Landschaften, Parks und Friedhöfe Juni 2013

Die Blütezeit des Alten Landes

Vom Deichen und Weichen

Auf dem Deich sitzen, Pötte gucken. Dann umdrehen, ein Fahrrad schnappen und runterrollen mitten in das Blütenmeer der Apfel- oder Kirschbäume. Ein Hofcafé in einem der Gärten der Obstbauern finden, Kuchen essen. So könnte ein ziemlich perfekter Frühjahrstag aussehen im Alten Land, jenem kleinen, sehr eigenen Landstrich an der Unterelbe zwischen Hamburg, Buxtehude und Stade. Voraussetzung natürlich: kein Schietwetter. Und das ist hier bei der Kirschblüte (etwa ab Ende April) und bei der Apfelblüte (in der Regel ab Anfang Mai) immer so eine Sache.

13 Millionen blühende Obstbäume zieren im Frühling das Alte Land bei Hamburg. 
Altes Land, Guderhandviertel © M. Elsen
13 Millionen blühende Obstbäume zieren im Frühling das Alte Land bei Hamburg.

I. Meile – Beginn der Holländerkolonisation

Wetter und Wasser sind für den Besucher des Alten Landes ohne Zweifel wichtig. Viel wichtiger aber sind diese Faktoren für die Altländer selbst. Man kann fast sagen: Ihre Heimat setzt sich aus diesen Komponenten zusammen, von Plinius dem Älteren um 50 n. Chr. so spitz wie mitleidig beschrieben: "Zweimal in dem Zeitraum je eines Tages und einer Nacht dringt das Weltmeer in großartiger Bewegung mächtig heran und begräbt unter seinen Fluten einen ewigen Streitgegenstand der Natur: ob See, ob Land, keiner vermag es mit Gewissheit zu sagen. Dort haust ein bejammernswertes Volk auf hohen Erhebungen oder künstlichen, nach Maßgabe der höchsten Flut aufgeworfenen Hügeln. (…) Mit ihren Händen sammeln sie Schlamm, den sie dann mehr im Winde als in der Sonne trocknen, kochen mit dieser Erde ihre Speisen und erwärmen ihre im Nordwind erstarrenden Leiber."

Das von Plinius beschriebene Leben in der Elbmarsch war in der Tat kein einfaches. Die Marsch war nach der letzten Eiszeit als Schwemmland im Elbe-Urstromtal entstanden. Die Schwebstoffe der Elbefluten führten zur Gliederung der Landschaft in ein ufernahes Hochland, ein niedriger liegendes "Sietland" und in Niederungsmoore, abgegrenzt durch den Geestrand im Süden. Nur auf den höher gelegenen, einigermaßen überflutungssicheren Uferwällen war eine - spärliche - Besiedlung möglich.

Das Alte Land mit seinen drei Meilen. Grau unterlegt sind die Siedlungsgebiete. Gut ist die Strukturierung der Landschaft durch die schmalen Hufe zu sehen. 
Altes Land bei Hamburg © ELBBERG Stadt-Planung-Gestaltung, Hamburg
Das Alte Land mit seinen drei Meilen. Grau unterlegt sind die Siedlungsgebiete. Gut ist die Strukturierung der Landschaft durch die schmalen Hufe zu sehen.

Was Plinius nicht ahnen konnte: Dieser Zustand sollte sich nachhaltig ändern. Anfang des 12. Jahrhunderts baten holländische Siedler den Bremer Erzbischof um Land. In ihrer Heimat waren sie hochspezialisiert auf Landgewinnung durch Entwässerung und Deichbau. Der Bischof gab gerne, war die Marsch doch "bislang unbebaut und sumpfig und für unsere Bewohner überflüssig". Die Holländer unterteilten die Landschaft gleichmäßig in etwa zwei Kilometer lange und 150 Meter breite "Marschhufe", durchzogen diese mit unendlichen Kilometern Gräben und legten Siele an. Der detaillierte Vertrag gestand den Kolonisten eine weitgehende Autonomie zu, nämlich eine eigene hollische Gerichtsbarkeit und die Errichtung von Kirchen, und sah nur geringe Abgaben vor.

