© ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn

Kleine und große Kirchen - Sakralbauten tragen ein Stück Ewigkeit in sich. Sie sind das steingewordene Wort Gottes. Über ihren kunsthistorischen Wert hinaus sind sie identitätsstiftende Räume, die einen Ort unverwechselbar machen. Diese Rubrik widmet sich Kirchen und Synagogen, ihren Geschichten und den Herausforderungen für die Denkmalpflege bei der Restaurierung von Sakralbauten.

  • Die Johanneskirche von Hans Scharoun erhält ein neues Dach 08.11.2012 Scharounkirche Ein Zelt aus Ziegeln

    Ein Zelt aus Ziegeln

    Nur wenigen ist es bekannt: In Bochum befindet sich, ganz in der Nähe der Innenstadt, ein Schmuckstück der modernen Kirchenarchitektur - der einzige, nach Entwürfen Hans Scharouns (1893-1972) verwirklichte Sakralbau.

  • Die Dorfkirche von Osterwohle birgt eine einzigartige Ausstattung 08.11.2012 Geniestreich aus Holz Geniestreich aus Holz

    Geniestreich aus Holz

    Masken, Hopfenfrüchte und Pinienzapfen aus Holz wachsen plastisch aus der Decke heraus. Auf zierlichen, mit Knorpeln und Blattwerk berankten Bögen stehen Engel. Sie begleiten den Eintretenden ins Innere der kleinen Kirche von Osterwohle.

  • Synagogen, ein Teil unserer Kulturgeschichte 08.11.2012 Prächtig in der Stadt, schlicht auf dem Land Prächtig in der Stadt, schlicht auf dem Land

    Prächtig in der Stadt, schlicht auf dem Land

    Synagogen waren einst ein wichtiger Teil der Baukunst in Deutschland, leider sind sehr viele von den Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht 1938 zerstört worden. Die erhaltenen haben deshalb eine ganz besondere religions- und baugeschichtliche Bedeutung.

  • Synagogen als Bauaufgabe 08.11.2012 Erst mit der Gleichberechtigung kam die Blüte Erst mit der Gleichberechtigung kam die Blüte

    Erst mit der Gleichberechtigung kam die Blüte

    Sechs Tage der Woche kämpfen wir mit der Welt, ringen wir dem Boden seinen Ertrag ab; am Sabbat gilt unsere Sorge vor allem der Saat der Ewigkeit, die in unsere Seele gesenkt ist. Abraham J. Heschel (1907-1972)

  • Die Restaurierung des Klosters Ilsenburg ist auf einem guten Weg 08.11.2012 Wie Heine zu "Prinzessin Ilse" kam Wie Heine zu "Prinzessin Ilse" kam

    Wie Heine zu "Prinzessin Ilse" kam

    "Endlich gelangten wir auf den Ilsenstein. Das ist ein ungeheurer Granitfelsen, der sich lang und keck aus der Tiefe erhebt. Von drei Seiten umschließen ihn die hohen, waldbedeckten Berge, aber die Vierte, die Nordseite, ist frei, und hier schaut man das unten liegende Ilsenburg und die Ilse, weit hinab ins niedere Land", schrieb Heinrich Heine in seinem 1826 veröffentlichten Band "Die Harzreise". Ohne es eigens zu erwähnen, hat er von dem Felsen aus auch das Ilsenburger Kloster betrachtet, das vor beinahe 1.000 Jahren hoch über dem Tal des Flüsschens Ilse errichtet wurde.

  • Die Kirche in Crock wurde auf einem germanischen Heiligtum erbaut 08.11.2012 Erst Irmin, dann Veit Erst Irmin, dann Veit

    Erst Irmin, dann Veit

    Der englische Abt Wynfreth erhielt am 15. Mai 719 von Papst Gregor II. den Auftrag, das Christentum im Frankenreich zu verbreiten. Als Bonifatius missionierte er zunächst im Land der Friesen, später zog er nach Osten weiter. In Nordhessen wollte er ein Zeichen setzen und fällte 723 das Heiligtum der Germanen, die Donareiche. So gelang es ihm, den Stamm der Chatten zum Christentum zu bekehren.

  • In Duisburg wird eine baufällige Kirche gerettet 08.11.2012 Liebfrauen mit neuem Kleid Liebfrauen mit neuem Kleid

    Liebfrauen mit neuem Kleid

    Als man in Duisburg einen Standort für das neue Kasino suchte, fiel die Wahl auf ein Areal mitten im Zentrum der Stadt, das mit der unter Denkmalschutz stehenden, 1962 eingeweihten Mercatorhalle bebaut war. Trotz großer Proteste wurde sie 2005 zugunsten eines gesichtslosen Neubaus abgerissen.

