Preise für Profis im Handwerk
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und der Zentralverband des Deutschen Handwerks verliehen in Hamburg den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege. Verglichen mit anderen Bundesländern mag die Freie und Hansestadt Hamburg klein sein. Probleme, in dem Stadtstaat preiswürdige Projekte zu finden, gab es für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) und den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) trotzdem nicht. Im Jahr 2008 lobten die beiden Organisationen den "Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege" in der Hansestadt Hamburg und in Sachsen-Anhalt aus. Während die Preisverleihung in Magdeburg erst am 12. Dezember stattfinden wird, können sich in Hamburg die Gekürten schon seit dem 13. November freuen. Mit den jährlich in zwei Bundesländern ausgeschriebenen Preisen werden seit 1994 private Denkmaleigentümer ausgezeichnet, die Vorbildliches bei der Erhaltung des kulturellen Erbes durch die Hinzuziehung qualifizierter örtlicher Handwerksbetriebe geleistet haben. Durch den Preis sollen auf der einen Seite weitere Denkmaleigentümer motiviert werden, andererseits will man Handwerker auf das in vieler Hinsicht lohnende Arbeitsfeld Denkmalpflege aufmerksam machen, für das in den Fortbildungszentren für Handwerk in der Denkmalpflege auch Möglichkeiten der Weiterbildung und Zusatzqualifikation angeboten werden. Die Hamburger Gewinner konnten die Anerkennungen aus der Hand des Ersten Bürgermeisters Ole von Beust entgegennehmen. Erfreulich für die Eigentümer: Ihnen wurde ein Preisgeld von insgesamt 15.000 Euro überreicht. Erfreulich für die DSD: Unter den acht ausgezeichneten Gebäuden befinden sich zwei Förderprojekte der Stiftung. (hg)
1. Preis: An Alexandra Friese für ihren großen Mut, das ehemalige Pförtnerhaus am Jenischpark von 1830 als ruinöses Denkmal erworben und es - auch mit Hilfe der DSD - wieder zu einem Kleinod gemacht zu haben.
2. Preis: An die Stiftung Maritim, die mit der Wiederherstellung und Neunutzung der 50er-Kaischuppen im Hamburger Hafen ein ortsprägendes Ensemble gerettet hat.
3. Preis: An die Eigentümergesellschaft Dr. Marie Coen für den langen Atem und die große Sensibilität, mit der ein großbürgerliches Wohnhaus des 19. Jahrhunderts aus der Vernachlässigung geholt wurde.
Sonderpreis: An den Förderverein "Riepenburger Mühle", der dieses fast schon verlorene technische Denkmal mit "ungeheurer Fachkenntnis" erhalten konnte. Auch hier half die DSD.
Aktuelles
Ideale Reisebegleiter in Neuauflage
Zum 100-jährigen Jubiläum des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege wurden in diesem Jahr drei der fünf Dehio-Bände zu Bayern überarbeitet und nach mehr als 17 Jahren neu aufgelegt. Nach dem Band "Schwaben" stehen Kulturreisenden nun auch "Niederbayern" sowie "Regensburg und Oberpfalz" zur Verfügung. Herausgegeben werden die Neuauflagen von der Dehio-Vereinigung, der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). In den mehr als hundert Jahren ihres Bestehens wurden die Handbücher immer wieder aktualisiert. Nach wie vor dient diese kunsttopographische Literatur als Nachschlagewerk, in das Forschungsergebnisse einfließen, beispielsweise in den 2006 begonnenen Westfalen-Band, der zuletzt 1969 aufgelegt worden war. Mitverfasser Dr. Hans-Christian Feldmann machte dabei Erkenntnisse der Öffentlichkeit zugänglich, die bislang in Archiven schlummerten. So den tatsächlichen Baubeginn der Soester Wiesenkirche, der in das Jahr 1313 zu datieren ist. Jüngst wies man darüber hinaus in Untersuchungen des westfälischen Landesdenkmalamtes nach, dass die Hauptapsis bereits 1330 fertiggestellt war, also in dem Jahr, in dem man lange Zeit die Grundsteinlegung vermutet hatte. Die Frühdatierung - die Ostteile waren 1356 größtenteils überdacht - hebt die Sonderstellung des einzigartigen Gebäudes in der Architektur des 14. Jahrhunderts hervor. (cis)
Berlin-Mitte
Ausstellung: Loriot. Die Hommage. Vicco von Bülow zum 85. Geburtstag
bis 29.03.2009, Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen
Ausstellung: Kult des Künstlers - Karl Friedrich Schinkel und Clemens Brentano. Wettstreit der Künstlerfreunde
