Handwerk Menschen für Denkmale Interviews und Statements April 2013

Ehemalige Jugendbauhüttler erzählen von ihrem Leben nach dem Freiwilligen Jahr

Darf ich nochmal?

Wie war die Zeit in der Jugendbauhütte? Was haben sie danach gemacht? Haben sie noch mit der Denkmalpflege zu tun?

Vielfältig sind die Beweggründe für ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege (FJD) in den Jugendbauhütten (JBH) der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Da ist zum einen, das liegt auf der Hand, der zukünftige Architektur-/Restaurierungsstudent und Auszubildende im Handwerk, der sinnvolles Arbeiten in der Gemeinschaft erleben möchte. Zum anderen, und da entstehen nicht minder reizvolle, weil krumme und verschlungene Lebenswege, finden Jugendliche aus gänzlich anderen Motiven in das Freiwillige Jahr: das Warten auf einen Studienplatz, nach dem Abitur bloß mal weg vom Schreibtisch kommen, Orientierung finden im reichen Angebot des Daseins, der kluge Tipp von Oma und Opa.

Und was ist dann im Leben der jungen Leute passiert? Zwei von drei Jugendbauhüttlern entscheiden sich nach dem Freiwilligen Jahr für ein Studium oder einen Handwerksberuf im Fach. Ergreifen sie keinen denkmalverbundenen Beruf, beschäftigen sie sich meist in ihrer Freizeit mit historischer Baukultur: Das erklärte Ziel der Jugendbauhütten, die Sensibilisierung für den Denkmalschutz, ist also erreicht.

Der ehemalige Jugendbauhüttler Nils Almstedt als Referent: 2007, in der Zeit seiner Wanderschaft, erklärt er in Romrod Fachwerkbau und Zimmerei. 
Romrod, Jugendbauhütte © O. Dahm
Der ehemalige Jugendbauhüttler Nils Almstedt als Referent: 2007, in der Zeit seiner Wanderschaft, erklärt er in Romrod Fachwerkbau und Zimmerei.

Eines der wichtigsten und immer wieder genannten Ergebnisse der Jugendbauhütten ist gar nicht in Zahlen, Prozenten und Diagrammen zu fassen: die vielen Freundschaften, die in den mittlerweile 13 Jahren unter den insgesamt über 2.500 Teilnehmern entstanden sind. Fast alle berichten von ihnen, und in einigen Fällen ist sogar noch mehr daraus geworden...

Vier ehemalige Teilnehmer möchten wir vorstellen.

Nils Almstedt
geb. 1983, war 2003/04 in der Jugendbauhütte Romrod. Als Einsatzstelle wählte er das Marburger Institut für Bauforschung und Denkmalpflege (IBD). Nach seiner Ausbildung zum Zimmerer studiert er zur Zeit Holzbau in Rosenheim.

Monumente: Hatten Sie schon vor Ihrem Jahr bei der Jugendbauhütte einen besonderen Bezug zur Denkmalpflege?

Nein, überhaupt nicht. Mein Sportlehrer machte mich nach dem Abitur auf das Freiwillige Jahr in der Denkmalpflege als Alternative zum Zivildienst aufmerksam.

Zeigte sich bei der Arbeit in Ihrer Einsatzstelle bereits ein besonderes Interesse am Material Holz?

Bei der Bauforschung fand ich die Dachstühle immer am spannendsten - nachzuvollziehen, wie die Konstruktion aufgebaut ist und funktioniert. Bei der Archäologie fehlte mir das greifbare, direkte Ergebnis. Die Seminare während des FJD waren sehr lehr- und abwechslungsreich: beim Steinmetzen, beim Stuckateur, im Lehmbau, über Intarsienarbeiten und beim Zimmerer. Am Ende des Jahres war die Idee dann da, etwas mit Holz, etwas "Richtiges", zu lernen. Der Jugendbauhüttenleiter Oliver Dahn hat mir für den Ausbildungsplatz den Kontakt zum Zimmerer hergestellt.

Nils Almstedt beim Interview 
© ML_Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Nils Almstedt beim Interview

Sie sind nach Ihrer Zimmerer-Ausbildung zweieinhalb Jahre als Wandergeselle auf die Walz gegangen. Indirekt hat auch die Jugendbauhütte von dieser Erfahrung profitiert.

