Städte und Ensembles Verkehr Februar 2011

Wolfsburg – wie ein Auto eine Stadt schuf

Kultur im Kofferraum

Der freundliche Herr Cramm vom Besucherdienst der Volkswagen AG lächelt stolz. Das Werkforum in Wolfsburg ist mit allen technischen Finessen ausgestattet. "Spüren Sie das leichte Beben unter Ihren Füßen? Das sind die Schwingungen aus dem Presswerk, das einen Kilometer entfernt ist."

Blick auf die Stadt Wolfsburg bei Nacht. Vor der Kulisse der Autotürme verschwindet das Schloss Wolfsburg im Hintergrund nahezu. Dort wird junge Kunst präsentiert. 
Wolfsburg, Autostadt © Autostadt/Jörg Modrow
Blick auf die Stadt Wolfsburg bei Nacht. Vor der Kulisse der Autotürme verschwindet das Schloss Wolfsburg im Hintergrund nahezu. Dort wird junge Kunst präsentiert.

Das Presse- und Kongresszentrum von VW, dynamisch Werkforum genannt, ist eine teppichgedämpfte Welt und befindet sich im ältesten Gebäudekomplex des Werkes. Es beherbergte in den 1940er Jahren das Werkskino, das damals einzige Kino Wolfsburgs. Dann öffnet Torsten Cramm eine unscheinbare Tür, und eine gänzlich andere Welt tut sich auf: die Produktionshalle von Volkswagen. Keine 50 Meter vom ehemaligen Kinosaal entfernt werden im Karosseriebau Teile geschweißt, geklebt und zu einer Rohkarosse geformt.


Zuvor im Presswerk werden mit einer Kraft von über 7.000 Tonnen Stahlbleche zu Karosserieteilen geformt. Alle paar Sekunden beginnt somit das Leben eines neuen Volkswagens - bis zu 3.500 sind es täglich. Die Pressen lassen den riesigen Gebäudekomplex leise erzittern und scheinen dem faszinierenden Ballett der Fertigungsautomaten mit ihren unheimlichen, gelenkigen Armen den Rhythmus vorzugeben.

Auch wenn nur wenige Menschen zwischen den akkurat arbeitenden Maschinen zu sehen sind: Diese Hallen sind das Herz einer ganzen Stadt. 50.000 Menschen arbeiten bei VW in Wolfsburg, 120.000 Einwohner zählt die Stadt. Das Alltagsleben ist in Schichten von acht Stunden aufgeteilt, auf die auch der Busfahrplan ausgerichtet ist.

Der Rhythmus der Pressen muss über kurz oder lang unwiderruflich in Fleisch und Blut übergehen, waren früher sogar die Kinobesuche, Fluchten in eine andere Welt, von ihm unterlegt.

Beim Maschinenballett sind Menschen Mangelware: Zu 96 Prozent ist der Karosseriebau wie hier in der Punktschweißerei im VW-Werk mechanisiert. 
Wolfsburg, Volkswagen AG © Volkswagen AG
Beim Maschinenballett sind Menschen Mangelware: Zu 96 Prozent ist der Karosseriebau wie hier in der Punktschweißerei im VW-Werk mechanisiert.

Hell ist es in den Hallen, der Fußboden blank, die Maschinen weiß gestrichen - ein Gegensatz zum dunklen Äußeren des Gebäudes, rotbrauner Klinker prägt die Zentrale. Ohne einen Hinweis vom Besucherdienst wären die Spuren der Vergangenheit nicht zu entdecken: Inmitten der modernsten Technik, unter dem Gewirr der Transportsysteme an der Decke, an denen computergesteuert halbe und ganze Autos durch die Halle schweben, steht eine Tiefziehpresse von 1941, immer noch funktionstüchtig. Der legendäre Käfer wurde mit ihr in seine Formen gebracht, 36 Millionen Käferbauteile gepresst, der sagenhafte Erfolg von Volkswagen auch mit ihr begründet. Aber es gibt auch andere Zeichen der Vergangenheit. An den Stahlträgern der Fabrikhalle klaffen vereinzelt große Löcher: Spuren der Bombardierungen von 1944, einer Zeit, die mit all ihren bitteren Zusammenhängen bewusst nicht wegsaniert wurde. 1999 wurde in einem ehemaligen Luftschutzbunker eine "Erinnerungsstätte an die Zwangsarbeit auf dem Gelände des Volkswagenwerks" eröffnet.

