Kleine und große Kirchen Februar 2009
Die Clausthaler bewiesen Gottvertrauen, als sie ihre Marktkirche als Holzbau errichteten - auch wenn es hier im Oberharz das gebräuchlichste Material war. Schließlich hatten sie am Vorgängerbau von 1610 nicht lange Freude gehabt. Im September 1634 zerstörte ein Großbrand die evangelische Kirche und die halbe Stadt. Unzählige Menschen wurden obdachlos. Dennoch scheute die freie Bergstadt auch während des Dreißigjährigen Krieges keine Kosten und Mühen, ein neues Gotteshaus zu errichten.
Als erstes wurde 1636-37 der Bau des quadratischen Glockenturms in Angriff genommen. Da über das Kirchengeläut der gesamte Bergbetrieb geregelt wurde, kam für ihn zu großen Teilen die Bergbehörde auf. Innerhalb von zwei Jahren war auch die Finanzierung des eigentlichen Kirchenbaus gesichert - ein Viertel stammte aus privaten Spenden. Angesehene und gutgestellte Familien stifteten die Ausstattungsstücke - allen voran der Oberbergmeister Georg Illing, der schon die Vorgängerkirche bedacht hatte. 1639 begonnen, konnte die Marktkirche zum Heiligen Geist zu Pfingsten 1642 eingeweiht werden.
Es ist ein imposantes Gotteshaus, das Clausthals Marktplatz seither beherrscht. Die Fachwerkkonstruktion ist heute vollständig mit waagerechten Brettern verschalt, in die zahlreiche rechteckige Sprossenfenster eingeschnitten sind. Den Längsseiten vorgelagerte Treppentürme gliedern den ausladenden Bau mit dem hohen, bleigedeckten Krüppelwalmdach.
Im Inneren hat sich vor allem der Bildschnitzer Andreas Gröber aus Osterode einen Namen gemacht: Aus seiner Werkstatt stammen der frühbarocke Altar, die Kanzel, die Taufe und die Engel an der Orgel. Im Mittelschiff stellte man zunächst keine Kirchenstühle auf. Getrennt nach Geschlechtern saß die Gemeinde im Emporenbereich. Bald war die Zahl der Einwohner so angestiegen, dass man die Kirche 1689-91 um ganze 1.000 Plätze erweiterte.
Die im 20. Jahrhundert unzureichend erneuerte Walzblei-Eindeckung rief erhebliche Feuchtigkeitsschäden an der Fachwerk- und Dachkonstruktion hervor. Auch die Fundamente erweisen sich als schadhaft und verursachen Instabilität.
Die Sanierung der Marktkirche wurde 2001 mit der statischen Notsicherung eines Treppenturms an der Südseite begonnen. 2005 nahm man sie in das Denkmalpflege-Programm des Bundes "National wertvolle Kulturdenkmäler" auf. In jenem Jahr beteiligte sich erstmals die Deutsche Stiftung Denkmalschutz an den Maßnahmen. Auch 2008 hat sie zusammen mit der Stiftung KiBa 70.000 Euro für die Sanierung des Glockenturms gegeben. An den Gesamtkosten des Millionenprojekts sind neben dem Land Niedersachsen, dem Bund und anderen Geldgebern maßgeblich die Landeskirche Hannover, die Hermann Reemtsma Stiftung, die Rudolf-August Oetker Stiftung und die Kirchengemeinde selbst beteiligt. Dieser weitere wichtige Schritt zur Rettung wurde am 5. Oktober 2008 mit einem Einweihungs-Gottesdienst gefeiert. Dennoch bleibt viel zu tun an Deutschlands größter Holzkirche: 2009 müssen die Arbeiten an Dach und Fassade weitergehen.
Bettina Vaupel
In den alten Zeiten der Frachtsegler musste die gesamte Habe des Seemanns in eine hölzerne Kiste passen. Manchmal liebevoll bemalt, war sie das einzige persönliche Stück, das ihn auf seinen Reisen über die Weltmeere begleitete.
Sie sind nur wenige Zentimeter dünn und überspannen dennoch große Hallen. Stützenfrei. Sie sind ingenieurtechnische Meisterleistungen und begeistern durch ihre kühnen Formen.
Fast 17 Millionen Dollar. Das ist auch für das Auktionshaus Christie's keine alltägliche Summe. Bei 16,8 Millionen Dollar ist im Mai bei einer Auktion in New York für Nachkriegs- und zeitgenössische Kunst der Zuschlag erfolgt, und zwar für - und das ist ebenso ungewöhnlich - ein Bauwerk. Nicht einmal ein besonders großes.
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