Landschaften, Parks und Friedhöfe Juni 2013

Die Orangerie in Altdöbern lädt zum Schwelgen ein

Blumen und Kräuter aus der Schlossgärtnerei

Während das Schloss von Altdöbern noch restauriert wird, wurde die dazugehörige Orangerie bereits erfolgreich in Betrieb genommen. Dort können sich Besucher kulinarisch verwöhnen lassen.

Das eigene kleine Reich in ein Paradies verwandeln möchten viele, nachdem sie Schlösser und deren Parks besucht und dort die Vielfalt an Blumen und Bäumen bewundert haben. Auf Schloss Altdöbern im südlichen Brandenburg können Besucher seit letztem Jahr selbstgezogene Palmen, Topfpflanzen und Stauden erwerben. Sonja Wettig betreibt die Orangerie, die in den vergangenen Jahren von der Gesellschafterin der Brandenburgischen Schlösser GmbH, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, gesichert und saniert worden ist. Das Konzept ist so einfach wie einleuchtend: Sie möchte den Gästen näherbringen, "aus der Natur mit der Natur zu leben". Was Wettig im Blumen- und Kräutergarten züchtet - neben Ziersträuchern Zitronenmelisse, Wermut, Majoran, mehr als zehn Sorten Minze und Gemüse wie Mangold in der roten und grünen Variante - bietet sie im Gewächshaus zum Kauf an. Im dazugehörigen Café bringt der Koch die eigene Ernte aus dem 4.500 Quadratmeter großen Garten auf den Tisch. Im Hofladen bietet Wettig Säfte, Honig und Gurken aus der Region und vieles mehr an.

Die Orangerie von Altdöbern wurde mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz restauriert. 
© Andreas Rusch, Cottbus
Die Orangerie von Altdöbern wurde mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz restauriert.

In Altdöbern können Besucher der Niederlausitz einen abwechslungsreichen Tag auf einem weitläufigen Areal verbringen. Der 60 Hektar große Park besteht aus einem barocken "Französischen Garten", einem künstlich angelegten "Salzteich", zahlreichen Wasserspielen, Skulpturen und einem Heckentheater. Er wird wesentlich von der Internationalen Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege der Deutschen Stiftung Denkmalschutz instand gesetzt.

Die Anstrengungen, aus Altdöbern einen Anziehungspunkt zu machen, wurden durch das brandenburgische Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft gewürdigt. Das Schloss ist eines der Projekte des Förderprogramms ILE/LEADER zur strukturellen Standortverbesserung. Vertreter des Ministeriums informierten sich nach der Eröffnung über die Ziele und die Zukunft von Schloss Altdöbern und der Orangerie.

Die Betreiberin der Orangerie, Sonja Wettig, und Dr. Wolfgang Illert, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Denkmalschutz 
© Andreas Rusch, Cottbus
Die Betreiberin der Orangerie, Sonja Wettig, und Dr. Wolfgang Illert, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Nach knapp einem Jahr seit der Eröffnung der Orangerie zieht die Betreiberin Sonja Wettig Bilanz. Ihre positiven Erwartungen seien übertroffen worden. Altdöbern ist mittlerweile zu einem Ausflugsziel geworden: Die Besucher aus Berlin, Dresden und aus der Umgebung halten sich gern und lange in der brandenburgischen Idylle auf, und es lohne sich, das Angebot der Blumenboutique zu erweitern.

Auch das Café sei sehr gut frequentiert. Besonders froh ist Sonja Wettig über die Hochzeiten, die bei ihr gebucht werden. Vom Brautstrauß über die Tischdekoration bis hin zum Festtagsmenu frisch aus dem Gemüsegarten stellt sie ein Komplettpaket zusammen. Inzwischen werden die Paare bei sonnigem Wetter sogar im Garten getraut. Möge das Konzept, die Kosten der erforderlichen Bauunterhaltung und Parkpflege durch den Betrieb der Orangerie zu erwirtschaften, auch in Zukunft aufgehen! Denn so gewinnt die Niederlausitz Schritt für Schritt eines ihrer wichtigsten Denkmalensembles zurück.

Christiane Schillig

Die Orangerie Am Schloss in 03229 Altdöbern ist das ganze Jahr täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Tel. 035434 660776

Blumenboutique, Bahnhofstrasse 15, 03229 Altdöbern, Tel. 035434 12071. Die Blumenboutique ist Mo-Fr von 10 bis 18 Uhr, Sa 8 bis 12 Uhr und So 10 bis 11 Uhr geöffnet.

Weitere Infos im WWW:

www.orangerie-altdoebern.de

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