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Kultererbe im Klimawandel

Klimaopfer Denkmal

Der Klimawandel hat nicht nur massive Auswirkungen auf die Natur, sondern auch auf unser Kulturgut. Eine Herausforderung, der sich die Denkmalpflege stellen muss.

Kräftige Wellen branden gegen den knapp 53 Meter hohen Leuchtturm, Wind und Wasser nagen zunehmend an dem markanten Seezeichen. Denkmalschützer und Wissenschaftler warnen: Der berühmte Leuchtturm Roter Sand vor Deutschlands Nordseeküste wird vom Klimawandel bedroht!

Der Leuchtturm Roter Sand ist eines der Wahrzeichen an der deutschen Nordseeküste. Doch der steigende Meeresspiegel und stärkere Sturmfluten bereiten dem Baudenkmal zunehmend Probleme.
Roter Sand © euroluftbild.de / Martin Elsen
Der Leuchtturm Roter Sand ist eines der Wahrzeichen an der deutschen Nordseeküste. Doch der steigende Meeresspiegel und stärkere Sturmfluten bereiten dem Baudenkmal zunehmend Probleme.

Als erstes unmittelbar auf dem Meeresboden gegründetes Bauwerk der Welt war seine Errichtung eine Meisterleistung der Ingenieurbaukunst und ein Symbol des technischen Fortschritts. Seit einiger Zeit bereitet das Denkmal jedoch große Sorgen. Allen voran der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) und ihrer treuhänderischen Stiftung Roter Sand, die sich seit Jahren um den Erhalt und die Pflege des Denkmals kümmern. Ein aktuell veröffentlichtes Gutachten, das von der Stiftung in Auftrag gegeben wurde, bestätigt die Befürchtungen. Dr. Steffen Skudelny (54), Vorstand der DSD: „Da sind nicht nur die starken Korrosionsschäden, sondern vor allem der steigende Meeresspiegel und seine verstärkende Wirkung bei Sturmfluten, die dem Bauwerk zu schaffen machen.“ Wegen der Klimaveränderungen wird die Wucht und Häufigkeit von Extremwellen weiter zunehmen. Auch die Veränderungen am Meeresgrund sind beunruhigend. Die Belastung auf die Stahlkonstruktion wird sich soweit verstärken, dass laut Gutachten innerhalb der nächsten hundert Jahre der „Gesamtverlust der Standsicherheit“ droht.


Noch steht der Leuchtturm stabil – auch wegen einer spektakulären Rettungsaktion, durch die der beschädigte Turmsockel 1987 mit einem neuen Stahlkorsett aufwendig verstärkt wurde. Derzeit entwickeln die DSD als Besitzerin und der Bund als Eigentümer vorausschauend verschiedene Sanierungsvarianten für eine dauerhafte Lösung, damit der 1964 außer Dienst gestellte Leuchtturm für die Nachwelt nicht verloren geht. Die Optionen reichen von einer Instandsetzung vor Ort bis hin zum Transport und Aufbau in Küstennähe, einer sogenannten Translozierung. Der Leuchtturm Roter Sand wäre nicht der erste, der wegen drohender Naturgewalten versetzt werden würde, wie geschehen beim Leuchtturm Rubjerg Knude im dänischen Nordjütland. Und er würde wohl auch nicht der letzte bleiben.

2010 vom Hochwasser der Neiße geflutet: das Kloster St. Marienthal in Ostritz. Die DSD unterstützte die anschließende Sanierung.
Ostritz, Kloster St. Marienthal © picture alliance / Reuters / Thomas Peter
2010 vom Hochwasser der Neiße geflutet: das Kloster St. Marienthal in Ostritz. Die DSD unterstützte die anschließende Sanierung.

Entfesselte Naturgewalten


Denn Wissenschaftler sind sich einig: Der Klimawandel ist bereits jetzt spürbar und die weltweite Erwärmung, die steigenden Meeresspiegel und Wetterextreme werden weiter zunehmen. So schätzt der Deutsche Wetterdienst, dass die durchschnittlichen Sommertemperaturen hierzulande bis 2050 zwischen 1,5 und 2,5 Grad Celsius höher liegen können als 1990. Die Niederschläge werden möglicherweise im Sommer bis zu 40 Prozent geringer ausfallen, die im Winter dafür umso höher.

