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Wo die Familie von Münchhausen lebte

Schloss Schwöbber - ein Neubeginn

Zehn Jahre ist es her, dass aus Schloss Schwöbber bei Hameln das Schlosshotel Münchhausen wurde. Zeit einmal nachzuschauen, wie sich das Hotel des Unternehmer-Paars Ursula und Friedrich Popken entwickelt hat.

Im November 2001 erwarben die Popkens den ruinösen Bau, den 1908 und 1992 zwei Brände geschädigt hatten. Dadurch retteten sie dieses Zeugnis der Weserrenaissance in letzter Minute. Zwei Versteigerungen zuvor waren ergebnislos verlaufen.

Eine Idylle zum Ausspannen: Der ehemalige Familiensitz der Familie von Münchhausen wurde vor zehn Jahren vor dem Untergang gerettet und zum Hotel umgebaut.  
Hameln, Schloss Schwöbber © Eckhart Wolter, Aerzen
Eine Idylle zum Ausspannen: Der ehemalige Familiensitz der Familie von Münchhausen wurde vor zehn Jahren vor dem Untergang gerettet und zum Hotel umgebaut.

Unverzüglich begannen sie auf der Grundlage eines Restaurierungskonzepts der Brandenburgischen Schlösser GmbH mit den Arbeiten. 26 Handwerksbetriebe waren daran beteiligt. Nur anderthalb Jahre später, auch dank Bußgeldzuweisungen an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, konnten sie das Hotel im Frühsommer 2004 eröffnen.

Seither bietet das weit vom Lärm des Alltags entfernte Anwesen anspruchsvollen Touristen die Möglichkeit auszuspannen. Sie können in die Welt derer von Münchhausen eintauchen.

Otto I. von Münchhausen hatte 1716 Zar Peter den Großen auf dem Schloss empfangen und durch seine exotische Pflanzensammlung geführt. Vor allem die in Europa seinerzeit sehr seltene Ananaskultur erlangte Berühmtheit, und die Vielfalt nordamerikanischer Arten setzte Maßstäbe.

Wer heute zum Hotel in die Nähe von Hameln fährt, wird das ehemals uncharmante, graugesichtige Schloss Schwöbber, das dem Verfall preisgegeben war, kaum wiedererkennen.  
Hameln, Schloss Schwöbber © Eckhart Wolter, Aerzen
Wer heute zum Hotel in die Nähe von Hameln fährt, wird das ehemals uncharmante, graugesichtige Schloss Schwöbber, das dem Verfall preisgegeben war, kaum wiedererkennen.

Der Bau des Schlosses selbst geht auf Hilmar von Münchhausen zurück, der 1512 in Aerzen geboren wurde, zunächst für den geistlichen Stand bestimmt war, dann aber das Kriegshandwerk bevorzugte. Er warb Söldner und Landsknechte an, um sie den Kriegsführenden anzubieten und zu "verleihen". Auf diese Art wurde er zu einem der reichsten Männer des Landes. 1564 erwarb Hilmar von Münchhausen das Amt Aerzen für 23.686 Goldgulden als Pfandherrschaft zurück - es hatte zu Zeiten seines Vaters Streit um die Güter gegeben - und begann wenig später mit dem Bau der Schlösser in Rinteln, Lauenau, Leitzkau und Schwöbber. Letzteres sollte sein Alterssitz werden. Hilmar erlebte die Fertigstellung seines Schlosses nicht, dessen Geschichte danach von vielen Höhen und Tiefen geprägt war.

Einladend wirkt das Schloss-Ensemble mit dem Charakter der Renaissance heute.  
Hameln, Schloss Schwöbber © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Einladend wirkt das Schloss-Ensemble mit dem Charakter der Renaissance heute.

1919 beendete der Saatzuchtunternehmer Eduard Meyer das Auf und Ab der Familie Münchhausen auf Schwöbber und übernahm das verfallende Schloss und den Park. Die großen, opulent ausgeschmückten Räume wie der Rittersaal tragen seine Handschrift. Meyer kümmerte sich besonders um den Garten. In seine Fußstapfen trat dann der jetzige Eigentümer Friedrich Popken, der sich als Mitglied der Dendrologischen Gesellschaft und der Gesellschaft Deutsches Arboretum dem abermals verwilderten Park intensiv widmete und die botanische Sammlung ausbaute.

Die Gäste können sich heute beim Spaziergang durch die Gärten wie einst Zar Peter an Kobushi-Magnolien, Cincinnati-Fichten und Mammutbäumen erfreuen.

Christiane Schillig

Weitere Infos im WWW:

www.schlosshotel-muenchhausen.com