Kleine und große Kirchen Barock Renaissance Gotik Interieur Ikonographie Denkmale in Gefahr Dezember 2025

Wir bitten um Ihre Weihnachtsspende

In alter Tradition Gutes tun

Stifter und Spender früherer Generationen haben uns einen unermesslichen Schatz an sakraler Kunst hinterlassen. Helfen Sie mit, dieses Vermächtnis und die sie schützenden Kirchenräume für die Nachwelt zu bewahren.

Das Tafelbild des barocken Altars in der Dorfkirche von Flemendorf nahe dem Barther Bodden zieht den Blick auf sich. Die Heilige Sippe – im Mittelpunkt Anna, das Jesuskind und Maria – nimmt nicht nur die im Gebet klein zu ihren Füßen kniende Stifterfamilie in ihren schützenden Kreis auf, sondern auch den Betrachter.

Über das spirituelle Moment hinaus liegt die besondere Wirkung in dem Gemälde selbst. Es ist für den Ostseeraum außergewöhnlich, denn künstlerisch steht es in der Nachfolge Albrecht Dürers. Ursprünglich befand es sich in der ehemaligen Dominikanerkirche in Nürnberg, gestiftet von der Nürnberger Familie Heinlein. Als die baufällige Kirche 1807 teilweise einstürzte, wurde ihr Inventar, vermutlich auch dieses spätgotische Kunstwerk, in städtischen Kellergewölben gesichert. Durch welche rettende Hand das hochwertige Tafelbild schließlich in die kleine Kirche von Flemendorf kam, ist unbekannt. In einer Inventarliste von 1881 wird die Bildtafel als Schenkung aufgeführt und – seit 1935 in neuer Bestimmung als Altarbild – bis heute bewahrt.

 
Die Heilige Sippe mit Stifterfamilie – das besondere Altarbild in der Dorfkirche von Flemendorf, Vorpommern. Damit sie weiterhin ein lebendiger Ort bleibt, fördert die Deusche Stiftung Denkmalschutz die Dachrestaurierung. St. Marien Flemendorf Karniner Weg 1 18442 Groß Kordshagen
© Jean Schwarz
Die Heilige Sippe mit Stifterfamilie – das besondere Altarbild in der Dorfkirche von Flemendorf, Vorpommern. Damit sie weiterhin ein lebendiger Ort bleibt, fördert die Deusche Stiftung Denkmalschutz die Dachrestaurierung. St. Marien Flemendorf Karniner Weg 1 18442 Groß Kordshagen


Stifter und Spender haben über Jahrhunderte hinweg eine entscheidende Rolle bei der Errichtung von Sakralbauten und ihrer Ausstattung gespielt. Durch ihr Wirken entstanden nicht nur unzählige bewundernswerte Kirchen, Kapellen und Klöster, sondern auch kostbare Schätze an Glasmalereien, Altären, Kanzeln, figürlichem Schmuck, Epitaphien und Goldschmiedearbeiten.


Eher im Verborgenen oder demonstrativ-präsent verewigten sich die Stifter und Spender darauf mit Bildnissen, Wappen und Namen. Etwa hoch oben in den Gewölben mit wappenförmigen Schlusssteinen, auf Kirchenmobiliar mit kleinen, heute kaum leserlichen Inschriften, kniend im Gebet auf einem Altarretabel oder als Standfiguren an Portalen und Pfeilern. Die Stifterbilder waren oft selbst von solcher Qualität, dass sie als künstlerische Meisterwerke gelten. Exemplarisch dafür können die berühmten gotischen Stifterfiguren aus dem Naumburger Dom stehen, besonders das Ensemble von Markgraf Ekkehard II. und seiner Gemahlin Uta von Ballenstedt.


Adlige, allen voran die Königsdynastien, ließen im Mittelalter als vermögende Grundherren Dome, Klöster und Patronatskirchen errichten, verschenkten für den Kirchbau Boden, Geld und Sachwerte. So soll Herzog Tassilo III. von Bayern im 8. Jahrhundert rund zehn Klöster gestiftet haben. In Quedlinburg gründeten 936 Königin Mathilde und ihr Sohn König Otto I. ein adliges Damenstift, dessen Kirche bis heute mit der Erinnerung an das ottonische und das nachfolgende salische Herrscherhaus verbunden ist.


