Als Zentren der Städte und Dörfer prägen die Kirchen mit ihren hohen, weithin sichtbaren Türmen bis heute das Landschaftsbild. In der Vergangenheit Mittelpunkt des Lebens, befinden sich die Gotteshäuser inzwischen eher abseits des Alltags. Manche von ihnen stehen sogar leer, und die meisten sind verschlossen. Aus Stein, Ziegel oder Fachwerk gebaut, gehören die Kirchen fast immer zu den ältesten Zeugen einer lokalen Vergangenheit und bergen kostbare Malereien, Goldschmiedearbeiten oder Bildteppiche. In der Geschichte waren die Sakralräume oft sogar die einzigen Orte, an denen die Menschen mit Kunst in Berührung kamen. Touristen, die sich heute die künstlerischen und historischen Zeugnisse ansehen möchten, stehen dagegen vor verriegelten Türen.
Surftipp
Offene Kirchen
In vielen Dörfern Brandenburgs können sich Kunst- und Architekturinteressierte oder Besucher, die einen Ort der Ruhe und Besinnung suchen, auf geöffnete Gotteshäuser freuen. Dort gewährleistet man regelmäßige Öffnungszeiten oder weist Gäste darauf hin, wo sie den Kirchenschlüssel erhalten können. Etwa 900 Gebäude, die mit einem Schild "Offene Kirche" gekennzeichnet sind, laden die Menschen in Brandenburg und auf dem Gebiet der zur brandenburgischen Landeskirche gehörenden schlesischen Oberlausitz ein.
Auch in anderen Bundesländern sind immer mehr Kirchen außerhalb der Gottesdienste zu bestimmten Zeiten zur Besichtigung zugänglich. In Städten oder Dörfern zeigt ein eigenes Signet an: "Hier ist eine Kirche verlässlich offen". Auf den Internetseiten der Landeskirche Hannover gelangt man in der Rubrik "Links" zu den beteiligten Landeskirchen, die in Form von Listen oder Landkarten über die teilnehmenden Gotteshäuser informieren.
Julia Ricker



