© Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn

Kurioses - Außergewöhnliche Baudetails, wundersame Begebenheiten und eigentümliche Bilderfindungen aus der Denkmallandschaft haben wir für Sie in dieser Rubrik zusammengestellt.

  • Die ehem. Pathologie in Hamburg-Eppendorf 08.11.2012 Nachschub aus Übersee Nachschub aus Übersee

    Nachschub aus Übersee

    Sie galt als Ort der Wahrheit: Die Pathologie des Universitätsklinikums Eppendorf in Hamburg war gefürchtet. Nicht so sehr bei den Patienten, die kamen im Normalfall nicht mit ihr in Kontakt, vielmehr bei den praktizierenden Medizinern. Jeden Mittag nämlich mussten Ärzte, deren Patient gestorben war, in den kleinen Hörsaal des Instituts treten.

  • Die Wilden Menschen der Pirnaer Marienkirche 08.11.2012 Der Teufel steckt im Detail Der Teufel steckt im Detail

    Der Teufel steckt im Detail

    Wer hat nicht das Bild von Tarzan im Kopf, wie er sich nach einem markerschütternden Schrei an ­einer Liane durch den Dschungel schwingt? Der wilde, aber gutmütige Mann im Lendenschurz, der erst nach und nach das Sprechen von seiner Freundin Jane erlernt, ist für viele der Inbegriff des Urmenschen. Er lebt in der Natur und befindet sich in einem paradiesisch-unschuldigen Gemütszustand.

  • Nur wenige Kioske überlebten die 50er Jahre 08.11.2012 Milch vom Fliegenpilz Milch vom Fliegenpilz

    Milch vom Fliegenpilz

    Die Signalwirkung ist ihm nicht abzusprechen: Schon kleine Kinder lernen schnell, im Wald einen Fliegenpilz zu erkennen und sich tunlichst von ihm fernzuhalten. Dass ausgerechnet einer der giftigsten Vertreter seiner Art in den fünfziger Jahren zum Konsum gesunder Milchprodukte anregen sollte, war kein Widerspruch.

  • Die transportable Raumerweiterungshalle 08.11.2012 Die Raumerweiterungshalle Feiern in der Ziehharmonika

    Feiern in der Ziehharmonika

    Die Idee von einem Gebäude, das gleichzeitig als Eisdiele, als Postamt, als Hotel, als Turbinenhaus, Pumpstation, Lichtspielhaus, Dorfbad oder gar als Kirche genutzt werden kann, klingt utopisch.

  • Karolingische Malereien im Kloster Corvey 08.11.2012 Odysseus in der Kirche Odysseus in der Kirche

    Odysseus in der Kirche

    Wer kennt ihn nicht: Odysseus, den getriebenen Helden des Homer zugeschriebenen Epos "Odyssee"? Den König Ithakas, der am Troianischen Krieg teilnimmt und dessen Rückkehr sich zu einer jahrelangen Irrfahrt entwickelt, in der er alle Gefahren und Verlockungen mutig, schlau, wortgewandt und von den Göttern geprüft übersteht.

  • Die Wunderkammer in Halle 08.11.2012 Gründlers Kuriositätenschau Gründlers Kuriositätenschau

    Gründlers Kuriositätenschau

    Nichts ist wohl spannender für Kinder, als in der Spielkiste der Freunde zu stöbern. Was es dort alles zu entdecken gibt: eine Holzente mit Lederfüßen, einen getrockneten Ast, ein Smarties-Fernrohr, weiter unten Wäscheklammern, Kastanien vom vergangenen Herbst und auf dem Boden ein Katzenkalender aus der Apotheke.

  • Wie Lourdesgrotten nach Westfalen kamen 08.11.2012 Lourdesgrotten Im Gepäck die Mutter Gottes

    Im Gepäck die Mutter Gottes

    Als Catherine Latapie ihre rechte Hand in das Quellwasser tauchte und wieder herauszog, war sie nicht mehr verkrümmt. In Windeseile verbreitete sich 1858 die Kunde von der wundersamen Heilung von Lourdes. Es war die erste von 67 Heilungswundern, die die katholische Kirche bislang dort anerkannte. Insgesamt soll es bis heute rund 30.000 Heilungen gegeben haben, 7.000 davon wurden dokumentiert.

