© Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn

Kurioses - Außergewöhnliche Baudetails, wundersame Begebenheiten und eigentümliche Bilderfindungen aus der Denkmallandschaft haben wir für Sie in dieser Rubrik zusammengestellt.

  • Von Kleiekotzern in alten Mühlen 08.11.2012 Max und Moritz ausgespien Max und Moritz ausgespien

    Max und Moritz ausgespien

    Wir alle erinnern uns mit leichtem Schaudern an die Szene aus dem siebten und letzten Streich von "Max und Moritz", als der Müller die beiden in den Mühlentrichter wirft. Eine fratzenhafte Maske spuckt dann die Umrisse der "bösen Buben" aus Schrot auf den Boden. Mit "Doch sogleich verzehret sie Meister Müllers Federvieh" endet schließlich die grausame Geschichte.

  • Das Prunkbett in Schloss Moritzburg 08.11.2012 Vollbad für eine Million Federn Vollbad für eine Million Federn

    Vollbad für eine Million Federn

    Alle Welt spricht vom Bernsteinzimmer in St. Petersburg. Doch auch Schloss Moritzburg bei Dresden hat ein kostbares Interieur zu bieten, und dies sogar im Original: das Federzimmer von Kurfürst August dem Starken. Nach über 30 Jahren unter Verschluss kann das Zimmer mit dem königlichen Paradebett seit April 2003 wieder besichtigt werden. 1723 hatte es der sächsische Kurfürst für das Japanische Palais in Dresden erworben, 1830 wurde das Federzimmer nach Schloss Moritzburg verlegt.

  • Der Schwindel mit der Käseglocke 08.11.2012 Künstlerkolonie Worpswede Künstlerkolonie Worpswede

    Künstlerkolonie Worpswede

    Da steht es im Wald und schaut ganz freundlich drein: Schon kurz nach der Errichtung 1926 wurde das kleine, bunte Rundhaus auf dem Weyerberg von den Worpswedern liebevoll-spöttisch die "Käseglocke" genannt. Unter diesem Namen ist es immer noch bekannt, und auch heute stellt man bei einem Besuch fest: Das überwiegend aus Holz gebaute Kuppelhaus, von Kiefern umgeben, muß man einfach gerne haben.

  • Die ganze Welt in Kunst gewandelt 08.11.2012 Das Haus der Bossards bei Jesteburg Das Haus der Bossards bei Jesteburg

    Das Haus der Bossards bei Jesteburg

    Eigentlich hatte "Nike" recht: Laut maunzend stand sie im Wohnzimmer, empört über die fremden Menschen, die sich in ihrem Heim umschauten. Mit hoch aufgerichtetem Schwanz machte sie durch die Küche ins Freie kehrt. Die betagte Katze gehörte der Bildhauerin Jutta Bossard, die 1996 mit 93 Jahren in ihrem Haus bei Jesteburg, südlich von Hamburg am Rande des Naturschutzparks Lüneburger Heide, verstarb.

  • Die Trulli 08.11.2012 Weinbergshäuschen der besonderen Art Weinbergshäuschen der besonderen Art

    Weinbergshäuschen der besonderen Art

    Gar nicht weit entfernt von Rheinromantik und deutschen Kaiserdomen, in Rheinhessen nämlich, gibt es Landschaften, die überhaupt nicht dem üblichen Bild von Deutschland entsprechen. Fast in Sichtweite zu geschichtsschwangeren Orten wie der Nibelungenstadt Worms meint man sich zuweilen - besonders an heißen Sommertagen - in mediterranen Gefilden aufzuhalten.

  • Vom Baumstamm zu Figurenbeuten 08.11.2012 Bienen im Bauch Bienen im Bauch

    Bienen im Bauch

    Für die Dorfkinder von Neugernsdorf war es eine ausgemachte Mutprobe, Petrus zu ärgern. Mit allerlei Wurfmaterial bewaffnet, schlichen sie sich an das Bauernhaus heran. Dort stand er, Petrus, riesengroß, mit strengem Blick und einem Säbel in der Hand. Der hölzerne Kerl wurde so lange beworfen, bis er mit seinem Säbel drohte. Vom Küchenfenster aus hatte die Bäuerin alles im Blick und vertrieb die Eindringlinge, indem sie mit einer Holzvorrichtung den bewaffneten Arm des Petrus zornig auf und nieder schwingen ließ.

  • Eine kleine Kulturgeschichte der Tischbrunnen 08.11.2012 Früchte sprühen Safranwasser Früchte sprühen Safranwasser

    Früchte sprühen Safranwasser

    Alles scheint in Bewegung, schwingt und fließt. Um einen fein sprühenden Brunnen, den drei tänzelnde Grazien bekrönen, gruppiert sich im fröhlichen Reigen eine elegante Festgesellschaft. Musikanten lehnen hingestreckt am Brunnenrand, Gäste lesen entspannt im Gras oder flanieren durch den Garten. Ein Mundschenk kühlt Weinflaschen im Wasserbecken.

