Die Beziehung zwischen dem preußischen König Friedrich Wilhelm III. und David Gilly war kongenial. Der Architekt verstand es aufs Beste, die Wünsche seines Auftraggebers zu verwirklichen. Er baute für ihn in Paretz ein schlichtes Landhaus, in dem sich die Königsfamilie ins Private zurückziehen konnte. Gilly bekam von seinem König außerdem den Auftrag, ein Gut anzulegen, das Erträge erwirtschaften sollte. Er musste schließlich das ganze Dorf planmäßig umgestalten, um eine Staffage für ein einfaches, königliches Landleben zu schaffen.
Dass Friedrich Wilhelm III. sich nicht mit aufwendigen Prachtbauten umgab, entsprach seinem Wesen. Der Wittelsbacher Kurfürst Clemens August hätte vermutlich beim Anblick des bescheidenen Schlösschens in Paretz hingegen die Nase gerümpft. Er sah sich als Sonnenkönig vom Rhein und eiferte nicht nur in der Architektur seinem französischen Vorbild nach.
In dieser Ausgabe von MONUMENTE Online beschäftigen wir uns mit Architekten und ihren Auftraggebern, beleuchten darunter auch das Verhältnis von Clemens August und Johann Conrad Schlaun, der es verstand, Bauten zu entwerfen, die den Macht- und Repräsentationswillen des Kölner Kurfürsten widerspiegeln.
Der Beitrag über Arnold von Westfalen zeigt, dass auch ein Baumeister des Mittelalters diesem Anspruch genügen musste. Arnold war der "tüglichste und behändeste Werckmeister uf Steinwerck und Mauern" und schuf für die Wettiner, Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht von Meißen, Meisterwerke gotischer Baukunst. Aus dem Leben Arnolds ist wenig überliefert, und es existiert auch kein Bildnis von ihm. Dass sich mittelalterliche Baumeister jedoch gerne mit einer figürlichen Darstellung verewigten, beschreibt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Professor Dr. Gottfried Kiesow, in dem Beitrag seiner Serie "Sehen lernen".
Auch das 20. Jahrhundert kommt in dieser Ausgabe nicht zu kurz. Anhand der Porträts von Henry van de Velde - dem Meister des Jugendstils - und Wenzel Hablik - dem Utopisten aus Itzehoe -, zeigen wir, dass Künstler und Architekten begannen, ihre Ideen auch gegen Widerstände umzusetzen.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Durchklicken
Carola Nathan
Redaktion MONUMENTE Online