Ja, denn während meiner Wanderschaft habe ich eine "Teamerausbildung" gemacht, um bei Seminaren in der Jugendbauhütte Ansprechpartner für die Teilnehmer zu sein. Außerdem war ich in Romrod und Soest Referent bei dem Fachseminar Zimmerei und Fachwerk. Als ehemaliger Jugendbauhüttler gingen mir damals die gleichen fachlichen und weltanschaulichen Fragestellungen wie den aktiven Freiwilligen durch den Kopf. Ich denke, aufgrund meiner zusätzlichen Erfahrungen nach dem FJD war ich fachlich und persönlich ein passender Ansprechpartner für die Jugendbauhüttler. Man macht ja unglaublich viele menschliche Erfahrungen auf der Walz. Eine nette Erinnerung: Für ein Seminar bin ich von einer Baustelle in London nach Romrod getrampt und bin tatsächlich mit dem ersten Auto direkt bis nach Romrod gekommen.

Sie studieren zur Zeit Holzbau in Rosenheim. Hat Sie das Handwerk nicht ausgefüllt?

Nein, im Gegenteil, mir tut es jetzt schon leid, dass man als Ingenieur immer weniger Zimmerer wird. Leider darf man als Handwerker auf dem Bau aber keine denkmalpflegerisch relevanten Entscheidungen treffen.

Wo möchten Sie beruflich hinkommen?

Nils Almstedt 2003 in seinem Element. Dachstühle werden sein weiteres Leben bestimmen. 
Romrod, Jugendbauhütte © O. Dahm
Nils Almstedt 2003 in seinem Element. Dachstühle werden sein weiteres Leben bestimmen.

Ich sehe mich in einem Ingenieurbüro als Tragwerksplaner oder Bauleiter in der Denkmalpflege. Ich möchte die Kommunikation zwischen Bauherren, Handwerkern und Denkmalpflegern verbessern. Meine Bachelor-Arbeit wird sich voraussichtlich mit den Umsetzungsmöglichkeiten der neuen europäischen Holzbaunorm - Teil 2: Tragwerksbemessung im Brandfall - in Denkmalen beschäftigen.

Sie bleiben also dem Denkmalschutz verbunden?

Auf jeden Fall. Man kann einen einfacheren Weg finden und muss viel Freude an der Denkmalpflege haben. Es ist doch toll, durch eine Tür zu gehen, durch die schon seit 400 Jahren Menschen gehen!

Haben Sie der Jugendbauhütte etwas zu verdanken?

Ich habe das Glück gehabt, durch das Freiwillige Jahr in der Denkmalpflege auf den wunderschönen Beruf des Zimmerers gekommen zu sein. Ich verdanke der Jugendbauhütte eine sehr schöne, lehrreiche Zeit, die fachlich und vor allem menschlich meinen weiteren Lebensweg geprägt hat. Nie hätte ich sonst die Idee gehabt, nach dem Abi nicht direkt zu studieren.

Nicole Hollatz
geb. 1979, ist eine echte "Wismarerin" und hat in der Jugendbauhütte Wismar 2002/2003 das Freiwillige Jahr absolviert. Ihre Einsatzstelle war die Abteilung Denkmal¬pflege in der Wismarer Stadtverwaltung. Jetzt betreibt sie mitten in der Altstadt ein Journalistenbüro und Fotostudio.

Monumente: Wie sind Sie als studierte Wirtschaftsjuristin zur Jugendbauhütte gekommen?

So wie viele andere - ich brauchte etwas zur Überbrückung zwischen Studium und Selbständigkeit. Schon während des Studiums wurde mir klar, dass die Selbständigkeit das Richtige für mich ist. Aber so gleich von Null auf Hundert loszulegen, habe ich mich damals nicht getraut. Ich fand es auch spannend, nach der jahrelangen Theorie etwas mit den eigenen Händen zu machen. Mal zupacken, einen Brunnen mauern. Nägel für die Kogge schmieden, Bretter drechseln, ein Bleiglasfenster gestalten.

Familie Hollatz in ihrem Haus am St. Marien-Kirchhof in Wismar: Nicole und Sebastian Hollatz mit den Zwillingen Merle und Lina, Sohn Erik und der Katze Ronja Räubertochter 
Wismar, St. Marienkirchhof © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Familie Hollatz in ihrem Haus am St. Marien-Kirchhof in Wismar: Nicole und Sebastian Hollatz mit den Zwillingen Merle und Lina, Sohn Erik und der Katze Ronja Räubertochter

War die Einsatzstelle in der städtischen Denkmalpflege Ihr Wunsch?