Stifter waren jedoch keineswegs bloß wohlhabende Einzelpersonen. Auch weniger begüterte Menschen taten sich ab dem hohen Mittelalter für den Bau einer Kirche und ihrer Ausstattung zusammen. In den Hansestädten etwa verantworteten Stadträte, Gilden, Zünfte und Bürger wertvolle Baukunst. Besonders eindrucksvoll zeigen sich diese Leistungen in ihren Pfarrkirchen, etwa der Marienkirche in Lübeck oder der Johanniskirche in Lüneburg. Ab dem Hochmittelalter traten auch wohlhabende Bauern als Stifterkollektiv von ländlichen Kirchen in Erscheinung.

Nicht prächtig, aber wichtig für die Kirche in Flemendorf. Die Inschrift verrät: „... Diese Thüre hat Johan Nicolaus Warnicke geschenkt\den 27. September\Anno 1753“.
© Jean Schwarz
Nicht prächtig, aber wichtig für die Kirche in Flemendorf. Die Inschrift verrät: „... Diese Thüre hat Johan Nicolaus Warnicke geschenkt\den 27. September\Anno 1753“.

Fast sämtliche sakralen Schenkungen erfolgten im Mittelalter aus religiösen Gründen. Durch fromme Taten hofften die Menschen, am Jüngsten Tag Gnade vor Gott zu finden, der sie und ihre Familien mit einem Platz im Himmel belohnen möge. Von der dauerhaften Vergegenwärtigung in Bild und Bauwerk versprachen sich die Stifter Gebete für das himmlische Seelenheil, aber auch Ruhm und Ehre − ein Stück Ewigkeit ihres Daseins auf Erden.


Die Motive des Schenkens verlagerten sich über die Jahrhunderte: von der jenseitsorientierten Gabe mehr auf das Diesseits. Am Übergang von der Stände- zur Bürgergesellschaft, beginnend mit dem Ende des 18. Jahrhunderts, traten neben der Frömmigkeit zunehmend nationale Begeisterung und historisches Bewusstsein als treibende Kräfte für die Förderung und Erhaltung der Kirchenkunst hinzu. Was Vereine, wohlhabende Mäzene und viele Einzelne mit kleinen Spenden im 19. Jahrhundert Großartiges bewirken konnten − und auch noch heute bewirken –, veranschaulichen der Kölner Dom und das Ulmer Münster. Beide im Mittelalter begonnene Monumente waren jahrhundertelang riesige Baustellen und konnten schließlich Ende des 19. Jahrhunderts durch das Zusammenwirken verschiedener Förderer vollendet werden.


Zunehmend wurde die Sorge für das baukulturelle Erbe, auch die finanzielle, zu einem bürgerschaftlichen Anliegen. Diese Tradition brach im 20. Jahrhundert nicht ab, trotz entbehrungsvoller Zeiten. Im Gegenteil: Um Trost und Halt zu finden, halfen die Menschen in der Nachkriegszeit mit Kollekten, Gaben und Stiftungen bei der Wiederherstellung und Restaurierung der kriegsbeschädigten, identitätsstiftenden Kirchen.



Das Erbe fortführen


Das baukulturelle Erbe zu achten und dieses Vermächtnis an die nächsten Generationen weiterzugeben − in dieser Kontinuität stehen auch die Stifter, Förderer und Spender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Aus Verantwortung und Wertschätzung gegenüber Geschichte und Kultur fühlen sie sich Denkmalen verbunden, oft aus ganz persönlichen Gründen. Deshalb sind sie Teil der größten privaten Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Rund 3.000 sakrale Objekte half die DSD mit ihrer Fördergemeinschaft zum Wohle der Allgemeinheit zu erhalten. Etwa 130 ihrer treuhänderischen Stiftungen fördern Sakraldenkmale und ihr großer Dorfkirchenfonds hilft seit über 30 Jahren kleinen Kirchen in den östlichen Bundesländern.


