Monumente Online

Ausgabe: Juni 2011

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Schwerpunkt: Neue Nutzung von Sakralräumen

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Mut zum Umdenken

Kirchenaustritte, leere Gemeindekassen, hohe Restaurierungskosten wegen jahrzehntelangen Sanierungsstaus machen bundesweit Sakralbauten zu Problemfällen - nicht nur in ländlichen Gegenden, sondern auch in großen Städten oder in bevölkerungsdichten Regionen wie dem Ruhrgebiet. Abgesehen davon, dass es sich oftmals um Bauwerke von architektur- und kunsthistorischem Wert handelt, zeigt sich immer wieder bei der Behandlung dieses Themas, dass ein überraschend großer Bevölkerungsanteil aus seinem Stadt- und Landschaftsbild verschwundene Kirchenbauten vermissen würde. Trotz aller Kritik an den Kirchenvertretern und schwindender Religiosität haben die Gotteshäuser etwas Identitätsstiftendes für die Menschen bewahrt.

Der Umgang mit nicht mehr benötigten Kirchenbauten hat sich zu einem brand-aktuellen Thema entwickelt. In diesem Jahr und 2009 organisierten die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zwei Tagungen, die den Nerv trafen: "Kirchen im Dorf lassen" und "Kirche leer - was dann".

Dass der Abriss von Kirchen die letzte Option sein sollte, darüber besteht ein breiter Konsens. Sie zu verkaufen, damit sie zu Restaurants, Galerien oder Wohnhäusern umfunktioniert werden, ist ein Trend, der inzwischen wieder rückläufig ist. Vielmehr ist das Ziel, Gotteshäuser für zukünftige Generationen zu erhalten. Dafür sollten sie in der Hand der Kirche bleiben. So könnten durchaus unkonventionelle Nutzungen zugelassen werden, ohne dass die Kirche ihren Einfluss auf die Geschicke der Bauwerke verliert. Ideen für erweiterte und vor allem reversible Nutzungen sind gefragt. Manche Pfarrer und Gemeinden haben noch Angst vor der eigenen Courage, andere sind offen für neue Wege und setzen bereits maßgeschneiderte Konzepte um.

In dieser Ausgabe von Monumente Online berichten wir daher nicht nur über sakrale Baudenkmale, die restauriert werden, weil sie als Gotteshaus dringend gebraucht werden, sondern stellen Ihnen auch einige Beispiele für eine erweiterte Nutzung von Kirchen vor. Nehmen sie Anteil, lassen Sie sich inspirieren und sagen Sie uns Ihre Meinung - denn kreative und angemessene Ideen sind jetzt gefordert.

Viel Spaß beim Durchklicken wünscht Ihnen
die Monumente Online Redaktion

Christiane Rossner

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