Schlösser und Burgen Öffentliche Bauten Juni 2018 J

Jugendherbergen im 21. Jahrhundert

Selfie mit Ritterrüstung

Burgen und Jugendherbergen gehören zusammen: Die erste Jugendherberge der Welt wurde in einer Höhenburg eingerichtet; seit 1912 können Jugendliche auf Burg Altena im Sauerland übernachten. Gut 100 Jahre später hat sich einiges getan.

Lehrer Richard Schirrmann, aus Ostpreußen stammend, um die Jahrhundertwende in Gelsenkirchen arbeitend, litt unter der schlechten Luft in der Ruhrgebietsstadt. Er schnappte sich seine Schüler, floh aus den „Stadtkäfigen“ und wanderte mit ihnen exzessiv in den grünen Landschaften der Umgebung – so lange, bis er wegen Vernachlässigung seiner Schulpflichten an eine andere Schule strafversetzt wurde. Schirrmann wechselte nach Altena ins abgelegene Sauerland und propagierte weiterhin die Vorteile der „wandernden Schule“: Er streifte tagelang mit seinen Schülern durch die Natur und suchte nach einer praktischen Unterbringungsmöglichkeit auf den langen Touren. Angeblich bei einem Gewitter, bei dem er und seine Schüler in einer Volksschule Unterschlupf fanden, kam er auf die Idee, in den Schulferien leerstehende Schulen zu Schlafstätten umzuwandeln. In seiner eigenen Schule in Altena stellte er müden Wanderern Klassenzimmer und Strohmatratzen zur Verfügung. Bei einem Ausflug 1909 lernte er eine Wandervogel-Gruppe kennen und begeisterte sich für deren asketische Ideen. 1912 – die örtliche Burg aus dem 12. Jahrhundert war gerade wieder nach Hunderten Jahren des Verfalls und der Fremdnutzung aufgebaut worden – konnte der 40-Jährige den Kreis Altena als Burgbesitzer überzeugen, einer guten Sache zu dienen und der ersten Jugendherberge der Welt einige Räume und Säle zur Nutzung zu überlassen.


Die Regeln waren einfach – und unbedingt einzuhalten. Die Betten wurden eigenhändig bezogen, die Füße gewaschen, das Geschirr gespült, und um 22 Uhr herrschte Ruhe. Alkohol und Nikotin: strengstens verboten. Die Herbergseltern – unerbittlich, aber mit einem weichen Herz gesegnet – sorgten für eine persönliche Atmosphäre. 

Dinkelsbühl: Die Jugendherberge in der historischen Altstadt von Dinkelsbühl im ehemaligen Kornspeicher von 1508 wurde 2016 wiedereröffnet.
Dinkelsbühl, Jugendherberge © DJH Landesverband Bayern
Dinkelsbühl: Die Jugendherberge in der historischen Altstadt von Dinkelsbühl im ehemaligen Kornspeicher von 1508 wurde 2016 wiedereröffnet.

„Ein ersprießliches Zusammenleben in einer großen Gemeinschaft mit Familiencharakter“, so formulierte Schirrmann seinen reformpädagogischen Ansatz bei den Jugendherbergen. Altena machte den Anfang, es folgten zahlreiche Herbergen in Burgen und anderen kulturell exponierten Gebäuden. Neben dem Naturerlebnis und der körperlichen Ertüchtigung war das Kennenlernen der Heimat mit ihrer Schönheit und Geschichte eine der Grundideen Schirrmanns.


Das Prinzip der Jugendherberge war von Beginn an eine Erfolgsgeschichte. Von Altena aus baute Schirrmann gemeinsam mit seinem Mitstreiter Wilhelm Münker ein flächendeckendes Netz von Jugendherbergen auf, in Altena wurde 1919 der Hauptausschuss für Deutsche Jugendherbergen (DJH) als eingetragener Verein gegründet. Anfang der 1930er-Jahre waren es über 2.000 vom DJH geführte Wanderunterkünfte, vier Mal mehr als heute in Deutschland noch betrieben werden. Über die Jahrzehnte wandelte sich die reine Wanderherberge zu einer Unterkunft für vornehmlich schulische Gruppenfahrten. Generationen können Geschichten erzählen von ihren Erlebnissen in Schlafsälen, von Stockbetterfahrungen und heimlichen nächtlichen Spaziergängen über verbotene Flure.