bis 11.01.2009, Museumsinsel, Alte Nationalgalerie
Bremen
Ausstellung: Wilhelm Heinrich Focke. Maler und Erfinder
bis 11.01.2009, Focke-Museum, Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
Darmstadt
Ausstellung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz:
Seht, welch kostbares Erbe. Bedrohte Baudenkmale in Deutschland
bis 09.01.2009, Hochschule Darmstadt, Gebäude A12, Haardtring 100,
Tel. 0228/9 57 38 44
Dresden
Ausstellung: "... so höher als Gold geschätzet" - Das Maleremail aus Limoges und die Druckgraphik der Renaissance
bis 18.01.2009, Residenzschloss, Neues Grünes Gewölbe Staatliche Kunstsammlungen
Jahrestagung der Ortskuratoren
Ins Ständehaus in Dresden wurde diesmal zur jährlich stattfindenden bundesweiten Tagung der Ortskuratorien der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) eingeladen. Aufgelockert durch ein sorgfältig geplantes Rahmenprogramm, das zu diversen Denkmalen der Elbmetropole führte, diskutierten fast 80 Ortskuratoren mit den hauptamtlichen Kollegen aus der Geschäftsstelle der DSD und auch untereinander über ihre Erfahrungen. Die Jahrestagung am 27. Oktober war für viele zudem die Gelegenheit, den neuen Geschäftsführer der DSD, Dr. Wolfgang Illert, kennenzulernen. Er leitet die Geschäfte der Stiftung seit Anfang 2008 und führte bei der Tagung in den Gedankenaustausch zur Projektarbeit der DSD ein. Das Thema konnte auf einer der Exkursionen mit dem Besuch des Lingnerschlosses - eines der drei Dresdner Elbschlösser und Förderprojekt der DSD - eindrucksvoll veranschaulicht werden. (hg)
Eisenach
Ausstellung: Pater ist ein armer heuer gewest - Martin Luther und der Bergbau
bis 28.02.2009, Lutherhaus Eisenach
Emden
Ausstellung: Gruß aus Emden und Ostfriesland. Frühe Ansichtskarten
bis 18.01.2009, Ostfriesisches Landesmuseum Emden
Erfurt
Ausstellung: Thüringer Porzellan zur Zeit des Empire
bis 31.12.2008, Europäisches Informationszentrum, Thüringer Staatskanzlei
Frankfurt
Ausstellung: Der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden
bis 22.02.2009
Für die Entwicklung der altniederländischen Malerei, die im zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts einsetzte und etwa ein Jahrhundert andauerte, sind neben den Brüdern van Eyck auch Robert Campin, der sogenannte Meister von Flémalle, und sein Schüler Rogier van der Weyden von zentraler Bedeutung. Die Künstler brachten religiöse Themen mittels der neu erfundenen Ölfarbe in bis dahin ungesehener detailrealistischer Manier auf ihre Tafelbilder: Die stoffliche Charakterisierung kostbarer Brokatstoffe, eine Licht reflektierende Träne auf der Wange der trauernden Muttergottes oder eine sich im Bildhintergrund eröffnende Landschaft sind unverwechselbare Motive dieser Malerei. Augentäuschend genau wiedergegebene Einzelheiten der banalen Alltagswelt enthalten oftmals eine versteckte Symbolik, die in einer zutiefst von religiösen Ideen geprägten Welt auf weitergehende theologische Inhalte verweist. Auch wenn Robert Campin und Rogier van der Weyden zu den bedeutendsten Malern des 15. Jahrhunderts zählen, hat es bis heute noch keine monographische Ausstellung gegeben, die sich beiden Malern und ihrem Werk gewidmet hat. Die Sonderausstellung des Frankfurter Städel-Museums bringt erstmals 50 Arbeiten der Künstler zusammen, die von Leihgebern aus Europa und den USA zur Verfügung gestellt wurden. Vom 20. März bis 21. Juni 2009 ist die Schau in der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin zu sehen. "Der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden", Städel-Museum, Anbau EG, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main. (jr)
Hamm
Ausstellung: Vom Gold der Germanen zum Salz der Hanse. Früher Fernhandel am Hellweg und in Nordwestdeutschland
bis 04.01.2009, Gustav-Lübcke-Museum
Heilbronn
Ausstellung: Ein Himmel auf Erden. Das Geheimnis der Himmelsscheibe von Nebra
bis 11. Januar 2009 Archäologie-Museum
Königswinter-Heisterbacherrott
Ausstellung: Schlesische Städtebilder
bis 30. Dezember 2008, Haus Schlesien, Eichendorffsaal
Leipzig
Messeakademie auf der denkmal 2008
