Das Interesse an unserer Denkmallandschaft beschränkt sich bei vielen Menschen nicht nur auf Kulturreisen und Besichtigungstouren. Viele Bürger setzen sich auch aktiv für die Erhaltung unseres baulichen Erbes ein. Die Formen des Engagements sind dabei so vielfältig wie die Bauten, für die man Initiative ergreift. Die bürgerschaftliche Bewegung begleitet die Denkmalpflege schon seit ihren Anfängen: im 19. Jahrhundert in Gestalt der Geschichts- und Altertumsvereine sowie der Dombau- und Schlossvereine. Als man nach dem Zweiten Weltkrieg begann, historische Gebäude zugunsten neuer Stadtplanungen abzureißen, formierten sich Gruppen in der Bevölkerung, um gegen dieses Vorgehen zu demonstrieren. Die Proteste trugen dazu bei, dass das Jahr 1975 zum Europäischen Denkmalschutzjahr erklärt wurde. Auch die 1985 gegründete Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit ihren vielen Förderern versteht sich in dieser Tradition als größte Bürgerinitiative für den Denkmalschutz.
Auf ihren Internetseiten DenkmalDebatten stellt die Stiftung wichtige Protagonisten und Kontroversen der Denkmalpflege vor. In der Rubrik "Engagement" findet der Besucher Artikel, die sich bürgerschaftlichen Bewegungen im Denkmalschutz zu verschiedensten Zeiten widmen. Die Übersicht beginnt mit den Altertumsvereinen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Sie reicht über die Altstadtfreunde und die Technikerbewegung im frühen 20. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre, als zahlreiche Bürgerinitiativen gegen die Zerstörung altstädtischer und gründerzeitlicher Wohnhäuser protestierten. Ausdruck dieses öffentlichen Bewusstseinswandels war auch das vom Europarat deklarierte Denkmalschutzjahr 1975. Die Beiträge zum Engagement in jüngster Zeit widmen sich zum einen den Denkmalwächtern, also Bürgern, die besonders in ostdeutschen Städten neue Nutzungsperspektiven gegen den Abriss brachliegender Altbauten entwickeln und zum anderen Initiativen, die sich angesichts einer wachsenden Zahl leerstehender Gotteshäuser darum bemühen, angemessene Nutzungskonzepte zu finden.
Die DenkmalDebatten werden in allen Rubriken nach und nach um weitere Kontroversen, Protagonisten und historische Wendepunkte in der Denkmalpflege ergänzt.
Julia Ricker