Im Wesentlichen fühlt sich Jugendherberge bis heute so an. Zu schaffen machte dem Deutschen Jugendherbergswerk allerdings zunehmend das Klischee des wässrigen Hagebuttentees in der legendären Metallkanne. Wie eine Keule ereilt diese Erinnerung jeden, der in seiner Jugend eine solche Herberge erlebt hat.

Dieses muffige Image und immer weniger Gäste erforderten dringend eine Modernisierung. Seit einigen Jahren läuft eine Investitionswelle: Ein flotteres Erscheinungsbild, trendiges Mobiliar, Duschen und WCs auf den Zimmern sowie ausgetüftelte Veranstaltungsprogramme sollen die Häuser für neue Zielgruppen öffnen. Familien, Radtouristen, Tagungsgäste, aber auch Rucksacktouristen und Individualreisende werden seitdem besonders umworben. Kaum ein Monat vergeht, ohne dass eine Jugendherberge generalüberholt und frisch gestylt neu eröffnet wird. Stockbetten heißen jetzt Schlafkojen, Aufenthaltsräume wurden zu ­Lounges – und fühlen sich auch so an. Die Investitionen zeigen Erfolg: 2,5 Millionen Mitglieder, das heißt Personen mit einem Jugendherbergsausweis, 23.000 mehr als im Vorjahr und damit so viele wie nie zuvor, gibt es zurzeit beim DJH. Im Jahr 2017 konnten die Jugendherbergen insgesamt mehr als zehn Millionen Übernachtungen verbuchen. 



Trendig statt bieder: Die Jugendherberge Wewelsburg präsentiert sich innen mehr und mehr in moderner Erscheinung.
Wewelsburg, Jugendherberge © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Trendig statt bieder: Die Jugendherberge Wewelsburg präsentiert sich innen mehr und mehr in moderner Erscheinung.

Das neue Konzept der Jugendherbergen läuft so erfolgreich, dass sich Probleme mit anderen Hotelanbietern auftaten. Stetig steigende Übernachtungszahlen alarmierten die Konkurrenz der Hostels und anderer Häuser im preiswerteren Hotel­segment. Sie beklagten einen unlauteren Wettbewerb, denn Jugendherbergen erhalten zum Teil Fördergelder.


Diese berufen sich auf den pädagogischen gemeinnützigen Auftrag. Getragen von den jeweiligen Landesverbänden, werden sie über unterschiedliche Modelle finanziert. Die laufenden Kosten erwirtschaften die Häuser selbst, Investitionen werden oft vom Bund und auch von den Kommunen unterstützt, Restaurierungsarbeiten von weiteren Geldgebern, wie zum Beispiel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, gefördert. An manchen Standorten gehören die Gebäude den Städten oder Kommunen. Um der Gemeinnützigkeit nachzukommen, sind zum Beispiel bei der 2016 eröffneten Berliner Jugendherberge am Ostkreuz der pädagogische Ansatz und die Teilnutzung des Gebäudes für Seminare ein verbindlicher Bestandteil des Vertrags zwischen dem Betreiber und dem Land Berlin, das als Eigentümer das Haus für 30 Jahre gratis an das Deutsche Jugendherbergs­werk verpachtet. Die Kosten für den denkmalgerechten Umbau der ehemaligen Schule und für die Instandhaltung des Gebäudes übernimmt die Jugendherberge.


Der pädagogische Auftrag der Jugendherbergen, von Beginn an deren Hauptmotiv, hat also wieder an Bedeutung zugenommen und wird, oft durch eigens dafür zuständige Mitarbeiter, ausgebaut. Verschiedene Inhalte werden vertieft vermittelt: Zurzeit stehen die Themen Nachhaltigkeit und Naturschutz verstärkt im Fokus. Als begleitendes Thema geblieben ist – alleine schon durch die Standorte vorgegeben – der nahe Bezug zu Geschichte und Baukultur. 