  • Zur Geschichte des Papiertheaters 08.11.2012 Zauberhafte Illusionen Zauberhafte Illusionen

    Zauberhafte Illusionen

    " ... Und dann kam Weihnachten, und neben der glitzernden Tanne stand ein kleines, säulengeschmücktes und mit Marmorpappe beklebtes Portal, dessen Mitte durch einen rotsamtenen Vorhang geschlossen war. Als ich klopfenden Herzens davor hintrat, riß er in der Mitte rasselnd auseinander wie das Tuch im Tempel bei der Kreuzigung Christi, und ich sah in einen winzigen Saal. In der Mitte saß auf goldenem Throne ein König, rechts und links von ihm standen ein Prinz und eine Prinzessin in feierlicher Haltung.

  • Wie Uhren die Predigtlänge begrenzten 08.11.2012 Leise rieselt der Sand Leise rieselt der Sand

    Leise rieselt der Sand

    Nicht nur "umb der Kinder willen" hatte sich Martin Luther häufig über zu lange Predigten beklagt. Aus seinen "Tischreden" ist überliefert: "lange predigen ist keine kunst, aber recht und wohl predigen (...)". Offenbar neigten die protestantischen Pfarrer dazu, die neue Lehre besonders weitschweifend und selbstgefällig darzustellen, ohne dabei Rücksicht auf die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer zu nehmen.

  • Ein Kuriosum aus der Renaissance 08.11.2012 „Das Merkwürdigste war uns der Taufstein“ „Das Merkwürdigste war uns der Taufstein“

    „Das Merkwürdigste war uns der Taufstein“

    Der Geheime Rat Goethe muss in die Hocke gegangen sein, um das Schauspiel aus der Nähe bewundern zu können: Da sitzen kleine Kinder, die Brei löffeln, die sich necken und herzen, mit einem Hund spielen oder schlafen. Einige tragen Taufkleider, und auch ein betendes ist dabei, denn die kleine Gesellschaft aus Elbsandstein schmückt den Fuß eines Taufsteins.

  • Der Rosenstock am Hildesheimer Dom 08.11.2012 Tausend Jahre und kein bisschen müde Tausend Jahre und kein bisschen müde

    Tausend Jahre und kein bisschen müde

    Anfang Juni in Hildesheim: Wie in jedem Sommer zieht es wieder Tausende Besucher in den Kreuzgang am Dom, Journalisten und Fotografen drängen sich auf dem kleinen Friedhof um die St. Annenkapelle. Doch nicht allein die bemerkenswerte Architektur wird hier bestaunt, die Menschen betrachten vielmehr ein jährlich wiederkehrendes Wunder und versuchen, es auf Zelluloid zu bannen: Der "Tausendjährige Rosenstock" steht in voller Blüte!

  • Eine Kajüte im Schloss Cecilienhof 08.11.2012 Auf Hoher See im märkischen Sand Auf Hoher See im märkischen Sand

    Auf Hoher See im märkischen Sand

    Die Morgensonne scheint durch die Schiffsfenster und taucht die weißgetäfelte Kajüte in ein mildes Licht. Kronprinzessin Cecilie hat sich am kleinen runden Tisch niedergelassen, um ihr Frühstück einzunehmen. Dass sie seekrank wird, braucht sie nicht zu befürchten: Die Kajüte befindet sich im Potsdamer Schloss Cecilienhof, standsicher, wenn auch auf märkischem Sand erbaut.

  • Die Kolonie Alexandrowka in Potsdam 08.11.2012 Wohnen wie die russischen Sänger Wohnen wie die russischen Sänger

    Wohnen wie die russischen Sänger

    Südlich des Pfingstberges in Potsdam liegt die Russische Kolonie Alexandrowka - einzigartig in Deutschland sowohl in ihrer Entstehungsgeschichte als auch in ihrer Form. Friedrich Wilhelm III. ließ sie als Andenken an den Sieg über Napoleon und als Denkmal für Zar Alexander I. - Russland hatte gemeinsam mit Preußen in den Befreiungskriegen 1813-15 gekämpft - kurz nach dem Tod des Zaren errichten.

  • Die Weinbergschnecke 08.11.2012 Die Schnecke ein Ostertier Auch ein Ostertier

    Auch ein Ostertier

    Widmet man sich einmal den Details in den Winkeln von Kirchen und am Rande der Gemälde, stößt man gar nicht so selten auf die Abbildung einer Schnecke. Das Tier taucht oft dort auf, wo Leiden und Sterben Jesu in Szene gesetzt wurde.

  • Toilettenhäuschen in neuer Funktion 08.11.2012 "Stilles Örtchen" macht von sich reden "Stilles Örtchen" macht von sich reden

    "Stilles Örtchen" macht von sich reden

    Achtung! Wenn 'Frei' 10-Pfg.-Stück einwerfen. Dann Klinke ganz herunterdrücken. Innen verriegeln", so steht es auf dem Keramikschild an der schmalen Tür - darunter ein weißer Behälter mit einem Einwurfschlitz für das Kleingeld. Wer das kleine Backsteingebäude im Bochumer Stadtpark heute aufsucht, etwa um in den Bänden der umfangreichen Bibliothek zur Stadt- und Regionalgeschichte zu blättern, kann so manche Details wie diese zur Kenntnis nehmen.

© 2015 Deutsche Stiftung Denkmalschutz • Monumente Online • Schlegelstraße 1 • 53113 Bonn