Auch dieses Jahr wurde im Rahmen der Leipziger "denkmal", der Europäischen Messe für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung, zur Messeakademie eingeladen. Der deutschlandweit ausgeschriebene studentische Architekturwettbewerb stand diesmal unter dem Motto "Mehrgenerationenhaus - Begegnen im Kulturdenkmal". Für fünf ausgewählte, denkmalgeschützte Objekte in Mitteldeutschland - darunter das Volkshaus Riesa und das Sachsenbad in Dresden-Pieschen - wurden innovative Umnutzungen gesucht, die dem gesellschaftlichen und demografischen Wandel besonders überzeugend Rechnung tragen. Explizit geraten wurde, mit Studienkollegen aus dem Fachbereich BWL und Marketing zusammenzuarbeiten, um die betriebswirtschaftliche Realisierbarkeit zu gewährleisten. Die besten Entwürfe wurden in einer Ausstellung auf der "denkmal" präsentiert und ausgezeichnet. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz publiziert - wie in den Jahren zuvor - die zehn besten Arbeiten in einer Dokumentation. Die Preisträger der Messeakademie 2008: Melanie Liebberger und Tina Kühn von der Bauhaus-Uni Weimar errangen den 1. Platz mit ihrem Entwurf für die Domkurienhäuser in Havelberg; Eva Westphal von derselben Universität hatte sich dem Volkshaus Riesa gewidmet und belegt Platz 2; der Entwurf Michael Hochgrebes und Patrick Müllers von der TFH Berlin beschäftigt sich - wie fast die Hälfte aller Einsendungen - mit dem Sachsenbad Dresden und erhielt den 3. Platz. (hg)
Magdeburg
Ausstellung: Spektakel der Macht. Rituale im alten Europa 800-1800
bis 04.01.2009
Krönungen und Kniefälle, Prozessionen und Sitzordnungen, Küsse und Handschläge - in unserem gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Leben sind diese Rituale und symbolischen Handlungen selbstverständlich und über die Medien präsent. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten Rituale eine noch größere Bedeutung, denn sie inszenierten und bekräftigten die Grundordnung eines Gemeinwesens. Kunstwerke, Artefakte und Sachzeugnisse zeugen von ihnen. Die Ausstellung des Kulturhistorischen Museums in Magdeburg ist ein Kooperationsunternehmen mit einem Sonderforschungsbereich der Universität Münster, der sich mit den Formen symbolischer Kommunikation auseinandersetzt. Sie versammelt hochrangige internationale Exponate, die entweder ein Ritual veranschaulichen oder bei einem Ritual Verwendung fanden. Den Kern der Schau bildend machen sie 1.000 Jahre Ritualgeschichte erfahrbar und stellen Bezüge zur Gegenwart her. Eine Kombination von Bild-, Schrift- und Hörzeugnissen veranschaulicht die vormodernen rituellen Handlungen und zeigt, was geblieben ist und was sich verändert hat. "Spektakel der Macht - Rituale im Alten Europa 800-1800", Kulturhistorisches Museum Magdeburg, Otto-von-Guericke-Straße 68-73, 39104 Magdeburg, Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr. (jr)
München
Ausstellung: Multiple City. Stadtkonzepte 1908/2008
bis 16.02.2009, Architekturmuseum der Technischen Universität,
Pinakothek der Moderne
Ausstellung: Gold und Glanz der Weihnacht in mittelalterlichen Handschriften
bis 23.12.2008, Bayerische Staatsbibliothek
Münster
Ausstellung: Sehnsucht nach Frieden - Joachim von Sandrart und der Westfälische Friede
bis 11. Januar 2009, LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
Oldenburg
Ausstellung: Dorfkirchen in Not in Mecklenburg und in Vorpommern
bis 10.01.2009, Landesbibliothek Oldenburg Dorfkirchen in Not e.V., Schwerin,
Tel. 0385/56 48 46
Osnabrück
Tagung: Laseranwendung in Restaurierung und Denkmalpflege: Grundlagen, Chancen, Perspektiven
29. und 30.01.2009
Kontakt: Fraunhofer Institut für Werkstoff- und Strahltechnik, Winterbergstraße 28, 01277 Dresden
Paderborn
Ausstellung: Der reisende König
bis 04.01.2009
