Die Kunstwissenschaft und Hausforschung erhielten vor rund fünf Jahrzehnten für die Datierung von Baudenkmalen Hilfe durch Forstbotaniker, denen es anhand der Jahresringe zunächst von Eichenholz, dann aber auch von Nadelholz gelang, das exakte Datum der Fällung von Bauholz festzustellen. Erst seit der Industrialisierung wird dies durch maschinengetriebene Sägen geschnitten. Zuvor wurden aus den runden Baumstämmen die im Querschnitt quadratischen oder rechteckigen Bauhölzer mit der Breitaxt herausgehauen, was man nur mit frisch gefällten Bäumen machen konnte, abgelagertes Holz war dafür zu hart.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass man bei der Restaurierung denkmalgeschützter Bauwerke Überraschungen erlebt. Was man aber am Rathaus in Duderstadt entdeckte, löste allergrößte Bestürzung in der kleinen Stadt im niedersächsischen Teil des Eichsfeldes aus. Eigentlich wollte man im Jahr 2000 die Fachwerkfassaden der oberen Geschosse nur neu anstreichen. Doch als der Bauamtsleiter an der losen Farbe kratzte, verschwand das Messer vollständig in dem mächtigen Balken. Fäulnis und Schädlinge hatten ganze Arbeit geleistet. Schnell war von drohendem Einsturz die Rede.
Schwarzweiße Klumpen fliegen durch die Luft. Dreißig junge Hengste toben sich aus, balgen und springen wie Kinder auf staksigen, ungelenken Beinen. Dabei wirbeln sie die dünne Schneeschicht zusammen mit der gefrorenen, dunklen Erde hoch und verwandeln den eben noch zart gepuderten Paddock vor dem Landstallmeisterhaus in einen durchwühlten Acker. Preußenkönig Friedrich Wilhelm II. schwebten wohl nicht solch romantische Bilder ungestümer Hengste vor, als er 1788 das Gestüt im brandenburgischen Neustadt an der Dosse zwischen Sumpf und Sand entstehen ließ. Streng preußisch ging es ihm damals um den systematischen Aufbau einer heimischen Pferdezucht. Er wollte ein Netz von staatlichen Gestüten schaffen, um das Heer mit Pferden zu bestücken und sich die edelsten Tiere für seine Hofhaltung auszuwählen.
Wer im ausgehenden 18. Jahrhundert etwas auf sich hielt - ob Adel oder gehobenes Bürgertum -, wollte teilhaben an der Italien- und Griechenlandverehrung der Zeit. Dazu gehörte es auch, sich mit Nachbildungen von antiken Skulpturen zu umgeben. Wem aber das Geld für Marmor oder Bronze fehlte, dem bot sich nun mit dem Eisenkunstguss eine Alternative. Denn 1784 war es Detlev Carl Graf von Einsiedel, seit 1776 Besitzer des Eisenwerkes samt Eisengießerei im brandenburgischen Lauchhammer, erstmals gelungen, eine lebensgroße vollplastische Figur in Eisen zu gießen - eine antike Bacchantin.
Nie fehlte Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha an einem der Renntage. 1878 hatte er höchstpersönlich die 170.000 Reichsmark gegeben, mit denen auf dem Boxberg bei Gotha die Rennbahn angelegt werden konnte. Der Herzog war infiziert.
Theodor Ulrich, Spross einer Unternehmerfamilie aus Brilon, ist in den 1820er Jahren auf der Suche nach einem geeigneten Standort für eine neue Eisenhütte. Seit Jahrhunderten schon wurde das in den sauerländischen Bergen abgebaute Erz in kleinen Hütten geschmolzen. Doch Theodor Ulrich setzt auf einen größeren Betrieb.
Ich habe einen ewigen und unerfüllten Wunsch, unabhängig als Privatmann zu leben, wenn auch noch so bescheiden", bekennt Hermann Hesse 1903. Ein Jahr später scheint der Traum greifbar. Die Veröffentlichung des Romans vom Bauernjungen "Peter Camenzind" beschert dem 27-Jährigen den bahnbrechenden Erfolg.
MO: Seit 1897 finden im Weidenpescher Park Pferderennen statt. In mancher Kölner Familie ist es seit Generationen Tradition, zum Rennen zu gehen. Die in Eisenkonstruktion errichteten Tribünen sowie die in Fachwerk ausgeführten Nutzbauten vermitteln zusammen mit der großen Grünanlage ein lebendiges Bild der städtischen Sportgeschichte. Welche Bedeutung hat die Anlage der Kölner Galopprennbahn als Bau- und Kulturdenkmal?
Manchmal muss man Irrtümern mit dem Skalpell zu Leibe rücken. So geschehen in Frankfurt am Main. Dort war ein scharfes, filigranes Werkzeug nötig, um zu entfernen, was frühere Generationen nicht gewagt hatten: Geschickten Händen gelang es nach über 70 Jahren, hartnäckige Dispersionsfarbe von der Wand zu lösen. Auf fünf Metern Länge und dreieinhalb Metern Breite erschien auf diese Weise ein Kunstwerk der Klassischen Moderne aus dem Jahr 1929 wieder: das Fresko des Beckmann-Schülers Georg Heck (1897-1982).
Es war eine Riesensensation, als 1962 bei Hafenausbauarbeiten in Bremen Bagger auf die Überreste einer Hansekogge stießen, besonders als sie nach Untersuchungen auf das Jahr 1380 datiert werden konnte. Es war der erste so gut erhaltene Fund dieser Schiffsgattung. Die Koggen gelten als Wahrzeichen und Fundament für den legendären Handelserfolg der Hanse.
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