Das weiß ich gar nicht mehr. Die Einsatzstelle war aber auf jeden Fall ein Glücksgriff für beide Seiten. Ich durfte mein damaliges Hobby, die Fotografie - jetzt mein Beruf - weiter perfektionieren. Ich konnte den Damen im Amt viel über die Technik erzählen, während sie mich mit auf Baustellen nahmen. Es war faszinierend, mit der Amts-Restauratorin die Schichten aus den verschiedenen Jahrhunderten freizulegen. Das hatte schon etwas von Schatzsuche.

Was haben Sie nach dem FJD gemacht? Stand schon vorher fest, dass Sie die Fotografie zum Beruf machen würden?

Ich habe mich als Journalistin selbständig gemacht. 2004 sind unsere Zwillinge zur Welt gekommen, ich habe eineinhalb Jahre pausiert und die Zeit für ein Fernstudium genutzt. Jetzt arbeite ich für unterschiedliche Zeitungen, ich habe ein kleines Fotostudio, ich darf regelmäßig Bücher über Wismars Denkmale veröffentlichen und unterrichte Fotografie im Filmbüro MV. Einmal im Jahr stelle ich meine Bilder aus. Das mit der Fotografie hat sich langsam entwickelt. Dass aus dem damaligen Hobby so viel mehr werden würde, hätte ich mir nicht erträumt.

Mittlerweile sind Sie Eigentümerin eines alten, sanierungsbedürftigen Hauses in Wismar. Hätten Sie sich solch ein "Abenteuer" auch vor dem FJD vorstellen können?

An diesem Abenteuer ist mein Mann schuld. Ohne sein handwerkliches Geschick wäre es schlichtweg nicht finanzierbar gewesen. Die Jugendbauhütte - dort habe ich mal ein Dach mit begrünt - hat aber dafür gesorgt, dass wir zu zweit das Dach flicken konnten, ohne teure Handwerker. Und ich habe geholfen, die eine oder andere Tür bei uns aufzuarbeiten. Wir haben im FJD bei einem Seminar einige Türen nach einem Wasserschaden von abplatzender Farbe befreit. Das FJD hat bei mir auf jeden Fall die Augen dafür geöffnet, dass man eben nicht das "Alte" einfach übertünchen, übertapezieren oder gar abreißen darf, sondern dass man sich auf die Geschichten aus früheren Generationen einlassen sollte.

Nach der Elbe-Flutkatastrophe 2002: Die Jugendbauhütten Wismar und Quedlinburg retten in einem „Hilfe-Seminar“ barocke Türen des Wörlitzer Schlosses, die bis zur Hälfte im Wasser gestanden haben. 
Wörlitz, Schloss © M. Bettermann
Nach der Elbe-Flutkatastrophe 2002: Die Jugendbauhütten Wismar und Quedlinburg retten in einem „Hilfe-Seminar“ barocke Türen des Wörlitzer Schlosses, die bis zur Hälfte im Wasser gestanden haben.

Ein großer Teil Ihres Lebens ist historischen Kulturen gewidmet, denn Ihr "Familienhobby" ist es, die Zeit der Wikinger lebendig werden zu lassen. Ihr Mann als Bootsbauer hat ein Wikingerschiff nachgebaut und hält bei Jugendbauhütten regelmäßig Vorträge. Sind Ihre Kinder von Ihrer Begeisterung fürs Alte schon infiziert?

Die Kinder wachsen damit auf, egal ob mit den Wikingern oder dem alten Haus. Unsere achtjährigen Mädchen fragen den ganzen Winter lang, wann endlich wieder die Saison für die Mittelaltermärkte losgeht. Ich freue mich immer wieder, wenn sie ihre Klamotten selbst besticken! Welches Kind kann heutzutage noch sticken und nähen? Oder Brettchenweben? Unsere können es und lieben ¬diese Handarbeiten. Natürlich wird auch unser Sohn all das lernen, wenn er möchte. Hoffentlich machen meine Kinder später auch solch ein Freiwilliges Jahr, wenn sie so weit sind.

Was hat Ihnen die Jugendbauhütte gebracht?

Unglaublich viel. Wo kann man als Akademikerin mal Handwerkliches ausprobieren? Das Freiwillige Jahr war eines der besten meines Lebens. Es sind Freundschaften entstanden, die immer noch existieren. Von dem Wissen aus dem Jahr profitiere ich immer wieder. Es hat mir gezeigt, dass auch ich ein gewisses handwerkliches Geschick habe.

Ihr Fazit über das FJD?

Darf ich nochmal?

