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Historische Persönlichkeiten - Sie alle prägten die Baukunst, ob als Förderer der Kultur oder als Porträtierte. In dieser Rubrik stehen historische Persönlichkeiten – Könige, Fürsten, Wissenschaftler, Künstler, Architekten – und ihre Werke im Mittelpunkt, darunter Karl der Große, Friedrich II. und Königin Luise.

  • Loriots Taufkirche St. Gotthardt in Brandenburg 08.11.2012 Keine Chance für die Steinlaus Keine Chance für die Steinlaus

    Keine Chance für die Steinlaus

    Vom männlichen Standpunkt aus betrachtet", schreibt Vicco von Bülow über seine erste Liebe, "zeigte ich mich schon anläßlich meiner Taufe von einer beklagenswert unergiebigen Seite. Damals beabsichtigte noch ein weiterer, mir unbekannter weiblicher Säugling, sich am selben Tage taufen zu lassen. Kirchlicherseits war man auf diesen Andrang offensichtlich weder räumlich noch moralisch vorbereitet, denn wir wurden bis zum Beginn der Feierlichkeiten abseits in einen gemeinsamen Wagen gebettet. Für Säuglinge von heute unbegreiflich: Ich mißachtete die Gunst der Stunde."

  • Die Ruine der Berliner Gedächtniskirche ist gesichert 08.11.2012 Berliner Gedächtniskirche Das Zerstörte in die Mitte nehmen

    Das Zerstörte in die Mitte nehmen

    Der "hohle Zahn", wie die Berliner den alten Turm der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche nennen, hatte seinem Namen traurige Ehre gemacht: Das Mauerwerk war so porös geworden, die Mörtelfugen rissig, dass für die Kriegsruine ernste Gefahr bestand. Mittlerweile ist das Denkmal gerettet.

  • Riemerschmids Fertighaus in Simbach 08.11.2012 Zerlegt und auf die Reise geschickt Zerlegt und auf die Reise geschickt

    Zerlegt und auf die Reise geschickt

    Es ist ungewöhnlich, wenn ein 200 Quadratmeter großes Denkmal reist. Aber der Fall von Haus Sonnenblick zeigt, dass der Wiederaufbau an einem anderen Ort manchmal die einzige Möglichkeit ist, ein wertvolles Gebäude zu erhalten. Da es sich um ein Fertighaus handelt, das vor rund dreißig Jahren in seine Einzelteile zerlegt wurde, passte der Bausatz auf zwei Lastwagen. 2004 wurde er von Leverkusen ins niederbayerische Simbach transportiert und wieder zusammengebaut.

  • Wo Blücher bei Kaub den Rhein überquerte 08.11.2012 50.000 Mann und 15.000 Pferde 50.000 Mann und 15.000 Pferde

    50.000 Mann und 15.000 Pferde

    Marschall Vorwärts" machte seinem Namen in der ersten Januarwoche des Jahres 1814 alle Ehre: Unter seinem Kommando überquerten innerhalb von nur fünf Tagen rund 50.000 Soldaten, 15.000 Pferde und 182 Geschütze der Schlesischen Armee von Kaub aus den Rhein und drängten im weiteren Verlauf ihres Vormarsches die nach der Völkerschlacht bei Leipzig geschwächten napoleonischen Truppen immer weiter zurück. Gebhard Leberecht von Blücher, der als Marschall Vorwärts in die Geschichtsbücher eingegangen ist, trug somit wesentlich dazu bei, dass das Königreich Preußen beim Wiener Kongress zu den Siegermächten gehörte.

  • Das Geburtshaus Martin Luthers in Eisleben 08.11.2012 Wie aus "Luder" Luther wurde Wie aus "Luder" Luther wurde

    Wie aus "Luder" Luther wurde

    Familie Luder hatte vier Söhne: Groß-Hans, Klein-Hans, Veit und Heinz. Nach den ungewöhnlichen, aber strengen Erbregeln sollte der jüngste und nicht der älteste den elterlichen Hof im thüringischen Möhra erben. Groß-Hans Luder zog daher mit seiner Frau Margarete nach Eisleben, um als Unternehmer im Bergbau sein Glück zu suchen. Dort wurde am 10. November 1483 Sohn Martin geboren und einen Tag später in der Kirche St. Peter und Paul getauft. Der Reformator wird später seinen Familiennamen in Luther ändern.

  • Bayerns Könige Teil II: Ludwig I. – Künstler, Charmeur und Monarch 08.11.2012 Küsse für den Fuß der Venus Küsse für den Fuß der Venus

    Küsse für den Fuß der Venus

    Es ergriff mich wunderbar, es war nicht Sinnenreiz, nicht Sinnenlust, es war die Macht der Kunst. In diesem Anblick lag mein ganzes Leben." Dies schrieb 1804 der 18-jährige Kronprinz Ludwig von Bayern (1786-1868) - hingerissen von Italien, das er zum ersten Mal besuchte. Eigentlich wollte der Göttinger Student die ganze Welt kennenlernen, doch als er Italien sah, wurde ihm dieses Land zum Lebenselixier. An die 40 Mal sollte er für Monate in sein "irdisches Paradies" reisen. An Rom verlor er endgültig sein Herz: "Ich zählte einen zweiten Geburtstag, als ich Rom betrat. Die einzige Stadt, wo der Himmel der Erde sich öffnet."

