Klassizismus Herrscher, Künstler, Architekten Oktober 2011

Wilhelm I. und Katharina von Württemberg

"Alles, alles, dem König und uns"

Der Weg auf den Württemberg schlängelt sich durch Weinberge, führt vorbei an beschaulichen Dörfern und Besenwirtschaften. Dann wird es mit einem Mal ganz erhaben: Auf der Kuppe thront ein antikisierender Rundtempel, zu dem man über eine imposante Freitreppe gelangt.

Halb Pantheon, halb Palladio: die 1824 eingeweihte Grabkapelle auf dem Württemberg  
© R. Rossner
Halb Pantheon, halb Palladio: die 1824 eingeweihte Grabkapelle auf dem Württemberg

König Wilhelm I. von Württemberg widmete den Bau als letzte Ruhestätte "seiner vollendeten, ewig geliebten Gemahlin Catharina Pawlowna, Großfürstin von Russland". 1820-24 hatte Hofbaumeister Giovanni Salucci die Grabkapelle an diesem so idyllischen wie geschichtsträchtigen Ort errichtet - dafür musste sogar die mittelalterliche Stammburg der Württemberger weichen. Die jung verstorbene Katharina war eine von insgesamt drei Gemahlinnen des Regenten, die Ehe währte nur drei Jahre. Und doch hat gerade diese Königin Württemberg weitreichend geprägt, sie wird bis heute als verdiente Landesmutter verehrt. Wilhelm selbst ist als großer Reformer in die Annalen eingegangen, der aus einem rückständigen, bettelarmen Land einen aufstrebenden Staat gemacht hat.


Am 27. September 1781 wird Friedrich Wilhelm Karl als Sohn des in königlich preußischen Diensten stehenden Generalmajors Prinz Friedrich von Württemberg und Auguste Karoline von Braunschweig und Lüneburg im schlesischen Garnisonsstädtchen Lüben geboren. Die Mutter stirbt früh, der Vater kehrt erst 1790 mit den Söhnen nach Württemberg zurück, wo er ab 1797 als Herzog und ab 1803 als Kurfürst regiert.

Der junge Fritz, so nennt man ihn in der Familie, leidet unter der extrem strengen Erziehung und versucht immer wieder, aus den Zwängen auszubrechen. Die große Politik verschärft das gestörte Verhältnis zum Vater noch: Seine Jugendjahre sind geprägt vom Kampf der europäischen Mächte gegen die Vorherrschaft Napoleons, von den wechselnden Allianzen, in denen die kleinen Staaten sich positionieren müssen. Württemberg profitiert zunächst von der Bündnistreue zu Napoleon. Als dieser das Land mit erheblichen Gebietszuwächsen zum Königreich erhebt, besteigt Friedrich Wilhelm 1806 als König Friedrich I. den Thron.

Für seinen Erstgeborenen ist das Geschacher um die vorteilhafteste Verbindung bereits in vollem Gange. Eine Liebesheirat vereitelt der Vater, letztlich bestimmen Napoleons dynastische Schachzüge die Ehe mit seiner Cousine Charlotte Auguste von Bayern, der Tochter von König Max I. Josef. Der Sohn beugt sich der Staatsräson und verzichtet trotzig auf das Angebot der Braut, sie vor der Hochzeit in Augenschein zu nehmen - die Bayernprinzessin gilt als hässlich und ist sich dessen durchaus bewusst. Bei der Trauung im Juni 1808 will er sich sogar vertreten lassen, was der künftige Schwiegervater allerdings strikt ablehnt. Der Thronfolger hat sich zum Wohl des Landes auf eine Ehe eingelassen, die er gar nicht zu praktizieren gedenkt. An den Höfen seiner diversen Verwandten umschwärmt er fortan die Damen - und sie umschwärmen ihn. Seine in Stuttgart zurückgelassene Frau hingegen straft er mit Missachtung.

