von weinen und von klagen, von küener recken strîten / muget ír nu wunder hœren sagen."

  • Ein sagenhaftes Ereignis in der Kölner Stadtgeschichte 08.11.2012 Dem Löwen zum Fraße Dem Löwen zum Fraße

    Dem Löwen zum Fraße

    Der schwarze Mantel des Hermann Grin bauscht sich in der Luft, als dieser mit festem Schritt dem aufgerichteten Löwen entgegentritt. Entschlossen hat der blutrot Gewandete sein Schwert in die Brust des Raubtieres gerammt und wehrt mit dem Stoß seiner vom Umhang geschützten Linken dessen Biss ab.

  • Die Wagner-Nietzsche-Villa in Leipzig-Plagwitz 08.11.2012 Wagner-Nietzsche-Villa "Wie der Geist zum Kamele wird"

    "Wie der Geist zum Kamele wird"

    Es fällt schwer, sich heute die großbürgerliche Ruhe in Plagwitz vorzustellen, die 1905 hier geherrscht haben muss. Die Karl-Heine-Straße ist wie die Erich-Zeigner-Allee eine sehr breite und laute Straße in Leipzig. Der Rechtsanwalt Karl Heine (1819-88) hatte 1854 begonnen, systematisch Land in Plagwitz aufzukaufen.

  • Im Kloster Speinshart sind die Paradegastzimmer restauriert 08.11.2012 Christus kam zum Festmahl Christus kam zum Festmahl

    Christus kam zum Festmahl

    Die illustre Gesellschaft ist am Weiler Haselhof vorbeigezogen und hat das Ziel der Reise erreicht: Kloster Speinshart am Rande des Oberpfälzer Waldes. Im Hintergrund der Szene erhebt sich markant der Rauhe Kulm. Angeführt werden die vornehmen Herren von Christus, den Abt Dominikus Lieblein ehrfürchtig mit einem Handkuss empfängt. Bis auf dieses entscheidende Detail ist das 1763 entstandene Deckengemälde durchaus realistisch. Zu jener Zeit war die Prämonstratenserabtei längst als geistiges und kulturelles Zentrum der Region etabliert. Mitglieder der kurbayerischen Regierung in Amberg und des markgräflichen Hofes in Bayreuth gingen hier ein und aus. Um sie standesgemäß beherbergen zu können, ließ Lieblein drei Räume der Prälatur im zweiten Obergeschoss des Westflügels zu Paradegastzimmern umbauen.

  • Akanthusaltäre in der Oberpfalz 08.11.2012 Heilige im Rankenmeer Heilige im Rankenmeer

    Heilige im Rankenmeer

    Wie eine überdimensionale Monstranz mutet der Hochaltar von St. Katharina im oberpfälzischen Reuth bei Erbendorf an. Kunstvoll verflochtene Akanthusranken rahmen das Gemälde der Kirchenpatronin sowie das Bild der Heiligen Sippe darüber. Die aufgesetzten, lüsterfarben gefassten Blüten erscheinen von ferne wie funkelnde Edelsteine.

  • Wie türkischer Rokoko nach Dresden kam 08.11.2012 Verpackt, Vergessen, Wiederentdeckt Verpackt, Vergessen, Wiederentdeckt

    Verpackt, Vergessen, Wiederentdeckt

    Marokkanische Teetabletts, Wasserpfeifen und Brettspiele aus Tunesien, persische Duftlämpchen und indische Kissen verwandeln heutzutage viele Privatgärten in ein romantisches Idyll. Kaum ein Mode- oder Einrichtungsmagazin mag auf das Ambiente des "oriental style" verzichten, das jeder kühlen Großstadtwohnung einen Hauch Fernweh verleiht. Dieses Domestizieren von Dingen aus anderen Kulturkreisen ist nichts Neues. Doch manchmal sind die Wege der Souvenirs aus dem "Orient" recht verschlungen.

