Ausgewählte Titel in Kurzrezensionen
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01.02.2010
Auftakt "bauTraum"
"Wo wohnt wer wann?" Der Schülerworkshop aus Rheinland-Pfalz zu früheren, heutigen und zukünftigen Wohnhäusern ist ein Beispiel der Netzwerkkampagne "bauTraum". Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder und Jugendliche nachhaltig für die aktive Gestaltung lebenswerter Räume zu begeistern. Die gemeinsame Aktion der Bundesstiftung Baukultur und ihres Fördervereins, der Bundesarchitektenkammer sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bündelt bundesweit Akteure, Einrichtungen und Initiativen zum Thema Baukultur und Schule.
Mitmachen können ab sofort alle, die mit ihren Projekten Schülerinnen und Schüler für ihr historisches Umfeld sensibilisieren und mit Aktionen wie thematischem Unterricht, Workshops, Baubegehungen oder Ausstellungen zum Entdecken und Mitgestalten einladen. "bauTraum" startet am 1. Februar und endet am 12. September 2010 mit einer Präsentation der Ergebnisse im Rahmen einer bundesweiten Abschlussveranstaltung am Tag des offenen Denkmals. In diesem Zeitraum werden alle Teilnehmer und ihre Projekte auf der Kampagnen-Website von "bauTraum" vorgestellt. (win) -
01.02.2010
Basteln für St. Michael in Hildesheim
Nach rund fünfjähriger Renovierungszeit und 1.000 Jahre nach der Grundsteinlegung der Kirche durch Bischof Bernward wurde am 15. Januar 2010 das Jubiläumsjahr von St. Michael in Hildesheim mit einem großen Festgottesdienst eröffnet. "Gottes Engel weichen nie" - so lautet das Motto von Festprogramm und Gottesdienst, dem neben zahlreichen Ehrengästen auch Bundespräsident Horst Köhler beiwohnte.
Die umfangreiche Sanierung, insbesondere im Inneren der seit 1985 zum UNESCO Weltkulturerbe zählenden romanischen Basilika, gelang durch das finanzielle, mitunter äußerst kreative Engagement derjenigen, die sich St. Michael auf besondere Weise verpflichtet fühlen. Ein gutes Beispiel dafür ist der detailgetreue Modellbaubogen, mit dem jeder Baumeister die Basilika zu Hause selbst im Maßstab 1:200 erschaffen kann. Er ist zum Preis von zehn Euro beim "Freundeskreis für den Erhalt des Weltkulturerbes St. Michael e.V." zu beziehen. Der Erlös kommt in vollem Umfang der weiteren Restaurierung zugute. Bis 2014 werden die Außenanlagen und die Fassaden in vier Bauabschnitten saniert. (win)
Weitere Informationen sowie ein Bestellformular für den Modellbaubogen unter: -
01.02.2010
Bauforschung dreidimensional
Bereits zum dritten Mal veranstaltet die Brandenburgische Technische Universität Cottbus an den Lehrstühlen für Baugeschichte und Vermessungskunde das interdisziplinäre Kolloquium "Von Handaufmaß bis High Tech". Das diesjährige Zusammentreffen von Fachleuten aus Bereichen wie der Vermessung, Denkmalpflege, Archäologie und Informatik vom 24. bis 27. Februar 2010 ist den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der 3D-Technologie in der historischen Bauforschung gewidmet. Die Tagung wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert, und man hofft auf eine rege Teilnahme. Sie wird auch von einer Fachausstellung als Plattform für den Austausch zwischen Anwendern und Dienstleistern begleitet. "Von Handaufmaß bis High Tech III - 3D in der historischen Bauforschung". handhigh@tu-cottbus.de (win)
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01.02.2010
Bitte lächeln, alte Stadt!