Das Reiterdenkmal Wilhelms I. von Ludwig Hofer vor der Alten Staatsgalerie Stuttgart  
© R. Rossner
Das Reiterdenkmal Wilhelms I. von Ludwig Hofer vor der Alten Staatsgalerie Stuttgart

Als Württemberg den französischen Imperator 1809 im Krieg gegen Österreich unterstützen muss, befehligt Friedrich Wilhelm als General die Truppen. Auch 1812 steht er beim Russlandfeldzug an der Spitze der württembergischen Armee, die bei diesem Einsatz fast gänzlich vernichtet wird. Nachdem das kleine Königreich sich endlich von Frankreich lösen kann, erwirbt der Kronprinz, nun auf Seiten der Alliierten, in den Befreiungskriegen seine Meriten.

Dass Napoleons Stern in Europa sinkt, hat für Wilhelm auch im Privaten positive Konsequenzen. Endlich kann er die kinderlos gebliebene Ehe beenden. Die Nachfolgerin ist längst in Sicht: seine Cousine Katharina Pawlowna. Die 1788 geborene Tochter des ermordeten russischen Zaren Paul und der Zarin Maria Fjodorowna ist hübsch, klug und willensstark. Weniger wohlwollende Zeitgenossen attestieren ihr übertriebenen Geltungsdrang und ein herrisches Wesen.

Die russische Großfürstin ist seit 1812 Witwe. Ihre erste Ehe mit dem Prinzen Georg von Oldenburg hatte ihr Bruder, Zar Alexander, aus nüchternem Kalkül arrangiert. Dabei wollte Katharina mindestens Königin, besser noch: Kaiserin werden. Nun bekommt sie eine zweite Chance.

1814 verliebt sich Katharina bei einer Begegnung in London in Wilhelm. Eine Ehe mit dem Württemberger könnte sie ihren hochgesteckten Zielen näher bringen. Denn dieser genießt in politischer und militärischer Hinsicht großes Ansehen. Man traut ihm zu, in einem geeinten deutschen Reich eine wichtige Rolle zu spielen, ja sogar die Kaiserkrone zu erlangen. Darüber hinaus eint beide der Hass auf Napoleon. Auch Wilhelm ist beeindruckt von Katharina, sondiert aber bei seinen neuerlichen Heiratsplänen sehr wohl politisch günstige Alternativen. Am Ende überwiegt die Hoffnung, das mächtige Russland wäre dem durch die ständigen Kriege gebeutelten kleinen Land eine wichtige Stütze.

Die Büsten des Königspaares stehen in der Gruft der Grabkapelle.  
© R. Rossner
Die Büsten des Königspaares stehen in der Gruft der Grabkapelle.

Die leidenschaftliche Affäre der beiden hat einen Schönheitsfehler: Offiziell ist Wilhelm, lutherischen Glaubens, immer noch mit der katholischen Charlotte verheiratet. Es dauert lange, bis die Ehe nicht nur durch ein eigens eingesetztes Ehegericht, sondern auch vom Papst annulliert wird. Darauf besteht die russisch-orthodoxe Zarenfamilie.

Im Januar 1816 ist es endlich soweit: Am Petersburger Hof findet die Trauung statt, diesmal auch für den Bräutigam ein freudiges Ereignis. Als das Kronprinzenpaar am 13. April in Stuttgart einzieht, bietet das Volk der Großfürstin einen fröhlichen Empfang. Derweil wird das Kronprinzenpalais am westlichen Ende der Planie noch hergerichtet. Hier soll das Paar mit den beiden Söhnen aus Katharinas erster Ehe wohnen. Es ist nur ein kurzes Intermezzo vor dem Einzug ins Neue Schloss.