  • Wie Friedrich II. Land gewann 08.11.2012 Die Kirche der Kolonisten Die Kirche der Kolonisten

    Die Kirche der Kolonisten

    Hier habe ich im Frieden eine Provinz erobert", soll der preußische König Friedrich II. ausgerufen haben, nachdem es ihm gelungen war, das häufig überschwemmte Oderbruch trockenzulegen und fruchtbares Ackerland zu gewinnen. Schon sein Vater Friedrich Wilhelm I. hatte mit dem Gedanken gespielt, die Oder zu begradigen. Doch ihm war das Unternehmen letztlich zu teuer gewesen. Friedrich II. wagte sich an das Projekt und gab dafür rund 600.000 Taler aus. Bis 1786 gründete er 50 Dörfer, in denen sich nach und nach 300.000 Kolonisten aus dem In- und Ausland ansiedelten.

  • Gemeindemitglieder retten die Urbanskirche in Schwäbisch Hall 08.11.2012 Wie aus Maria Urban wurde Wie aus Maria Urban wurde

    Wie aus Maria Urban wurde

    Das Schicksal der Urbanskirche in Schwäbisch Hall schien 2005 besiegelt: Aus wirtschaftlichen Gründen sollte das mittelalterliche Gotteshaus am Rande der Stadt geschlossen werden. Doch die Gemeindemitglieder wollten das nicht zulassen und gründeten den Freundeskreis Urbanskirche e. V. Dieser organisiert seitdem in enger Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde St. Michael und St. Katharina das gottesdienstliche Leben in der Urbanskirche und übernimmt die laufenden Kosten.

  • Wie Kirchenschließungen verhindert werden 08.11.2012 Von wegen ausgedient! Von wegen ausgedient!

    Von wegen ausgedient!

    Wie mag Josef sich gefühlt haben, als er erfuhr, dass seine Verlobte schwanger war und das nicht von ihm? Christen ist diese Frage vertraut. Sie wissen, warum Josef Maria dennoch zur Frau nahm. Für Nichtchristen, die möglicherweise schon in dritter Generation keine Bibel mehr im Haus haben, ist dies eine aufrüttelnde Frage. Gestellt in der anhaltischen Dorfkirche Polenzko, bewegte sie die Gemüter mancher Gottesdienstteilnehmer.

  • Die Hörspielkirche in Federow 08.11.2012 Tatort Dorfkirche Tatort Dorfkirche

    Tatort Dorfkirche

    Das mecklenburgische Dorf Federow am Rande des Müritz-Nationalparks war eigentlich nie für spektakuläre Ereignisse bekannt. Aber 2005 sollte es Stätte einer deutschlandweiten Premiere werden: Aus der örtlichen Kirche wurde die erste und bislang auch einzige Hörspielkirche. Ein sorgfältig installiertes Audio-System bietet bei bester Akustik in der Sommersaison täglich Literatur von Spannung über Erbauung bis Information.

  • Wie der Dorfkirche Malchow Zukunft geschenkt wird 08.11.2012 Mit Glauben und Musik Mit Glauben und Musik

    Mit Glauben und Musik

    "Es ist erstaunlich. Unsere Malchower Dorfkirche musste so lange auf ihre Restaurierung warten, aber nun, da wir diese Aufgabe angehen, sprudeln wir nur so vor Ideen, wie wir sie nutzen werden", strahlt Irmtraut Peick, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates. Tatsächlich hielt die kleine uckermärkische Feldsteinkirche über 50 lange Jahre durch.

  • Theologische Hinweise zu Umnutzungen 08.11.2012 Leben ist Wandel Leben ist Wandel

    Leben ist Wandel

    Alles Leben ist Wandel. Aus der Sicht des katholischen Theologen ist dem, was Gottfried Kiesow schon vor einem Jahrzehnt auf einer Tagung zu "Kirchenbau zwischen Aufbruch und Abbruch" im Bistum Münster ausführte, voll und ganz zuzustimmen: "Die Kirchenbauten waren von Anbeginn in gleicher Weise einem bis heute währenden Wandel unterworfen wie die Auslegung der Heiligen Schrift und besonders die Liturgie, die am stärksten Einfluss auf die Gestaltung der sakralen Innenräume hatte."(1)

  • Die Bochumer Epiphaniaskirche liegt direkt am Ruhrschnellweg 08.11.2012 Komm zur Ruhe Komm zur Ruhe

    Komm zur Ruhe

    Auf der A 40 geht mal wieder nichts mehr. Dort im Stau zu stehen, gehört zum normalen Alltag der Ruhrgebietler. Doch an diesem Sonntag im Juli 2010 ist alles anders: Nicht mürrische Gesichter in Autos, die sich Stoßstange an Stoßstange reihen, sondern entspannte Menschen, die neben ihren Fahrrädern geduldig warten oder auf Inlinern kleine Pirouetten drehen. Es scheint, als hätten sie den Spruch "Ich komm' zur Ruhe" verinnerlicht, der in großen Lettern an der Autobahnbrücke in Bochum-Hamme zur Gelassenheit mahnt und auf die direkt neben der Autobahn liegenden Epiphaniaskirche hinweist.

