Die Frauenkirche in Dresden
Über Jahre hat der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche die Menschen in Dresden, aber auch in ganz Deutschland und weit darüber hinaus begeistert. Das von George Bähr 1726-43 errichtete barocke Gotteshaus war infolge der Bombenangriffe vom Februar 1945 weitgehend zerstört worden, seine Ruine hatte die Zeit der DDR als Mahnmal gegen den Krieg überdauert. Der von einer Dresdner Bürgerinitiative verfassten "Ruf aus Dresden" im Februar 1990 ist der Anfang für ein beispielloses weltweites Engagement für die Rekonstruktion dieses bedeutenden Bauwerks. Der 1994 begonnene "archäologische Wiederaufbau" findet schließlich mit der Weihe am 30. Oktober 2005 - dem Vorabend des Reformationstags - ein glanzvolles Ende. Seitdem reißt der Besucherstrom am Dresdner Neumarkt nicht ab, zumal inzwischen auch ein großer Teil der die Kirche umgebenden Häuserquartiere wieder entstanden ist.
Der Wiederaufbau wurde von Jahrbüchern zur Geschichte und Gegenwart des Gotteshauses begleitet. Diese Reihe ist nun mit Band 12 fortgesetzt worden.
Die Dresdner Frauenkirche. Jahrbuch zu ihrer Geschichte und Gegenwart. Band 12. Hrsg.: Heinrich Magirius. Schnell + Steiner, Regensburg 2008. ISBN 978-3-7954-2084-0, 192 S., 29,90 Euro.
Außerdem entstand ein kleines Büchlein mit einem Abriss der Geschichte der Frauenkirche, angefangen vom mittelalterlichen Vorgängerbau über die Errichtung der Kirche im 18. Jahrhundert bis hin zur "Wieder-Inbetriebnahme" 2005.
Die Dresdner Frauenkirche. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Ein chronologischer Abriss. Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden e. V., Dresden 2007. ISBN 978-3-00-021620, 152 S., 12,90 Euro.
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Wer sich ein ausführliches Bild machen will, der sei auf eine DVD des Mitteldeutschen Rundfunks hingewiesen, die dieses Geschehen in mehreren Filmen ausführlich dokumentiert.
Schätze aus der Mitte Deutschlands: Dresden, Frauenkirche. Autor: Eberhard Görner. Mitteldeutscher Rundfunk, Landesfunkhaus Sachsen 2007. 2 DVDs, Laufzeit zusammen 330 Min., 19,99 Euro.
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Rezension: Dorothee Reimann
Villen im Berliner Westen
Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zog das vermögende Bürgertum vielerorts aus den Innenstädten in die sich schnell ausbreitenden Vorortgemeinden. So entstanden etwa im grünen Westen Berlins äußerst vielfältige und reich gestaltete Landhaus- und Villenlandschaften. Mit ihnen wurde auch ein Leitbild entwickelt, das bis heute die Träume der Städter vom "schönen Wohnen" bestimmt.
Im vorliegenden Buch zum Berliner Villenleben beleuchten die Autoren diese Entwicklung aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven - von der Architektur- und Planungsgeschichte bis zur Sozial- und Kulturgeschichte. Ein Kapitel ist auch den Problemen der Denkmalpflege und der heutigen Nutzung gewidmet.
Heinz Reif (Hrsg.): Berliner Villenleben. Die Inszenierung bürgerlicher Wohnwelten am grünen Rand der Stadt um 1900. Gebr. Mann Verlag, Berlin 2008. ISBN 978-3-7861-2589-1, 400 S., 39 Euro.
Rezension: Dorothee Reimann
Backsteinkirchen an der Ostsee
Sie sind die Symbole der Hansestädte an der Ostsee: die großen gotischen Backsteinkirchen. Im Laufe der Geschichte zum Teil zerstört, wiederaufgebaut, umgenutzt, wieder zerstört und wieder aufgebaut, künden sie noch heute vom Stolz der Bürger der Hansezeit. Sie waren katholisch, wurden evangelisch, dann polnisch-katholisch wie in Gdansk oder Museum mit russisch-orthodoxer Kapelle wie in Kaliningrad. Nach den Umbrüchen infolge des Zweiten Weltkriegs und der Wendezeit 1989/90 ist dieser Kulturraum wieder einheitlich zu erleben.
Im Buch "Wie roter Bernstein" gehen zahlreiche Autoren - Theologen, Soziologen, Philologen, Historiker, Kunsthistoriker, Architekten - auf die verschiedensten Aspekte dieser Kirchen und ihrer Geschichte ein. Zwischen diesen Beiträgen werden die bedeutendsten Kirchen von Kiel über Lübeck, Wismar, Stralsund, Stettin/Szczecin und Danzig/Gdansk bis hin nach Königsberg/Kaliningrad kurz in Wort und Bild vorgestellt.
Wie roter Bernstein - Backsteinkirchen von Kiel bis Kaliningrad. Hrsg.: Wolfgang Grünberg in Zusammenarbeit mit Alexander Höner. Dölling und Galitz Verlag, München - Hamburg 2008. ISBN 978-3937904-71-9, 480 S., 39,80 Euro.
Rezension: Dorothee Reimann
„Die Ente bleibt draußen ...“
Wer kennt nicht die legendären Sketche Vicco von Bülows alias Loriot: über die überaus höflichen Herren Dr. Klöbner und Müller-Lüdenscheidt im Bad - "Die Ente bleibt draußen ..." -, über den Lottogewinner Erwin Lindemann - " ... und im Herbst eröffnet dann der Papst mit meiner Tochter eine Herren-Boutique in Wuppertal ..." - oder über die Liebeserklärung, die durch eine Nudel zum Desaster wird - " ... mein Gott, Hildegard, warum sagen Sie denn nichts?"
Im Diogenes Verlag ist ein Büchlein erschienen, in dem Loriots gesammelte Prosa nachzulesen ist: Geschichten, Kochrezepte, Festreden und "etwa zehn Gedichte", außerdem Loriots Opernführer und Autobiografisches. Auch die amüsante Abhandlung über die Steinlaus darf natürlich nicht fehlen. Köstlich ist schon das zweiseitige "Vorwort des Autors", das lediglich drei Wörter enthält: "Ja, äh ..." zu Beginn und "oder" weiter hinten. Wer wieder einmal herzlich lachen möchte, dem sei dieses trotz seiner 750 Seiten handliche Büchlein wärmstens empfohlen.
Loriot - Gesammelte Prosa. Diogenes Verlag AG, Zürich 2006. ISBN 978-3-257-06481-0, 750 Seiten, 19,90 Euro.
Rezension: Carola Nathan