Nora Ullrich
geb. 1983, arbeitete 2002/2003 während ihres Freiwilligen Jahrs bei der Jugendbauhütte Quedlinburg im dortigen Deutschen Fachwerkzentrum und im Planungsbüro qbatur. Sie studierte Biologie und machte anschließend den Master in Baudenkmalpflege an der TU Berlin. Jetzt ist sie in Berlin freiberuflich in einem Bauforschungsbüro beschäftigt. Sie ist mit Robert Haesecke-Diesing liiert, der ebenfalls ein ehemaliger Jugendbauhüttler ist und das gleiche Studium an der TU Berlin absolvierte.

Monumente: In der Kurzfassung erscheint Ihr beruflicher Lebenslauf sehr gradlinig. Wie kam es, dass Sie einen Umweg über ein Biologiestudium gemacht haben?

Seit ich 1999 von der Eröffnung der ersten Jugendbauhütte in Quedlinburg in der Zeitung gelesen hatte, wollte ich dorthin und danach Architektur studieren. Während des Freiwilligen Jahres hat mich alles, was mit historischen Gebäuden zu tun hatte, fasziniert, nicht aber das Planen neuer Gebäude. Vielleicht habe ich es mir einfach nicht zugetraut. "Denkmalschutz" gab es jedoch leider nicht als Studienfach und so wurde es Plan B: Biologie. Das hat mich auch schon immer interessiert. Ich habe mich dann unter anderem in Naturschutz vertieft, da gibt es tatsächlich ähnliche politische und planungsrechtliche Abläufe wie im Denkmalschutz. Im Nachhinein gesehen taten sich mehr Schnittstellen zwischen den Disziplinen auf, als man denken würde. Alleine, wenn man an das Feld der Gartendenkmalpflege denkt. In Zukunft möchte ich mich noch im Bereich Holzschutz weiterbilden, das wird mir als Biologin dann wiederum leichter fallen als manchem Architekten.

Nora Ullrich und Robert Haesecke-Diesing auf dem Tempelhofer Flughafen. Hier sind sie zwar mal nicht aktive Bauforscher, hoffen aber als "interessierte Anwohner" auf die Erhaltung dieses Denkmals. 
Berlin, Flughafen Tempelhof © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Nora Ullrich und Robert Haesecke-Diesing auf dem Tempelhofer Flughafen. Hier sind sie zwar mal nicht aktive Bauforscher, hoffen aber als "interessierte Anwohner" auf die Erhaltung dieses Denkmals.

Während Ihres Biologiestudiums haben Sie ehrenamtlich bei den Jugendbauhütten Soest und der Internationalen Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege gearbeitet. Was genau haben Sie da gemacht?

Ich habe als ehrenamtliche "Teamerin" bei der Vorbereitung und Durchführung der Seminare geholfen. Hauptsächlich ging es dabei um die pädagogische Betreuung der Jugendlichen, aber ich konnte auch am Programm teilnehmen: historische Handwerkstechniken kennen¬lernen und ausprobieren, an Exkursionen, Bau- und Kunstgeschichtskursen teilnehmen. Ich war wieder aktiv mit Denkmalpflege beschäftigt und war umgeben von Menschen, die auch fasziniert von diesem Thema sind. Diese Arbeit hat mich darin bestärkt, doch wieder auf Plan A, die Architektur, zurückzukommen.

Die Teilnehmer der Jugendbauhütten bringen viel Leben nach Quedlinburg und kommen sogar aus dem Ausland. Waren zu Ihrer Zeit schon unterschiedliche Nationalitäten vertreten?

In meinem Jahrgang gab es eine Niederländerin und eine Französin. Besonders interessant wurde es dann bei der Internationalen Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege, bei der ein Teil der Einsatzstellen in Polen liegt und viele polnische Teilnehmer zur Gruppe gehören. Wirklich bunte Gruppen!

Fast alle Jugendbauhüttler erzählen, dass die im Freiwilligen Jahr geschlossenen Freundschaften über Jahre halten. Bei Ihnen stimmt das im besonderen Maße.

Zwei meiner besten Freundinnen habe ich im Freiwilligen Jahr kennengelernt. Auch Robert kannte ich noch aus Quedlinburg. Zusammen sind wir, seit wir uns auf dem Ehemaligentreffen zum 10-jährigen Bestehen der Jugendbauhütten wiedergesehen haben. Das gemeinsame -Interesse verbindet wohl.

In der Neuen Straße in Romrod werden die Teilnehmer der Jugendbauhütte ab 2013 wohnen und ihre Seminare abhalten können. 
Romrod, Jugendbauhütte © ML_Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
In der Neuen Straße in Romrod werden die Teilnehmer der Jugendbauhütte ab 2013 wohnen und ihre Seminare abhalten können.