Am 30. Oktober 1816 stirbt König Friedrich. Noch am selben Tag, elf Stunden später, bringt Katharina ein Mädchen zur Welt: Marie. Kronprinz Friedrich Wilhelm besteigt als Wilhelm I. den Thron und gelobt, er wolle dem Land bald eine Verfassung geben, die den Bedürfnissen des Volkes entspreche und dessen Wohlstand erhöhe. Tatsächlich haben seine Untertanen gerade eine der härtesten Bewährungsproben zu bestehen. Das berüchtigte "Jahr ohne Sommer" beraubt Abertausende ihrer Lebensgrundlage. Extrem niedrige Temperaturen und schwere Unwetter - ausgelöst durch den Ausbruch des Vulkans Tambora im heutigen Indonesien - haben in Mitteleuropa, und ganz besonders in Württemberg, katastrophale Missernten zur Folge. Im Hungerwinter 1816/17 steigen die Lebensmittelpreise ins Unermessliche, die Menschen essen in ihrer Verzweiflung Wurzeln und Sägemehl.

Wohnhaus der Wilhelma: Das Maurische Landhaus war schon zu Lebzeiten des Königs von Gewächshäusern flankiert.  
© R. Rossner
Wohnhaus der Wilhelma: Das Maurische Landhaus war schon zu Lebzeiten des Königs von Gewächshäusern flankiert.

Da erweist es sich als Segen, dass Wilhelm eine Frau aus reichem Hause erwählt hat. Um die Not zu lindern, öffnet nicht nur sie großzügig die Privatschatulle, auch ihre aus Württemberg stammende Mutter Maria Fjodorowna, die Schwester von König Friedrich I., steuert hohe Summen bei. Doch Katharina belässt es keineswegs bei milden Gaben, sondern legt weitreichendes soziales Engagement an den Tag. Ihr Grundsatz lautet: "Arbeit verschaffen hilft mehr, als Almosen geben." Sie initiiert und beaufsichtigt Wohltätigkeitsvereine in den Gemeinden, gründet Beschäftigungsanstalten. Schulen mit modernen Lehrplänen und Spitäler gehen auf sie zurück. Mit der 1818 eingerichteten Württembergischen Sparkasse will sie ihre Untertanen "zur Sparsamkeit mit allen daraus entspringenden sittlichen Folgen" animieren.

Wilhelm reagiert auf die Hungersnöte unter anderem mit der Gründung der Landwirtschaftlichen Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt, aus der später die Universität Hohenheim hervorgeht. Doch der "König der Landwirte" löst auch sein Versprechen ein, das Land zu reformieren und gibt sich volksnah. Jeder Untertan darf, unabhängig von seinem Stand, Wünsche persönlich vorbringen. Er schafft die Geheime Polizei ab, stellt Pressefreiheit und Postgeheimnis wieder her. Vor allem aber vollzieht er den Wechsel zu einer konstitutionellen Monarchie. Nach langem Streit tritt 1819 die neue Verfassung in Kraft, die vergleichsweise demokratisch und liberal ausgerichtet ist.

Aussichtspunkt der Wilhelma: Vom Belvedere genießt man den Blick auf die Neckarebene und den Württemberg.  
© R. Rossner
Aussichtspunkt der Wilhelma: Vom Belvedere genießt man den Blick auf die Neckarebene und den Württemberg.

Die Hofhaltung von Wilhelm I. fällt deutlich bescheidener aus als die seines absolutistischen Vaters, er gibt sich bürgerlich und ignoriert immer wieder die Etikette. Ein verschwenderischer Herrscher wäre wohl in jenen Zeiten auch nicht allzu gut gelitten beim Volk. Doch es gibt auch kritische Stimmen, die befürchten, dass sich sein Sparprogramm negativ auf das Kulturleben und die Kunstpflege auswirken wird. Wenn der Hof auch viel von seinem Glanz eingebüßt hat, kommt die Stadtgestaltungspolitik keineswegs zum Erliegen.

