Die Frauenkirche in Dresden
Seit ihrer Weihe Ende Oktober 2005 ist die wiederaufgebaute Frauenkirche im Zentrum Dresdens Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. Die einzigartige Kuppel der 1726-43 von George Bähr geschaffenen barocken Kirche, mit der die berühmte Silhouette der Stadt wieder ihre Krone erhalten hat, ist zum Sinnbild für die Heilung der Wunden des Zweiten Weltkriegs und zum Zeichen für die friedliche Zusammenarbeit in der Welt geworden.
Begonnen hat diese gewaltige Aufbauleistung mit dem "Ruf aus Dresden" vom 13. Februar 1990, dem 45. Jahrestag des Bombenangriffs, der weite Teile der Stadt in Schutt und Asche legte. Dank Spenden aus aller Welt konnte man 1993 mit der archäologischen Enttrümmerung der über die Jahrzehnte als Mahnmal dienenden Ruine und mit dem Wiederaufbau beginnen. Voller Interesse und Bewunderung verfolgten die Dresdner und ihre Besucher die Fortschritte auf der Baustelle. Begleitet wurden sie von umfangreichen Forschungen zur Kirche und ihrer Geschichte, aber auch zu ihrer Ausstattung und ihrer unmittelbaren Umgebung.
Seit 1995 gibt die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. Jahrbücher heraus, in denen sich namhafte Autoren zur kunst- und kulturgeschichtlichen Bedeutung des Gotteshauses und zu seiner Ausstrahlung auf das geistige und kulturelle Leben Dresdens äußern. In Band 13 aus dem Jahr 2009 kommen Kunsthistoriker, Theologen, Musiker und Politiker zu Wort. Band 14 wird im Oktober 2010 erscheinen.
Die Dresdner Frauenkirche. Jahrbuch zu ihrer Geschichte und Gegenwart, Band 13 (2009). Hrsg.: Heinrich Magirius im Auftrag der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2009. ISBN 978-3-7954-2264-6, 240 S., 29,90 Euro.
Rezension: Dorothee Reimann
Wilhelmine, Markgräfin von Bayreuth
Als älteste Tochter des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. und seiner Frau Sophie Dorothea hatte Wilhelmine, die spätere Markgräfin von Bayreuth, ebenso wie der drei Jahre jüngere Kronprinz, der spätere Friedrich der Große, kein leichtes Leben. Offenbar erkannten die Eltern auch nicht die besonderen Begabungen der beiden Königskinder, die später - wenn auch mit unterschiedlichem Möglichkeiten - Bedeutendes leisteten. Die im Buch "Die Markgräfin" zusammengefassten Aufzeichnungen Friedrich Ludwig Müllers sind keine Biographie, sie erzählen vielmehr von Ereignissen aus dem Leben Wilhelmines, die sich wie ein Mosaik zusammenfügen. Die Prinzessin hatte durchaus gute Chancen auf dem "Heiratsmarkt", wurde aber schließlich mit dem Markgrafen Friedrich III. von Bayreuth verheiratet.
Wilhelmine bringt dort - unterstützt von ihrem Mann - barocken architektonischen Glanz in die zuvor recht rückständige Provinz. Der Sonderteil des Buches von Beatrice Härig stellt das Wirken Wilhelmines eindrucksvoll anhand der Eremitage, des Markgräflichen Opernhauses, des Felsengartens von Sanspareil und des Neuen Schlosses in Bayreuth dar.
Friedrich Ludwig Müller: Die Markgräfin. Aus dem Leben der preußischen Prinzessin Wilhelmine. Mit einem Sonderteil zur Baukunst in Bayreuth von Beatrice Härig. MONUMENTE Publikationen der Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2003. ISBN 978-3-936942-35-8, 160 S., 17,40 Euro.
Rezension: Dorothee Reimann
Barocke Fresken in Hochheim am Main
Lange Zeit galten die spätbarocken Fresken des Johann Baptist Enderle in der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul in Hochheim am Main als rettungslos verloren. Ölhaltige Chemikalien aus den Holzschutzmitteln, mit denen das Dachgebälk in den 1950er Jahren behandelt worden war, waren bis zu den für die Region einzigartigen Malereien durchgedrungen, so dass man kaum noch etwas von den Bildern und ihrer Farbigkeit erkennen konnte. Nach der Sanierung des Äußeren der hoch in den Weinbergen gelegenen Kirche 1993-95 wurden ab 1996 in einer zeit- und kostenintensiven Maßnahme die Ölflecken beseitigt, die Fresken gesichert und partielle Verluste rekonstruiert. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat die Arbeiten über Jahre finanziell gefördert. Im vorliegenden Arbeitsheft des hessischen Landesdenkmalamtes wird die komplizierte Restaurierung aus verschiedenen Perspektiven ausführlich dargestellt. Ein Bildteil gibt die barocken Fresken an den Decken und Emporen in ihrer faszinierenden Farbigkeit wieder.
Johann Baptist Enderle in Hochheim am Main. Zur Restaurierung der Fresken in der Pfarrkirche St. Peter und Paul. Arbeitshefte des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen 13. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2008. ISBN 978-3-8062-2225-8, 134 S., 14,90 Euro.
Rezension: Dorothee Reimann
Das Porzellanschloss Favorite
Sibylla Augusta, Markgräfin von Baden-Baden, ließ in den Jahren von 1710 bis 1725 in Förch bei Rastatt die Favorite errichten. In diesem Porzellan- und Lustschloss sind Interieurs, Porzellane, Fayencen, textile Wandbespannungen, Lackmöbel und vieles mehr zu bewundern, die eine der kunstsinnigsten Sammlerinnen ihrer Zeit in Auftrag gegeben und zusammengetragen hat. Das Buch führt in einem bebilderten Rundgang den überwältigenden Reichtum der Ausstattung im Innern vor Augen. Viele der neu gefertigten Fotos von Martine Beck Coppola präsentieren Glanzstücke der Favorite, die in den Schlossräumen aufgestellt sind. So vermittelt die Publikation aus Anlass des 300-jährigen Schlossjubiläums eine Vorstellung von der einstigen Pracht und dem unverwechselbaren Charakter des Porzellanschlosses der Markgräfin, in dem darüber hinaus viele Feste gefeiert und Jagdgesellschaften veranstaltet wurden.
Ulrike Grimm: Favorite. Das Porzellanschloss der Sibylla Augusta von Baden-Baden. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2010, ISBN 978-3-422-02261-9, 164 Seiten, 152 farb. Abb., 19,80 Euro.
Rezension: Christiane Schillig