Didaktisches Design: Die Jugendherberge in der Kaiserstallung auf dem Nürnberger Burgberg wurde 2013 im Inneren von Grund auf neugestaltet. Überall im Gebäude finden sich Fakten über das Denkmal und seine Geschichte, zum Teil in Form von QR-Codes als dekorative Wandgestaltung.
Nürnberg, Jugendherberge © DJH Landesverband Westfalen-Lippe
Didaktisches Design: Die Jugendherberge in der Kaiserstallung auf dem Nürnberger Burgberg wurde 2013 im Inneren von Grund auf neugestaltet. Überall im Gebäude finden sich Fakten über das Denkmal und seine Geschichte, zum Teil in Form von QR-Codes als dekorative Wandgestaltung.

Zu dem Modernisierungsprozess der deutschen Jugendherbergen gehörte auch eine Neubewertung des bis dahin uneingeschränkt verehrten Gründungsvaters Richard Schirrmann. Eine geschichtliche Einordnung anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der ersten Jugendherberge in Altena war dringend notwendig geworden. Zudem erreichte eine allgemeine Aufarbeitungswelle diverser Institutionen und Firmen über ihre Rolle in der NS-Zeit auch den DJH. Schirrmann war eingebettet in die gründerzeitliche Jugendbewegung, in die Lebensreformpädagogik. Tatsächlich war mit der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts eine Verstädterung und ungeahnte Armut einhergegangen, worunter besonders Kinder und Jugendliche zu leiden hatten. Schirrmann versuchte, mit seinen Touren in die Natur Gegenentwürfe zu schaffen. Allerdings ging es ihm nicht nur um den einzelnen Menschen. Er machte die von ihm gehassten ungesunden Städte für Geburtenrückgang, für kränkliche, rekrutierunfähige Jugendliche und damit für eine Aushöhlung des deutschen Volkskörpers verantwortlich. Seine Wanderungen sollten den jungen Menschen stählen, ausdrücklich auch die Mädchen: „Starke werden von Starken“ geboren.

So sehr Schirrmann daran interessiert war, gesellschaftliche Schranken abzubauen, so unerbittlich war er in anderer Weise: Schwache und kranke Kinder wurden von ihm kategorisch aussortiert. Mit dieser Mischung aus reformpädagogischer, sozialer und völkisch-nationalistischer Denkweise verstand Schirrmann es, sich sowohl durch die Weimarer Republik als auch durch die Anfänge der nationalsozialistischen Zeit – das Jugendherbergswerk war immer auf finanzielle staatliche Förderung angewiesen – zu steuern. Als die Hitler-Jugend im April 1933 begann, Übernahmeforderungen durchzusetzen, war Schirrmann erstaunt, ja entsetzt, hatte er doch selbst immer „treudeutsch“ und ideologiekonform agiert. Schirrmann und Münker wurden wie die meisten anderen Altgedienten ausgemustert, hielten sich im Hintergrund aber auf dem Laufenden und waren 1945 sofort zur Stelle, um das Jugendherbergswerk in West-Deutschland wieder neu aufzubauen – als über 70-Jährige. In den 1950er- und 1960er-Jahren entstanden zahlreiche Herbergsneubauten. Die Standorte für neue Häuser wurden zunächst noch nach wandergüns­tigen Aspekten ausgewählt, bald jedoch änderte sich dieser Ansatz vor allem für Aufenthalte von Schulklassen auf ihren Klassenfahrten. Erst in den 1950er-Jahren wurde das strikte Verbot aufgehoben, nach dem keiner mit motorisierter Hilfe eines der Herbergshäuser erreichen durfte. In der DDR standen die Jugendherbergen bis 1990 unter staatlicher Verwaltung.

Die Wewelsburg, ein Denkmal mit Leben: Die besonders bei Chören und Orchestern beliebte Jugendherberge muss Geschichte und Gegenwart besonders sensibel miteinander verbinden.
Wewelsburg, Jugendherberge © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Die Wewelsburg, ein Denkmal mit Leben: Die besonders bei Chören und Orchestern beliebte Jugendherberge muss Geschichte und Gegenwart besonders sensibel miteinander verbinden.

