Monumente Online

Ausgabe: Februar 2010

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Schwerpunkt: Restaurierungstechniken

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Editorial

Als vor fast einem Jahr das Gebäude des Kölner Historischen Archivs einstürzte, ging ein Aufschrei durchs ganze Land. Bei dieser Katastrophe wurde ein beträchtlicher Teil des dort gelagerten Kulturguts vernichtet oder stark beschädigt. Das Interview mit Dr. Katharina Corsepius beschreibt den Einsatz vieler Freiwilliger bei der Rettungsaktion in Köln, macht aber auch deutlich, dass es hier - wie 2004 beim Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar auch - im Vorfeld zu Versäumnissen gekommen war, die sich nun bitter rächen. Wie diffizil die Arbeit ist, die durchnässten oder beschädigten Bücher und Archivalien zu restaurieren, zeigt unser Streiflicht "Mal zerlesen, mal zerfressen".

Die Restaurierung als wichtiges Teilgebiet der Denkmalpflege ist Thema dieser Ausgabe von MONUMENTE Online. Wir berichten über neue Herausforderungen und Methoden beim Schutz von mittelalterlichen Wandmalereien wie in der Marienkirche von Bergen auf Rügen und in der Sigwardskirche von Idensen, und wir bitten um Spenden, damit die Schäden am Gebäude der Veitskirche in Stuttgart-Mühlhausen nicht zur weiteren Zerstörung der beeindruckenden Malereien aus dem 14./15. Jahrhundert führen.

Bei unserem zweiten großen Thema wenden wir uns dem Werk der Architektenfamilie Böhm zu, auch wenn man dabei sicher nicht in erster Linie an Restaurierung denkt. Vor allem die Sakralbauten beeindrucken durch ihre Gestalt und durch ihr neuzeitliches Material Beton, von dem man zu Beginn des 20. Jahrhunderts annahm, dass es besonders dauerhaft sei. Doch um geeignete Techniken zur Beseitigung der Schäden zu finden, bedarf es umfangreicher Forschungen. Spezielle Untersuchungen erfordert auch die Restaurierung von Kunstwerken aus Wachs - ein eher seltenes Material ebenso wie die Glasperlen eines Jugendstilfensters im sächsischen Werdau.

Will man gleichzeitig mit der Instandsetzung von Baudenkmalen deren Energieeffizienz erhöhen, ist ein differenziertes Herangehen notwendig. In dem Beitrag "Klimaschutz hilft sparen" zeigen wir deshalb verschiedene Beispiele an sehr unterschiedlichen Gebäuden - vom Fachwerkhaus bis zur Siedlung aus den 1950er Jahren.

In dieser Ausgabe weisen wir auch auf RUHR.2010 hin. Schließlich ist es dem Ruhrgebiet - als Region großen Wandels in diesem Jahr europäische Kulturhauptstadt - gelungen, viele der ehemaligen Bergbau- und Industrieanlagen zu erhalten, zu sanieren und neu zu nutzen.

Wir hoffen, Ihnen mit MONUMENTE Online wieder viel Interessantes präsentieren zu können.

Dorothee Reimann
Redaktion MONUMENTE Online

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