© Stefan Hohmann / DSD

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Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege in Altdöbern

16 Hände für 60 Hektar

Seit 2009 restauriert und pflegt die internationale „grüne“ Jugendbauhütte den Schlosspark Altdöbern. Ihr Einsatz macht den Landschaftspark auch klimaresistenter.

Das Mähen der großen Wiesenflächen ist eine der Aufgaben, die regelmäßig für die Freiwilligen der Internationalen Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege anstehen. Das Foto zeigt die jungen Leute bei dieser Arbeit im Jahr 2023.
© Jan Bosch
Das Mähen der großen Wiesenflächen ist eine der Aufgaben, die regelmäßig für die Freiwilligen der Internationalen Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege anstehen. Das Foto zeigt die jungen Leute bei dieser Arbeit im Jahr 2023.

Um acht Uhr beginnt der Tag für die Freiwilligen „im Gelände“, wie der Gartendenkmalpfleger Stefan Hohmann sagt. Das Gelände ist der ehemalige Park von Schloss Altdöbern in der Niederlausitz mit einer Größe von rund 60 Hektar oder 600.000 Quadratmetern – abstrakte Größen. 84 Fußballfelder hingegen benennen anschaulich, wie viel es für die jungen Leute, die hier ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege absolvieren, zu tun gibt – und das bereits seit 17 Jahren.
Es ist bemerkenswert, was die wenigen Freiwilligen bewirken, wie sie den weitläufigen Park bereits wieder in Form gebracht haben. Sie mähen Wiesen, schneiden Gehölze, pflanzen Bäume und Blumen, legen Wassergräben frei, zimmern Brücken und Bänke und stellen nach historischen Vorlagen das Wegenetz wieder her. Fachlich von Gartendenkmalpfleger Hohmann angeleitet, ist ihre Freude, „den Gärtnerberuf für ein Jahr auszuprobieren“, wie die Freiwillige Helene sagt, zu spüren. Und, wie Ani aus Georgien hinzufügt, „an diesem historisch bedeutenden Ort einen sinnvollen Beitrag zu leisten.“

Schlosspark Altdöbern – Rekonstruktion des Entwurfes von Eduard Petzold aus dem Jahr 1880
© Rekonstruktion S. Hohmann / S. Richter
Schlosspark Altdöbern – Rekonstruktion des Entwurfes von Eduard Petzold aus dem Jahr 1880

Heute gehört der Landschaftspark aus dem 19. Jahrhundert mit einem kleinen französischen Barockgarten der Gemeinde Altdöbern. Das 1750 begonnene Schloss liegt in der Hand der Brandenburgischen Schlösser GmbH. Beiden Denkmalen widmet sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) kontinuierlich. 2009 errichtete sie für die stark verwilderte Grünanlage die Internationale Jugendbauhütte für Gartendenkmalpflege mit Sitz in Potsdam. Sie ist einmalig unter den bundesweit 16 DSD-Jugendbauhütten (JBH) in der Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste. Denn in dieser JBH lernen die rund 20 Freiwilligen die unterschiedlichen Aspekte der Gartendenkmalpflege an verschiedenen Einsatzorten kennen. Mindestens acht Freiwillige eines Jahrgangs sind regelmäßig im Schlosspark Altdöbern im Einsatz.

International ist diese JBH in der Tat: Aktuell sind 18- bis 29-Jährige aus Argentinien, Georgien, Weißrussland und Deutschland gemeinsam in Altdöbern am Werk. „Sie verständigen sich auf Englisch und mit Händen und Füßen“, sagt Juliane Lehmphul, die zuständige Landschaftsarchitektin bei der DSD. „Es ist die einzige der Jugendbauhütten, die Deutschkurse anbietet.“

Klimawandel erfordert Anpassung
Juliane Lehmphul und Stefan Hohmann ist die „grüne“ JBH über die vielen Jahre an Herz gewachsen. Für die Freiwilligen plant der Fachanleiter jeden Arbeitsabschnitt sinnvoll und der Jahreszeit entsprechend. Derzeit pflanzen sie junge Bäume nach. „Es sind vornehmlich Silberbirken, eine recht widerstandsfähige Baumsorte, die im Park vorhanden ist.“

„Die Jugendbauhütte ist großartig. Sie macht aus dem Wildwuchs wieder einen wunderbaren Park.“

Sabine Ilmert, Altdöbern

Bäume nachpflanzen mit Vermessungsstab: Blickachsen sind in Landschaftsgärten ein wichtiges Gestaltungselement.
© Stefan Hohmann / DSD
Bäume nachpflanzen mit Vermessungsstab: Blickachsen sind in Landschaftsgärten ein wichtiges Gestaltungselement.
 

Ein wichtiger Punkt, denn die Klimaveränderung stellt sie vor eine große Herausforderung. Lehmphul: „Die extremen Wetterereignisse haben zugenommen. Sowohl Starkregen als auch lange Dürrephasen führen zu Schäden. Deshalb müssen wir den Baum- und Pflanzenbestand resilienter machen.“ Die 2009 entwickelte denkmalpflegerische Zielstellung haben die beiden Gartendenkmalpfleger angepasst und das Konzept kürzlich beim brandenburgischen Förderprogramm zur Klimaanpassung von denkmalgeschützten Garten- und Parkanlagen eingereicht. Es basiert auf dem, was im Zeichen der Nachhaltigkeit im Park schon durch die Vorarbeiten der Freiwilligen geleistet wird. Hohmann: „Sie lernen in der Praxis, was Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit für einen historischen Park mit altem Gehölzbestand bedeutet.“ Nun gilt es, den Baumbestand systematisch zu erfassen, seine Lebensdauer zu bewerten und die Wasserversorgung zu revitalisieren.

Sabine Ilmert vom Vorstand des Heimatvereins Altdöbern verfolgt jede Maßnahme an dem öffentlichen Park mit großer Freude: „Die Jugendbauhütte ist großartig. Sie macht aus dem Wildwuchs wieder einen wunderbaren Park. Mit dem restaurierten Wegenetz ist er für Besucher, für Sportler und Spaziergänger ein Traum.“
Und es ist eine von vielen Erfolgsgeschichten aus den 16 Jugendbauhütten, die nur dank Ihrer Hilfe weitergeschrieben werden kann. 

Christiane Rossner

 
 

Jahresbericht der Jugendbauhütten

Wenn Sie mehr über die bundesweit
16 Jugendbauhütten wissen möchten, fordern Sie gern kostenfrei den Jahresbericht 2025 an
(56 Seiten, Format A4).
www.jugendbauhuetten.de
E-Mail: jugendbauhuetten@denkmalschutz.de
Tel. 0228 9091-160

 
 

Helfen Sie mit!

Bitte spenden Sie für die Arbeit
der Jugendbauhütten!

Zeitaufwendige Handarbeit: Die Uferböschungen des Salzteich genannten Sees müssen sorgfältig instand gehalten werden.
© Stefan Hohmann / DSD
Zeitaufwendige Handarbeit: Die Uferböschungen des Salzteich genannten Sees müssen sorgfältig instand gehalten werden.
 
 

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