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Ausgabe: Februar 2013

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Schwerpunkt: Technik und Wissenschaft

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30.11.1999 :


Termine

Alfeld

von 12.07.2015
bis 12.07.2015
18:00
Grundton D-Konzert

German Brass

Alfeld, Fagus-Werk

Informationen und Kartenreservierungen: Deutschlandfunk, Simone Wien, Abt. Musik und Information, Raderberggürtel 40, 50968 Köln, Tel. 0221 345-1671, simone.wien@deutschlandradio.de

 

Nachrichten

  • 01.06.2015

    Das schwäbische Jerusalem: Ulms Museum präsentiert die erhaltenen Tafelbilder des „Wengenaltars“

    Noch bis zum 12. Juli 2015 wartet das Ulmer Museum mit einer sehenswerten Son-derausstellung auf: Unter dem Titel "Jerusalem in Ulm" sind zum ersten Mal seit über 200 Jahren die Tafelbilder des zerteilten Flügelaltars aus der Ulmer Stiftskirche St. Michael zu den Wengen zusammengeführt.

    Die Ausstellung ist der krönende Abschluss eines Forschungsprojektes, dessen Anstoß die Restaurierung von acht, teilweise beidseitig bemalten Tafelbildern aus dem spätgotischen Retabel gab. Diese hochkarätigen Fragmente befinden sich im Besitz der Evangelischen Münstergemeinde Ulm. Dank der großzügigen Bereitstellung von über 43.000 Euro durch die Julius Rohm-Stiftung in der Obhut der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wurden sie in den vergangenen drei Jahren umfassend restauriert. Die Julius Rohm-Stiftung widmet sich der Restaurierung der Innenausstattung des Ulmer Münsters und der Erhaltung der von Dominikus Böhm erbauten Kirche St. Johann Baptist in Neu-Ulm.

    Die Tafelbilder weisen den einst zweifach wandelbaren Flügelaltar als ein Meister-werk verschiedener Ulmer Künstlerwerkstätten aus. Allen voran die von Bartholomäus Zeitblom (um 1455-1518), dem Hauptmeister der sogenannten Ulmer Schule. Sie begründete im 15. und 16. Jahrhundert den Ruf der schwäbischen Reichsstadt als bedeutendes Kunstzentrum. Wer den Auftrag für das um 1500 geschaffene Kunstwerk erteilte, ist unbekannt. Es gehörte zur Kirchenausstattung des Augustiner-Chorherrenstifts St. Michael zu den Wengen und diente vermutlich als Hochaltar. Geschlossen zeigt der Altaraufsatz großformatig das Gebet Christi am Ölberg. In der ersten Wandlung wird auf 16 Bildern aus der christlichen Heilsgeschichte erzählt. Die zweite Wandlung bekamen die Gläubigen nur an den höchsten Kirchenfeiertagen zu sehen. Sie wies auf den Flügeln Dreiergruppen von großfigurig gemalten Heiligen auf. Wie die Predella und das Gesprenge ist auch der Mittelschrein des Aufsatzes verloren. Die Forschung nimmt an, dass sich dort eine Skulptur der Muttergottes mit dem Jesuskind befand, flankiert von Heiligenfiguren.

    Bewusst versetzte Bartholomäus Zeitblom in der Ölbergszene das biblische Jerusa-lem ins damalige Hier und Jetzt, indem er im Hintergrund die Stadt Ulm darstellte, eindeutig am Ulmer Münster zu erkennen. Ein Gegenwartsbezug, so erklärt Muse-umskuratorin Dr. Eva Leistenschneider, der besagt: Christi¬ Erlösungswerk wirkt fort.

    Ein nicht minder beeindruckendes Anschauungsobjekt ist die maßstabsgetreue Rekonstruktion des Flügelaltars im Lichthof des Museums. Im geöffneten Zustand erreichten alleine die Flügel eine errechnete Höhe von gut 2,60 Metern und eine Breite von 5,80 Metern.

    Bereits in der Reformationszeit kam das spätgotische Meisterwerk zu Schaden. Zwischen 1591 und 1628 wurde der Flügelaltar abgebaut und in seine Einzelteile zerlegt. Das Säkularisationsjahr 1803 besiegelte sein Schicksal endgültig: Das Stift wurde aufgelöst und das Inventar der Wengenkirche verkauft. Zu diesem Zweck wurden die Einzelteile nochmals in handlichere Stücke zersägt. Ein Großteil der Tafelbilder ist dennoch erhalten und befindet sich in verschiedenen deutschen Museen und Kirchen von Lübeck bis Friedrichshafen sowie im irischen Dublin.

    Nach der Ausstellung kehren die Gemälde zu den Leihgebern zurück und sind in dieser Zusammenschau vorläufig nicht mehr zu sehen. Dann wird auch die Altar-Rekonstruktion eingelagert - es sei denn, es findet sich ein Interessent.

    "Jerusalem in Ulm", bis 12.7.2015, Museum Ulm, Markt- platz 9, 89073 Ulm, Tel. 0731 161-4307 Öffnungszeiten: Di-So und feiertags 11-17 Uhr, Do -20 Uhr. www.museum.ulm.de Der Katalog mit den Forschungsergebnissen ist empfehlenswert.

    Christiane Rossner

Leserbriefe

01.06.2010 Monumente Online-Redaktion , Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn

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