  • Die Elias-Kirche in Prenzlauer Berg 08.11.2012 Kinder erobern ein Stück Stadt Kinder erobern ein Stück Stadt

    Kinder erobern ein Stück Stadt

    2005 gab man sich bei der Verleihung der Ferdinand von Quast-Medaille, benannt nach dem ersten preußischen Denkmalpfleger, ganz jugendlich: Die höchste Denkmal-Auszeichnung des Landes Berlin wurde damals an zwei Kinder- bzw. Jugendprojekte vergeben. Zum einen an die Elterninitiative der Zinnowwaldschule, die die Aula, "einer der schönsten Schulräume Berlins", renoviert hatten.

  • Hinter den Kulissen der Bonner Kreuzkirche 08.11.2012 "Durch Erinnerung nicht beschwert" "Durch Erinnerung nicht beschwert"

    "Durch Erinnerung nicht beschwert"

    Als sich die Kirchengemeinde der Kreuzkirche in Bonn zu Beginn der 1930er Jahre entschloss, "sämtliche mit gotisierenden Kapitellen ausgestattete Säulen, die vielen Wasserspeier und Kreuzblumen sowie unnötige Galerieverzierungen zu entfernen", hatte sie Gutes im Sinn. Zwar erachtete man die "Anwendung spielerischer oder gar unehrlicher Zutaten an kirchlichen Bauwerken" auch nicht mehr für zeitgemäß, doch im Mittelpunkt stand die marode Substanz der 1871 nach den Plänen von Christian August Dieckhoff eingeweihten neugotischen Hallenkirche.

  • Die Berliner Marienkirche erhielt eine neue Farbfassung 08.11.2012 Harmonie in Weiß und Grau Harmonie in Weiß und Grau

    Harmonie in Weiß und Grau

    Wie auf einem Tablett präsentiert sich die gotische Marienkirche in der Nähe des Alexanderplatzes in Berlin. Der 1270/80 begonnene, freistehende Backsteinbau ist das Relikt einer Zeit, als die planmäßige Entwicklung der Doppelstadt Cölln und Berlin ihren Anfang nahm und im Norden die "Neustadt" gegründet wurde.

  • In Flechtdorf werden die Zeitspuren bewahrt 08.11.2012 Traum von einer Herberge Traum von einer Herberge

    Traum von einer Herberge

    Als unser Fotograf in diesem Sommer ins nordhessische Flechtdorf kam, herrschte in den alten Gebäuden des Klosters gerade reges Treiben. Eine Studentengruppe der Fachhochschule Gießen-Friedberg hantierte mit Schnüren, Wasserwaagen und Zollstöcken. Alle Teile der Anlage wurden exakt vermessen. Auch wenn es zahlreiche Zeugnisse über das klösterliche Leben in Flechtdorf gibt, wirft die Baugeschichte noch viele Fragen auf. Deshalb ist es ein großes Glück, dass - trotz der Vernachlässigung in den letzten Jahrzehnten - noch ungewöhnlich viel Originalsubstanz erhalten ist.

  • Das Augustiner-Kloster in Erfurt 08.11.2012 Der Tag begann nach Mitternacht Der Tag begann nach Mitternacht

    Der Tag begann nach Mitternacht

    Groß war die Enttäuschung, als Martin Luther 1510 nach beschwerlicher Reise in Rom eintraf. Keine überwältigende Hingabe und Erleuchtung erfasste den Wallfahrer mit dienstlichem Auftrag im Epizentrum der christlichen Kirche, sondern purer Schrecken und Ekel angesichts der durchaus weltlichen Zustände in der klerikalen Welt. Enttäuscht kehrte er diesem Hort der fleischlichen Sünden und der feilgebotenen Ablässe den Rücken und machte sich zurück in Richtung Heimat.

  • Das St.-Johannis-Kloster in Schleswig 08.11.2012 Am Ufer der Schlei Am Ufer der Schlei

    Am Ufer der Schlei

    Konstantin Henkel lächelt, während wir im sensibel sanierten Remter des 800 Jahre alten St.-Johannis-Klosters in Schleswig fotografieren dürfen. "Nun ja, jetzt sieht unser mittelalterlicher Speisesaal wieder wunderbar aus - wie wollen Sie da vermitteln, wie baufällig das alles war und was genau mit den vielen großzügigen Spenden getan wurde?" Henkel, erster Stellvertreter des Vereins Freundeskreis St.-Johannis-Kloster, hat wie seine Mitstreiter arbeitsreiche Jahre in der Klosteranlage hinter sich. Sein Verein war gemeinsam mit dem Klosterprobst der Bauherr und Vertragspartner der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

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