Die maßgeblich vom Menschen verursachte Bedrohung gefährdet nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch uns Menschen selbst. Durch die Klimakrise wird auch unser kulturelles Erbe stark in Mitleidenschaft gezogen. Lange Hitzeperioden und Trockenheit, schwere Unwetter mit Starkregen und orkanartigen Stürmen bedrohen archäologische Stätten, historische Bauten und Parkanlagen. Unvergessen sind die Bilder der Elbefluten im Jahr 2002. Hatte man damals noch vom „Jahrhunderthochwasser“ gesprochen, relativierte sich dieser Begriff bald angesichts der folgenden Überflutungen im Jahr 2006, 2010 und 2013. Im August letzten Jahres entging Passaus Innenstadt knapp einer erneuten Hochwasserkatastrophe.

Das Hochwasser 2013 in Passau war die zweitschlimmste Flutkatastrophe in der Geschichte der Stadt.
Passau © imago / blickwinkel
Das Hochwasser 2013 in Passau war die zweitschlimmste Flutkatastrophe in der Geschichte der Stadt.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz leistete damals vor allem in Bayern und den östlichen Bundesländern schnelle Nothilfe, als es darum ging, die Denkmaleigentümer bei der Instandsetzung ihrer wertvollen historischen Gebäude zu unterstützen. Vorstand Skudelny: „Die Stiftung ist darauf eingestellt, auch in Zukunft verstärkt und rasch auf Naturkatastrophen in ganz Deutschland reagieren zu müssen.“

Es geht der DSD aber auch darum, Katastrophenvorsorge zu betreiben. „Es ist wichtig, schon präventiv gegen Klimaschäden vorzugehen“, so Skudelny. „Denn Vorsorge ist der beste Weg, um Denkmale zu erhalten.“ Dafür engagiert sich die DSD im Bereich von Jugendarbeit, Bildung, Forschung und Modellprojekten. Die DenkmalAkademie der DSD etwa informiert immer wieder über diese relevanten Denkmalthemen.


Kulturerbe im Klimastress


Klimawandel heißt nicht nur häufigere, punktuell auftretende Extremwetter. Zunehmend hat das baukulturelle Erbe mit langen Perioden von Hitze und Trockenheit zu kämpfen – auf ganz unterschiedliche Weise.

Anette Mittring (57), Projektreferentin bei der DSD: „Eine Absenkung des Grundwasserspiegels und Veränderungen in der Bodenstruktur können Probleme an der Gebäudekonstruktion und Gebäudehülle verursachen, wie etwa bei Holzgründungen in Feuchtgebieten. Außerdem bergen sehr heiße Temperaturen grundsätzlich die Gefahr, verschiedenste Materialschäden zu verursachen. Zu niedrige Luftfeuchtigkeit und extreme Temperaturschwankungen lassen organische Materialien schrumpfen und verursachen möglicherweise schwer zu restaurierende Risse.“

Folgen lang anhaltender Trockenheit: In der ehemaligen Dorfkirche in Dresden-Leubnitz entstanden wegen Bodenveränderungen tiefe Risse im Mauerwerk.
© Ev.-Luth. Kirchgemeinde Dresden Leubnitz-Neuostra
Folgen lang anhaltender Trockenheit: In der ehemaligen Dorfkirche in Dresden-Leubnitz entstanden wegen Bodenveränderungen tiefe Risse im Mauerwerk.

So erreichen die Deutsche Stiftung Denkmalschutz vermehrt Anfragen von Denkmaleigentümern, die um Hilfe für ihre klimageschädigten Bauten bitten, wobei die Schäden nicht immer nur auf den einen Grund zurückzuführen sind.

Wie für die Kirche in Dresden-Leubnitz: Zu wenig Grundwasser in den vergangenen heißen Sommern hatte dazu geführt, dass der Untergrund ausgetrocknet war und sich stark verändert hatte. Die ehemalige Dorfkirche bekam gewaltige Risse, weil die Südwand sich in dramatischer Weise abgesenkt hatte. Inzwischen konnte das Bauwerk aufwendig gesichert werden: Dreizehn Meter lange Bohrpfähle verankern das Denkmal im Boden. Nun steht die Innenraumsanierung an, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützt wird.