  • Vor 100 Jahren schuf Hermann Hesse sein Gartenparadies am Bodensee 08.11.2012 Ein lachendes Rot dazwischen geschmettert Ein lachendes Rot dazwischen geschmettert

    Ein lachendes Rot dazwischen geschmettert

    Ich habe einen ewigen und unerfüllten Wunsch, unabhängig als Privatmann zu leben, wenn auch noch so bescheiden", bekennt Hermann Hesse 1903. Ein Jahr später scheint der Traum greifbar. Die Veröffentlichung des Romans vom Bauernjungen "Peter Camenzind" beschert dem 27-Jährigen den bahnbrechenden Erfolg.

  • Bayerns Könige Teil I: Vom Fürstentum zum Königreich 08.11.2012 "Der gute Max" "Der gute Max"

    "Der gute Max"

    In diesen Tagen wird in München wieder gefeiert. Wie jedes Jahr strömen Menschenmassen zum weltberühmten Oktoberfest auf die Theresienwiese. Mit vielen "Maß Helles, Hendln und Musi" wollen sie "a Mordsgaudi" haben. Die wenigsten wissen, dass das 16-tägige Volksfest ein Kind des bayerischen Königshauses ist: Am 12. Oktober 1810 heiratete Kronprinz Ludwig Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Da auch Bayerns Bürger an der Hochzeit teilhaben sollten, lud Maximilian I. Joseph, von seinen Untertanen König Max genannt, sie vor die Tore Münchens ein. Höhepunkt war ein Pferderennen, das alle so begeisterte, dass König Max beschloss, das Volksfest zu wiederholen. Die Festwiese heißt seither Theresienwiese, und das Oktoberfest war geboren.

  • Bruno Taut ließ "das Volk" schöner wohnen 08.11.2012 Nomen est omen Nomen est omen

    Nomen est omen

    Als Hanna Dippner 1962 ihr neues Haus in Dahlewitz südlich von Berlin bezog, wusste sie zwar, dass das oft mit einer Käseecke verglichene Gebäude 1926 von Bruno Taut errichtet worden war. Von der für den Architekten so typischen Farbgestaltung der einzelnen Räume und der Fassaden konnte sie allerdings nichts mehr erkennen. Das ehemalige Wohnhaus des Architekten war damals in einem beklagenswerten Zustand und die Räume mit Blümchentapeten verunstaltet. Also beseitigte sie erst einmal die gröbsten Schäden und strich die Wände weiß.

  • Das Mies van der Rohe Haus in Berlin 08.11.2012 Lange im Besitz der Stasi Lange im Besitz der Stasi

    Lange im Besitz der Stasi

    Das Bauhaus in Dessau musste 1932 seine Pforten schließen und sich im Jahr darauf endgültig auflösen. Genau in diese Zeit fällt die Errichtung eines ganz besonderen Berliner Wohnhauses durch Ludwig Mies van der Rohe - es war das letzte Bauprojekt vor seiner Emigration nach Amerika. Karl Lemke, Besitzer der "Graphischen Kunstanstalt" und Geschäftsführer einer Druckerei, hatte direkt am Obersee in Hohenschönhausen ein Doppelgrundstück erworben. Für ihn und seine Ehefrau Martha entwarf Mies einen schlichten eingeschossigen Klinkerbau mit Flachdach, der winkelförmig eine sandsteingepflasterte Terrasse einfasst. Mit diesem Werk setzte der Architekt erstmals seine Idee vom Hofhaus um.

  • Konrad Wachsmanns Serien-Hausbau 08.11.2012 Holz war sein Stoff Holz war sein Stoff

    Holz war sein Stoff

    Berlin, Anfang 1929. Elsa Einstein steht mit abweisender Miene in der Tür ihrer Wohnung auf der Haberlandstraße und hört sich das seltsame Begehren des jungen Mannes an: Er wolle das neue Sommerhaus für Albert Einstein bauen. Elsa Einstein hat schon viele Bettler und dreiste Presseleute an der Türe abgewiesen, weil ihr Mann dafür einfach zu weichherzig ist.

  • Speisen auf Blauweiß 08.11.2012 Hedwig Bollhagen Hedwig Bollhagen

    Hedwig Bollhagen

    Essen Sie nicht auch am liebsten von blau-weißem Geschirr?" fragt Heidi Manthey und serviert eine leuchtend-orange Kürbiscremesuppe. Auf dem Esstisch in der ehemaligen Wohnung der Keramikerin Hedwig Bollhagen in Marwitz bei Berlin stehen Teller aus Meißen, das weiß-blaue Zwiebelmuster. Die Marke auf der Unterseite des Tellers verrät seinen Wert: Er wurde 1770 gefertigt. Im Obergeschoss des Hauses, in dem "HB", wie die meisten die Keramikerin nennen, die längste Zeit ihres Lebens verbrachte, wohnt jetzt - mit Blick auf die weite brandenburgische Landschaft und ihre kleine Fabrik - Hedwig Bollhagens langjährige Mitarbeiterin, die Künstlerin Heidi Manthey.