35 der 466 Jugendherbergen in Deutschland befinden sich in Burgen. Aber auch Denkmale vieler anderer Gattungen gibt es im Angebot: Über 65 der Jugendherbergen sind in historisch bedeutsamen Gebäuden aufgelistet, auf die die meisten Jugendherbergen in den Denkmalen mit einem entsprechenden Programm eingehen. Auf Burgen ist dies natürlich gerne eine Inszenierung des Ritterlebens. Jugendherbergen in alten Feuerwachen (Plauen), in ausgedienten Windmühlen (Strehla), Festungen (Ehrenbreitstein, Ingolstein), Industriedenkmalen (Chemnitz und Duisburg), auf Schiffen (Bremen), in Klöstern (Rottweil und Leutesdorf) und sogar in einer ehemaligen Kirche (Köln) setzen entsprechende Schwerpunkte.


Aber es gibt auch Geschichte, die nicht in märchenhaften bunten Spektakeln inszeniert werden will: Die Wewelsburg im Paderborner Land zum Beispiel hat zwar alles, was sie zu einer Vorzeigeburg macht – sie liegt umgeben von einem hübschen Dorf idyllisch über dem Alme-Tal, ist mit ihren drei Türmen und dem dreieckigen Grundriss eine architektonische Besonderheit der Weserrenaissance, – birgt jedoch auch eine grausame Vergangenheit. 1933 wurde das seit 1925 als Jugendherberge genutzte Denkmal von Heinrich Himmler persönlich zur SS-Burg auserkoren. Hohe Offiziere sollten sich in einer casinoartig umgestalteten, mit Nazi-Esoterik geschmückten Burg zurückziehen können. Die sogenannte Gruft und der „Obergruppen­führersaal“ im Nordturm zeugen noch heute von dieser Zeit. Für die gigantischen, die Burg und das Dorf Wewelsburg umfassenden Umbaupläne wurde eigens ein Konzentrationslager eingerichtet.


Es ist ein besonderes Verdienst des Kreises Paderborn, dem Denkmal wieder ein eigenes Leben zuzugestehen, Jugendliche sich dort wohlfühlen zu lassen, sich aber gleichzeitig in einer 2009 wohlüberlegten und klug angelegten Ausstellung mit den dunklen Jahren des sogenannten Dritten Reichs auseinanderzusetzen. Bei den aktuellen Restaurierungsmaßnahmen am Südost-Turm, die wegen Beschädigungen des Mauerwerks erforderlich waren, wird nach den historischen Befunden ein Kalkputz aufgebracht. Damit macht man ein Vermächtnis aus den unseligen NS-Zeiten rückgängig: Unter Himmler war die verputzte Renaissance-Burg freigelegt worden – man bevorzugte eine steinsichtige Burg mit trutzigem Charakter.

Gott sei Dank sind nicht alle historischen Stätten, in denen sich Jugendherbergen finden, mit solcher Vergangenheit belastet.

Die Herausforderung, Denkmale als beredte Zeugnisse der Vergangenheit zu bewahren und gleichzeitig mit heutigem Leben zu füllen, ist in Dinkelsbühl geglückt: 12 massive, achteckige Pfeiler in der ebenerdigen Halle tragen seit über 500 Jahren die mehrstöckigen Speichergeschosse. Moderne Möblierung und ein Kicker tun ihrer Würde keinen Abbruch.
Dinkelsbühl, Jugendherberge © DJH Landesverband Bayern
Die Herausforderung, Denkmale als beredte Zeugnisse der Vergangenheit zu bewahren und gleichzeitig mit heutigem Leben zu füllen, ist in Dinkelsbühl geglückt: 12 massive, achteckige Pfeiler in der ebenerdigen Halle tragen seit über 500 Jahren die mehrstöckigen Speichergeschosse. Moderne Möblierung und ein Kicker tun ihrer Würde keinen Abbruch.

