Kaiser Heinrich II. schenkte dem Halberstädter Bischof Arnulf im Jahr 1003 seine Jagdpfalz "Elysynaburg", auf deren Gelände wenig später das Kloster Ilsenburg entstand. Die Blütezeit des Konvents beginnt mit Abt Herrand, der Ilsenburg zu einem Zentrum der Ordensreform in Sachsen machte. Seine theoretischen Ideen spiegeln sich auch in der Architektur der 1087-78 erbauten und im Bauernkrieg stark beschädigten Klosterkirche wider. Als erste deutsche Benediktinerkirche besaß sie einen dreischiffigen Chor, der mit drei Apsiden schloss und damit noch vor der beispielhaft wirkenden Reformarchitektur der Klosterkirche in Hirsau entstand. Von der 1120 bis 1176 erbauten Klosteranlage sind heute nur noch der Südflügel mit dem unterkellerten Speisesaal der Mönche und der Ostflügel mit dem Kapitelsaal und dem Schlafsaal der Mönche erhalten. Den Speisesaal schmücken ein ornamentaler Fußboden aus Gips aus der Zeit um 1200 sowie gedrehte und gemusterte Säulen mit palmettenverzierten Kapitellen. Neben dem aufwendigen Bauschmuck bezeugt auch eine jüngst freigelegte Fußbodenheizung, dass Ilsenburg zu den wohlhabenden und fortschrittlichen Klöstern des Mittelalters gehörte. Die von Maria Fürstin zu Stolberg-Wernigerode errichtete Stiftung Kloster Ilsenburg e. V. kümmert sich seit 2000 um die Restaurierung der denkwürdigen Klosteranlage, die auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit beträchtlichen Mitteln unterstützt wurde.
Auf den Internetseiten der Stiftung Kloster Ilsenburg e. V. findet man eindrucksvolle Bildergalerien und kann sich über die Geschichte des Klosters, die derzeit laufenden Restaurierungsmaßnahmen und Konzepte für eine zukünftige Nutzung des Ensembles informieren.
Julia Ricker



