Kurioses - Außergewöhnliche Baudetails, wundersame Begebenheiten und eigentümliche Bilderfindungen aus der Denkmallandschaft haben wir für Sie in dieser Rubrik zusammengestellt.

  • Tanzlinde in Limmersdorf auf der nationalen UNESCO-Welterbeliste 08.11.2012 Tanzlinden Die "Kerwa" und der Tanz auf der Linde

    Die "Kerwa" und der Tanz auf der Linde

    So ruhig und verträumt der Platz im oberfränkischen Limmersdorf in der Regel auch wirkt, einmal im Jahr wird es hier richtig laut. Wenn nämlich die Lindenkirchweih stattfindet und ordentlich gefeiert wird. Dafür zimmert man auf das hölzerne Gerüst, das auf dem untersten Astkranz der Dorflinde aufliegt, in vier Metern Höhe einen Tanzboden, die "Tanzbruck", und baut eine Holztreppe.

  • Gepunktete Küchen in Franken und Niedersachsen 08.11.2012 Fröhliche Farbtupfen Fröhliche Farbtupfen

    Fröhliche Farbtupfen

    Punkte soweit das Auge reicht. In unregelmäßigen Abständen sind die Küchenwände und -decken einer ehemaligen Bäckerei im fränkischen Diespeck mit roten Farbtupfen übersät. Welcher Maler mag wohl Mitte des 19. Jahrhunderts, als dieses Gebäude errichtet wurde, auf die Idee gekommen sein, den Raum mit Punkten zu versehen - und warum? Nur eines ist gewiss: Er hat diese Art der Gestaltung nicht erfunden, denn gepunktete Küchen lassen sich - zumindest in Franken - schon für die Zeit um 1700 nachweisen.

  • Christkind-Figuren und ihre Ornate 08.11.2012 Göttliche Gewebe Göttliche Gewebe

    Göttliche Gewebe

    Seit dem Hochmittelalter bestimmten Christkind-Figuren jedes Jahr zur Weihnachtszeit die klösterliche Liturgie und den Alltag. Die Nonnen schneiderten den Puppen individuelle Gewänder auf den Leib.

  • Das Pilgerwunder des heiligen Jakobus 08.11.2012 Fliegende Brathähnchen Fliegende Brathähnchen

    Fliegende Brathähnchen

    In einer Kathedrale am spanischen Jakobsweg wurde im 15. Jahrhundert ein Hühnerkäfig installiert, der auf ein bekanntes Jakobuswunder verweist. Auch in Deutschland finden sich in vielen Wallfahrerkirchen Darstellungen der Hühnerlegende.

  • Historische Kreuzgewölbeställe in Rheinhessen 08.11.2012 Kreuzgewölbeställe Kühe unterm Kapitell

    Kühe unterm Kapitell

    Rindvieh in kreuzgewölbten Hallen, Säue zwischen Säulen - viele rheinhessische Bauern leisteten sich im 19. Jahrhundert steinerne Ställe, die handwerklich perfekt gearbeitet und genauso teuer waren wie ein stattliches Wohnhaus. Was sich kurios anhört, hatte in Wirklichkeit einen ganz praktischen Hintergrund.

  • Die ehemalige Trafostation in Suhl wird zum Artenschutzhaus 08.11.2012 Zimmer frei im Tierhotel Zimmer frei im Tierhotel

    Zimmer frei im Tierhotel

    Das komplett sanierte Domizil ist bezugsfertig und wartet auf Gäste. Wer sich in dem historischen Gebäude einquartiert, darf sich auf eine komfortable, behagliche Unterkunft freuen, die sorgfältig auf die Bedürfnisse der künftigen Bewohner abgestimmt ist. Verantwortlich hierfür war allerdings kein Architekt, sondern der Naturschutzbund Deutschland e. V., kurz NABU. Er war gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde maßgeblich daran beteiligt, die ehemalige Trafostation in der thüringischen Stadt Suhl einer neuen Nutzung zuzuführen und zu einem Artenschutzhaus umzugestalten.

