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Fertig restauriert: Die Windmühle Stommeln

Flugzeugtechnik für eine Mühle

Fotoserie: Mit ihrem glänzenden Flügelkreuz ist die Windmühle das Wahrzeichen von Stommeln in Pulheim. Vor Kurzem wurde ihre Restaurierung erfolgreich beendet.

Flügel aus Metall an einer alten Windmühle? Der Anblick lässt stutzen. Bei dem markanten Windrad, das diesen Sommer an der Mühle im rheinischen Stommeln  montiert wurde, handelt es sich nicht um neu konstruierte Rotorblätter, sondern um die Wiederherstellung einer historischen Rarität. Schon 1937 wurden die ungewöhnlichen Flügel aus Aluminiumblech an der 1860 errichteten Turmwindmühle angebracht.

Fertiggestellt: Die Mühle Stommeln in Pulheim.
© Roland Rossner / DSD
Fertiggestellt: Die Mühle Stommeln in Pulheim.

„Bilausche Ventikanten“ heißen sie in der Fachsprache, benannt nach ihrem Erfinder, dem Ingenieur Kurt Bilau (1872–1941) und dem lateinischen Wort „ventus“ für Wind. In den 1930er Jahren hatte Bilau dieses System entwickelt, um die herkömmlichen Windmühlen gegenüber den neuen motorbetriebenen Anlagen konkurrenzfähig zu halten. Die Flügel, die an Tragflächen eines Flugzeugs erinnern, nutzten die Windkraft effektiver als die herkömmlichen mit Segeltuch bespannten Holzflügel. Ein Zug an einer Kette reichte aus, damit sich die zwei Elemente eines Flügels winddurchlässig teilten oder zu einer geschlossenen Fläche verbanden.


Bis 1975 blieb die Stommelner Mühle in Betrieb. Alle Maschinen und Geräte haben sich bis heute so bewahrt, wie sie bis zur Stilllegung benutzt wurden. Das Bauwerk selbst aber erlitt im Laufe der Jahre massive Schäden. Und das, obwohl sich die Eigentümerfamilie seit mittlerweile vier Generationen engagiert für die Mühle einsetzt.


Die grundlegende wie kostspielige Sanierung des gefährdeten Denkmals ging weit über die Kräfte der Familie hinaus. Peter Krämer (82), der noch das Müllerhandwerk erlernt hatte, sich aber beruflich früh umorientierte, ist dankbar für die Unterstützung: „Ohne die Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz hätten wir die Mühle niemals restaurieren können.“ Die Stiftung übernahm den gesamten finanziellen Anteil der Eigentümer, erforderliche Voraussetzung für die Bewilligung öffentlicher Fördermittel. Seit 2016 unterstützte die DSD kontinuierlich die hervorragenden Restaurierungsmaßnahmen bis hin zur Montage des weithin sichtbaren Flügelkreuzes.

© Karin Gehrmann / DSD
© Karin Gehrmann / DSD
Im Jahr 2018 war sie verhüllt: Die Restaurierung begann mit umfassenden Arbeiten am Mauerwerk, dem tragenden Holzwerk und an vielen anderen Stellen.
© Karin Gehrmann / DSD
© Karin Gehrmann / DSD
Auch die Mühlentechnik war beschädigt.
© Roland Rossner / DSD
© Roland Rossner / DSD
Im Frühjahr 2019 war das gröbste geschafft, doch die Flügel waren noch an der Reihe.
© Roland Rossner / DSD
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Zunächst mussten die markanten Ruten aus Metall abmontiert werden. Die Stommelner blickten eine Zeitlang auf den flügellosen Mühlenturm.
© Roland Rossner / DSD
© Roland Rossner / DSD
Hier warten die ungewöhnlichen Flügelblätter aus Aluminiumblech darauf, wieder an der Mühle angebracht zu werden.
© Roland Rossner / DSD
© Roland Rossner / DSD
Vorsicht ist geboten. Zunächst werden die tragenden Streben des Flügelkreuzes an die Mühle gehoben.
© Roland Rossner / DSD
© Roland Rossner / DSD
© Roland Rossner / DSD
© Roland Rossner / DSD
Die ersten Elemente werden montiert.
© Roland Rossner / DSD
© Roland Rossner / DSD
Langsam werden die eigentlichen Flügelelemente Stück für Stück herangeführt und befestigt.
© Roland Rossner / DSD
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© Roland Rossner / DSD
© Roland Rossner / DSD
© Roland Rossner / DSD
© Roland Rossner / DSD
Auch das Innere der Mühle mit seiner Originalausstattung kann nun wieder besichtigt werden.
© Roland Rossner / DSD
© Roland Rossner / DSD
Peter Krämer (82) und sein Neffe Christian Krämer (42) sind glücklich über die gelungene Restaurierung.
 
 
© Karin Gehrmann / DSD
Im Jahr 2018 war sie verhüllt: Die Restaurierung begann mit umfassenden Arbeiten am Mauerwerk, dem tragenden Holzwerk und an vielen anderen Stellen.
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Auch die Mühlentechnik war beschädigt.
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Im Frühjahr 2019 war das gröbste geschafft, doch die Flügel waren noch an der Reihe.
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Zunächst mussten die markanten Ruten aus Metall abmontiert werden. Die Stommelner blickten eine Zeitlang auf den flügellosen Mühlenturm.
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Hier warten die ungewöhnlichen Flügelblätter aus Aluminiumblech darauf, wieder an der Mühle angebracht zu werden.
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Vorsicht ist geboten. Zunächst werden die tragenden Streben des Flügelkreuzes an die Mühle gehoben.
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Die ersten Elemente werden montiert.
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Langsam werden die eigentlichen Flügelelemente Stück für Stück herangeführt und befestigt.
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Auch das Innere der Mühle mit seiner Originalausstattung kann nun wieder besichtigt werden.
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Peter Krämer (82) und sein Neffe Christian Krämer (42) sind glücklich über die gelungene Restaurierung.
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Dadurch erhielt Stommeln wieder sein vollständiges Wahrzeichen intakt zurück. Als wesentlicher Teil der Lokalgeschichte – seit 1503 ist an der Stelle der heutigen eine Mühle bezeugt – und als ortsbildprägendes Denkmal ist die Mühle für viele Stommelner wichtiger Bestandteil ihres Lebens. „Ganz Stommeln ist eng mit dem Denkmal  verbunden. In der Region ist Stommeln als ‚Mühlenort‘ bekannt“, so Peter Krämer. Nun ist die Mühle wieder funktionsfähig und wird zukünftig für Führungen geöffnet sein –  sachkundig auch von seinen Neffen Christian (42) und Dirk Krämer (49) angeboten.


Amelie Seck


Windmühle Stommeln
Mühlenweg 13
50259 Pulheim

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