Ein weiteres Opfer außergewöhnlicher Trockenheit ist die alte Bockwindmühle im brandenburgischen Ketzür. Auch hier wird die DSD bei der Sanierung helfen. Besonders in den letzten Jahren war die Mühle trockenen Winden ungeschützt ausgesetzt. Nun haben sich Holzverkleidung und -konstruktion derart verzogen, dass das Mühlenhaus auseinanderzudriften droht und die Flügel sich nicht mehr drehen lassen.

Durch starke Trockenheit in der Region hat sich das Holz der Bockwindmühle im brandenburgischen Ketzür stark verzogen. Durch eine Achsverschiebung der Rutenwelle haben sich die Mühlenflügel so verkantet, dass sie sich nicht mehr drehen lassen.
Beetzseeheide, Mühle Ketzür © Jorinde Bugenhagen, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Durch starke Trockenheit in der Region hat sich das Holz der Bockwindmühle im brandenburgischen Ketzür stark verzogen. Durch eine Achsverschiebung der Rutenwelle haben sich die Mühlenflügel so verkantet, dass sie sich nicht mehr drehen lassen.

Aber nicht immer sind vom aktuellen Klimawandel verursachte Trockenschäden so offensichtlich. Oft ist es zunächst ein schleichender Prozess auf mikroskopischer Ebene, der sich aber langsam zu massiven Problemen für das Kulturgut ausweiten kann. Davon weiß Thomas Löther (46) zu berichten, der am Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e. V. arbeitet. Der Wissenschaftler analysiert seit einigen Jahren Klimawerte in zahlreichen Kirchen Mitteldeutschlands. Er sagt: „Früher waren viele Kirchenräume eher zu feucht.

Heute entwickelt sich das Szenario in eine andere, genauso fatale Richtung. Immer öfter werden kritische Werte unter 40 Prozent Luftfeuchtigkeit gemessen.“ Bundesweit verwahren Gotteshäuser einen immensen Kulturschatz, aber ihr Raumklima ist weit entfernt von konservatorisch perfekten, musealen Bedingungen. Experte Löther: „Plötzlich kann es ‚Peng‘ machen. Dann ist der unumkehrbare Riss im hölzernen Altaraufsatz entstanden.“

Aktuell führt er zusammen mit der Universität Bamberg ein Forschungsprojekt zur Luftfeuchte in national wertvollen Kulturgütern durch. Untersucht wird auch die Kapelle von Schloss Augustusburg im Erzgebirge, die das große und berühmte Altarbild von Lukas Cranach dem Jüngeren beherbergt. Auch hier ist der Raum wärmer und trockener geworden. Die Fachleute hoffen, dass eine Lichtschutzverglasung vor den historischen Butzenscheiben der Erwärmung in Zukunft entgegenwirken wird.

Nicht immer sind Klimaschäden an Kunstgut und Denkmalen sofort offensichtlich. Im Rahmen eines Forschungsprojekts untersuchen Wissenschaftler, ob durch geringe Luftfeuchte Veränderungen am Cranachaltar in der Schlosskapelle Augustusburg auftreten.
Augustusburg, Schlosskapelle © picture alliance / dpa / Wolfgang Schmidt
Nicht immer sind Klimaschäden an Kunstgut und Denkmalen sofort offensichtlich. Im Rahmen eines Forschungsprojekts untersuchen Wissenschaftler, ob durch geringe Luftfeuchte Veränderungen am Cranachaltar in der Schlosskapelle Augustusburg auftreten.

Vertrocknete Parkanlagen


Wie die Wälder, sind auch historische Parks in Deutschland bereits Opfer des Klimawandels. Hauptsächlich ist es die Trockenheit der letzten drei Jahre, die den etwa 35.000 Gartendenkmalen in Deutschland zusetzt. Landschaftsarchitektin Juliane Lehmphul (49) von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz: „Vor allem sind es die alten Bäume, die massiv leiden. Sie können sich nicht ausreichend schnell an Hitze und Trockenheit anpassen. Dieser Stress macht den überlieferten Baumbestand anfälliger für Krankheiten und Schädlinge.“ Letztere haben sich in den milden Wintern stark verbreitet und führen nun zum Absterben der Pflanzen – ob Eichenprozessionsspinner, Miniermotte oder der berüchtigte Borkenkäfer.

