Denkmalnachrichten Juni 2016

Grünanlagen der Nachkriegszeit

Beim Projekt „Grünanlagen der 1950er- und 1960er-Jahre – Qualitäten neu entdecken“ sollen möglichst viele in Deutschland noch bestehende Anlagen bis Herbst 2016 erfasst werden.

In den 1950er- und 1960er-Jahren wurde die dringend gebrauchte neue Wohnbebauung an vielen Orten mit Grünanlagen aufgelockert. Man pflanzte schnellwachsende Bäume wie Birken oder Pappeln – aber auch Obstbäume, um die an Hunger leidende Bevölkerung unmittelbar nach Kriegsende zu versorgen. Auch Stadtparks und Grünanlagen an öffentlichen Bauten entstanden in großer Zahl. Als Gestaltungselemente in den typischen Formen und Materialien dieser Zeit kamen Wasserbecken in Nierenformen, Pflanzschalen aus Waschbeton und Bodenbeläge aus Trümmersteinen hinzu. Einige Anlagen wurden mit Spielplätzen, auf denen Tierskulpturen und Märchengestalten zu finden sind, kombiniert. Grünanlagen aus dieser Zeit existieren bis heute, viele sind jedoch zwischenzeitlich verändert, manche sind verwahrlost und in ihrer Ästhetik kaum mehr wahrzunehmen.


„Grünanlagen der 1950er- und 1960er-Jahre – Qualitäten neu entdecken“ heißt daher ein Forschungs- und Vermittlungsprojekt von Bund Heimat und Umwelt e. V. (BHU), Deutscher Gartenamtsleiterkonferenz (GALK e. V.) sowie TU Berlin, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert wird. Möglichst viele in Deutschland noch bestehende Anlagen sollen bis Herbst 2016 erfasst werden, um wieder mehr Wertschätzung und auch Pflege zu erfahren. „Wir sind dabei auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen“ erläutert Dr. Martin Bredenbeck vom BHU. Es wurde ein Formular entwickelt, mit dem man entsprechende Anlagen melden kann. An welchen Elementen und Materialien sie zu erkennen sind, ist in einer Broschüre zusammengestellt. Machen Sie mit!   


Weitere Informationen: BHU, Adenauerallee 68, 53113 Bonn, Tel. 0228 224091, E-Mail: bhu@bhu.de oder im Projektarchiv unter https://www.denkmalpflege.tu-berlin.de/nachhaltig_gut


Carola Nathan

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