© Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn

Handwerk - Wer Kulturgut erhalten möchte, benötigt unbedingt qualifizierte Handwerker. In der Denkmalpflege nehmen gut ausgebildete Spezialisten eine Schlüsselrolle ein. Während in der mittelalterlichen Baukunst Handwerker oft sowohl die Schöpfer als auch die Ausführenden waren und einen guten Ruf genossen, müssen sie heute gegen die Philosophie des Wegwerfens arbeiten.

  • Die Welt der Papiertapeten des 19. Jahrhunderts 08.11.2012 Liebestolle Göttinnen, Blumen und Girlanden Liebestolle Göttinnen, Blumen und Girlanden

    Liebestolle Göttinnen, Blumen und Girlanden

    In umschmeichelnden Gewändern, mit Blumengirlanden geschmückt, tanzen Mädchen in den Landschaften Illyriens vor dem Tempel der Athene. Die liebestolle Göttin Calypso lässt nichts unversucht, um den jungen Helden Telemach auf ihrer Insel zu halten, Amor und Psyche schwören sich ewige Liebe, und die berühmten Bauwerke von Paris zeugen von der Hochblüte europäischer Kultur. Diese und ähnliche Szenarien spielten sich hinter oftmals verschlossenen Türen ab, wohl bewahrt vor neugierigen Blicken und stolz gezeigt bei besonderen Anlässen.

  • Die Möglichkeiten der experimentellen Archäologie 08.11.2012 Wie baute man ein Haus vor 6.000 Jahren? Wie baute man ein Haus vor 6.000 Jahren?

    Wie baute man ein Haus vor 6.000 Jahren?

    Die grandiosen Ruinenstätten früher Zivilisationen und musealen Schausammlungen ihrer prächtigsten Relikte, Ziel von Bildungsreisen und neuerdings sogar des Erlebnismassentourismus, täuschen: Die große Menge dessen, was das Leben bis in die historischen Epochen im Wesentlichen ausgemacht hat, ist verloren. Vor allem von den alltäglichen Dingen wurde das meiste verbraucht und zerstört; und von dem Wenigen, was davon in den Boden gelangte, hat wiederum nur Weniges die Jahrhunderte oder Jahrtausende der Einlagerung überdauert.

  • Wie man das Handdruckverfahren wiederentdeckte 08.11.2012 Schillers Haus und Walters Tapeten Schillers Haus und Walters Tapeten

    Schillers Haus und Walters Tapeten

    Tapetenwechsel im übertragenen Sinn bezeichnet den Wunsch nach Veränderung. Papiertapeten gelten von Natur aus als kurzlebig, sind nicht unvergänglich, wie Kunst es sein sollte, und auch weniger haltbar als Kunsthandwerk, Tapisserien, Möbel oder Porzellan. Ihnen haftet, weil leicht abzuziehen oder zu überkleben, etwas Flüchtiges, Vorübergehendes an.

  • Auf den Spuren einer alten Volkskunst 08.11.2012 Kunst am Bauernhaus Kunst am Bauernhaus

    Kunst am Bauernhaus

    Das Fachwerk prägt zahlreiche Ortsbilder in Deutschland. Es gewann im Laufe seiner Geschichte und in den verschiedenen Kulturlandschaften eine Fülle von Erscheinungsformen. Man sollte es deshalb nicht nur als geschlossene Wand in anheimelnden historischen Dörfern und Städten, sondern auch im Detail wahrnehmen. Dabei wird man immer wieder Neues entdecken und Zusammenhänge erkennen zwischen dem praktisch Notwendigen und dem Bereichern mit Schmuckformen.

  • Zur Geschichte eines Baustoffs 08.11.2012 Das Licht feiert den Schiefer Das Licht feiert den Schiefer

    Das Licht feiert den Schiefer

    Wie ein Samttuch legt sich die Schieferdecke über das Würzburger Käppele. Mit ihren geschwungenen Konturen strahlt die eigenwillige Dachlandschaft der Wallfahrtskirche auf dem Nikolausberg schon von weitem eine verspielte Heiterkeit aus. Patina und Lichtreflexe zaubern auf den grauen Stein eine Farbskala von Silber bis Grünbraun.

  • Das Freiwillige Jahr in der Denkmalpflege 08.11.2012 Jugend baut Jugend baut

    Jugend baut

    Hinter der Eisentür schlagen mir Hitze und Rauch entgegen, der spitze Klang, wenn Metall auf Metall trifft, dringt durch Mark und Bein. Im Halbdunkel erkenne ich zwischen fauchenden Feuern und glühenden Kohlen junge Menschen, die mit von Wärme und Anstrengung geröteten Gesichtern versuchen, Eisen zu formen. Es ist keine Höllenszene, es ist nur die Schmiede in Schloss Raesfeld.