  • Jona, der Wal und die Auferstehung 08.11.2012 Marias Rippe Marias Rippe

    Marias Rippe

    Staatsbesuche gehörten ein halbes Jahrhundert lang zum Bonner Alltag. Doch weder Königin Elisabeth II. noch John F. Kennedy oder Leonid Breshnew haben so viel Aufsehen erregt wie ein Beluga-Wal. Er hatte sich in den Rhein verirrt und beglückte die Bonner im Juni 1966 mehrere Tage mit seiner Anwesenheit. Immer schon haben diese friedlichen Meeressäuger aufgrund ihrer Größe eine ganz besondere Faszination ausgeübt, immer wieder wurden sie zu Motiven in Kunst und Literatur. Vor allem die alttestamentliche Geschichte des Propheten Jona regt bis heute zu phantasievollen Darstellungen an.

  • Von Kleiekotzern in alten Mühlen 08.11.2012 Max und Moritz ausgespien Max und Moritz ausgespien

    Max und Moritz ausgespien

    Wir alle erinnern uns mit leichtem Schaudern an die Szene aus dem siebten und letzten Streich von "Max und Moritz", als der Müller die beiden in den Mühlentrichter wirft. Eine fratzenhafte Maske spuckt dann die Umrisse der "bösen Buben" aus Schrot auf den Boden. Mit "Doch sogleich verzehret sie Meister Müllers Federvieh" endet schließlich die grausame Geschichte.

  • Das Prunkbett in Schloss Moritzburg 08.11.2012 Vollbad für eine Million Federn Vollbad für eine Million Federn

    Vollbad für eine Million Federn

    Alle Welt spricht vom Bernsteinzimmer in St. Petersburg. Doch auch Schloss Moritzburg bei Dresden hat ein kostbares Interieur zu bieten, und dies sogar im Original: das Federzimmer von Kurfürst August dem Starken. Nach über 30 Jahren unter Verschluss kann das Zimmer mit dem königlichen Paradebett seit April 2003 wieder besichtigt werden. 1723 hatte es der sächsische Kurfürst für das Japanische Palais in Dresden erworben, 1830 wurde das Federzimmer nach Schloss Moritzburg verlegt.

  • Der Schwindel mit der Käseglocke 08.11.2012 Künstlerkolonie Worpswede Künstlerkolonie Worpswede

    Künstlerkolonie Worpswede

    Da steht es im Wald und schaut ganz freundlich drein: Schon kurz nach der Errichtung 1926 wurde das kleine, bunte Rundhaus auf dem Weyerberg von den Worpswedern liebevoll-spöttisch die "Käseglocke" genannt. Unter diesem Namen ist es immer noch bekannt, und auch heute stellt man bei einem Besuch fest: Das überwiegend aus Holz gebaute Kuppelhaus, von Kiefern umgeben, muß man einfach gerne haben.

  • Die ganze Welt in Kunst gewandelt 08.11.2012 Das Haus der Bossards bei Jesteburg Das Haus der Bossards bei Jesteburg

    Das Haus der Bossards bei Jesteburg

    Eigentlich hatte "Nike" recht: Laut maunzend stand sie im Wohnzimmer, empört über die fremden Menschen, die sich in ihrem Heim umschauten. Mit hoch aufgerichtetem Schwanz machte sie durch die Küche ins Freie kehrt. Die betagte Katze gehörte der Bildhauerin Jutta Bossard, die 1996 mit 93 Jahren in ihrem Haus bei Jesteburg, südlich von Hamburg am Rande des Naturschutzparks Lüneburger Heide, verstarb.

  • Die Trulli 08.11.2012 Weinbergshäuschen der besonderen Art Weinbergshäuschen der besonderen Art

    Weinbergshäuschen der besonderen Art

    Gar nicht weit entfernt von Rheinromantik und deutschen Kaiserdomen, in Rheinhessen nämlich, gibt es Landschaften, die überhaupt nicht dem üblichen Bild von Deutschland entsprechen. Fast in Sichtweite zu geschichtsschwangeren Orten wie der Nibelungenstadt Worms meint man sich zuweilen - besonders an heißen Sommertagen - in mediterranen Gefilden aufzuhalten.

  • Vom Baumstamm zu Figurenbeuten 08.11.2012 Bienen im Bauch Bienen im Bauch

    Bienen im Bauch

    Für die Dorfkinder von Neugernsdorf war es eine ausgemachte Mutprobe, Petrus zu ärgern. Mit allerlei Wurfmaterial bewaffnet, schlichen sie sich an das Bauernhaus heran. Dort stand er, Petrus, riesengroß, mit strengem Blick und einem Säbel in der Hand. Der hölzerne Kerl wurde so lange beworfen, bis er mit seinem Säbel drohte. Vom Küchenfenster aus hatte die Bäuerin alles im Blick und vertrieb die Eindringlinge, indem sie mit einer Holzvorrichtung den bewaffneten Arm des Petrus zornig auf und nieder schwingen ließ.