Die sogenannte Hollerkolonisation begann im Westen und endete schließlich im 15. Jahrhundert, als Hamburg erreicht war. In drei Abschnitten, den drei "Meilen", wurde das Land eingedeicht und kultiviert, orientiert an den natürlichen Landschaftseinschnitten der Flüsse Schwinge bei Stade, Lühe und Este.

Reizvolle Kombination im Alten Land: erdverbundenes Landleben mit Obstanbau, aber auch weiter Blick in die Ferne wie hier symbolisiert durch das 1899 erbaute Oberfeuer Grünendeich. 
Grünendeich, Oberfeuer © M. Elsen
Reizvolle Kombination im Alten Land: erdverbundenes Landleben mit Obstanbau, aber auch weiter Blick in die Ferne wie hier symbolisiert durch das 1899 erbaute Oberfeuer Grünendeich.

Die Meilen sind Deichverbände. Schon die sächsischen Altsiedler am Elbufer hatten Deiche um ihre Höfe gebaut. Der Übergang zu einem gemeinsam organisierten Deichbau und vor allem dem Deichschutz durch Sachsen und Holländer ist ein spannendes, weil weitgehend konfliktfreies Stück Geschichte. "Wer nicht will deichen, der muss weichen", lautete das Motto über Jahrhunderte hinter der Elbe, denn nur ein kollektives Handeln sicherte das Überleben in diesem speziellen Stück Land. Herausgekommen ist ein eigenständiger Menschenschlag, der stolz ist auf seine Geschichte, auf seine Unabhängigkeit, auf seine Heimat.

II. Meile – Im Kern des Alten Landes

Als heimliche Hauptstadt des Alten Landes sieht sich Jork, im Zentrum der Zweiten Meile gelegen. In Jork und in den Orten ringsum gibt es besonders viele ansehnliche Häuser und Perspektiven zu entdecken. Reich geschmückte Bauernhausfassaden reihen sich in den Dörfern, oft direkt hinter den Deichen, was - ohne regelmäßig drohende Sturmfluten und Hochwasser zu vergessen - Geborgenheit und Frieden ausstrahlt. Sie sind Zeugnisse des jahrhundertelangen hiesigen Wohlstands. Überraschend ist die Ansicht der mit Häusern bestandenen Flussdeiche, reizvoll die Kombination mit den alles überragenden Leuchtfeuern, beruhigend sind die ordentlichen Reihen der Obstplantagen.

Der Werthsche Hof, Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, zeigt Altländer Fachwerk in seiner schönsten Form.  
Borstel, Werthscher Hof © R. Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Der Werthsche Hof, Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, zeigt Altländer Fachwerk in seiner schönsten Form.

Zehn Kirchen gehören zum Alten Land. Orgelkenner wissen um die musikhistorischen Schätze, die sich in den Backsteinbauten verbergen. Der berühmte Orgelbauer Arp Schnitger lebte von etwa 1705 an in Neuenfelde auf dem sogenannten Orgelbauernhof und hatte auch im Alten Land acht der Gotteshäuser mit seinen herausragenden Instrumenten bestückt. Die Kirchen sind zwar nicht groß, die Türme oftmals wegen des weichen Untergrunds neben das Kirchenschiff gesetzt, dennoch bilden sie Landmarken in der flachen Weite.

Prägend für diese historische Kulturlandschaft sind die Orte. Die meisten liegen entlang der Elbe und der kleineren Flüsse, was die Meilengrenzen leicht ablesbar macht. In den "Deichhufendörfern" sind die Höfe zur Straße am Deich hin ausgerichtet, in den linearen "Marschhufendörfern" zur Straße hin, hinter ihnen erstrecken sich die schmalen, langen Hufen. Es reiht sich Streifen an Streifen, sie geben der Marsch ein strenges geometrisches Muster.