Unter dem Motto "Bitte lächeln, alte Stadt" startete am 26. Januar 2010 der große Fotowettbewerb des Bundesbauministeriums im Rahmen seines Programms "Städtebaulicher Denkmalschutz" - ein in den östlichen Bundesländern sehr erfolgreiches, seit 2009 auch in den alten Bundesländern durchgeführtes Förderprogramm. Die Schönheit und Lebendigkeit der Altstädte und historischen Stadtbereiche fotografisch zu dokumentieren, dazu sind alle an der Fotografie interessierten Einzelpersonen, aber auch Schulklassen aufgerufen. Einsendeschluss ist der 15. August 2010. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt den Wettbewerb mit Sachpreisen und wird sich in der Jury engagieren. Kontakt und Informationen: Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz c/o complan Kommunalberatung, 0331/2 01 51-0, Hathumar Drost,
hathumar.dros@complangmbh.de (win) -
01.02.2010
Denkmal Lobby Deutschland
Wo stehen wir heute mit unserer Arbeit für den Denkmalschutz? Diese Frage stand im Zentrum eines Kolloquiums, das der Europa Nostra Deutschland e.V., die Deutsche Burgenvereinigung und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im Oktober 2009 im Rahmen der Exponatec in Köln veranstalteten. Positiv bewertete die von rund 200 Teilnehmern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft sowie aus Vereinen und Verbänden besuchte Tagung, dass das Thema Denkmalschutz auf ein breites öffentliches Interesse stößt. So erweise sich der bundesweite Tag des offenen Denkmals in jedem Jahr als Publikumsmagnet mit inzwischen etwa 4,5 Millionen Besuchern. Städtebauliche Maßnahmen und der Umgang mit Baudenkmalen seien darüber hinaus Teil der öffentlichen Diskussion wie beispielsweise der Plan zur Fragmentierung des fast 100 Jahre alten Stuttgarter Hauptbahnhofs oder der drohende Abriss der Bonner Beethovenhalle aus den fünfziger Jahren, die einem modernen Festspielhaus weichen soll. Trotz seiner scheinbar großen Präsenz sehe der Alltag im Denkmalschutz anders aus: In den Denkmalämtern wird umstrukturiert, werden Stellen abgebaut, Förderungen gekürzt oder gar gestrichen. Daher sei eine bessere Lobbyarbeit für den Denkmalschutz vonnöten sowie eine Bündelung der Interessen, so der Tenor der Tagung. Wichtig sei es außerdem, sich frühzeitig in die Formulierung von Gesetzen und Verordnungen, nicht nur in Berlin, sondern auch in Brüssel einzubringen und neue Themen zu besetzen. In Anbetracht des demografischen Wandels gehört der barrierefreie Umbau von Denkmalen genauso dazu wie die energetische Altbausanierung. Auch der Problematik des Neubaus in gewachsenen und sich weiterentwickelnden städtischen Gefügen müsste sich die Denkmalpflege mehr öffnen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz signalisierte, sich weiterhin an der Diskussion dieser Fragen zu beteiligen. (jr)
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01.02.2010
Denkmalschutz braucht Zukunft
Seit 2002 fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit dem Schulprogramm "denkmal aktiv - Kulturerbe macht Schule" das Interesse und Bewusstsein von jungen Leuten für die Bedeutung von Kulturdenkmalen. Allein im Schuljahr 2009/2010 sind rund 70 Schulen daran beteiligt. Die Internetplattform des Programms und die speziell entwickelten Unterrichtsmaterialien tragen entscheidend zur Verbreitung des Denkmalschutzgedankens unter Schülern bei. Nun hat das Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, das sich seit Jahren als Partner und Förderer von "denkmal aktiv" engagiert, eine denkmalpädagogische Spielbox entwickelt. Sie ist für den Einsatz in Städten und Gemeinden, aber auch in Schulen, Museen und Jugendeinrichtungen gedacht und richtet sich an alle, die auf der Suche nach Informationen und Materialien für die Vermittlung von Architektur, Stadtentwicklung und Denkmalschutz sind. Thematisch ist die Box auf das kulturelle Erbe von Nordrhein-Westfalen ausgerichtet - beispielsweise durch die Extra-Rubrik "Industriekultur". Die kreative "Denkmalbox" kann kostenlos beim Bauministerium NRW bezogen werden. Kontakt: Nejlâ Biçakoglu-Murzik, Tel. 0211/ 38 43-52 43. Nejla.Bicakoglu-Murzik@mbv.nrw.de (win)
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01.02.2010
Eine Ikone der Nachkriegsarchitektur - Bonner kämpfen um ihre Beethovenhalle
Es war ein leiser, aber eindringlicher Appell, den Professor Volker Wangenheim am 28. November 2009 an die rund 200 Teilnehmer des Kolloquiums "brennpunkt beethovenhalle" richtete: "Ich rufe alle auf, zur Beethovenhalle zu stehen!" Wie kein Zweiter kennt er das Festhaus der Bonner Bürger, feierte dort als Dirigent des Beethovenhallen-Orchesters von 1959 bis 1978 Triumphe.
Das Kolloquium wurde von Studierenden des Kunsthistorischen Instituts an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn in Verbindung mit dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, dem Haus der Architektur Köln, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Forum kulturelle Zusammenarbeit veranstaltet. Im Oberseminar von Professor Dr. Hiltrud Kier hatte sich im Sommer 2009 die studentische Initiative gebildet, die sich gegen die Pläne zum Abriss der unter Denkmalschutz stehenden Halle zugunsten eines Festspielhauses wendet. Mit der hochkarätig besetzten Veranstaltung feierten die Studierenden gleichzeitig den fünfzigsten Geburtstag dieser Ikone der Nachkriegsarchitektur, die am 8. September 1959 eingeweiht worden war.
Die Referenten würdigten die besondere Ästhetik des Bauwerks, das der Scharoun-Schüler Siegfried Wolske entworfen hat. Der Architekturhistoriker Dr. Andreas Schätzke stellte anhand von Beispielen aus der internationalen Fachpresse der 1960er Jahre dar, welchen herausragenden Stellenwert die Beethovenhalle unter den Bauten dieser Zeit eingenommen hat.
Der Musikjournalist Raoul Mörchen widerlegte die Behauptung, der große Saal habe eine schlechte Akustik. "Wo man schlecht sieht, glaubt man, schlecht zu hören", war sein Fazit. Landeskonservator Professor Dr. Udo Mainzer machte zudem deutlich, dass er sich nicht gegen eine Modernisierung der Beethovenhalle sperre, wenn der Charakter des Gebäudes dabei erhalten bliebe.
