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Ausgabe: Oktober 2011

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Schwerpunkt: Regionen im Wandel

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Gold und Leder

Die Restaurierung der Ledertapete in Schloss Vollrads wurde auch von der Lotterie GlücksSpirale unterstützt

Schloss Vollrads ist um eine restaurierte Kostbarkeit reicher. Die Anlage mit dem trutzigen Wohnturm aus dem 14. Jahrhundert gehört zu den bekanntesten Denkmalen im Rheingau. Mit ihr ist unverbrüchlich der Name von Greiffenclau und eine über 800 Jahre währende erstklassige Weinbautradition verbunden.

Bis 1097 lässt sich der Stammbaum des Adelsgeschlechts zurückverfolgen, das vom 16. bis 18. Jahrhundert einflussreiche Erzbischöfe und Bischöfe für Trier, Mainz und Würzburg stellte. Als Friedrich von Greiffenclau-Vollrads das mittelalterliche Ensemble nach seinen Wünschen barock erweitern ließ, leistete er sich 1684 für sein Empfangszimmer das Wertvollste, was in dieser Zeit als Interieur zu haben war: eine geprägte Goldledertapete. Eingefasst von Holzpaneelen und profilierten Leisten, schmücken aus Kalbsleder gefertigte, miteinander vernähte Vierecke die Wandflächen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden sie mit Nägeln auf Holzrahmen befestigt, die in die Wandflächen eingelassen sind. Das Kalbsleder ist versilbert und mit einem Goldfirnis überzogen. Vor einen blauen Hintergrund gesetzt, heben sich die geprägten Ornamente plastisch ab.

 (c) R. Rossner
© R. Rossner
Die goldgeprägte Ledertapete von 1684 verleiht dem heutigen Herrenzimmer sein besonderes Ambiente. Großbildansicht

Das Motiv auf der über 300 Jahre alten Tapete ist nur noch selten zu finden und zeigt ein gerolltes Rankenornament, in dem sich musizierende Putten, Fabelwesen, Vögel, Früchte und Blumen tummeln. Friese mit Greifvögeln und Drachen erinnern an den Herrn des Hauses Greiffenclau.

Für rund 93.000 Euro haben zwei diplomierte Restauratorinnen die Goldledertapete aufgearbeitet, die jetzt durch ein stabil gehaltenes Raumklima besser geschützt wird. Dank der Lotterie GlücksSpirale konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz für die Restaurierungsmaßnahmen 35.000 Euro bereitstellen. 32.000 Euro steuerte das Landesamt für Denkmalpflege bei. Den dritten Teil der Kosten trugen die 160 Mitglieder des Fördervereins Schloss Vollrads e.V., der sich seit 2002 intensiv für die Restaurierung der Greiffenclauer Kostbarkeiten einsetzt. Nun kann die Rarität wieder bewundert werden. Goethe würde sich freuen, hatte er die Ledertapete doch 1814 "schlotternd" an den Wänden hängen sehen.

Christiane Rossner

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