In Dinkelsbühl wurde im September 2016 die Wiedereröffnung der städtischen Jugendherberge gefeiert. Auch hier kann man direkt in einem vergangenen Jahrhundert „einchecken“: Die riesige ehemalige Kornscheune mit vier Dachgeschossen stammt von 1508. Seit 1953 als Jugendherberge genutzt, war eine umfassende Sanierung unumgänglich. Das Gebot, trotz aller Modernisierung auf Denkmal und Substanzbewahrung zu achten, ist gemeistert worden, nicht zuletzt mit Hilfe der DSD. Als besonders attraktiv zeigt sich der Fahrradservice inklusive -verleih und E-Bike-Aufladestation. Auch für die Stadtkasse ist der Radtourismus erfreulich: Nur mit Schulklassen können sich Jugendherbergen wirtschaftlich nicht mehr tragen. Der E-Bike-Boom, mit dem auch ältere Radfahrer auf längere Touren gehen, kommt so letztendlich dem Denkmal zugute.


Jugendherbergen stehen für Gemeinsamkeit, Aktivität und Kommunikation. Während der Ferien wird es in den meisten Häusern besonders laut: Die alten Gemäuer füllen sich mit wuseligem, lauten und fröhlichen Familienleben. Manche Kinderfreundschaft hat sich hier geschlossen. Jugendliche verbringen auf Ferien­freizeiten oft die ersten Wochen „in Freiheit“ ohne Eltern. Erlebnisse verbinden das Denkmal im Idealfall mit Spaß und Glück und lassen es für immer einen besonderen Platz im Herzen einnehmen – eine Kombination, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gerne weiter unterstützt. Wo sonst ist Urlaub im Burgambiente auch für das schmale Portemonnaie erschwinglich?


