20 Jahre Wiederaufbau – eine Erfolgsgeschichte
Fährt man heute durch die ehemalige DDR, kann man sich kaum noch vorstellen, in welch desolatem Zustand die Städte und Dörfer und mit ihnen viele wertvolle Baudenkmale nach dem Fall der Mauer im November 1989 waren. Nach nunmehr zwanzig Jahren Wiederaufbau hat sich das Bild vielerorts gewandelt: Immer deutlicher zeigt sich der große Reichtum der dortigen Kulturlandschaften. Mit Hilfe aus den westlichen Bundesländern, aber auch mit viel Engagement von Bürgern und Vereinen ist es gelungen, Kirchen und Schlösser, öffentliche Gebäude und Bürgerhäuser sowie ganze Straßenzüge in den Altstädten zu retten und zu sanieren. Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat sich sehr erfolgreich an diesem großen Werk beteiligt.
Im Buch "Auferstanden in alter Pracht" werden Ansichten von 1989/90 aktuellen Aufnahmen gegenübergestellt. Sie machen die ungeheuren Aufbauleistungen zwischen Stralsund und Sonneberg, Görlitz und Osterwieck deutlich. Unter den etwa 75 eindrucksvollen Beispielen befinden sich auch zahlreiche Projekte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, wie St. Georgen in Wismar, die Dorfkirchen von Alt Placht und Ribbeck in Brandenburg, das Rundschloss Oberpöllnitz in Thüringen, der Schönhof in Görlitz, der Stadtgottesacker in Halle, die Schlösser Hundisburg und Groß Rietz sowie das Museumshaus Mönchstraße in Stralsund.
Auferstanden in alter Pracht. Stadtansichten vor der Wende und heute. 20 Jahre Mauerfall 1989-2009. Hrsg.: Hubert Bücken. ZEITGEIST MEDIA, Düsseldorf 2009. ISBN 978-3-926224-44-6, 160 S., 14,80 Euro.
Rezension: Dorothee Reimann
Rokoko und Kalter Krieg
Pünktlich zur Eröffnung des Berliner Schlosses Schönhausen als Museumsschloss hat die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg eine reich mit aktuellen und historischen Abbildungen ausgestattete Publikation herausgegeben. Historiker, Architekten und Restauratoren stellen darin die äußerst bewegte Geschichte dieses Bauwerks und des ihn umgebenden Gartens vor. Aktuelle Forschungsergebnisse boten auch die Grundlage für die oft schwierigen Entscheidungen, welche Zeitschicht dem Museumsbesucher in den verschiedenen Bereichen nahegebracht werden sollte.
Schönhausen. Rokoko und Kalter Krieg. Die bewegte Geschichte eines Schlosses und seines Gartens. Hrsg.: Generaldirektion der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Jaron Verlag, Berlin 2009. ISBN 978-3-89773-625-2, 176 S., 19,95 Euro.
Rezension: Dorothee Reimann
Rettung eines Wahrzeichens
Seit nunmehr 125 Jahren steht der Leuchtturm Roter Sand in der Außenweser vor der deutschen Nordseeküste. 1964 außer Dienst gestellt, verlor er nach und nach an Standfestigkeit und drohte in den 1980er Jahren schließlich unterzugehen. Doch eine Gruppe engagierter Freunde dieses Wahrzeichens nahm den Kampf auf und warb um seine Erhaltung. Nach zwanzig Jahren erfolgreicher Arbeit lädt der sanierte Leuchtturm, ab 1987 im Besitz der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und betreut vom Förderverein Rettet den Leuchtturm Roter Sand e. V., Interessierte zum Besuch ein. Einst Symbol für Abschied und Wiederkehr, ist er jetzt vor allem ein ermutigendes Beispiel für das erfolgreiche Ringen um die Erhaltung von Kulturdenkmalen.
Der vor fünf Jahren im Auftrag des Fördervereins erschienene Bildband ist eine vollkommen überarbeitete Neuauflage eines Buches aus dem Jahr 1985. Der Bildband wurde durch Beiträge verschiedener Autoren über die Entwicklungen bis 2005 erweitert. Das Spektrum seiner Themen reicht von den technischen Aspekten des Baus und der Sanierung bis hin zur Darstellung des Leuchtturms in Kunst und Werbung.
Siegfried Stölting (Hrsg.): Leuchtturm Roter Sand. Wirtschaftsverlag NW, Verlag für neue Wissenschaft, Bremerhaven 2005. ISBN 3-86509-334-5, 196 S., 29,80 Euro.
Rezension: Dorothee Reimann
Stadtgeschichte in Ravensburg
Mit dem Humpisquartier hat sich in der Ravensburger Oberstadt ein spätmittelalterliches Ensemble von außerordentlicher Geschlossenheit erhalten. Das Kulturdenkmal, dessen Errichtung von der Kaufmannsfamilie Humpis um 1380 begonnen wurde, besteht aus sieben Gebäuden, die sich um einen Innenhof gruppieren. Im Zusammenhang mit der seit dem Jahr 2000 erfolgten Sanierung des Ensembles, unterstützt auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, wurden umfangreiche archäologische Grabungen durchgeführt. Weitreichende Erkenntnisse zur Bauforschung, zur Lebensweise ehemaliger Bewohner und zur Besiedlungsgeschichte Ravensburgs vom Hochmittelalter bis in die Gegenwart wurden so gewonnen. Diese werden im vorliegenden, vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg herausgegebenen Buch vorgestellt. Zu sehen sind die wichtigsten Funde auch im stadthistorischen Museum, das 2009 im Humpisquartier eröffnet wurde.
Beate Schmid: BauArchäologie im Ravensburger Humpisquartier. Forschungsergebnisse zur Entwicklung eines städtischen Kleinquartiers. Materialhefte zur Archäologie in Baden-Württemberg, Heft 87. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2009. ISBN 978-3-8062-2347-7, 256 S. + 30 Beilagen, 40 Euro.
Rezension: Dorothee Reimann