Wunderschöne Schaugiebel schmücken die stattlichen Bauernhäuser in den Orten. Nach Art des Niederdeutschen Hallenhauses handelt es sich um Zwei- oder Vierständerhäuser, in denen sich Stallungen, Diele und Wohnräume unter einem Dach befinden. Buntmauerwerk, das ist ein dekorativ mit Ziegelornamenten gefülltes weißes Fachwerk, imposante Reetdächer mit Giebelzier und aufwendige Haustüren zeugen von der Erfolgsgeschichte des ehemals so unwirtlichen Landes.

Überhaupt wurden Tür und Tor von den Altländern gerne zum Herzeigen genutzt. Als Besonderheit des Alten Landes gibt es an einigen Höfen die Brauttüren zu entdecken. Sie wurden ab Ende des 18. Jahrhunderts sowohl aus sehr ökonomischen als auch aus repräsentativen Gründen gebaut. Sie waren nur von innen zu öffnen und führten zu einem vom übrigen Haus abgetrennten Raum, in dem die Mitgift der Braut aufgehoben wurde. Im Brandfall konnte so das wertvolle Gut besser gerettet werden. Sonst öffnete man die Tür nur bei der Hochzeit oder bei Todesfällen. Hübsch anzusehen war sie aber das ganze Jahr und erzählte jedem Vorübergehenden von der üppigen Mitgift der Hausherrin.

Eindrucksvolles Exemplar einer Prunkpforte am Hof Rieper bei Jork 
Jork, Rieper Hof © R. Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Eindrucksvolles Exemplar einer Prunkpforte am Hof Rieper bei Jork

Dem gleichen Zweck dienten die unübersehbaren, meist strahlend weißen Prunkpforten: große, mit buntem Schnitzwerk geschmückte hölzerne Tordurchfahrten zu den Höfen. Sie gibt es nur im Alten Land. Sinnzeichen wie die Traube für Fruchtbarkeit im Scheitel der Wagendurchfahrt symbolisierten Wunsch und Hoffnung der Hofbewohner. Die ältesten erhaltenen Prunkpforten stehen in der Dritten Meile. Es wird angenommen, dass dort die ersten entstanden sind.

III. Meile – Probleme contra Hoffnungen

Heute ist das Alte Land das größte geschlossene Obstanbaugebiet Nordeuropas. Die Spezialisierung auf den Obstbau entwickelte sich aber erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts mit Hamburg als optimalem Vertriebsstandort. Das Bild der Landschaft mit der geschlossenen Blütendecke, das sich uns in den nächsten Wochen wieder bieten wird und das nicht zu Unrecht eine hunderttausendfache Besucherattraktion geworden ist, gibt es sogar erst seit den 1960er Jahren und ist den niedrig wachsenden erntefreundlichen Apfelbäumen geschuldet. Früher glichen die Plantagen mit den großen Obstbäumen eher Wäldern.

In der Frühlingssonne innehalten und mit Schiffen die Gedanken ziehen lassen: Obstblüte im Alten Land 
Obstblüte Altes Land © M. Elsen
In der Frühlingssonne innehalten und mit Schiffen die Gedanken ziehen lassen: Obstblüte im Alten Land

Fast 90 Prozent der Obstbäume im Alten Land sind heute Apfelbäume. Das birgt, wie jede Monokultur, Risiken. Viele der alten Holländerwassergräben wurden zugeschüttet. Die Verringerung der Wasserflächen aber erhöht die Bodenfrostgefahr. Um die Blüten in kalten April- und Mainächten zu schützen, werden sie mit Wasser beregnet. Ein Eispanzer schützt paradoxerweise die Blüte vor Erfrierungen. Das Wasser für die Beregnungen kommt über Gräben, Wettern und Fleete aus der Elbe. Eine Methode, die außergewöhnlich ist und nur dort funktioniert, wo Wasser unbegrenzt zur Verfügung steht.

Auch deshalb schauen die Altländer mit großer Sorge auf die geplante Elbvertiefung, die den Zugang größerer Schiffe in den Hamburger Hafen ermöglichen soll. Eine tiefere Elbe würde eine schnellere Fließgeschwindigkeit und damit eine Versalzung des Flusses bedeuten. Salziges Wasser aber kann die Apfelblüten nicht mehr schützen.