Beatrice Härig

Büren, Wewelsburg © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Büren, Wewelsburg © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Schönheit und Schrecken liegen auf der Wewelsburg direkt nebeneinander: Die bauhistorisch einmalige Renaissance-Dreiecksburg der Paderborner Fürstbischöfe wurde während der NS-Zeit von der SS missbraucht. Schon vorher diente die Wewelsburg als Jugendherberge. Allein die Baugeschichte der Burg bis 1933 – aufgearbeitet im Kreismuseum Wewelsburg – ist einen eigenen Besuch wert. Im ehemaligen vorgelagerten Wachhaus der SS ist seit 2009 eine Dokumentation zur NS-Zeit eingerichtet. Nur durch diese Ausstellung gelangt man in die nach Heinrich Himmlers Geschmack eingerichteten Säle. Adresse: Burgwall 17, 33142 Büren. Förderung der DSD: seit 2017 Restaurierung der Südwest- und Südost-Türme
Görlitz, Jugendherberge Altstadt © DJH Landesverband Sachsen
Görlitz, Jugendherberge Altstadt © DJH Landesverband Sachsen
In einem für Görlitz typischen Hallenhaus, ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert, liegt in der Peterstraße 15 die Europa-Jugendherberge „Altstadt“. Nach langem Leerstand und teilweisem Einsturz wurde das Gebäude 2006 für diese neue optimale Nutzung aufgearbeitet. Für Klassen bietet die Jugendherberge Filmworkshops in „Görliwood“ an. Die einzigartige Görlitzer Altstadt wurde in den vergangenen Jahren mehrfach als Kulisse für internationale Filmproduktionen genutzt. Adresse: Peterstraße 15, 02826 Görlitz. Förderung der DSD: 2009/10
Nürnberg, Jugendherberge © DJH Landesverband Westfalen-Lippe
Nürnberg, Jugendherberge © DJH Landesverband Westfalen-Lippe
Saldenburg, Jugendherberge © DJH Landesverband Bayern
Saldenburg, Jugendherberge © DJH Landesverband Bayern
Wie ein Würfel liegt die Saldenburg auf einem Felsen im Bayerischen Wald: kompakt und uneinnehmbar. 20 mal 25 Meter sind die Maße des aufstrebenden Granitmauerwerks, das dringend restauriert werden muss. Im Kern stammt die Burg aus dem 14. Jahrhundert. 1368 erhielt Ritter Heinrich Tuschl zu Söldenau das Lehen mit der Auflage, auf dem Berg eine Feste zu errichten. Wiederhergestellt wurde sie 1682 von Enrico Zuccalli, dem Hofbaumeister des Münchner Barock. 1928 wurde die Burg vom Deutschen Jugendherbergswerk übernommen. Bei den Umbauten nahm man große Rücksicht auf das bestehende Gebäude. Adresse: Ritter-Tuschl-Straße 20, 94163 Saldenburg. Förderung der DSD: Die Instandsetzung von Dach und Außenfassade wird 2018 gefördert.
Burg Altena, Jugendherberge © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Burg Altena, Jugendherberge © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Die aktuelle Jugendherberge in der Burg Altena liegt seit den 1960er-Jahren im unteren Burghof und hat seit 2000 zusätzlich noch eine Villa unmittelbar vor dem Burgtor bezogen. Große Mehrbettzimmer in der Burg vermitteln den Geist der traditionellen Jugendherberge. Schüler können einen klassischen Tag mit Burgführung und Schildbauen verbringen und sich abends bei der Rittertafel zum Ritter schlagen lassen. Die DSD förderte 2008 und 2009 die Mauerwerkssanierung mit jeweils 100.000 Euro. Adresse: Fritz-Thomée-Straße 80, 58762 Altena
Burg Altena, Jugendherberge © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Burg Altena, Jugendherberge © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Im Erlebnisaufzug mit mehreren Schaustationen geht es von dem Städtchen unten an der Lenne hoch zur Burg Altena, die aus dem 12. Jahrhundert stammt und ab 1907 wieder aufgebaut wurde. Im oberen Burghof angekommen, liegt gegenüber das Museum zur ersten Jugendherberge der Welt. Die ursprünglichen Schlaf- und Aufenthaltsräume veranschaulichen den (geringen) Komfort früherer Jahre.
Bad Karlshafen, Jugendherberge © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Bad Karlshafen, Jugendherberge © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Eine schöne Landschaft, reichlich Schlösser und Burgen zum Besichtigen und vor allem gute Luft: Das waren überzeugende Argumente für die Ruhrknappschaft, um 1923 in Bad Karlshafen-Helmarshausen ein Erholungsheim für Bergleute zu errichten. 1980 erwarb der Landesverband Hessen des Deutschen Jugendherbergswerks das Heimatstil-Gebäude an den Hängen des Reinhardswaldes. Besonders wertvoll ist die Dacheindeckung aus Wesersandsteinplatten, die im Lauf der Zeit brüchig geworden und teilweise schon abgerutscht war. Die von der DSD geförderte Restaurierung ist aufwendig, da heute keine Dachdeckung aus diesem Material mehr hergestellt wird und auf Abbruchmaterial zurückgegriffen werden muss. Trotz der Baumaßnahmen läuft der Jugendherbergsbetrieb mit 21.000 Übernachtungen pro Jahr weiter. Adresse: Gottsbürener Straße 15, 34385 Bad Karlshafen-Helmarshausen
Wewelsburg, Jugendherberge © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Wewelsburg, Jugendherberge © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
 
