Menschen für Monumente Denkmalnachrichten Dezember 2015

Preise für das Handwerk in der Denkmalpflege

Private Denkmaleigentümer und Handwerker aus Sachsen-Anhalt und Bayern, die bei der Bewahrung von Baudenkmalen herausragende Arbeit geleistet haben, erhalten in diesem Jahr den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege.

Seit über 20 Jahren erkennen die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks mit dieser Auszeichnung die qualitätvolle Handwerksarbeit aller Gewerke an. Außerdem möchten sie mit dem Preis darauf aufmerksam machen, dass der Bereich Denkmalpflege nicht nur von kultureller Bedeutung, sondern ebenso ein wirtschaftlicher Faktor ist und sich Fortbildung im Handwerk lohnt.

In Sachsen Anhalt vergab die vom hohen Niveau aller eingereichten Beiträge begeisterte Jury zwei Preise. Das Ehepaar Schinkel wurde ausgezeichnet, weil es den fast verloren geglaubten Stephanikirchhof in Aschersleben restauriert und modern ergänzt hatte, ohne dabei historische Details und seine Gesamtwirkung im Stadtbild aufzugeben. Ebenso einen 1. Preis bekam die Familie Labusiak, die ihr auf 1530 zurückgehendes Fachwerkhaus in Quedlinburg mit substanzschonenden Eingriffen als Lebensort einer jungen Familie erhalten hat. Der 2. Preis ging an das Ehepaar Antz für die Restaurierung der ehemaligen Domherrenkurie in Magdeburg. Den 3. Preis erhielten Konstanze Plötz und Dr. Matthias Rubach für die Wiederherstellung des ehemaligen Jagdaufseherhauses in Quellendorf.

Die Originaldetails tragen zum wohnlichen Charakter des Hauses in Quedlinburg bei.
ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Die Originaldetails tragen zum wohnlichen Charakter des Hauses in Quedlinburg bei.
Die Jury vor dem ehemaligen Stephanikirchhof in Aschersleben
ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Die Jury vor dem ehemaligen Stephanikirchhof in Aschersleben

Über einen 1. Preis können sich in Bayern zwei ausgezeichnete Parteien freuen. Stephanie Petermair und Matthias Braun aus Gerolzhofen werden für die Restaurierung ihres Wohnhauses aus dem 15. Jahrhundert prämiert, weil sie ihre Nutzungswünsche mit spürbarem Respekt vor den Möglichkeiten der historischen Substanz umgesetzt haben. Ebenfalls ein 1. Preis wird an das Ehepaar Wallinger für die Rettung eines regionaltypischen Waldlerhauses in Lalling gehen. Mit minimalen Maßnahmen und bescheidenen Eingriffen haben sie den Blockbau eindrucksvoll und vorbildlich restauriert.

Die Besitzer des Hauses in Gerolzhofen sind sensibel mit den vielen Originalbefunden umgegangen.
ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Die Besitzer des Hauses in Gerolzhofen sind sensibel mit den vielen Originalbefunden umgegangen.
Die Restaurierung des Waldlerhauses von 1729 hat Vorbildcharakter für die Region.
ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Die Restaurierung des Waldlerhauses von 1729 hat Vorbildcharakter für die Region.

Einen 2. Preis erhält Maria Magdalena Cetinbas, weil sie einem ehemaligen Kleinbauernhaus in Pfaffenhofen an der Ilm eine Zukunft gab. Ebenfalls einen 2. Preis bekommt das Ehepaar Ickler für die Wiedergewinnung der architektonischen Qualitäten des 1936 nach Plänen von Sep Ruf gebauten Martin-Bauer-Hauses in Dorfen.

Der Bundespreis für das Handwerk in der Denkmalpflege wird jährlich in zwei Bundesländern ausgelobt und ist mit jeweils 15.000 Euro dotiert. Für 2016 sind die Bundesländer Brandenburg und Thüringen vorgesehen. Bewerben können sich private Bauherren, die in den vergangenen acht Jahren denkmalgeschützte Objekte von Handwerksbetrieben restaurieren ließen. Vorschläge für den Preis dürfen von Bauherren, Handwerkern, Architekten und Denkmalpflegern eingereicht werden: Dr. Nicoline-Maria Bauers, Zentralverband des Deutschen Handwerks, Mohrenstraße 20/21, 10117 Berlin, Tel. 030 20619336, dr.bauers@zdh.de


Julia Ricker

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