  • Eine kleine Kulturgeschichte der Tischbrunnen 08.11.2012 Früchte sprühen Safranwasser Früchte sprühen Safranwasser

    Früchte sprühen Safranwasser

    Alles scheint in Bewegung, schwingt und fließt. Um einen fein sprühenden Brunnen, den drei tänzelnde Grazien bekrönen, gruppiert sich im fröhlichen Reigen eine elegante Festgesellschaft. Musikanten lehnen hingestreckt am Brunnenrand, Gäste lesen entspannt im Gras oder flanieren durch den Garten. Ein Mundschenk kühlt Weinflaschen im Wasserbecken.

  • Zur Geschichte des Papiertheaters 08.11.2012 Zauberhafte Illusionen Zauberhafte Illusionen

    Zauberhafte Illusionen

    " ... Und dann kam Weihnachten, und neben der glitzernden Tanne stand ein kleines, säulengeschmücktes und mit Marmorpappe beklebtes Portal, dessen Mitte durch einen rotsamtenen Vorhang geschlossen war. Als ich klopfenden Herzens davor hintrat, riß er in der Mitte rasselnd auseinander wie das Tuch im Tempel bei der Kreuzigung Christi, und ich sah in einen winzigen Saal. In der Mitte saß auf goldenem Throne ein König, rechts und links von ihm standen ein Prinz und eine Prinzessin in feierlicher Haltung.

  • Wie Uhren die Predigtlänge begrenzten 08.11.2012 Leise rieselt der Sand Leise rieselt der Sand

    Leise rieselt der Sand

    Nicht nur "umb der Kinder willen" hatte sich Martin Luther häufig über zu lange Predigten beklagt. Aus seinen "Tischreden" ist überliefert: "lange predigen ist keine kunst, aber recht und wohl predigen (...)". Offenbar neigten die protestantischen Pfarrer dazu, die neue Lehre besonders weitschweifend und selbstgefällig darzustellen, ohne dabei Rücksicht auf die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer zu nehmen.

  • Ein Kuriosum aus der Renaissance 08.11.2012 „Das Merkwürdigste war uns der Taufstein“ „Das Merkwürdigste war uns der Taufstein“

    „Das Merkwürdigste war uns der Taufstein“

    Der Geheime Rat Goethe muss in die Hocke gegangen sein, um das Schauspiel aus der Nähe bewundern zu können: Da sitzen kleine Kinder, die Brei löffeln, die sich necken und herzen, mit einem Hund spielen oder schlafen. Einige tragen Taufkleider, und auch ein betendes ist dabei, denn die kleine Gesellschaft aus Elbsandstein schmückt den Fuß eines Taufsteins.

  • Der Rosenstock am Hildesheimer Dom 08.11.2012 Tausend Jahre und kein bisschen müde Tausend Jahre und kein bisschen müde

    Tausend Jahre und kein bisschen müde

    Anfang Juni in Hildesheim: Wie in jedem Sommer zieht es wieder Tausende Besucher in den Kreuzgang am Dom, Journalisten und Fotografen drängen sich auf dem kleinen Friedhof um die St. Annenkapelle. Doch nicht allein die bemerkenswerte Architektur wird hier bestaunt, die Menschen betrachten vielmehr ein jährlich wiederkehrendes Wunder und versuchen, es auf Zelluloid zu bannen: Der "Tausendjährige Rosenstock" steht in voller Blüte!

  • Eine Kajüte im Schloss Cecilienhof 08.11.2012 Auf Hoher See im märkischen Sand Auf Hoher See im märkischen Sand

    Auf Hoher See im märkischen Sand

    Die Morgensonne scheint durch die Schiffsfenster und taucht die weißgetäfelte Kajüte in ein mildes Licht. Kronprinzessin Cecilie hat sich am kleinen runden Tisch niedergelassen, um ihr Frühstück einzunehmen. Dass sie seekrank wird, braucht sie nicht zu befürchten: Die Kajüte befindet sich im Potsdamer Schloss Cecilienhof, standsicher, wenn auch auf märkischem Sand erbaut.

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