Baustile unterliegen seit jeher dem Wandel der Zeit. Architekten und Künstler reagieren auf gesellschaftliche Veränderungen, beeinflussen sie aber auch und geben Ideen oder Ideologien eine Form.
Am Beispiel von Bernhard Hoetger, der zu den bedeutenden Vertretern des Expressionismus zählt, zeigen wir in dieser Ausgabe unseres Magazins MONUMENTE-Online, wie ein Architekt, Bildhauer, Maler und Kunsthandwerker durch die Mischung aus Bekanntem und Exotischem extravagante Werke schuf - von den einen hochgeschätzt, von den anderen abgelehnt.
Dass Bauwerke immer wieder zu Streitobjekten werden können, zeigt auch unsere Geschichte über die Spitalkirche in Dinkelsbühl. 1774 hatten sich die katholischen Stadträte darüber erbost, dass die Protestanten aus der mittelalterlichen Spitalkirche ohne Abstimmung eine elegante Barockkirche machen wollten. Obwohl sie - technisch gesehen - nicht vollkommen im Unrecht waren: Als damals anstelle der Flachdecke ein Tonnengewölbe entstand, wurden die Zerrbalken kurzerhand abgesägt, so dass die Tragfähigkeit der Decke mittlerweile sehr gefährdet ist. Die Spitalkirche ist daher heute ein Denkmal in Not, und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz möchte der Kirchengemeinde und der Stadt bei der Beseitigung der Schäden helfen. Diese Kirche wird nach ihrer Sanierung weiterhin liturgischen Zwecken dienen, genau wie St. Jakob in Rothenburg ob der Tauber, die wir Ihnen - mit dem ambitionierten Projekt der Kirchengemeinde "Jakob steht auf. 2011" - ebenfalls in dieser Ausgabe vorstellen.
Weil die Gesellschaft aber stetigen Veränderungen unterworfen ist, können andere Baudenkmale nur durch eine neue Nutzung bewahrt werden. Zum Beispiel die Burg Tannenberg im hessischen Nentershausen, deren wehrhafte Architektur ihre Funktion eingebüßt hat. Vereine vermitteln Besuchern dort das Alltagsleben auf einer spätmittelalterlichen Burg und tragen durch die Einnahmen aus Veranstaltungen, bei der historisches Handwerk vorgeführt wird, zur Sanierung bei. Auch in Burscheid konnte ein Baudenkmal durch eine neue Nutzung gerettet werden: Aus dem 1914 gebauten Badehaus wurde ein Kulturzentrum.
Welche Schwierigkeiten auf Klosterbrauereien zukommen, die ihren Betrieb marktwirtschaftlich ausbauen möchten, ohne dem Denkmal zu schaden, lesen Sie in unserem Interview mit dem Wirtschaftsleiter vom Kloster Andechs, Pater Valentin Ziegler. Und welche gesellschaftliche Relevanz das Bier lange vor unserer Zeitrechnung hatte, erzählen wir in unserer kleinen Kulturgeschichte.
Wir hoffen, dass diese Ausgabe von MONUMENTE-Online Beiträge für jeden Geschmack bereithält und wünschen viel Vergnügen bei der Lektüre
Carola Nathan
Redaktion MONUMENTE-Online














