In den Städten lagen Wohnräume und Werkstätten über viele Jahrhunderte eng beieinander. Hier wurden Waren gelagert und verkauft, oft kamen auch Ställe und andere landwirtschaftliche Gebäude dazu. Eindrucksvoll ist das im gerade sanierten Ravensburger Humpisquartier zu erleben.
Mit dem Wachstum von Industrie und Verkehr im 19. Jahrhundert begann die Trennung von Wohnquartieren und Arbeitsstätten, auch wenn zunächst selbst größere Fabriken noch inmitten der Städte lagen. Durch deren Schornsteine nahm die Luftverschmutzung in den wirtschaftlichen Zentren immer mehr zu. Aber auch die sozialen und hygienischen Zustände wurden wegen der rasant wachsenden Bevölkerung unerträglich.
Neben der Gartenstadtbewegung, die sich bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts um Veränderungen bemühte, suchte vor allem das 1919 von Walter Gropius gegründete Bauhaus nach Auswegen. Mit dem "Neuen Bauen" verfolgte man deshalb auch einen hohen sozialen Anspruch. So entstanden in Frankfurt am Main unter dem Baudezernenten Ernst May dank industrieller Serienbauweise in nur fünf Jahren über 12.000 Wohnungen mit modernstem Standard. Über die Hintergründe und die Vorstellungen der dem Bauhaus verpflichteten Architekten lesen Sie ausführlich in unserem großen Beitrag "Fasse dich kurz!" Er wird ergänzt durch ein Interview mit Prof. Philipp Oswalt, dem neuen Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau.
Außerdem finden Sie in dieser Ausgabe Beiträge zu sehr unterschiedlichen Plätzen des Arbeitens, darunter das ehemalige Eisenbahnausbesserungswerk in Mülheim an der Ruhr, Leuchttürme an den Küsten von Nord- und Ostsee oder die ehemalige Pathologie in Hamburg-Eppendorf. Während diese heute einer neuen Nutzung entgegensehen, werden in unserem "Denkmal im Blickpunkt" - der Steiff-Fabrik im baden-württembergischen Giengen - noch immer Teddybären und andere Stofftiere produziert.
Beim Durchklicken stoßen Sie auch auf einen Beitrag über eine besondere Form des Arbeitens: Er widmet sich den Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiern.
Wir hoffen, Ihnen mit der Vielfalt der Themen wieder viel Spannendes und Interessantes bieten zu können!
Dorothee Reimann