 
Büren, Wewelsburg © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Schönheit und Schrecken liegen auf der Wewelsburg direkt nebeneinander: Die bauhistorisch einmalige Renaissance-Dreiecksburg der Paderborner Fürstbischöfe wurde während der NS-Zeit von der SS missbraucht. Schon vorher diente die Wewelsburg als Jugendherberge. Allein die Baugeschichte der Burg bis 1933 – aufgearbeitet im Kreismuseum Wewelsburg – ist einen eigenen Besuch wert. Im ehemaligen vorgelagerten Wachhaus der SS ist seit 2009 eine Dokumentation zur NS-Zeit eingerichtet. Nur durch diese Ausstellung gelangt man in die nach Heinrich Himmlers Geschmack eingerichteten Säle. Adresse: Burgwall 17, 33142 Büren. Förderung der DSD: seit 2017 Restaurierung der Südwest- und Südost-Türme
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Görlitz, Jugendherberge Altstadt © DJH Landesverband Sachsen
In einem für Görlitz typischen Hallenhaus, ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert, liegt in der Peterstraße 15 die Europa-Jugendherberge „Altstadt“. Nach langem Leerstand und teilweisem Einsturz wurde das Gebäude 2006 für diese neue optimale Nutzung aufgearbeitet. Für Klassen bietet die Jugendherberge Filmworkshops in „Görliwood“ an. Die einzigartige Görlitzer Altstadt wurde in den vergangenen Jahren mehrfach als Kulisse für internationale Filmproduktionen genutzt. Adresse: Peterstraße 15, 02826 Görlitz. Förderung der DSD: 2009/10
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Nürnberg, Jugendherberge © DJH Landesverband Westfalen-Lippe
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Saldenburg, Jugendherberge © DJH Landesverband Bayern
Wie ein Würfel liegt die Saldenburg auf einem Felsen im Bayerischen Wald: kompakt und uneinnehmbar. 20 mal 25 Meter sind die Maße des aufstrebenden Granitmauerwerks, das dringend restauriert werden muss. Im Kern stammt die Burg aus dem 14. Jahrhundert. 1368 erhielt Ritter Heinrich Tuschl zu Söldenau das Lehen mit der Auflage, auf dem Berg eine Feste zu errichten. Wiederhergestellt wurde sie 1682 von Enrico Zuccalli, dem Hofbaumeister des Münchner Barock. 1928 wurde die Burg vom Deutschen Jugendherbergswerk übernommen. Bei den Umbauten nahm man große Rücksicht auf das bestehende Gebäude. Adresse: Ritter-Tuschl-Straße 20, 94163 Saldenburg. Förderung der DSD: Die Instandsetzung von Dach und Außenfassade wird 2018 gefördert.
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Burg Altena, Jugendherberge © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Die aktuelle Jugendherberge in der Burg Altena liegt seit den 1960er-Jahren im unteren Burghof und hat seit 2000 zusätzlich noch eine Villa unmittelbar vor dem Burgtor bezogen. Große Mehrbettzimmer in der Burg vermitteln den Geist der traditionellen Jugendherberge. Schüler können einen klassischen Tag mit Burgführung und Schildbauen verbringen und sich abends bei der Rittertafel zum Ritter schlagen lassen. Die DSD förderte 2008 und 2009 die Mauerwerkssanierung mit jeweils 100.000 Euro. Adresse: Fritz-Thomée-Straße 80, 58762 Altena
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Burg Altena, Jugendherberge © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Im Erlebnisaufzug mit mehreren Schaustationen geht es von dem Städtchen unten an der Lenne hoch zur Burg Altena, die aus dem 12. Jahrhundert stammt und ab 1907 wieder aufgebaut wurde. Im oberen Burghof angekommen, liegt gegenüber das Museum zur ersten Jugendherberge der Welt. Die ursprünglichen Schlaf- und Aufenthaltsräume veranschaulichen den (geringen) Komfort früherer Jahre.
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Bad Karlshafen, Jugendherberge © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Eine schöne Landschaft, reichlich Schlösser und Burgen zum Besichtigen und vor allem gute Luft: Das waren überzeugende Argumente für die Ruhrknappschaft, um 1923 in Bad Karlshafen-Helmarshausen ein Erholungsheim für Bergleute zu errichten. 1980 erwarb der Landesverband Hessen des Deutschen Jugendherbergswerks das Heimatstil-Gebäude an den Hängen des Reinhardswaldes. Besonders wertvoll ist die Dacheindeckung aus Wesersandsteinplatten, die im Lauf der Zeit brüchig geworden und teilweise schon abgerutscht war. Die von der DSD geförderte Restaurierung ist aufwendig, da heute keine Dachdeckung aus diesem Material mehr hergestellt wird und auf Abbruchmaterial zurückgegriffen werden muss. Trotz der Baumaßnahmen läuft der Jugendherbergsbetrieb mit 21.000 Übernachtungen pro Jahr weiter. Adresse: Gottsbürener Straße 15, 34385 Bad Karlshafen-Helmarshausen
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Wewelsburg, Jugendherberge © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
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