Monumente Online

Ausgabe: Oktober 2010

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Schwerpunkt: Kulturelle Einflüsse auf Architektur und Kunst

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Eine Frage der Inspiration

Um seinem Land zur wirtschaftlichen Blüte zu verhelfen, erlaubte Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, verfolgten Hugenotten 1685, sich in Berlin und Brandenburg anzusiedeln. 20.000 kamen und brachten nicht nur Fertigkeiten im Tabakanbau, bei der Seidenzucht und wenig bekannten Handwerkstechniken mit, sondern stellten auch bedeutende Baumeister, unter ihnen Carl von Gontard, Jean de Bodt sowie David und Friedrich Gilly.

Der Große Kurfürst war jedoch nicht der erste, der Glaubensflüchtlingen eine neue Heimat bot. Friedrich III., Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf, holte 1621 Remonstranten in sein Land. Unter ihrem Einfluss wurde Friedrichstadt errichtet, das bis heute seine holländischen Wurzeln nicht verleugnen kann. Ein Städteporträt von Friedrichstadt finden Sie in dieser Ausgabe von Monumente Online, die sich dem Austausch kultureller Eigenarten widmet.

Er fand auch zur Blütezeit der Hanse statt. Daher widmen wir diesem internationalen Handelsbund einen weiteren Leitartikel. Bis heute werden die ehemaligen Hansestädte in Deutschland, Skandinavien und den Niederlanden durch prächtige Kaufmannshäuser und beeindruckende Kirchen geprägt, die große Gemeinsamkeiten aufweisen.

Dass Kulturtransfers durchaus Moden unterliegen, zeigt die Geschichte des Damaskuszimmers, das im Dresdner Völkerkundemuseum restauriert wird. Der Kunstsammler Karl Ernst Osthaus hatte es während seiner Reise durch das Osmanische Reich bestellt, um es in seinem geplanten Museum für islamische Kunst präsentieren zu können. Als die Pakete in Hagen eintrafen, hatten sich seine Pläne geändert, so dass er das wertvolle Zimmer eines Damaszener Kaufmanns nie auspackte.

Wie wichtig der Einfluss französischer Baumeister auf die Kirchenarchitektur in Deutschland war, belegt der Beitrag unserer Serie "Sehen lernen". Und auch die Streiflichter widmen sich dem Thema Kulturtransfer: Lesen Sie, warum Delfter Porzellan in dem kleinen thüringischen Ort Rauenstein hergestellt wurde, was es mit dem Affenteppich in Arnstadt auf sich hat, und warum es im Wörlitzer Park eine Nachbildung des Vesuvs gibt.

Viel Spaß beim Durchklicken wünscht Ihnen die Monumente Online-Redaktion

Carola Nathan

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