Seit 1817 steht der italienische Architekt Giovanni Battista Salucci (1769-1845) im Dienst des Königs. Er hat sein Studium an der Akademie der Schönen Künste in Florenz absolviert und vertritt einen nüchtern-eleganten Klassizismus. Sein erstes Werk für den Regenten ist 1818-20 das Landschlösschen in Weil bei Esslingen. Wilhelm hat hier sein Königliches Gestüt, das sich der Zucht von Araberpferden widmet. Salucci errichtet einen zweigeschossigen Bau mit einem umlaufenden gusseisernen Altan. Auch für die Glaskuppel im Treppenhaus wählt er, ganz fortschrittlich, eine Eisenkonstruktion. Das Innere ist mit Wand- und Deckengemälden reich geschmückt.

Zur gleichen Zeit fertigt Salucci verschiedenste Entwürfe für ein königliches Landhaus auf dem Kahlenstein vor den Toren Stuttgarts. Katharina nimmt regen Anteil an der Planung. Vollendet wird Schloss Rosenstein schließlich 1829 als eingeschossige klassizistische Anlage mit zwei Innenhöfen, umgeben von einem Landschaftsgarten nach englischem Vorbild.

Das Schlösschen in Esslingen-Weil befindet sich heute in Privatbesitz. 1820 hatte Salucci das königliche Landhaus vollendet.  
© R. Rossner
Das Schlösschen in Esslingen-Weil befindet sich heute in Privatbesitz. 1820 hatte Salucci das königliche Landhaus vollendet.

Der Königin ist die Freude an den beiden neuen Landsitzen nicht vergönnt: Sie stirbt am 9. Januar 1819 an einem durch eine Gesichtsrose ausgelösten Hirnschlag - soweit die Diagnose der Hofärzte nach der Obduktion. Der völlig überraschende Tod der Dreißigjährigen, die neben der zweijährigen Tochter Marie auch die sieben Monate alte Sophie hinterlässt, versetzt nicht nur ihre Untertanen in Schockstarre. Die Gerüchteküche brodelt: Katharina soll ihren Ehemann im Gestüt mit einer Geliebten überrascht und sich bei der Rückfahrt im offenen Wagen verkühlt haben, die schwere seelische Erschütterung hätte sie dann gänzlich zugrunde gerichtet. Auch Zar Alexander ist das schnelle Hinscheiden der Schwester suspekt, am Petersburger Hof wird gar über Giftmord spekuliert.

Dass Wilhelm nicht nur seine erste, ungeliebte Frau betrogen hat, ist ein offenes Geheimnis. Dass er die zweite durch seine Amouren regelrecht in den Tod getrieben haben soll, ist schwerlich zu beweisen, hält sich aber hartnäckig als Legende. Als hätte man einen Sündenbock gebraucht, um den Verlust der segensreichen Königin zu verkraften. Der Monarch jedenfalls ist tief getroffen. Die Dichter des Landes preisen Katharina in Hymnen. Der Verleger Johann Friedrich Cotta rühmt: "Noch nie hat ein Thron eine solche Frau besessen. (...) sie war Königin, Ministerin, Freundin, Weib, Mutter - alles, alles, dem König und uns ..."

Hoch über dem Neckar markiert Schloss Rosenstein den unteren Endpunkt des Schlossgartens. Im Zweiten Weltkrieg zerstört, zog nach dem Wiederaufbau das Staatliche Museum für Naturkunde hier ein.  
© R. Rossner
Hoch über dem Neckar markiert Schloss Rosenstein den unteren Endpunkt des Schlossgartens. Im Zweiten Weltkrieg zerstört, zog nach dem Wiederaufbau das Staatliche Museum für Naturkunde hier ein.

Am 14. Januar wird Katharina in der Gruft der Württemberger beigesetzt. Für die Feierlichkeiten hat Salucci die Stuttgarter Stiftskirche nach antiker Manier hergerichtet - das tempelartige Trauergerüst und die Opferaltäre rufen bei vielen Protestanten Befremden hervor. Die Fürstengruft soll allerdings nicht ihre letzte Ruhestätte sein: Wilhelm will der Gemahlin ein Mausoleum auf dem Württemberg errichten lassen.

