Unterwegs zu Luther
Der Journalist Heinz Stade beschreibt in seinem Buch "Unterwegs zu Luther" fünfzig Stationen, die eng mit dem Wirken Martin Luthers verbunden sind. Viele von ihnen liegen in Sachsen-Anhalt wie Eisleben, wo er geboren wurde und starb, oder Wittenberg, wo er die meiste Zeit seines Lebens verbrachte. Der Autor nimmt den Leser außerdem mit nach Rom, das Luther im Winter 1511/12 besuchte. Auch kleine, wenig bekannte Orte werden in dem Buch beschrieben, darunter Unterrißdorf, wo er "beim Einfahren krank wurde". Die Reisebeschreibungen werden durch kurze theologische Texte des Historikers Thomas A. Seidel und aussagekräftige Fotos von Harald Wenzel-Orf ergänzt.
Heinz Stade, Thomas A. Seidel: Unterwegs zu Luther. Eine Reise durch 50 Lutherorte mit Fotografien von Harald Wenzel-Orf. Wartburg-Verlag, Weimar und Eisenach 2010. ISBN 978-3-86160-196-8, 264 S., 14,90 Euro.
Rezension: Carola Nathan
Luther-Land Thüringen
Neben dem heutigen Sachsen-Anhalt, wohin uns der Lutherpilgerweg in dieser MONUMENTE Online-Ausgabe führt, gilt Thüringen als das Land Martin Luthers. Nicht nur, dass der Student nach einem einschneidenden Erlebnis ins Erfurter Augustinerkloster eintrat und später - verkleidet als Junker Jörg - auf der Wartburg bei Eisenach das Neue Testament übersetzte, er hat auch Spuren in Schmalkalden, Weimar, Altenburg und Coburg hinterlassen. Die originale Grabplatte des Reformators findet man in der Stadtkirche St. Michael in Jena.
Der Autor Hartmut Ellrich, Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, folgt diesen Spuren auf unterhaltsame Weise, zitiert aus Schriften und Briefwechseln, lässt Wegbegleiter zu Wort kommen und gibt Ausflugstipps zu weiteren Orten, die auf unterschiedliche Weise mit Luther in Beziehung stehen.
Hartmut Ellrich: Luther. Eine Spurensuche in Thüringen. Sutton Verlag, Erfurt 2009. ISBN 978-3-86680-523-1, 142 S., 14,90 Euro.
Rezension: Dorothee Reimann
St. Nicolai und Zerbst
Als am 16. April 1945, unmittelbar vor Ende des Zweiten Weltkrieges, ein Bombenangriff die anhaltische Stadt Zerbst zu 80 Prozent in Schutt und Asche legte, blieb von der gotischen Hallenkirche St. Nicolai nur eine traurige Ruine zurück. Während die umgebende Altstadt in den Folgejahren großflächig abgerissen und durch Neubauten ersetzt wurde, konnten die Mauern der Kirche aber bewahrt werden.
Unmittelbar nach der Wiedervereinigung gründete sich der Förderkreis St. Nicolai Zerbst e. V., der sich seitdem sehr erfolgreich bemüht, die Ruine mit Leben zu füllen. Was in den vergangenen zwei Jahrzehnten geleistet wurde, hat Walter Tharan, der Vorsitzende des Förderkreises, jetzt in einem Buch zusammengefasst. Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat sich an diesem Rettungswerk beteiligt. Rund 430.000 Euro konnte sie - auch dank zweckgebundener Spenden - seit 1991 bereitstellen.
Walter Tharan: Rettung eines Baudenkmals. Die Stadtkirche St. Nicolai in Zerbst. Dr. Ziethen Verlag, Oschersleben 2010. ISBN 978-3-932090-84-4, 136 S. 19,90 Euro.
Rezension: Dorothee Reimann
Klöster des Mittelalters
Mittelalterliche Klöster wie in Hirsau, Eberbach, Doberan, Jerichow oder Erfurt faszinieren die Besucher. Sie waren Orte des Gebets, und sie bildeten die Grundlage für das monastische Leben. So entstanden Raumkonzeptionen, die ästhetische wie funktionale Aspekte gleichermaßen berücksichtigten.
Jens Rüffer stellt die großartige Architektur der Klöster im deutschsprachigen Raum im Überblick vor und beschreibt die Lebensweise der Mönchsgemeinschaften der verschiedenen Orden - Benediktiner, Zisterzienser, Augustinerchorherren, Prämonstratenser und Kartäuser sowie die Bettelorden der Dominikaner und Augustiner.
Jens Rüffer: Mittelalterliche Klöster. Deutschland - Österreich - Schweiz. Primus-Verlag, Darmstadt 2009. ISBN 978-3-89678-660-9, 160 S., 39,90 Euro.
Rezension: Dorothee Reimann
Klosterland Mecklenburg-Vorpommern
Auch in Mecklenburg-Vorpommern gab es bis zur Reformation eine Vielzahl von Klöstern, die im Zuge der Christianisierung ab dem 11. Jahrhundert entstanden sind. Die Anlagen - unabhängig davon, ob sie nur noch Ruinen sind oder ob sie über die Jahrhunderte für andere Nutzungen umgebaut wurden - strahlen noch immer eine große Würde aus.
Der Bildband "Klöster in Mecklenburg-Vorpommern" mit den stimmungsvollen Fotos von Thomas Grundner lädt Menschen aus Nah und Fern ein, diese geschichtsträchtigen Orte der Spiritualität und mittelalterlichen Handwerkskunst zu besuchen, darunter Ensembles, deren Sanierung von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützt wurde, wie die Klöster von Bad Doberan, Dargun und Tempzin.
Martin Ebert und Thomas Grundner (Fotos): Klöster in Mecklenburg-Vorpommern. Hinstorff Verlag, Rostock 2009. ISBN 978-3-356-01333-7, 120 S., 19,90 Euro.
Rezension: Dorothee Reimann
Spuren jüdischen Lebens
Seit 1984 erforschte Thea Altaras auf eigene Rechnung alle nach 1945 verbliebenen ehemaligen Synagogenbauten in Hessen. Sie dokumentierte deren Nutzung und die Veränderungen an ihnen. Sie beriet außerdem bei Restaurierungen, musste aber bis in die 1990er Jahre auch Abrisse und Verschandelungen registrieren. Aufgrund ihrer erstmals 1987 erschienenen und 1994 fortgesetzten Dokumentation stellte das hessische Landesdenkmalamt alle ehemaligen Synagogen unter Denkmalschutz. Viele von ihnen konnte man deshalb retten und auf würdige Weise nutzen.
Bis zu ihrem Tod 2004 setzte Thea Altaras ihre Arbeit fort. Der aus ihrem Nachlass entstandene Band fasst alle Recherchen zusammen. Neben Ausführungen zu Gestalt und Bedeutung von Synagogen und rituellen Tauchbädern ist eine Aufstellung aller noch existierenden Bauten zu finden. Dargestellt werden ihre architektonischen Merkmale ebenso wie ihre Geschichte und der jeweils vorgefundene Zustand.
Thea Altaras: Synagogen und jüdische Rituelle Tauchbäder in Hessen - Was geschah seit 1945? 2. umgearbeitete und erweiterte Auflage. Reihe DIE BLAUEN BÜCHER, Karl Robert Langewiesche Verlag, Königstein 2007. ISBN 978-3-7845-7794-4, 432 S., 39,80 Euro.
Rezension: Dorothee Reimann