Zudem sitzt die Angst tief vor höheren Hochwassern, die auch den deichgeschützten Flüssen des Alten Landes drohen. Ist schon die geplante Erhöhung des Elbdeiches rein technisch ein Problem, wird dies natürlich bei den zum Teil hausbebauten Flussdeichen unmöglich. Das Thema Deich trifft die empfindlichste Seite der Altländer.

Der Harmshof in Jork-Königreich ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. 
Jork-Königreich, Harmshof © R. Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Der Harmshof in Jork-Königreich ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Vor allem in der Dritten Meile, in der sich der Hamburger Teil des Alten Landes befindet, kennt man zur Genüge die Interessenkonflikte mit der Wirtschaft: Schon einmal ist ein Kampf gegen die Industrie verloren gegangen, als 2004 die Vergrößerung der Airbus-Werke in Finkenwerder mit politischem Willen durchgesetzt wurde. Für den Bau einer verlängerten Start- und Landebahn trug man einen altsächsischen Ringdeich ab. Obstbauern verließen ihre Höfe, Dutzende Häuser stehen im Ort leer. Die Pankratiuskirche in Neuenfelde, ein barockes Schmuckstück, die Schnitger mit einer seiner vollkommensten Orgeln beschenkte, liegt direkt in der Flugschneise. Die Dachziegel mussten festgeschraubt werden, damit die Wirbelwinde der Flugzeuge das Dach nicht abdecken.

Einschneidend in und für die Kulturlandschaft ist auch die teilweise fertiggestellte Autobahn 26 in Dammlage auf der Grenze zwischen Marsch und Moor. Geplant ist ihr Ausbau bis nach Hamburg. Die Nähe zur Großstadt und ihrer Industrie, die zur Blüte des Alten Landes beitrug und die Region bis heute attraktiv macht, fordert ihren Tribut.

Das Alte Land ist eine Landschaft, die von Menschenhand geschaffen wurde, sich in ihrem Aussehen durch Menschenhand gewandelt hat und sich weiter wandeln wird.

Auf dem Elbdeich bei Lühe: Seine zukünftige Form ist ungewiss. 
Lühe, Elbdeich © R. Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Auf dem Elbdeich bei Lühe: Seine zukünftige Form ist ungewiss.

Das Charakteristische und Einmalige jedoch - die Struktur durch die streifenförmige Parzellierung, durch die zahllosen Gräben und Fleete, durch die linearen Dorfformen und ihre ausdrucksstarken Hofhäuser, durch die erhaltenen Mühlen wie auch durch die Deiche und die Leuchtfeuer entlang der Elbe als Verbindung zum Maritimen - ist bis heute erhalten und unbedingt zu bewahren. Das zu erreichen und die Schönheit der Landschaft den Menschen nahezubringen macht sich seit 2008 der "Verein für die Anerkennung des Alten Landes zum Welterbe der UNESCO e. V." zur Aufgabe. Mit großem Erfolg: Seit 2012 ist das Alte Land niedersächsischer Kandidat für die neue deutsche Vorschlagsliste, im Herbst dieses Jahres entscheidet sich der weitere Weg der Bewerbung durch die Kultusministerkonferenz.

Gleichzeitig wird intensiv der Austausch mit anderen ehemaligen Hollerkolonien betrieben und über einen gemeinsamen Antrag von deichabhängigen Ländern bei der UNESCO nachgedacht. Interessanterweise gibt es im Mutterland Holland kein Poldergebiet mehr, in dem die Strukturen noch so gut ablesbar sind.