Dass er dafür die Reste der Burg seiner Vorväter abtragen lässt, provoziert offene Kritik. Wilhelm hat zunächst eine neugotische Kapelle im Sinn, die ein "teutscher Künstler" entwerfen soll. Dann gibt er doch wieder den Plänen seines italienischen Hofbaumeisters den Vorzug - was die Architekturdiskussion jener Zeit noch anfacht.

Salucci errichtet schließlich einen klassizistischen Zentralbau aus Sandstein mit vier Säulenportiken, der Andrea Palladios Villa Rotonda bei Vicenza zitiert. Der Innenraum der russisch-orthodoxen Kapelle erinnert an das römische Pantheon, die kassettierte Kuppel ist hier mit Stuckrosetten und verglastem Auge versehen. Für die Fenster und Türen verwendet der Architekt Wasseralfinger Gusseisen, ein Novum in Württemberg. "Die Liebe höret nimmer auf" steht in goldenen Lettern über dem Eingang.

Der Innenraum der russisch-orthodoxen Grabkapelle mit der Ikonostase. 
© R. Rossner
Der Innenraum der russisch-orthodoxen Grabkapelle mit der Ikonostase.

Am 5. Juni 1824 werden die sterblichen Überreste in die Gruft überführt. Da ist der König bereits wieder verheiratet. Gut ein Jahr nach Katharinas Tod hat er seine dritte Ehe, wiederum mit einer Cousine, geschlossen. Die 19 Jahre jüngere Pauline Therese Luise Prinzessin von Württemberg ähnelt äußerlich ihrer Vorgängerin, lässt aber deren Intellekt und die politischen Ambitionen vermissen. Die streng pietistische und als äußerst prüde geltende Königin schenkt Wilhelm drei Kinder, darunter 1823 mit Karl Friedrich Alexander den lang ersehnten Thronerben. Auch diese Ehe verläuft nicht glücklich, der Gemahl hält sich weiterhin Mätressen. Zweifelhafte Berühmtheit in diesem Reigen erlangt die gefeierte Hofschauspielerin Amalie von Stubenrauch: Ihr bleibt Wilhelm bis zu seinem Tode treu.

Wilhelm I. gilt als begabter Staatsmann, konsolidiert erfolgreich sein Königreich und engagiert sich deutschland- und außenpolitisch. Sein ganz großes Ziel, das er zeit seiner Regentschaft verfolgt, lässt sich nicht verwirklichen: eine dritte Macht der Mittelstaaten im Deutschen Bund neben Preußen und Österreich zu etablieren.

Unterdessen gedeiht sowohl das höfische als auch das städtische Bauwesen in und um Stuttgart. Vor allem entlang der Neckarstraße entstehen diverse repräsentative Bauten. Auch der Ausbau des nahen Kurortes Bad Cannstatt wird vom König vorangetrieben.

Des Königs Refugium ist heute ein viel besuchter Ort. Die erhaltenen Bauten und Anlagen der Wilhelma sind Bestandteil des gleichnamigen Zoologisch-Botanischen Gartens Stuttgart.  
© R. Rossner
Des Königs Refugium ist heute ein viel besuchter Ort. Die erhaltenen Bauten und Anlagen der Wilhelma sind Bestandteil des gleichnamigen Zoologisch-Botanischen Gartens Stuttgart.

Sein ehrgeizigstes Bauprojekt aber soll ein ganz privater Rückzugsort werden. Nachdem man 1829 im Park von Schloss Rosenstein eine Mineralquelle entdeckt hat, plant Wilhelm hier am Neckarknie einen orientalischen Lustgarten, nur für sich allein. Er beauftragt Karl Ludwig von Zanth mit dem Bau eines "Badhauses im Maurischen Stil" samt Orangerie und Gewächshaus. 1846 wird die Wilhelma anlässlich der Hochzeit des Kronprinzen Karl mit der russischen Großfürstin Olga eingeweiht. Vollendet ist die kostspielige Anlage, die diverse, üppig ausgestattete Gebäude, Wandelgänge und Wasserspiele umfasst, erst 20 Jahre später.