  • Der Freundschaftstempel von Halberstadt 08.11.2012 Ein Abbild für das Zwiegespräch Ein Abbild für das Zwiegespräch

    Ein Abbild für das Zwiegespräch

    Ich wollte Ihnen gestern, wie ich versprochen hatte, meines Mannes Bild schicken, es war aber nicht möglich (...)", schreibt Karoline Herder am 15. Juli 1800 aus Weimar. "Hier ist es nun. Es ist zwar um 15 Jahre jünger, u. an der Nase nicht ähnlich; es möge Sie aber an die beßern Jugendzeiten erinnern, wo wir noch nicht so viele graue Haare hatten. Das Bild selbst, als Kunstwerk macht Graf (sic!) Ehre. (...) In Ihrem Herzen aber, Einziger Freund, wird das Original unwandelbar durch Jugend u. Alter feststehen, das fühlen wir unaussprechlich!"

  • 50 Jahre Gerhart-Hauptmann-Haus 08.11.2012 Der Mönch der Poesie Der Mönch der Poesie

    Der Mönch der Poesie

    Wiese und Meer! Meer und Wiese und Wind! Wind, Sturm und ewig brandende, rauschende, donnernde Flut! (...) Diese Eindrücke zwingen die Seele zur Einfachheit. Alles Gekünstelte, alles Städtisch-kulturell-aufgedrängte fällt von ihr ab", schrieb Gerhart Hauptmann 1896 über die Insel Hiddensee.

  • Max Liebermanns Sommervilla am Wannsee ist jetzt Museum 08.11.2012 Max Liebermanns Sommervilla Der Maler und sein "Klein-Versailles"

    Der Maler und sein "Klein-Versailles"

    Wenn man nach Berlin reinkommt, gleich links" - so wurden Fremde gerne auf die Wohn- und Arbeitsstätte von Max Liebermann (1847-1935) hingewiesen. Der berühmte Maler war 1893 in die zweite Etage des eleganten Wohnhauses am Pariser Platz 7 gezogen.

  • Refugium und Gesamtkunstwerk 08.11.2012 Das "Haus Hohe Pappeln" in Weimar Das "Haus Hohe Pappeln" in Weimar

    Das "Haus Hohe Pappeln" in Weimar

    Die Generation der "Weimarer Klassik" träumte im Park an der Ilm von einer besseren Welt. Von einer Welt, in der Vernunft und Verstand regieren würden, weil die Menschen durch Wissen und Bildung und durch die besten Werke der Kunst zu Selbsterkenntnis und Einsicht in die Wahrung der Schöpfungsgesetze gelangt seien.

  • Die ganze Welt in Kunst gewandelt 08.11.2012 Das Haus der Bossards bei Jesteburg Das Haus der Bossards bei Jesteburg

    Das Haus der Bossards bei Jesteburg

    Eigentlich hatte "Nike" recht: Laut maunzend stand sie im Wohnzimmer, empört über die fremden Menschen, die sich in ihrem Heim umschauten. Mit hoch aufgerichtetem Schwanz machte sie durch die Küche ins Freie kehrt. Die betagte Katze gehörte der Bildhauerin Jutta Bossard, die 1996 mit 93 Jahren in ihrem Haus bei Jesteburg, südlich von Hamburg am Rande des Naturschutzparks Lüneburger Heide, verstarb.

  • Wo Johann Gottfried Seume Korrektur las 08.11.2012 "Bösewichter haben keine Lieder" "Bösewichter haben keine Lieder"

    "Bösewichter haben keine Lieder"

    Nun sah ich zurück auf die schöne Gegend (...) und überlief in Gedanken schnell alle glücklichen Tage, die ich in derselben genossen hatte: Mühe und Verdruss sind schnell vergessen." Mit diesen Worten nimmt der Dichter Johann Gottfried Seume (1763-1810) Abschied von der sächsischen Stadt Grimma, um zu einer der berühmtesten Wanderungen der deutschen Literaturgeschichte, seinem "Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802" aufzubrechen.

  • Der Heinrichsbrunnen auf dem Braunschweiger Hagenmarkt 08.11.2012 274 cm Welfenherzog 274 cm Welfenherzog

    274 cm Welfenherzog

    Als in Braunschweig ein Denkmal für Heinrich den Löwen errichtet werden sollte, spendeten die Bürger insgesamt 3.815 Taler, 19 Groschen und 12 Pfennige. Daher konnte am 4. Juli 1874 ein Brunnen mit der 2,74 Meter großen Plastik des Welfenherzogs auf dem Hagenmarkt feierlich eingeweiht werden.

  • Die Franckeschen Stiftungen in Halle 08.11.2012 Mitten im Aufbruch Mitten im Aufbruch

    Mitten im Aufbruch

    August Hermann Francke zu verstehen, den Theologen, Geistlichen und Erzieher, fällt heutzutage, wo das Individuum mitsamt seinen Bedürfnissen größer geschrieben wird als gemeinschaftliche Werte, nicht eben leicht.

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