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Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt die Sanierung des Emder „Chinesentempels“.
Einen Kiosk mit öffentlicher Toilette hatte er entwerfen sollen. Walter Luckau, von 1926 bis 1931 als Architekt im Dienst der Stadt Emden, machte daraus ein kleines Klinkerkunstwerk. Er schuf einen Rundbau, bekrönt von einem kegelförmig zugespitzten und auf acht Säulen ruhenden Dach, ähnlich einer Pagode. Eine Außentreppe führt ins Untergeschoss zu den Toiletten. Von einem „Säulenhäuschen“ war zunächst die Rede. Vielleicht war es die fernöstliche Anmutung, die dann im Laufe der Zeit die Bezeichnung „Chinesentempel“ aufkommen ließ.
Fertiggestellt war der Bau, dessen Fundament sich in eine Böschung des alten Emder Stadtgrabens schmiegt, im Sommer 1928. Ein Dreivierteljahrhundert lang diente er seiner ursprünglichen Bestimmung. Später verpachtete die Stadt den einstigen Kiosk an einen Künstler, der die zwölfeinhalb Quadratmeter bis 2022 in den Sommermonaten als Atelier und Ausstellungsfläche nutzte. Jetzt ist eine denkmalgerechte Sanierung geplant, nach deren Abschluss der kleine Pavillon dem Ostfriesischen Landesmuseum Emden zur Verfügung stehen soll.
Die Förderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wurde 2025 bewilligt. Die Ausführung der Arbeiten ist für dieses Jahr vorgesehen. Reparaturbedürftig ist vieles: Die Dachentwässerung, das reich ornamentierte Außengeländer, wo der Rost stellenweise die Verankerung im Mauerwerk angefressen hat und die Stabilität der umgebenden Backsteine gefährdet. Im Inneren sind die Farbgebung der Erbauungszeit und die Kiefernbohlen des Fußbodens unter mehreren Neuanstrichen und PVC-Belägen verschwunden. Eine Befunduntersuchung lieferte 2024 Hinweise auf den ursprünglichen Zustand, der bei der Restaurierung wiederhergestellt werden soll.
Seit 1988 steht der Chinesentempel unter Denkmalschutz. Er repräsentiert eine Epoche, in der die architektonische Moderne das Stadtbild Emdens zu prägen begann, hier wie andernorts im deutschen Nordwesten in Gestalt des Backsteinexpressionismus. Dieser unterschied sich von der gleichzeitigen Bauhausarchitektur dadurch, dass schmückendes Beiwerk nicht verpönt war. Charakteristisch waren spitzwinklige Dekorelemente wie etwa auch das zickzackförmig umlaufende Zierband, das am Fries des Chinesentempel zu sehen ist.
Nach der Sanierung möchte das Ostfriesische Landesmuseum Emden den einstigen Kiosk wiederbeleben. „Es soll ein Ort der Kommunikation, der Teilhabe werden“, so Jasmin Alley, die Museumsleiterin. Hier solle sich nicht nur das Museum präsentieren, vielmehr sollten das Wissen und die Erfahrungen der Menschen in den Fokus gerückt werden.
Winfried Dolderer
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