  • Das Bildprogramm am Kaiserdom von Königslutter 08.11.2012 Ein Jagdfries gibt Rätsel auf Ein Jagdfries gibt Rätsel auf

    Ein Jagdfries gibt Rätsel auf

    Hilflos liegt der Jäger am Boden. Zwei Hasen haben ihm die Beine gefesselt. Seine Hände und Arme mit ihren Pfoten fixierend, zurren sie mit den Zähnen einen Strick um die Handgelenke des Opfers. Jahrzehnte rätselte man über die Deutung dieser ungewöhnlichen Darstellung an der ehemaligen Benediktinerklosterkirche von Königslutter.

  • Alfelds Lateinschule wird 400 Jahre alt 08.11.2012 Die mystische Treppe Die mystische Treppe

    Die mystische Treppe

    Schade: Die Lateinschule in Alfeld an der Leine aus dem Jahr 1610 ist schon lange keine Schule mehr.

  • Das Kulissenheiliggrab von Rottach-Egern 08.11.2012 Kulissenheiliggrab Mit Magie bekehrt

    Mit Magie bekehrt

    Barocke Kulissenheiliggräber wollten die Gläubigen auf der emotionalen Ebene ansprechen, indem sie das Publikum an Tod und Leiden Christi mitfühlen und Jesu triumphale Auferstehung miterleben ließen. Die eindringlichen Bilder hatten offensichtlich mehr Überzeugungskraft als Worte.

  • Der Bilderreichtum der Sakramentsmühlen 08.11.2012 Gottvater zwischen Sonne, Mond und Engeln Gottvater zwischen Sonne, Mond und Engeln

    Gottvater zwischen Sonne, Mond und Engeln

    Die Kulturlandschaft von Mecklenburg-Vorpommern ist besonders reich an mittelalterlichen Bauten und an Werken der bildenden Kunst: Der Reichtum im Zeitalter der Gotik durch den Handel und Getreideanbau, die anschließende Verarmung nach dem Niedergang der Hanse und die relativ geringen Schäden im Dreißigjährigen Krieg sowie im Zweiten Weltkrieg haben uns hier Kunstwerke von ungewöhnlicher Form und besonderem Bildinhalt überliefert.

  • Die Wandmalereien der Sigwardskirche in Idensen werden gerettet 08.11.2012 Wer verschafft ihr gute Luft? Wer verschafft ihr gute Luft?

    Wer verschafft ihr gute Luft?

    Die Alte Kirche in Idensen ist ein besonderes Kleinod. Eine romanische Kirche, in ihrer ursprünglichen Form kaum verändert, wie man sie in Deutschland nicht mehr häufig findet. Schon bei der Ankunft in Idensen, einem Ortsteil von Wunstorf, nahe beim Steinhuder Meer ist der Besucher von der schlichten, idyllisch liegenden Dorfkirche, die auch Sigwardskirche genannt wird, angetan.

  • Der Park von Freudenhain: ein Garten, um sich selbst zu finden 08.11.2012 Park Freudenhain Sehnsucht nach Idylle

    Sehnsucht nach Idylle

    Versunken im Grün und verdunkelt durch ein dichtes Blätterdach liegen im Nordwesten Passaus, jenseits der Donau, Geheimbotschaften gut versteckt. Wo Büsche und Bäume sich selbst überlassen sind, findet die Romantik heute einen reichen Nährboden. Eine schattige Felsgrotte, rätselhafte Fundamente und eine hölzerne Brücke führen auf die Spur dessen, was einst im Park von Freudenhain geschah.

  • Die Wilden Menschen der Pirnaer Marienkirche 08.11.2012 Der Teufel steckt im Detail Der Teufel steckt im Detail

    Der Teufel steckt im Detail

    Wer hat nicht das Bild von Tarzan im Kopf, wie er sich nach einem markerschütternden Schrei an ­einer Liane durch den Dschungel schwingt? Der wilde, aber gutmütige Mann im Lendenschurz, der erst nach und nach das Sprechen von seiner Freundin Jane erlernt, ist für viele der Inbegriff des Urmenschen. Er lebt in der Natur und befindet sich in einem paradiesisch-unschuldigen Gemütszustand.

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