Denn Volkswagen und die Stadt Wolfsburg sind ein Produkt der Nationalsozialisten. 1938 begannen sie, das Autowerk auf der grünen Wiese am Mittellandkanal zu bauen und die "Stadt des KdF-Wagens" gleich mit dazu. Der "Volkswagen" sollte produziert werden, und Hitler erließ den Befehl, eine "vorbildliche deutsche Arbeiterstadt", eine "Lehrstätte aus der Stadtbaukunst sozialer Siedlungen" zu errichten. Doch über zwei Siedlungsquartiere im Gartenstadtstil kam die Vorzeigestadt nicht hinaus. Der Krieg verhinderte die Realisierung des Stadtentwurfs südlich des Kanals mit einer aus Partei- und Kulturbauten bestehenden Stadtkrone und breiten Paradestraßen. Ebenso wenig wurde zunächst der von Ferdinand Porsche entwickelte "Volkswagen" gebaut. Stattdessen wurden der kriegstaugliche Kübelwagen und andere Rüstungsgüter produziert, und Hunderttausende von Bürgern, die die wöchentlichen Sparmarken für ihr erstes Auto erworben hatten, fütterten schließlich gezwungenermaßen nur das Sperrkonto der "Bank der deutschen Arbeit".

Samba-Bus vor dem Südrandbau, Im Hintergrund das Kraftwerk, 1954 
Wolfsburg, VW-Werk © Volkswagen AG
Samba-Bus vor dem Südrandbau, Im Hintergrund das Kraftwerk, 1954

Diese Ära ist 1945 vorüber, die Stadt wird nach dem nahen Schloss in Wolfsburg umbenannt. Das Werk blieb trotz einiger Bombenangriffe bis Kriegsende produktionsfähig, so dass bereits im Mai 1945 wieder erste Fahrzeuge vom Band laufen. Ein Großauftrag der britischen Militärregierung über 20.000 Volkswagen ist der Startschuss für eine rasante wirtschaftliche Entwicklung. Es beginnt die beispiellose Erfolgsgeschichte des VW-Konzerns, der "Käfer" entwickelt sich zum Symbol des Wirtschaftswunders schlechthin. Heute ist die Zentrale in Wolfsburg die größte Automobilfabrik der Welt unter einem Dach, sie dehnt sich auf einer Fläche aus, die der von Gibraltar entspricht. Darin nehmen sich die Gebäude von 1938/39 mittlerweile geradezu bescheiden aus. Dennoch bestimmen sie auch heute noch das Gesamtbild. Der erste monumentale, 1,5 Kilometer lange parallel zum Mittellandkanal gelegene Hallenkomplex und das Kraftwerk daneben bilden die zur Stadt liegende Schauseite des Konzerns, deren gigantische symmetrische Ausrichtung durch das 1959 eröffnete Verwaltungshochhaus aufgehoben wurde.

1945 jedoch bietet Wolfsburg den Anblick einer "halbfertigen" Stadt. Die Baracken, die zuvor von den insgesamt fast 20.000 Zwangsarbeitern bewohnt waren, werden jetzt durch Flüchtlinge und Kriegsheimkehrer belegt. 1955 leben in der Stadt bereits 35.000 Einwohner, und der Wohnungsbau wird zur dringlichsten Aufgabe.