Die DSD möchte weiter helfen. Denn immer mehr fehlen die finanziellen Mittel für dringend notwendige Sanierungen, besonders in kleinen Gemeinden. Hilfe wird benötigt für Fundamente, die nicht mehr tragen, für Dächer, die nicht mehr dicht sind, für Mauern, die keinen Halt mehr haben. Viele bauliche Schätze sind in Gefahr – und das, was sie an Kostbarkeiten in sich bergen. Deshalb bitten wir, besonders in dieser Zeit des Schenkens: Helfen Sie mit einer Spende, das Erbe unserer Vorfahren zu bewahren.


Christiane Rossner und Amelie Seck


Alle hier vorgestellten Kirchen sind Teil des Förderprogramms der Deutschen Stiftung Denkmalschutz – für die Restaurierungsmaßnahmen bitten wir um Ihre Unterstützung:

© imago images / Zoonar

St. Peter, Worms


Von Johann von Dalberg, Bischof von Worms, Humanist und Kanzler der Heidelberger Universität, ist sein großes Anliegen überliefert, das Leben Jesu zu veranschaulichen. Deshalb warb er darum, für den romanischen Kreuzgang des Wormser Doms große Sandsteinreliefs gestalten zu lassen. An Festtagen und Prozessionen sollten sie den Gläubigen von der Heilsgeschichte erzählen. Von 1486 bis 1516 entstanden mit Hilfe weiterer Stifter, die auch dargestellt sind, fünf Reliefs im reichen Schmuck der Spätgotik. Die Werke zeigen Szenen von der Verkündigung bis zur Auferstehung und die Wurzel Jesse. Bei diesem 1488 gearbeiteten Stammbaum Jesu ließ sich der Bischof selbst betend und begleitet vom heiligen Petrus verewigen. Heute befinden sich die Kreuzgangreliefs im nördlichen Seitenschiff, gezeichnet von Verwitterung, Brandspuren und vielen Reparaturen. Eine umfassende Restaurierung ist erforderlich, bei der die Deutsche Stiftung Denkmalschutz finanziell helfen möchte.


Dom St. Peter

Domplatz, 67547 Worms


 
 
imago images / Norbert Neetz

St. Johannis, Lüneburg


Die Orgel von St. Johannis wird auch als Königin der Instrumente bezeichnet. Ihr wohltönender Klang schwingt hinauf bis in den Himmel. Wie wichtig das ab dem späten 13. Jahrhundert zur fünfschiffigen Hallenkirche umgebaute Gotteshaus den Lüneburger Bürgern war, bezeugen zahllose Inschriften an den Familienkapellen, Altären und Epitaphien. Viele davon stifteten die Sülfmeisterfamilien der durch den Salzhandel reich gewordenen Hansestadt. Als Höhepunkt wurde 1551 der Brabanter Orgelbauer Hendrik Niehoff mit der prachtvollen Renaissance-Orgel beauftragt. Bürgerstolz und Bürgerleid: Ihr wunderbarer Klang ist nun in die Jahre gekommen. Die aufwendige Restaurierung will die Kirchengemeinde von St. Johannis angehen. Sie ist dankbar für die finanzielle Unterstützung, mit der ihr auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beisteht.


St. Johannis

Bei der St. Johanniskirche 2, 21335 Lüneburg

 
 
 

 
 
  
© Nicole Hollatz
 

Heiligen-Geist-Kirche, Wismar


Die Heiligen-Geist-Kirche in Wismar war eine Hospitalkirche, in der Arme und Siechende im Glauben Trost und bis zur Reformation sogar Wohnstatt fanden. In die Obhut des um 1320/30 begonnenen Backsteinsaals kam nach dem Zweiten Weltkrieg auch gerettetes Inventar aus den Ruinen der großen gotischen Kirchen, etwa mehrere Altäre aus St. Georgen und ein gotisches Glasmalereifenster aus St. Marien. 1970 in die Kirche eingebaut, soll es mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz restauriert werden, die sich schon lange für die Erhaltung des mittelalterlichen Bauwerks einsetzt. Eigens für die Hospitalkirche in Auftrag gegeben wurde das Gestühl. Zwischen 1571 und 1589 aus Eichenholz angefertigt, gilt es heute als das älteste erhaltene Kirchengestühl Deutschlands. Seine Auftraggeber kamen aus der wohlhabenden Hansestadt und waren zahlreich: Die geschnitzten Wangen schmücken Wappen verschiedener Zünfte, wie der Bader, der Bäcker, der Ankerschmiede und der Schiffer-Compagnie. Sie alle trugen zur Versorgung der Bedürftigen und zu ihrem Seelenheil bei.