Ende letzten Jahres haben sich die Studierenden mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Bonner Heimat- und Geschichtsverein, dem Arbeitskreis zur Erhaltung des Historischen Stadtgefüges, dem Ortskuratorium Bonn/Rhein-Sieg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und weiteren Vereinen zur Bürgerinitiative proBeethovenhalle zusammengeschlossen. Sie haben den Appell Professor Volker Wangenheims ernst genommen und kämpfen für die Erhaltung ihrer Halle. Mittlerweile kam auch ein Signal von Stadtdirektor Dr. Volker Kregel: Man denkt über einen alternativen Standort für das Festspielhaus nach. (na) -
01.02.2010
Eine Zeitreise zu den Anfängen: In der Berliner Nikolaikirche wird eine neue Dauerausstellung präsentiert
Georg Beyer gehörte wohl zu den vermögenden und einflussreichen Berliner Kaufleuten im 18. Jahrhundert, denn ihm gelang, sich unter dem Südturm und damit im Eingangsbereich der Nikolaikirche einen der begehrtesten Orte für die Einrichtung einer Grabkapelle zu sichern. Verschlossen wurde sie mit einem prächtigen Gitter, das zu den bedeutendsten Zeugnissen barocker Schmiedekunst in Berlin zählte, im Zweiten Weltkrieg jedoch stark beschädigt wurde. Einige Fragmente gingen verloren, andere fanden später zum Beispiel in einer Tordurchfahrt Verwendung.
Dieses Gitter möchte man nun wieder in der Kirche präsentieren. Zunächst wird es unter Einbindung vorhandener Originalteile auf eine moderne, gläserne Absperrung der Beyerschen Gruft projiziert. Diese neue Gestaltung wird das erste Mal Anfang 2010 zu erleben sein, wenn die Stiftung Stadtmuseum Berlin die neue Dauerausstellung "Vom Stadtgrund bis zur Doppelspitze" am 21. März 2010 in der Nikolaikirche eröffnet.
Der Besucher wird dann in der Beyerschen Gruft auch auf das mittelalterliche Bodenniveau der Kirche hinabsteigen und sich so auf eine Zeitreise zu den Anfängen der Stadt Berlin begeben können. Mit ihrem spätromanischen Westbau ist sie das älteste erhaltene Gebäude der Stadt. Wenn auch von der barocken Ausstattung der späteren Gruft- und Kapellenanlage Georg Beyers kaum etwas erhalten ist, lohnt sich dennoch ein Besuch: Künftig wird dort der lange verschollene Turmknaufschatz gezeigt.
Die Bürger Berlins nutzten die Nikolaikirche auch für ihre Repräsentationszwecke, vereidigten dort 1809 die erste Stadtverordnetenversammlung. Wegen der zahlreichen Grabmale wird sie als "Pantheon der Berliner Geschlechter" bezeichnet.
Das ab 1939 nicht mehr kirchlich genutzte Gebäude brannte 1944/45 aus und wurde in den 1980er Jahren zusammen mit dem umgebenden Nikolaiviertel wiederaufgebaut. Es gehört heute zu den stadthistorischen Museen, die in der Stiftung Stadtmuseum Berlin zusammengefasst sind.
In der neuen Dauerausstellung präsentiert sich die Nikolaikirche weiterhin als wichtigstes Exponat selbst. In verschiedenen Themenbereichen und mit kostbaren sakralen Kunstwerken wird die Geschichte dieses bedeutenden Baudenkmals dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich dem Kirchenliederdichter Paul Gerhardt, der in der Nikolaikirche ab 1657 für zehn Jahre als Pfarrer wirkte. (na) -
01.01.2010
Bauherrenpreis
Innovative Sanierungs-, Modernisierungs- und Umnutzungsprojekte, die aufgrund ihrer gestalterischen, ökologischen und sozialen Qualität einen Beitrag zur Baukultur leisten, wurden im Januar dieses Jahres im Rahmen der DEUBAU in Essen mit dem Deutschen Bauherrenpreis Modernisierung prämiert. An dessen Auslobung beteiligte sich neben dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, dem Bund Deutscher Architekten und dem Deutschen Städtetag erstmalig die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, deren Vorstandsmitglied Gerhard Eichhorn als Juror fungierte. Für ein besonders herausragendes Projekt der Sanierung denkmalgeschützter Wohnsubstanz vergab man zum ersten Mal den "Sonderpreis Denkmalschutz". Ausgezeichnet wurde die Generalsanierung der 1953-55 von der Siemens Wohnungsgesellschaft erbauten Boschetsrieder Siedlung in München-Sendling. Die preiswürdige Leistung bestand in der Erhaltung des zeittypischen Charakters der Architektur, die gleichzeitig mit modernsten energetischen Maßnahmen in Einklang gebracht wurde. (jr)
Einen Monumente Online-Beitrag zur Energetischen Sanierung lesen Sie hier...