Ihr Lebensgefährte arbeitete 2001/2002 in der Kreisarchäologie in Halberstadt. Er hat Architektur studiert und ist jetzt an der TU Berlin im Fachgebiet Historische Bauforschung tätig. Träumen Sie von einem gemeinsamen Bauforschungsprojekt?

Natürlich, irgendwann wird es das geben. Sei es bei den eigenen vier Wänden oder in einem gemeinsamen Büro. Bei meinen jetzigen Bauforschungsprojekten ist es gut, sich mit dem Partner auch fachlich besprechen zu können. Und im Urlaub können wir Stunden in einer Kirche oder Burg verbringen.

Sie führen ein sehr denkmalverbundenes Leben. Welche Rolle spielte rückblickend Ihr Jahr in der Jugendbauhütte vor zehn Jahren auf dem Weg dorthin?

Eine ganz entscheidende! Es war ein sehr intensives Jahr, in dem ich viele Dinge gelernt habe, die mir noch heute helfen. Auch meinen, durch die praktischen Erfahrungen bedingten, kleinen Biologie-Umweg möchte ich nicht missen. Viel wichtiger war aber, dass ich so viele engagierte, denkmalbegeisterte und -begeisternde Menschen bei den Jugendbauhütten getroffen habe. Und wenn ich in irgendeine der inzwischen vielen Städte mit Jugendbauhütte ziehen würde, ich würde als erstes dort an die Tür klopfen!

Beatrice Härig

Die Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in der Betriebsträgerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste e. V. (ijgd)
Dauer: Zwölf Monate mit sechs Fachseminarwochen zu ökologischem Bauen, Baustilen, Nutzung regenerativer Energien, Lehmbau und Handwerkstechniken; thematische Exkursionen, Anrechnung auf Studienwartezeiten, als Vorpraktikum und als 1. Lehrjahr
Teilnehmer: Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren
Einsatzorte: 13 Jugendbauhütten: in Berlin/Brandenburg, Duisburg/Raesfeld, Görlitz, Lübeck, Mühlhausen, Quedlinburg, Regensburg, Romrod, Soest, Stade, Stralsund/Szczecin, Wismar und speziell eine für die Gartendenkmalpflege mit Sitz in Potsdam
Einsatzstellen: in Architektur- und Planungsbüros, bei der (Boden-)Denkmalpflege, in Archiven, bei Handwerkern in der Denkmalpflege, Restauratoren sowie in Museen
Bezahlung: Taschengeld, Verpflegungskostenzuschuss, Sozial- und Krankenversicherung, Leistungen wie Kindergeld laufen weiter, 26 Tage Urlaub entsprechend dem Gesetz über die Freiwilligen Jahre
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz e. V., Silke Strauch, Tel. 0228/9091-161, jugendbauhuetten@denkmalschutz.de

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2 Kommentare

Lesen Sie 2  Kommentare anderer Leser

  • Kommentar als unangemessen melden
    Barbara Finkenstaedt schrieb am 21.03.2016 15:28 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    der Artikel aus dem zugesandten Link ist sehr interessant - vielen Dank! Habe ihn bereits an einen lettischen Freund in Riga weitergeleitet.
    Es ist nur sehr sehr schade, dass es zu "meiner" Zeit das Freiwillige Jahr in der Denkmalpflege noch nicht gab,
    ich bin 46 und habe direkt nach dem Abitur (1986) ein Freiwilliges Soziales Jahr abgeleistet.
    Gibt es irgendwann auch mal etwas für Erwachsene über 26 Jahre ?
    Die Zeitung Monumente lese ich nämlich sehr gern, und beim National Trust habe ich einmal in Fountains Abbey mitwirken dürfen - allerdings leider nur für eine Woche.

    Mit freundlichen Grüßen

    Barbara Finkenstaedt

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  • Kommentar als unangemessen melden
    Angela Pfotenhauer schrieb am 21.03.2016 15:29 Uhr

    Liebe Redaktion,

    klasse! Das war für mich gerade ein ganz spannend zu lesender Artikel. Eine super Idee, mal die ehemaligen TeilnehmerInnen der Jugendbauhütten zu befragen. Ich wünsche mir mehr davon. Denn ich finde, es kann gar nicht genug gezeigt werden, warum Denkmalpflege für die nächsten Generationen ein wichtiges Thema sein kann. Danke für die super Interviews und viele Grüße

    Angela Pfotenhauer

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