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Die Hilfe für das Hospital St. Andreas geht weiter

Isoliert, aber nicht vergessen

Das ehemalige Spittel in Großengottern, Thüringen, ist ein Zeugnis für die im Mittelalter praktizierte Absonderung von Kranken. Nun wird die St.-Andreas-Kapelle instandgesetzt.

2015 hatten wir zuerst über das Spittel in Großengottern berichtet. Seither hat sich viel getan:


Hin und wieder und gerade jetzt mag der Blick auf Epidemien, die überwunden werden konnten, ermutigend sein. Eine der ältesten bekannten Krankheiten, Lepra, gilt sogar schon seit dem 16. Jahrhundert als besiegt. Dass die auch als Aussatz bezeichnete Seuche nicht vergessen ist, ist vor allem den noch erhaltenen sogenannten Leprosorien zu verdanken.

Das Hospital-Ensemble von Großengottern: Die beiden Fachwerkhäuser sowie das Haupthaus sind schon instandgesetzt. Nun ist die Kapelle von 1368 an der Reihe.
Großengottern, Hospital St. Andreas © Jens Schulze
Das Hospital-Ensemble von Großengottern: Die beiden Fachwerkhäuser sowie das Haupthaus sind schon instandgesetzt. Nun ist die Kapelle von 1368 an der Reihe.

Das Hospital St. Andreas in Großengottern, knapp 50 Kilometer nordwestlich von Erfurt gelegen, war zunächst ein Leprosenhaus. Im 15. Jahrhundert wurde es erstmals als solches erwähnt. Wall, Graben und Mauer schirmten seine kranken Bewohner von der Dorfbevölkerung ab und umgaben ein Ensemble aus Kapelle, Wohnhaus und Nebengebäuden. Aus der Gründungszeit im 14. Jahrhundert ist das Kirchlein erhalten, das Spitalhaus wurde wohl 1707 neu gebaut. Und es wurde umgenutzt – durch den Einbau von kleinen Zellen und einem größeren Raum konnten dort später Not leidende Menschen versorgt werden.


1962 zogen die letzten Bewohner aus, keiner fühlte sich mehr richtig zuständig. Deshalb gründeten 2013 Bürger den „Spittel e. V. Großengottern“ zur Rettung der mittelalterlichen Hospitalanlage. Seitdem förderte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz schon einige Maßnahmen, zunächst an den beiden Nebengebäuden. Dann folgte das Haupthaus, ein eingeschossiger Fachwerkbau. Dessen Hölzer waren marode, die Holzschwellen verfault. Zum Teil mussten die historischen Lehmgefache mit Lehm­ziegeln ausgemauert werden.

Die St.-Andreas-Kapelle als ältester Teil der Anlage, 1368 erstmals erwähnt. Ihr Holztonnengewölbe und weitere Einbauten sind von 1707, der Erbauungszeit des Hospizgebäudes.
Großengottern, Hospital St. Andreas © Jens Schulze
Die St.-Andreas-Kapelle als ältester Teil der Anlage, 1368 erstmals erwähnt. Ihr Holztonnengewölbe und weitere Einbauten sind von 1707, der Erbauungszeit des Hospizgebäudes.

„Auf die Stiftung können wir uns immer verlassen“, sagt Veronika Klein (75), die Vereinsvorsitzende. Mit der Dauerausstellung zum Grossengotterschen Leprosorium sowie der „medizinischen“ Ausstellung zur Krankheit selbst hat der Förderverein einen Nerv getroffen. Außerdem ist eine Zelle historisch, das heißt bescheiden, ausgestattet. Im ehemaligen Gemeinschaftsraum und in der Kapelle veranstaltet der Verein Benefizveranstaltungen, bei denen Kultur- interessierte und Spenden zusammenkommen. Die werden jetzt wieder dringend benötigt: Die kleine Kirche mit ihren Holzeinbauten ist mittlerweile kaum noch zu nutzen. Turm und Mauerwerk müssen saniert werden, bei zwei Fassaden fehlt der Putz. Für künftige Trauungen und Konzerte sollen dann auch im Inneren Boden, Wände sowie die Empore und das Holztonnengewölbe saniert werden.


Julia Greipl

Veronika Klein vom Spittel e. V. zeigt eine der beiden Eichensäulen, die Empore und Dach der Kapelle stützen.
Großengottern, Hospital St. Andreas © Jens Schulze
Veronika Klein vom Spittel e. V. zeigt eine der beiden Eichensäulen, die Empore und Dach der Kapelle stützen.

Adresse

Hospital St. Andreas

Langensalzaer Straße 20
99991 Großengottern


Förderverein

http://spittel-ev-grossengottern.de/

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