Dass sich zudem die Vegetationszyklen verschieben, verstärkt die Probleme. Lehmphul: „Das Laub bleibt länger hängen und bietet eine größere Angriffsfläche. So hat sich die Menge an totem Holz, die aus den Parks geschafft werden muss, im Vergleich zu den Vorjahren deutlich erhöht.“


Wie kann man die historischen Parkanlagen vor dem Klimawandel schützen? Wie vor dem Verdursten retten, wenn im Sommer der Wasserhahn für die Pflanzen zugedreht wird, weil die Versorgung der Bevölkerung vorgeht? Im Jahr 2019 gründete sich das bundesweite „Initiativbündnis Historische Gärten im Klimawandel“, dem auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz angehört. Gemeinschaftlich vergleichbare Probleme lösen, Kompetenzen bündeln und Lösungsstrategien austauschen – das sind Ansätze, um die natürlich gewachsenen Denkmale für den Klimawandel zu rüsten, ohne dabei die gärtnerischen Gesamtkunstwerke zu stark zu verändern.

Klimaopfer: die UNESCO-Welterbestätte Wörlitzer Park (Landkreis Wittenberg) mit dem wasserlosen See vor der Rousseau-Insel.
Wörlitz, Park © Thomas Klitzsch
Klimaopfer: die UNESCO-Welterbestätte Wörlitzer Park (Landkreis Wittenberg) mit dem wasserlosen See vor der Rousseau-Insel.

„Man wird sich vermehrt um eine nachhaltige Wasserspeicherung kümmern müssen, genauso wie um eine präzise Bewässerung und eine nährstoffreiche Aufwertung der Böden“, erklärt Landschaftsarchitektin Lehmphul. „Zukünftig werden viele große Parks auch ihre eigenen Baumschulen haben. Denn dort, wo Sämlinge gezogen werden, müssen sie sich später als Neupflanzung nicht erst akklimatisieren.“


Im Schlosspark von Altdöbern gibt es eine solche kleine Baumzucht schon seit einigen Jahren. 1996 übernahm die Brandenburgische Schlösser GmbH, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die historisch bedeutende Anlage. Wegen des benachbarten Braunkohletagebaus litt der Park damals extrem unter Grundwasserabsenkung und schlechter Luftqualität. Was seither an Methoden und Erfahrungen auch hinsichtlich trockenresistenter Pflanzenzucht gesammelt wurde, soll zukünftig weiter professionalisiert und weitergegeben werden. Stefan Hohmann (58), fachlicher Anleiter der dort aktiven Internationalen Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege: „In Zusammenarbeit mit Gehölzspezialisten soll eine Untersuchung des alten Baumbestands durchgeführt werden. Durch Pflanzenanalyse möchten wir einen eigenen Genpool aufbauen und daraus Jungbäume ziehen, die gegenüber Hitze und Trockenheit besonders widerstandsfähig sind. Wichtig dabei ist, dass die Züchtungen weiterhin über die originalen Formmerkmale verfügen, wie sie der Gartenarchitekt Carl Eduard Petzold zur Zeit der Parkgründung in den 1880er Jahren beschrieb.“

Teilnehmer der Jugendbauhütte bei der Baumpflanzung im Schlosspark Altdöbern in Brandenburg.
Altdöbern, Schlosspark © Stefan Hohmann
Teilnehmer der Jugendbauhütte bei der Baumpflanzung im Schlosspark Altdöbern in Brandenburg.

Investition in die Zukunft


In Altdöbern hat man das Glück, dass sich seit 2009 – zuerst als Projekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und dann als Förderprojekt des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung – jährlich rund zehn Teilnehmer der Jugendbauhütte um den Park kümmern. Denn um die neuen klimabedingten Aufgaben zu bewältigen, muss er intensiv gepflegt werden. Im schonenden Umgang mit der Umwelt und dem historischen Erbe leisten die jungen Menschen vor Ort einen wichtigen Beitrag.

