Ikonographie Dezember 2014

Patron der Jungfrauen und Seefahrer

"Du lieber, heiliger Nikolaus"

Am 6. Dezember schauen Kinder erwartungsfroh nach, ob der Nikolaus am Vorabend Gaben in ihren geputzten Stiefeln hinterlassen hat.

Auf dem spätgotischen Hochaltar der Nicolaikirche im sächsischen Döbeln ist der heilige Nikolaus als Bischof und mit Goldkugeln dargestellt, die auf die Legende mit den drei Jungfrauen hinweisen. Die Kirche ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.  
Döbeln, Hochaltar Nicolaikirche © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Auf dem spätgotischen Hochaltar der Nicolaikirche im sächsischen Döbeln ist der heilige Nikolaus als Bischof und mit Goldkugeln dargestellt, die auf die Legende mit den drei Jungfrauen hinweisen. Die Kirche ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dieser Tradition? Sie geht auf die Legenden zweier Heiliger mit Namen Nikolaus zurück, deren vermeintliche Wundertaten miteinander verwoben wurden: die des Bischofs von Myra, der um 350 an einem 6. Dezember gestorben sein soll, sowie des Abts von Sion und späteren Bischofs von Pinara, dessen Todestag auf den 10. Dezember 564 datiert wird.

© ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
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Der heilige Nikolaus (2. v. l.) auf dem Altar der Bergenfahrer in der Stralsunder Nikolaikirche. Sie ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
© ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
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Der heilige Nikolaus (2. v. r.) auf einer Chorschrankentür in der Stralsunder Nikolaikirche. Sie ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
© ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
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Der heilige Nikolaus schmückt auch das Westportal der Stralsunder Nikolaikirche. Sie ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
© Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
© Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
St. Nicolai im sächsischen Döbeln. Die Kirche wurde im 14. Jahrhundert errichtet und im 15. Jahrhundert zur Hallenkirche umgebaut.
© Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
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Der prächtige Altar in der Döbelner Nicolaikirche, auf dem der heilige Nikolaus als Bischof dargestellt ist.
© Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
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Auf einer der Gestühlswangen in der Stralsunder Nikolaikirche ist der heilige Nikolaus dargestellt. Sie ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
 
 
© ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Der heilige Nikolaus (2. v. l.) auf dem Altar der Bergenfahrer in der Stralsunder Nikolaikirche. Sie ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
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Der heilige Nikolaus (2. v. r.) auf einer Chorschrankentür in der Stralsunder Nikolaikirche. Sie ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
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Der heilige Nikolaus schmückt auch das Westportal der Stralsunder Nikolaikirche. Sie ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
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St. Nicolai im sächsischen Döbeln. Die Kirche wurde im 14. Jahrhundert errichtet und im 15. Jahrhundert zur Hallenkirche umgebaut.
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Der prächtige Altar in der Döbelner Nicolaikirche, auf dem der heilige Nikolaus als Bischof dargestellt ist.
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© Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Auf einer der Gestühlswangen in der Stralsunder Nikolaikirche ist der heilige Nikolaus dargestellt. Sie ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
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Die Verehrung für den heiligen Nikolaus breitete sich ab dem 7. Jahrhundert über den gesamten Mittelmeerraum aus. Von einer Italienreise nahm Bischof Liudger die Heiligenlegenden mit nach Münster und gründete um 800 in Billerbeck die erste Nikolauskirche nördlich der Alpen. Für eine wahre Hochkonjunktur des Kults sorgte die byzantinische Prinzessin Theophanu, die 972 Kaiser Otto II. geheiratet hatte.

Der heilige Nikolaus reicht einer der drei Jungfrauen einen Beutel mit Gold durch das Schlafzimmerfenster. Diese Malerei befindet sich auf der Nordempore von St. Martin in Linz am Rhein. Die Kirche ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.  
Nikolaus Linz, St. Martin © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Der heilige Nikolaus reicht einer der drei Jungfrauen einen Beutel mit Gold durch das Schlafzimmerfenster. Diese Malerei befindet sich auf der Nordempore von St. Martin in Linz am Rhein. Die Kirche ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Der heilige Nikolaus wird oft mit den Pontifikalien eines Bischofs - Krummstab, Mitra, Ring und Brustkreuz - dargestellt. Manchmal erhielt er als Attribute drei goldene Kugeln. Sie verweisen auf die Legende, wonach Nikolaus drei Jungfrauen vor der Prostitution bewahrt hatte. Ihr verarmter Vater sah keinen anderen Ausweg für sie, weil er ihre Mitgift nicht aufbringen konnte. Als Nikolaus davon erfuhr, soll er drei Nächte hintereinander Gold durch das Fenster ihres Schlafzimmers geworfen und sie so vor dem Schicksal gerettet haben.

Viele Kirchen in Städten am Meer tragen den Namen des Heiligen. Die Stralsunder Nikolaikirche - ebenfalls ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz - besitzt mehrere Nikolaus-Darstellungen, wie hier auf dem Altar der Bergenfahrer im südlichen Langhaus.  
Nikolaus Stralsund, Nikolaikirche © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Viele Kirchen in Städten am Meer tragen den Namen des Heiligen. Die Stralsunder Nikolaikirche - ebenfalls ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz - besitzt mehrere Nikolaus-Darstellungen, wie hier auf dem Altar der Bergenfahrer im südlichen Langhaus.

Nikolaus gilt daher als Schutzheiliger der Jungfrauen. Darüber hinaus ist er unter anderem Patron der Pilger, Gefangenen und Bäcker, aber auch der Seefahrer; daher ist ihm in fast allen Hansestädten eine Kirche gewidmet.

Auf der Legende der drei Jungfrauen basiert der Brauch, dass der Nikolaus am Vorabend seines angenommenen Todestages Gaben bringt. Bis zur Reformation, die sich die Abschaffung jeglicher Heiligenverehrung auf die Fahnen geschrieben hatte, erhielten die Kinder am 6. Dezember ihre Weihnachtsgeschenke. Martin Luther verlegte die Bescherung dann auf den 24. Dezember.

Dass der Nikolaus heute oft mit weißem Bart und rotem Mantel dargestellt wird, geht auf einen Werbegag der Firma Coca-Cola zurück. Niederländische Einwanderer hatten den Brauch um ihren Sinterklaas nach Amerika mitgenommen. Dort wurde er zu Santa Claus, der die Geschenke in der Nacht zum 25. Dezember durch den Kamin bringt.

Carola Nathan