Noch fehlen die Endmontagehalle 54 und die Autostadt: Blick über das Werk Wolfsburg, 1978 
Wolfsburg, VW-Werk © Volkswagen AG
Noch fehlen die Endmontagehalle 54 und die Autostadt: Blick über das Werk Wolfsburg, 1978

Eine Tour durch Wolfsburg veranschaulicht eindrucksvoll die Ideen, die Städteplaner und Architekten im Laufe der Jahrzehnte bezüglich der Wohnraumbeschaffung für viele Menschen entwickelt haben. In locker aneinandergefügten Stadtteilen, durchzogen von viel Grün, hat jedes Jahrzehnt eine neue Form des Wohnungsbaus gefunden. Nicht alle sind gelungen. Die Siedlungen der dreißiger Jahre - das, was die Wolfsburger "Altstadt" nennen - sind heute nicht ohne Grund ein begehrtes Wohngebiet.

Und in noch einer anderen Hinsicht hatte die Stadt etwas nachzuholen: In den 1950er Jahren werden 26 Kirchen gebaut! Zwei davon entwirft Alvar Aalto. Von 1958 bis 1962 errichtete Aalto neben dem Rathaus das Kulturhaus im damals noch wenig geordneten Stadtzentrum, das später die klassische Fußgängerzone westdeutscher Art erhält. Bauaufgabe beim Kulturhaus war, unter einem Dach verschiedene Nutzungen zusammenzufassen: die Stadtbücherei, die Volkshochschule mit mehreren Vortragssälen, verschiedene Ateliers.

Von kühner Dynamik ist die Deckenkonstruktion im Inneren von Heilig-Geist (1959­-63). 
Wolfsburg, Heilig-Geist © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Von kühner Dynamik ist die Deckenkonstruktion im Inneren von Heilig-Geist (1959­-63).

Noch heute, fast 50 Jahre später, erscheint das Äußere des Gebäudes kühn. Im Inneren begeistern der durchdachte Grundriss, die ausgeklügelten Details und die erlesenen Materialien. Besonders der Jugend Wolfsburgs sollte mit dem Kulturhaus ein neuer Ort geschaffen werden. Veranstaltungen auf der Dachterrasse, ein eigens eingerichteter Feuerplatz und die Milchbar im Erdgeschoss boten Abwechslung.

Denn Volkswagen zahlte seinen Mitarbeitern schon immer ein ordentliches Entgelt, und alle harmonieren aufs Beste: Werk, Stadt und Einwohner. Das Kulturhaus war die Konsequenz aus der Einsicht, dass Stadtbewohner mehr brauchen als einen Arbeitsplatz und eine Wohnung. Auch bei dem 1969 bis 1973 in diesem Sinne gebauten Stadttheater in Sichtweite des Kulturhauses entschied man sich mit Hans Scharoun für einen renommierten Architekten. Es ist der einzige jemals realisierte Theaterbau von Scharoun. Mit drei von sechs Aalto-Bauten, die es in Deutschland gibt, und zwei von Scharoun ist Wolfsburg ein Leckerbissen für Architekturinteressierte.

Wolfsburg, VW-Werk © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Wolfsburg, VW-Werk © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Das VW-Werk ist auch gut übers Wasser zu erreichen.
Wolfsburg, Heilig-Geist © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Wolfsburg, Heilig-Geist © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Das erste der beiden Gemeindezentren, die Alvar Aalto in Wolfsburg errichtete: Heilig-Geist (1959-63) mit freistehendem Glockenturm und einer Deckenkonstruktion von kühner Dynamik im Inneren (ganz links).
Wolfsburg, Kulturzentrum © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Wolfsburg, Kulturzentrum © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Das Alvar-Aalto-Kulturzentrum von 1962 neben dem wenige Jahre zuvor errichteten Rathaus (l.).
Wolfsburg, Rathaus © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Wolfsburg, Rathaus © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Das Wolfsburger Rathaus wurde nach den Plänen des in Wolfsburg ansässigen Architekten Titus Taeschner zwischen 1955 und 1958 erbaut.
Wolfsburg, VW-Werk © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Wolfsburg, VW-Werk © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Eine ungewohnte Perspektive. Das VW-Emblem und die Schornsteine ragen hoch über die Landschaft hinaus.
 