  • Gudows Dorfkirche bewahrt ein seltenes Kunstwerk 08.11.2012 Die Madonna auf dem Mond Die Madonna auf dem Mond

    Die Madonna auf dem Mond

    Mondsichelmadonnen sind ein eigner Bildtypus in der christlichen Ikonographie. In der Dorfkirche des schleswig-holsteinischen Ortes Gudow befindet sich eine Muttergottesfigur aus dem frühen 15. Jahrhundert, die auf einer besonders originellen Darstellung der Mondsichel steht.

  • Beichtstühle in protestantischen Kirchen 08.11.2012 Kühlung für das brennende Herz Kühlung für das brennende Herz

    Kühlung für das brennende Herz

    Die Herzen der Beichtkinder wogen schwer, waren sie doch von der Reue für sündige Taten belastet. Beim Eintreten in so manchen Beichtstuhl fiel ihr Blick auf die sie ermutigenden biblischen Vorbilder an der Tür. Zum Beispiel auf den heimgekehrten verlorenen Sohn, der seine Fehltritte bekannte und dabei auf die Gnade und Barmherzigkeit Gottes vertraute.

  • Die Dorfkirche von Osterwohle birgt eine einzigartige Ausstattung 08.11.2012 Geniestreich aus Holz Geniestreich aus Holz

    Geniestreich aus Holz

    Masken, Hopfenfrüchte und Pinienzapfen aus Holz wachsen plastisch aus der Decke heraus. Auf zierlichen, mit Knorpeln und Blattwerk berankten Bögen stehen Engel. Sie begleiten den Eintretenden ins Innere der kleinen Kirche von Osterwohle.

  • Reiche Schnitzereien am Eulenspiegelhaus in Osterwieck 08.11.2012 Fachwerk vom Feinsten Fachwerk vom Feinsten

    Fachwerk vom Feinsten

    Das Auge kann sich im Harzstädtchen Osterwieck gar nicht sattsehen an den vielen prächtigen Fachwerkfassaden. Die meisten der reich verzierten Häuser stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Sie haben den Dreißigjährigen Krieg und den großen Stadtbrand des Jahres 1884 überstanden.

  • Wie Karl Junker sich seine Welt schnitzte 08.11.2012 Die Holzorgie von Lemgo Die Holzorgie von Lemgo

    Die Holzorgie von Lemgo

    Er hatte eine Vision. Und er brauchte viel Holz, um sie Gestalt werden zu lassen. Karl Junker (1850-1912) war ein ungewöhnlicher Künstler. So ungewöhnlich, dass er lange Zeit als Sonderling, ja sogar als Geisteskranker abgetan, sein Werk als "Fall" betrachtet wurde.

  • Die Holzbibliothek auf Burg Guttenberg 08.11.2012 Holzbibliothek Der Wald im Kasten

    Der Wald im Kasten

    Gekonnt sind die Wurzeln der Fichte zu einem kleinen Kranz gewunden. Auf Moos gebettet liegt er zwischen Zweigen, Blüten, einem Zapfen und Astquerschnitten. Die kleine Kiste, die die wichtigsten botanischen Merkmale des stattlichen Nadelbaums beherbergt, kommt wie ein Buch daher: Die Rinde bildet den Rücken, aufgeklebte Etiketten verraten den Namen des Gehölzes.

  • Im Zaisertshofener Pfarrhaus sind Szenen aus dem Alten Testament zu sehen 08.11.2012 Tödliches Gastmahl Tödliches Gastmahl

    Tödliches Gastmahl

    Einmal in die Vergangenheit reisen und Mäuschen im Tafelzimmer von Pfarrer Johann Maria Gelb spielen! Die Tischgespräche im späten 18. Jahrhundert dort im Unterallgäu werden es in sich gehabt haben. Der kunstliebende Geistliche hatte bis 1773 sein Esszimmer derart bildgewaltig ausstatten lassen, dass es wohl auch während eines mehrgängigen Menüs nicht zu Gesprächspausen kam. Es genügte ein hilfesuchender Blick des Gastes zur Decke oder ein Umherschweifen der Augen im Raum, und schon bot sich das nächste Thema an.