Einen ähnlichen nachhaltigen Bildungsansatz für Kinder und Jugendliche verfolgt „denkmal aktiv“, das Schulprogramm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Ein thematischer Schwerpunkt für das kommende Schuljahr ist die Auseinandersetzung mit schädlichen Umwelteinflüssen auf das Kulturerbe. Fragen wie diese sollen das Bewusstsein der kommenden Generation stärken: Wie gefährden Schadstoffe und Klimaveränderungen die historischen Bauten, die mich umgeben? Und wie kann ich selbst zur Bewahrung des Kulturerbes beitragen?

Es ist wissenschaftlich belegt: Klimaveränderungen und Raubbau an der Natur hat es auf der Erde schon in der Antike gegeben.
Bereits frühe Gesellschaften griffen so in die Umwelt ein, dass sie auf lokaler Ebene Ökosysteme irreversibel schädigten. Aber anders als damals bedrohen menschliche Eingriffe die Natur heute auf dem ganzen Planeten – obwohl uns die weitreichenden Folgen des eigenen Handelns bekannt sind. Professorin Friederike Fless (57), Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts: „Der Mensch ist zum bestimmenden Faktor für geologische, biologische und atmosphärische Prozesse auf der Erde geworden. Das hat vor einigen Jahren zu dem Vorschlag geführt, von einem neuen, von einem Menschen gemachten Zeitalter, dem Anthropozän zu sprechen.“ Der Blick in die tiefe Vergangenheit lehrt uns aber auch, mit welchen nachhaltigen Ansätzen schon frühe Kulturen Klimaveränderungen begegneten. Friederike Fless: „Regionale Lösungen aus der Vergangenheit können gegenüber einer globalen Einheitsarchitektur Alternativen für ein umweltbewussteres Handeln bieten – so wie es schon vereinzelt beim Gebrauch landwirtschaftlicher Nutzpflanzen umgesetzt wird. Archäologische Daten helfen dabei. Denn durch Funde von Pollen und Pflanzenresten kann nachgewiesen werden, wann welche an lokale Standortbedingungen angepassten Pflanzensorten verwendet wurden.“ Heute sind viele archäologische Stätten, bedeutende Kulturzeugnisse der Menschheitsgeschichte, vom aktuellen Klimawandel bedroht, wie zum Beispiel die Grabpyramiden von Meroe im Sudan.

Vermehrt zerstören Sandstürme die Oberflächen der antiken Pyramiden von Meroe im Sudan, samt ihrer kostbaren Reliefs.
© Cornelia Kleinitz / QMPS-DAI-Projekt
Vermehrt zerstören Sandstürme die Oberflächen der antiken Pyramiden von Meroe im Sudan, samt ihrer kostbaren Reliefs.
 


Zurück zum Leuchtturm Roter Sand: rund 30 Seemeilen von Bremerhaven entfernt, erbaut vor 135 Jahren, um sich das Meer besser dienstbar zu machen. Bis 1964 zeigte er Tausenden Schiffen den Weg und war den Seeleuten verlässliches Zeichen. Nun sendet er selbst ein SOS.

Der Leuchtturm ist ein Beispiel von vielen Denkmalen, denen der Klimawandel zu schaffen macht. Um ihm entgegenzusteuern, muss über Ursachen, Schäden und rettende Gegenmaßnahmen aufgeklärt werden. Wie Außenminister Heiko Maas (54) auf der Konferenz zum „Kulturerbe und Multilateralismus“ Ende letzten Jahres sagte: „Denn der Klimawandel bedroht nicht nur unsere Zukunft. Sondern auch unsere Vergangenheit. Und zwar überall dort, wo Monsune oder Jahrhundertfluten, Stürme und Brände unsere Kulturgüter zu zerstören drohen.“


Amelie Seck

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Zur Stabilisierung des Leuchtturms wurde 1987 ein Stahlmantel um das beschädigte Fundament gestülpt.
Roter Sand © Paul Fäthke
Zur Stabilisierung des Leuchtturms wurde 1987 ein Stahlmantel um das beschädigte Fundament gestülpt.
 

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