 
Wolfsburg, VW-Werk © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Das VW-Werk ist auch gut übers Wasser zu erreichen.
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Wolfsburg, Heilig-Geist © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Das erste der beiden Gemeindezentren, die Alvar Aalto in Wolfsburg errichtete: Heilig-Geist (1959-63) mit freistehendem Glockenturm und einer Deckenkonstruktion von kühner Dynamik im Inneren (ganz links).
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Wolfsburg, Kulturzentrum © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Das Alvar-Aalto-Kulturzentrum von 1962 neben dem wenige Jahre zuvor errichteten Rathaus (l.).
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Wolfsburg, Rathaus © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Das Wolfsburger Rathaus wurde nach den Plänen des in Wolfsburg ansässigen Architekten Titus Taeschner zwischen 1955 und 1958 erbaut.
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Wolfsburg, VW-Werk © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Eine ungewohnte Perspektive. Das VW-Emblem und die Schornsteine ragen hoch über die Landschaft hinaus.
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Dennoch blieb Wolfsburg auch mit diesen architektonischen Höhepunkten eine durch und durch vom Werk geprägte Stadt. Nicht von ungefähr sind fast von jedem Standort aus die vier Schornsteine des Volkswagen Kraftwerks am Horizont zu sehen. Sie wurden zwischen 1961 und 1966 aufgesetzt und stellten das markanteste Wahrzeichen dar. Fast symbolisch wirkt die Tatsache, dass die Strom- und Fernwärmeversorgung der Stadt vom Werk gespeist wird - wobei das Werk dreimal so viel Strom braucht wie die Stadt -, und manchmal bildet man sich ein, dass über den Straßen der typische Geruch eines Neuwagens Typ Golf VI liegt.

Diesem Image wird in den 1990er Jahren entgegengearbeitet: Gegenüber vom Alvar-Aalto-Kulturhaus entsteht das Kunstmuseum, das seitdem ambitioniert moderne Kunst nach Wolfsburg holt und sich bundesweit einen Namen gemacht hat. Und im Expo-Jahr 2000 wird die euphorische Stimmung der Superschau auch nach Wolfsburg geholt: Mit der Eröffnung der Autostadt - ein bis heute einzigartiger Erlebnispark rund um das Thema Mobilität - schlägt der Volkswagen Konzern ein neues Kapitel in der Stadtgeschichte auf.

Das Kunstmuseum wurde als weltoffene Schaubühne, nicht als geschlossener Musentempel konzipiert. Die wichtigsten Leitmotive der Architektur und der Museumsarbeit greifen Aspekte der modernen Industriestadt Wolfsburg mit ihrem Weltkonzern auf: Modernität, Urbanität und Internationalität. 
Wolfsburg, Kunstmuseum © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Das Kunstmuseum wurde als weltoffene Schaubühne, nicht als geschlossener Musentempel konzipiert. Die wichtigsten Leitmotive der Architektur und der Museumsarbeit greifen Aspekte der modernen Industriestadt Wolfsburg mit ihrem Weltkonzern auf: Modernität, Urbanität und Internationalität.

Jährlich werden rund zwei Millionen Menschen durch den automobilen Themenpark angezogen. Mit den vielen Aha- und Überraschungseffekten bei den Präsentationen in den verschiedenen Pavillons der Autostadt, die in eine seelenberuhigende, gewellte Gras- und Wasserlandschaft von 25 Hektar eingebettet sind, mit vielen automobilen Meilensteinen aus 125 Jahren Automobilgeschichte, die Auto-Liebhabern das Herz höher schlagen lassen, einem altersgerechten Programm für Kinder, allerlei gastronomischen Angeboten und nicht zuletzt durch das freundliche Personal hat Volkswagen eine Charmeoffensive gestartet. Am beeindruckendsten sind die beiden gläsernen Autotürme, in denen die Neuwagen auf ihre Eigentümer warten: Alle 40 Sekunden holt ein Käufer seinen neuen Volkswagen persönlich ab.