Heiligen-Geist-Kirche

Lübsche Str. 31, 23966 Wismar


 
 

St. Maria zur Wiese, Soest


Eine Strahlenkranz-Madonna, begleitet von der großfigurigen Darstellung des heiligen Patroklus, dem Stadtpatron von Soest, und ihr zu Füßen kniend ein betender Stifter: Das um 1500 geschaffene Fenster in der Kirche St. Maria zur Wiese, von den Soestern Wiesenkirche genannt, ist nur eines von vielen Zeugnissen bürgerlichen Engagements. Die Fenster der Kirche, von den mittelalterlichen Scheiben des Hochchores bis zu den modernen Glasmalereien Hans Gottfried von Stockhausens von 2003, sind durch Stiftungen und Spenden entstanden. Die 1313 im Stil der französischen Gotik begonnene Hallenkirche war das prestigeträchtige Bauprojekt eines selbstbewussten und wirtschaftlich erfolgreichen Stadtpatriziats. Wie beim Kölner Dom wurden die Doppeltürme erst im 19. Jahrhundert vollendet. Der regionale Soester Grünsandstein mit seiner grünlichen Färbung zeichnet den Kirchenbau aus. Die weiche Struktur des Steins macht die Kirche zu einem Denkmal, das beständig restauriert werden muss.


St. Maria zur Wiese (Wiesenkirche)

Wiesenstr. 28, 59494 Soest

© Roland Rossner / DSD
 
 
 

 
 
© Reinhard Witt

St. Nikolai, Kotzenbüll


Diesen Schatz in der Eiderstedter Kirchenlandschaft hat schon lange niemand mehr gesehen: Die 1495 geweihte Kirche von Kotzenbüll ist wegen Einsturzgefahr gesperrt, aber notgesichert. Einst war Boye Tetens, der herzogliche Statthalter, Staller genannt, maßgeblicher Förderer des Bauwerks – ein Einheimischer und nicht von Adel, so wie es das Stallerprivileg später festschrieb. Tetens und weitere in Wappen und Epitaphien überlieferte Stifter machten die Kirche zum besonderen Denkmal norddeutscher und niederländischer Prägung. Damit sie bewahrt bleibt, möchte die DSD mit Hilfe ihrer Fördergemeinschaft der Gemeinde finanziell zur Seite stehen. Dann wird es hoffentlich nicht mehr allzu lange dauern, bis auch der 1752 barockisierte Schnitzaltar von 1506 (siehe Titelbild) wieder in seiner vollen Schönheit zu sehen ist.


St. Nikolai

Dorfstraße 2, 25832 Kotzenbüll


 
 
© Andrea Gössel, CVMA Deutschland / Freiburg, CC BY-NC 4.0

St. Andreas, Kalchreuth


Nicht nur Tafelbilder waren im 14. und 15. Jahrhundert beliebte Bildträger für Stifter. Auch auf Glasmalereien ließen sie sich verewigen. Wie in den Fenstern der 1471 erbauten Kirche von Kalchreuth nördlich von Nürnberg, die eine bemerkenswerte, reiche Ausstattung aufweist. Das Stifterpaar zu Füßen des Nürnberger Stadtpatrons, des heiligen Sebalds – am Kirchenmodell in seinen Händen erkennbar –, gehören den Familien Pömer und Haller an. Letztere stifteten 1494 den Chor der Kirche. Heute fördert die DSD, unter deren Dach viele Stiftungen versammelt sind, die Restaurierung der Kirche.


Ev.-Luth. Pfarrkirche St. Andreas

Dorfplatz 8, 90562 Kalchreuth

 
 
 

 
 

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© Reinhard Witt
 

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