Schloss Malberg
Hoch über dem Eifelort Malberg thront eine dreiflügelige Schlossanlage. Sie geht auf eine Burg zurück, die bereits im 11. Jahrhundert durch die Herren von "Malberch" erbaut wurde und im 16. Jahrhundert in den Besitz der Grafen von Manderscheid-Schleiden überging. Graf Joachim ließ dort 1591-97 in der Formensprache der Renaissance ein neues Wohnhaus errichten, das heute als "Altes Haus" bezeichnet wird. Die wichtigsten Veränderungen erfolgten unter dem Weihbischof von Köln, Johann Werner von Veyder. Er beauftragte 1708 den aus Venedig stammenden Architekten Matteo Alberti, die Anlage zu einem repräsentativen Herrensitz umzugestalten und ein barockes Schloss zu errichten, das heute "Neues Haus" genannt wird. Die imposante Fassade des Gebäudes verrät die Qualität des Architekten, der zuvor am Hof von Düsseldorf wirkte. Indem Alberti Bauformen des bedeutenden venezianischen Renaissance-Architekten Andrea Palladio aufgriff, verlieh er dem Eifelschloss das Aussehen einer südländischen Villa. Der Nachfahre des Bauherrn, Franz Moritz von Veyder, ließ das Haus mit barocken Bildertapeten aus Leinen ausschmücken, die noch heute zu bewundern sind. Sie zeigen Szenen aus dem höfischen Leben im 18. Jahrhundert, wie die Falkenjagd, Gartenfeste oder Liebespaare. An die schlichte Rückfront des "Neuen Hauses" schließt sich eine Terrasse mit monumentaler Freitreppe an, die in den "runden" Garten führt.
Nachdem die Anlage im 19. Jahrhundert in bürgerlichen Besitz übergegangen war, wurde sie 1990 an die Verbandsgemeinde Kyllburg verkauft. Nun erwacht das Schloss langsam aus einer Art Dornröschenschlaf, denn das Ensemble wird seitdem aufwendig saniert. Die erheblichen finanziellen Mittel, die in den letzten Jahren aufgebracht wurden, mussten zunächst für die Substanzerhaltung der Gebäude eingesetzt werden - einen Teil der Gelder stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zur Verfügung. Inzwischen sind neben den repräsentativen Räumen mit wertvollen Bildertapeten die Schlosskapelle, das Äußere des Arkadenbaus und des Alten Hauses sowie die Gartenanlage wieder hergestellt.
Nach wie vor sucht die Verbandsgemeinde Kyllburg nach einem finanzkräftigen Käufer, der das Kleinod zum Beispiel für eine touristische Nutzung öffnet. Für Besucher ist das historische Ensemble momentan nur mit Einschränkungen und nach Vereinbarung zugänglich. Die Internetseiten von Schloss Malberg laden aber zu einem virtuellen Rundgang durch die Gebäude und den Garten ein und geben einen ausführlichen Überblick über die Geschichte der Anlage vom Ursprung im 11. Jahrhundert bis in die heutige Zeit.
Julia Ricker



