Soweit die Werke berühmter Jugendstil-Architekten wie Otto Koloman Wagner und Joseph Maria Olbrich auf der Wiener Sezession beruhten, bedeuteten sie eine Vorwegnahme von Tendenzen der Neuen Sachlichkeit, einer der Hauptrichtungen zwischen den beiden Weltkriegen. Doch um das Jahr 1910 änderte sich das bei allen führenden Baumeistern, zuerst bei Olbrich. Sein letztes Werk vor seinem frühen Tod 1908 war das ehemalige Warenhaus Tietz an der Königsallee in Düsseldorf, das vor allem im jetzt leider zerstörten Inneren deutliche Züge eines Neoklassizismus aufwies.
Er hatte das Problem, das viele Künstler kennen, und das auch die Kreativen der sogenannten Goldenen Zwanziger im vorigen Jahrhundert kannten. Der Kopf quillt über vor grenzenloser Phantasie, allein die Aufträge machen sich rar bis unsichtbar.
Es ist mit unserem Zeitgefühl schwer zu vereinbaren, dass die Schreckensherrschaft des Dritten Reiches nur zwölf Jahre gedauert hat. Davon nahm der Zweite Weltkrieg allein schon sechs in Anspruch. Deshalb sind zum Glück die meisten Großprojekte wie das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg oder die gigantischen Pläne für den Umbau von Berlin unvollendet geblieben.
Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt (Oder) hatte im vergangenen Sommer alle Hände voll zu tun. Der große Behördenumzug - vom Oderturm in das Gebäude des ehemaligen Amtsgerichts von 1933 - brachte rund 5.500 laufende Meter Akten und 200 Kubikmeter Regale in Bewegung. Doch die Mühe lohnte sich. Nach drei Jahren Leerstand und anschließendem Umbau bezog die Staatsanwaltschaft mit dem Amtsgericht ein wahres Schmuckstück des Neuen Bauens in Brandenburg - und eines der wenigen erhaltenen Architekturbeispiele preußischer Gerichtsbarkeit aus der Weimarer Republik.
Ein Jahr lang suchte die Hotelierfamilie Kühn in ganz Deutschland nach einem schönen Haus, in dem sie Übernachtungen mit Frühstück anbieten wollte. Angekommen in Bad Harzburg, schlossen die Kühns das Café Winuwuk sofort in ihr Herz.
Planeten kreisen durch das Universum. Auf ihnen türmen sich strahlende Kristalle in den schwarzen Raum. Fenster im Kristallgebirge deuten an, dass sie bewohnt sind. Es sind Stadtentwürfe in fernen Sonnensystemen, so wie sie der böhmische Künstler Wenzel Hablik ab 1909 erdachte.
Es ist ungewöhnlich, wenn ein 200 Quadratmeter großes Denkmal reist. Aber der Fall von Haus Sonnenblick zeigt, dass der Wiederaufbau an einem anderen Ort manchmal die einzige Möglichkeit ist, ein wertvolles Gebäude zu erhalten. Da es sich um ein Fertighaus handelt, das vor rund dreißig Jahren in seine Einzelteile zerlegt wurde, passte der Bausatz auf zwei Lastwagen. 2004 wurde er von Leverkusen ins niederbayerische Simbach transportiert und wieder zusammengebaut.
Manchmal muss man Irrtümern mit dem Skalpell zu Leibe rücken. So geschehen in Frankfurt am Main. Dort war ein scharfes, filigranes Werkzeug nötig, um zu entfernen, was frühere Generationen nicht gewagt hatten: Geschickten Händen gelang es nach über 70 Jahren, hartnäckige Dispersionsfarbe von der Wand zu lösen. Auf fünf Metern Länge und dreieinhalb Metern Breite erschien auf diese Weise ein Kunstwerk der Klassischen Moderne aus dem Jahr 1929 wieder: das Fresko des Beckmann-Schülers Georg Heck (1897-1982).
Berlin, Anfang 1929. Elsa Einstein steht mit abweisender Miene in der Tür ihrer Wohnung auf der Haberlandstraße und hört sich das seltsame Begehren des jungen Mannes an: Er wolle das neue Sommerhaus für Albert Einstein bauen. Elsa Einstein hat schon viele Bettler und dreiste Presseleute an der Türe abgewiesen, weil ihr Mann dafür einfach zu weichherzig ist.
Da steht es im Wald und schaut ganz freundlich drein: Schon kurz nach der Errichtung 1926 wurde das kleine, bunte Rundhaus auf dem Weyerberg von den Worpswedern liebevoll-spöttisch die "Käseglocke" genannt. Unter diesem Namen ist es immer noch bekannt, und auch heute stellt man bei einem Besuch fest: Das überwiegend aus Holz gebaute Kuppelhaus, von Kiefern umgeben, muß man einfach gerne haben.
Achtung! Wenn 'Frei' 10-Pfg.-Stück einwerfen. Dann Klinke ganz herunterdrücken. Innen verriegeln", so steht es auf dem Keramikschild an der schmalen Tür - darunter ein weißer Behälter mit einem Einwurfschlitz für das Kleingeld. Wer das kleine Backsteingebäude im Bochumer Stadtpark heute aufsucht, etwa um in den Bänden der umfangreichen Bibliothek zur Stadt- und Regionalgeschichte zu blättern, kann so manche Details wie diese zur Kenntnis nehmen.
Im Jahr 1680 hatte Luckenwalde Glück: Die bis dahin recht verschlafene Marktsiedlung wurde brandenburgisch, und so konnte ihr der Große Kurfürst zu einer beachtlichen industriellen Entwicklung verhelfen. Er siedelte dort Zeugmacher und Strumpfwirker an und ermutigte Tuchmacher aus Thüringen, in Luckenwalde Werkstätten einzurichten. 1828 nahm die erste Dampfmaschine ihren Betrieb auf, und 1841 erhielt das Städtchen einen Anschluss an die Anhalter Bahn. Dreißig Jahre später hatte sich Luckenwalde vor allem einen Namen in der Herstellung von Hüten gemacht.
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