  • Die Jugendbauhütte in Quedlinburg 08.11.2012 Goldenes Handwerk in der Goldstraße Goldenes Handwerk in der Goldstraße

    Goldenes Handwerk in der Goldstraße

    Im Herbst 2001 war es soweit: Zum ersten Mal bekamen Teilnehmer einer Jugendbauhütte ein eigenes Haus, an dem sie Denkmalpflege aktiv üben können. Mit viel Enthusiasmus gingen sie sofort ans Werk, das nun - vier Jahre später - fast vollbracht ist. Das stattliche zweigeschossige Gebäude in der Quedlinburger Goldstraße ist frisch verputzt, die Fenster sind restauriert. Und schon Ende dieses Jahres werden Quedlinburg-Besucher hier Ferienappartements mieten können.

  • Gerüstbau im Mittelalter 08.11.2012 Von Löchern im Mauerwerk Von Löchern im Mauerwerk

    Von Löchern im Mauerwerk

    Im Außenmauerwerk großer mittelalterlicher Bauten fallen häufig regelmäßig angeordnete Löcher auf, die sich viele Betrachter nicht recht erklären können. Es handelt sich um Aussparungen zur Aufnahme der horizontalen Tragbalken für die Gerüste. Heute werden die Baudenkmale mit Stahlrohrgerüsten vom Boden aus eingerüstet, was Kosten erfordert, die gelegentlich höher sind als die der nötigen Reparaturen.

  • Von der Kongenialität der Bildschnitzer und Maler 08.11.2012 Die Kunst der Fassmaler Die Kunst der Fassmaler

    Die Kunst der Fassmaler

    In der gotischen Bildschnitzerkunst wurde Holz nur in seltenen Ausnahmefällen ohne eine farbige Fassung gelassen. Letztere war allerdings nicht die Aufgabe des Holzschnitzers, sondern die des Fassmalers, der zugleich auch die Flügel des Wandelaltars mit Tafelgemälden ausstattete. Das mittelalterliche Handwerk war nämlich sehr spezialisiert und streng nach Zünften geordnet. Ein Mitglied der Bildschnitzerzunft durfte sich deshalb nicht als Maler betätigen, ein Maler seinerseits nicht Werke der Schnitzkunst erschaffen.

  • Das Chorgestühl von Kornelimünster 08.11.2012 Die kleinen Sünden der Mönche Die kleinen Sünden der Mönche

    Die kleinen Sünden der Mönche

    An einem Sommertag des Jahres 1320 versammelten sich 42 Mönche in der Abteikirche von Aachen-Kornelimünster zu einem Stundengebet, das sie - wie immer - nicht im Sitzen absolvieren durften. Vor allem den Älteren unter ihnen wurde das lange Stehen auch dieses Mal zur Qual. Ganz langsam ließen sie sich daher auf die hochgeklappten Sitze des Chorgestühls sinken. Die barmherzige Kirche wusste, dass der Geist ihrer Diener willig, das Fleisch aber schwach war. Daher hatte man die oberen Ränder der Klappsitze so verbreitern lassen, dass sich die Mönche unauffällig darauf abstützen konnten. Diese oft kunstvoll verzierten Konsolen, die man nicht nur in Kornelimünster findet, nennt man daher bezeichnenderweise Miserikordien.

  • Zur Kulturgeschichte des Stucks 08.11.2012 Die Baukunst und der Zuckerguss Die Baukunst und der Zuckerguss

    Die Baukunst und der Zuckerguss

    Schon seine aus dem Italienischen stammenden Namen zergehen leicht wie Baiser auf der Zunge: stucco, stucco lustro, scagliola. Die deutschen Begriffe Stuck und Stuckmarmor klingen noch immer ganz appetitlich, sind aber weit weniger luftig. Ernüchtert durch die Architektur-Theoretiker der Moderne, die das Ornament als Verbrechen verteufelten, überkommt wohl die meisten, wenn sie heute von Stuck hören, der Geschmack von Zuckerguss.

  • Kühne Konstruktionen der Gotik 08.11.2012 Die hohe Kunst des Wölbens Die hohe Kunst des Wölbens

    Die hohe Kunst des Wölbens

    Der Wiederaufbau der Wismarer Georgenkirche war 2001 schon weit fortgeschritten. Von außen sah sie fast fertig aus, hatten doch alle Bauteile mit Ausnahme des Turmes wieder ein Dach. Aber für die Bauleute begann nun eine besonders spannende Phase: Die zerstörten Gewölbe sollten wieder eingebracht werden. Dies geschah selbstverständlich mit den traditionellen Materialien Backstein und Kalkmörtel. Die alte Technik des Wölbens aber musste von den Baumeistern erst erprobt und von den Handwerkern wieder erlernt werden.

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