Guderhandviertel © I. Kunze
Guderhandviertel © I. Kunze
Im 17. und 18. Jahrhundert waren die Giebel als Wetterschutz mit kräftigen Vorkragungen ausgestattet. Haus in Guderhandviertel
© R. Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
© R. Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Guderhandviertel © R. Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Guderhandviertel © R. Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Detail einer Brauttür in Steinkirchen
Borstel, Werthscher Hof © R. Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Borstel, Werthscher Hof © R. Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Seitentür des Werthschen Hofs in Borstel
Hollern-Twielenfleth, Sankt Mauritius © R. Rossner,Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Hollern-Twielenfleth, Sankt Mauritius © R. Rossner,Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Sankt Mauritius in Hollern-Twielenfleth liegt auf einer alten Wurt. Sie ist Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Steinkirchen, Hogendiekbrücke © M. Elsen
Steinkirchen, Hogendiekbrücke © M. Elsen
Nach holländischem Vorbild: die Hogendiekbrücke in Steinkirchen
 
 
Guderhandviertel © I. Kunze
Im 17. und 18. Jahrhundert waren die Giebel als Wetterschutz mit kräftigen Vorkragungen ausgestattet. Haus in Guderhandviertel
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© R. Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
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Guderhandviertel © R. Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Detail einer Brauttür in Steinkirchen
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Borstel, Werthscher Hof © R. Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Seitentür des Werthschen Hofs in Borstel
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Hollern-Twielenfleth, Sankt Mauritius © R. Rossner,Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Sankt Mauritius in Hollern-Twielenfleth liegt auf einer alten Wurt. Sie ist Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
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Steinkirchen, Hogendiekbrücke © M. Elsen
Nach holländischem Vorbild: die Hogendiekbrücke in Steinkirchen
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170 Quadratkilometer nur ist es groß, etwa dreißig Kilometer lang und höchstens zehn Kilometer breit. "Nur" ist hier allerdings relativ: 113 Kilometer Deich, 11.000 Kilometer Gräben und Kanäle schufen die Holländer, um aus dem "neuen" unbewohnbaren trockengelegtes "altes" Land zu machen.

Die jüngere Forschung datiert den ersten Siedlungsvertrag zwischen dem Bremer Bischof und den Holländern auf 1113. Vor 900 Jahren begann die Hollerkolonisation, wenige Jahre später die im heutigen Alten Land. Viel, über das man - zu jeder Jahreszeit - nachdenken kann bei einer der schönsten Beschäftigungen hinter der Elbe: Auf dem Deich sitzen, Pötte gucken, sich umdrehen und über die Apfelbaumreihen schauen.

Beatrice Härig

Info:

Mehrere herausragende Denkmale wurden von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert:

Der Werthsche Hof in Borstel aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts ist der einzig komplett erhaltene Herrensitz im Alten Land und besitzt eine bemerkenswerte frühbarocke Innenausstattung. Der gesamte Ortskern von Borstel mit Kirche, Windmühle, altem Hafen und Fachwerkhäusern ist sehenswert. Informationen über die Tourist-Info in Jork.

Der Harmshof in Jork-Königreich. Das ab 1606 gebaute Bauernhaus am Ufer der Este bildet mit Ställen und Speichern eine typische Altländer Hofgruppe. Er ist seit 1524 in Familienbesitz. Das Besondere am Harmshof ist die sehr alte, weitgehend original erhaltene Scheune (Mitte des 17. Jahrhunderts). Königreicher Straße 88, 21635 Jork. Im Sommer am Wochenende Hofcafé. www.harmshof-koenigreich.de

Die Kirche St. Mauritius in Hollern-Twielenfleth. ist auf einer Wurt errichtet worden. Der Turm stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist wohl das älteste Bauwerk des Alten Landes. Die Kirche beherbergt eine lange vernachlässigte Arp-Schnitger-Orgel, deren Restaurierung 2011 abgeschlossen werden konnte. Öffnungszeiten: April bis September mittwochs und samstags 15 bis 17 Uhr.

Verein für die Anerkennung des Alten Landes zum Welterbe der UNESCO e. V.: Kerstin Hintz, Westerladekop 4, 21635 Jork, Tel. 04162/95 69. www.welterbe-altes-land.de Für Informationen zum Alten Land: Tourist-Info in Jork. Osterjork 10, 21635 Jork. Tel. 04162/91 47 55.