  • Der Glockenturm in Hamburg-Kirchwerder wurde restauriert 08.11.2012 Keine zweite Chance für den Teufel Keine zweite Chance für den Teufel

    Keine zweite Chance für den Teufel

    Hutständer mit Blumen? Ich bin sicher nicht die Einzige, die sich verwundert fragt, warum man derart bizarre Gebilde in einer Kirche findet. Und als dann unser Fotograf die Fotos aus St. Severini in Kirchwerder brachte, konnte ich mich gar nicht sattsehen an der Vielfalt und Farbigkeit des mehr als ungewöhnlichen Inventars, das man wohl nur in den vier Dörfern der heute zu Hamburg gehörenden Vierlande findet. Die Ständer dienten dazu, während des Gottesdienstes die Hüte der Männer aufzunehmen, von denen ein jeder seinen festen Platz in einer der vorderen Bankreihen hatte.

  • Schloss Ludwigslust hat sich ein prachtvolles Denkmal aus Papiermaché gesetzt. 08.11.2012 Kaum zu glauben: alles Pappe! Kaum zu glauben: alles Pappe!

    Kaum zu glauben: alles Pappe!

    Wie kein anderes hat Schloss Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern die Kunst des schönen Scheins bewahrt. Bei einem Rundgang - das Schloss dient seit 1986 als Museum für höfische Kunst und Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts - ist nicht zu erkennen, was von der Ausstattung aus "Ludwigsluster Carton" besteht.

  • Das Ladengeschoss von Haus 2 wird bespielt 08.11.2012 Welttheater auf der Krämerbrücke Welttheater auf der Krämerbrücke

    Welttheater auf der Krämerbrücke

    Wenn es auf der Krämerbrücke in Erfurt dämmert, bildet sich ein Knäuel von Menschen vor Haus 2. Ohne müde zu werden, enthüllt die Königin immer wieder ihren prächtigen Spiegel, der als Bühne dient. Sie blickt dämonisch drein, während im Spiegel zeitgleich verschiedene Szenen des Märchens "Schneewittchen" zu sehen sind. Dieses simultane Spiel betreibt seit etwas mehr als einem Jahr der Holzbildhauer und Puppenschnitzer Martin Gobsch.

  • Vom Lastenträger zum Prunkschlitten 08.11.2012 Königliche Kufen Königliche Kufen

    Königliche Kufen

    Wieso bezeichnen wir edle Autos gerne als "Luxusschlitten"? Die meisten Menschen denken bei Schlitten vermutlich zuerst an das winterliche Rodelvergnügen, wenn Kinder und Erwachsene bei klirrender Kälte, strahlendem Sonnenschein und knirschendem Schnee auf Holzschlitten Hänge hinuntersausen und, sie schnaufend hinter sich herziehend, wieder aufsteigen, um sich den Spaß erneut zu gönnen.

  • Ein sagenhaftes Ereignis in der Kölner Stadtgeschichte 08.11.2012 Dem Löwen zum Fraße Dem Löwen zum Fraße

    Dem Löwen zum Fraße

    Der schwarze Mantel des Hermann Grin bauscht sich in der Luft, als dieser mit festem Schritt dem aufgerichteten Löwen entgegentritt. Entschlossen hat der blutrot Gewandete sein Schwert in die Brust des Raubtieres gerammt und wehrt mit dem Stoß seiner vom Umhang geschützten Linken dessen Biss ab.

  • Die Wagner-Nietzsche-Villa in Leipzig-Plagwitz 08.11.2012 Wagner-Nietzsche-Villa "Wie der Geist zum Kamele wird"

    "Wie der Geist zum Kamele wird"

    Es fällt schwer, sich heute die großbürgerliche Ruhe in Plagwitz vorzustellen, die 1905 hier geherrscht haben muss. Die Karl-Heine-Straße ist wie die Erich-Zeigner-Allee eine sehr breite und laute Straße in Leipzig. Der Rechtsanwalt Karl Heine (1819-88) hatte 1854 begonnen, systematisch Land in Plagwitz aufzukaufen.

  • Akanthusaltäre in der Oberpfalz 08.11.2012 Heilige im Rankenmeer Heilige im Rankenmeer

    Heilige im Rankenmeer

    Wie eine überdimensionale Monstranz mutet der Hochaltar von St. Katharina im oberpfälzischen Reuth bei Erbendorf an. Kunstvoll verflochtene Akanthusranken rahmen das Gemälde der Kirchenpatronin sowie das Bild der Heiligen Sippe darüber. Die aufgesetzten, lüsterfarben gefassten Blüten erscheinen von ferne wie funkelnde Edelsteine.

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