Noch während rund 430 Millionen Euro in der Autostadt verbaut werden, gründen Stadt und Volkswagen AG 1999 die Wolfsburg AG, die den automobilwirtschaftlichen Bereich mit Dienstleistungsangeboten und mit Erlebniseinrichtungen ergänzen will. Die Autostadt bietet für diese Entwicklung einen eindrucksvollen Einstieg.

Futuristische Architektur: Phæno, im November 2005 eingeweiht, versteht sich als die größte begehbare Skulptur Deutschlands und wird gerne mit einem mitten in der Stadt gelandeten UFO verglichen. Nur mit Hilfe modernster Spezialbaustoffe konnte das Phæno Wirklichkeit werden, der rechte Winkel wird konsequent vermieden. 
Wolfsburg, Phæno © ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Futuristische Architektur: Phæno, im November 2005 eingeweiht, versteht sich als die größte begehbare Skulptur Deutschlands und wird gerne mit einem mitten in der Stadt gelandeten UFO verglichen. Nur mit Hilfe modernster Spezialbaustoffe konnte das Phæno Wirklichkeit werden, der rechte Winkel wird konsequent vermieden.

Heute gibt es in Wolfsburg ein Multiplex-Kino. Wie die meisten seiner Art trägt es nicht gerade zur Stadtverschönerung bei. Jedoch bietet es - gegenüber vom Bahnhof gelegen, der 1957 eröffnet wurde - von seiner oberen Etage einen weiten Blick über die Fabrik, über die Autostadt, die "Volkswagen Arena" und über das Phæno, einen avantgardistischen Ausnahmebau der Architektin Zaha Hadid. Das jüngste Investment der Event- und Abenteuerstadt Wolfsburg beherbergt seit 5 Jahren das Science Center, eine raumschiffartige Erlebnislandschaft in biomorphen Formen mit 250 naturwissenschaftlichen Experimentierstationen. Wieder hat es Wolfsburg geschafft, die Aufmerksamkeit der internationalen Architektur-Welt auf sich zu ziehen.

Besonders im Dämmerlicht breitet sich das Panorama einer schönen, neuen Welt aus, die die Alltagsstadt im Rücken vergessen lässt. Durch die neuen Wahrzeichen der Stadt, die Autotürme, sieht man als I-Tüpfelchen des Szenariums Schloss Wolfsburg, das - obwohl älter als alles andere zusammen - zur Neuerfindung der Stadt dazugehört. Und über allem schwebt wie ein riesiger künstlicher Vollmond das blaue VW-Signet.

Beatrice Härig

Literatur:
Cornelia Thömmes, Architektur in Wolfsburg, Berlin und Braunschweig 1996, ISBN 3-922618-14-6, 80 S., 10 Euro.
Wolfsburg Architektur-Stadtplan. Bauten der Jahrtausendwende und die Klassiker. Hrsg. 2003 vom Alvar Aalto Zentrum Deutschland e. V., 3,90 Euro.

Movimentos, die Festwochen der Autostadt mit dem Schwerpunkt Tanz, jeweils im Frühsommer, bieten neben hochklassigen Aufführungen aus dem Bereich zeitgenössischer Tanz, Konzerten und Lesungen die einzigartige Gelegenheit, in den stillgelegten alten Teil des VW-Kraftwerks zu gelangen: www.autostadt.de, www.movimentos.de

Die Besichtigung der Zwangsarbeiter-Erinnerungsstätte ist nach Terminabsprache www.wolfsburg-bildet.de und Tel. 05361/92 56 67 möglich

Das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg bietet Architektur-Führungen für Gruppen ab zehn Personen an mit den Schwerpunkten Alvar Aalto und Hans Scharoun oder "...erleben, wie eine Stadt entsteht." Städtebau, Architektur und Wohnen in Wolfsburg. www.wolfsburg.de, Tel. 05361/28 16 43

Das Phæno (www.phaeno.de), geöffnet Di-Fr 9 bis 17 Uhr, Sa, So und feiertags 10 bis 18 Uhr, veranstaltet Mo-Fr um 10 und 15 Uhr, So um 10 Uhr Architekturführungen im Haus. Hotline 0180/10 60 600. Anmeldung bitte eine Woche im voraus.