Stuttgart, Schlossplatz © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Stuttgart, Schlossplatz © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Zum 25jährigen Regierungsjubiläum König Wilhelms I. im Jahr 1841 wurde auf dem Stuttgarter Schlossplatz die Jubiläumssäule aufgestellt.
Stuttgart, Schloss Rosenstein © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Stuttgart, Schloss Rosenstein © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Das Staatliche Museum für Naturkunde im Schloss Rosenstein
Stuttgart, Wilhelma © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Stuttgart, Wilhelma © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Die Damaszenerhalle hat als einziges historisches Gebäude der Wilhelma den Zweiten Weltkrieg ohne Schäden überstanden.
Stuttgart, Wilhelma © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
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Die Damaszenerhalle der Wilhelma diente als Volière für Fasanen und Hühner.
Stuttgart, Wilhelma © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
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Der Maurische Festsaal wurde für königliche Empfänge und Bälle erbaut. Von der Originalfassade ist nur ein kleiner Teil erhalten.
Stuttgart, Grabkapelle Württemberg © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Stuttgart, Grabkapelle Württemberg © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn
Der Doppelsarkophag von König Wilhelm I. und Königin Katharina in der Grabkapelle auf dem Württemberg
 
 
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Zum 25jährigen Regierungsjubiläum König Wilhelms I. im Jahr 1841 wurde auf dem Stuttgarter Schlossplatz die Jubiläumssäule aufgestellt.
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Das Staatliche Museum für Naturkunde im Schloss Rosenstein
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Die Damaszenerhalle hat als einziges historisches Gebäude der Wilhelma den Zweiten Weltkrieg ohne Schäden überstanden.
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Die Damaszenerhalle der Wilhelma diente als Volière für Fasanen und Hühner.
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Der Maurische Festsaal wurde für königliche Empfänge und Bälle erbaut. Von der Originalfassade ist nur ein kleiner Teil erhalten.
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Der Doppelsarkophag von König Wilhelm I. und Königin Katharina in der Grabkapelle auf dem Württemberg
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Während das beheizte Maurische Landhaus sein Refugium ist, dient der Maurische Festsaal zuweilen als glanzvolles Ambiente für Empfänge und Bälle. Das Wilhelma-Theater soll nicht nur den Hof, sondern auch die Cannstatter Kurgäste unterhalten. Den oberen Abschluss der Wilhelma bildet das Belvedere. Der kleine, 1851 fertiggestellte Pavillon liegt dem König besonders am Herzen: Von hier aus hat man den Württemberg im Blick. In Saluccis Grabkapelle möchte auch er seine letzte Ruhe finden.

Am 25. Juni 1864 verkündet die "Bürger-Zeitung" die traurige Meldung: "König Wilhelm, der Nestor der europäischen Fürsten, der Vielgeliebte seines Volkes ist nicht mehr." Auf Schloss Rosenstein ist er entschlafen. Nach dem Wunsch des Verstorbenen erfolgt die Beisetzung in aller Stille und "mit dem ersten Sonnenstrahl". Im Tode ist er wieder vereint mit Katharina. Ein einziger Kanonenschuss bezeugt das Ende einer für Württemberg äußerst fruchtbaren Ära.

Bettina Vaupel

Literatur:

Detlef Jena: Katharina Pawlowna. Großfürstin von Russland - Königin von Württemberg. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2003. ISBN 978-3-7917-1804-0, 360 S., 29,90 Euro.

Paul Sauer: Reformer auf dem Königsthron. Wilhelm I. von Württemberg. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1997.

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