Die Könige und Kaiser des ostfränkischen und des späteren deutschen Reiches reisten zur Herrschaftsausübung durch das gesamte Land, weshalb sie von wechselnden Orten aus regierten. An diesen Stationen entstanden Pfalzen, die Schauplätze wichtiger Hoftage, Synoden und hoher kirchlicher Feste waren. Als Stützpunkte des reisenden Königs stehen die Pfalzen im Zentrum der Ausstellung, die ihre Architektur und Funktion sowie die mit diesen verbundenen Herrscherpersönlichkeiten beleuchtet. Den Ausgangspunkt der Schau bildet Paderborn mit den Pfalzen aus karolingischer und ottonisch-salischer Zeit. Zu den Exponaten der Ingelheimer Pfalz zählen prächtige Kapitelle, wertvolle Bodenplatten und vielfältige architektonische Elemente. Anhand von archäologischen Funden aus Werla und Tilleda ist zu sehen, dass Königspfalzen nicht nur Orte der Herrschaft, sondern auch der Versorgung waren. Unter den Ausstellungsstücken befinden sich Handwerksgeräte, Produktionsabfälle, Spielsteine und ein Jagdbolzen. Ein großformatiges Modell des Pfalzortes Paderborn im 11. Jahrhundert, ein Modell der Pfalz Tilleda in ottonischer Zeit sowie eine Computeranimation der Aula regia in der Ingelheimer Pfalz geben darüber hinaus ein anschauliches Bild der königlichen Reisestationen. "Der reisende König", Museum in der Kaiserpfalz, Am Ikenberg 2, 33098 Paderborn. (jr)
Potsdam
Ausstellung: Aus allerhöchster Schatulle - Kaiserliche Geschenke
bis 04.01.2009, Potsdam-Museum
Remagen-Rolandseck
Ausstellung: Mythos Märklin
bis 03.05.2009, Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Schwerin
Ausstellung: Die Schweriner Waffensammlung. Das Jubiläum zum 50. Jahrestag der Rückgabe aus Moskau
bis 22.03.2009, Schloss Schwerin, Waffensaal Staatliches Museum
Speyer
Jubiläumsausstellung: Wein. Kultur. Erbe
bis 27.01.2009, Historisches Museum der Pfalz
Steinfurt
Bagno-Konzertgalerie
13.12.2008, 20 Uhr "Konzert - Meisterserie B": Barocke Weihnacht in Assisi L'Arte del Mondo, Kammerorchester, Hannah Morrison, Sopran
17.01.2009, 20 Uhr "Konzert - Meisterserie A": Igor Oistrach & Natalia Zertsalova, Igor Oistrach, Violine, Natalia Zertsalova, Klavier
Stolberg
Thomas Mann sah es voraus: Die deutsche Einheit muss weiter wachsen
Zum ersten Mal wurde dieses Jahr im Hof des Stolberger Schlosses, das seit Mitte März für Besucher geöffnet ist, der Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Hunderte Gäste strömten auf den Bergsporn, wo das Schloss majestätisch über dem kleinen Luftkurort thront. Allein aus der gleichnamigen Partnergemeinde Stolberg bei Aachen waren mehr als 200 Besucher angereist. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hatte die vom Verfall bedrohte Anlage 2002 übernommen, damit sie nicht ganz verlorenging. Damals wagte niemand zu hoffen, dass das Schloss so schnell zu einem Publikumsmagneten werden könnte. Denn obwohl Architekten, Handwerker und Restauratoren noch einige Jahre beschäftigt sein werden, ist der erste eingeweihte Flügel sehr gut besucht. Zu den Führungen - an Freitagabenden romantisch bei Kerzenschein - gesellen sich neben Interessierten aus allen Teilen Deutschlands besonders viele niederländische Reisende. Sie erfahren auf dem Schloss mehr über Juliana, die Begründerin des Hauses von Oranien und Ur-Ahnin des amtierenden Königshauses. Juliana wurde 1506 auf Schloss Stolberg geboren und hinterließ mit 16 Kindern und 160 Enkeln eine beeindruckend große Familie. Für die Festtagsrede des Generalsekretärs der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Dr. Robert Knüppel, war das sich noch im Umbau befindende, aber schon jetzt "blühende" Schloss der perfekte Ort, Erfolge der deutschen Einheit sichtbar zu machen. Hier hat eine positive Zukunft bereits begonnen. "Wir wissen zwar nicht, wie es geschehen, wie das unnatürlich zweigeteilte Deutschland wieder eins werden soll. Es ist uns dunkel, und wir sind auf den Glauben angewiesen, dass die Geschichte schon Wege und Mittel finden wird, das Unnatürliche aufzuheben und das Natürliche herzustellen: ein Deutschland als selbstbewusst dienendes Glied eines in Selbstbewusstsein geeinten Europa." Dies sprach 1953 Thomas Mann vor Hamburger Studenten. Mann konnte es vorausschauender und prägnanter nicht fassen, so Dr. Knüppel in seiner Rede. Für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist es eine umso größere Freude, dass das Ziel hier im Schloss auf dem zauberhaften Berg greifbar nahe liegt. (cis)
Kontakt: Tourist-Information Stolberg Markt 2, 06547 Stolberg, info@stadt-stolberg.de, Tel. 034654/4 54
Stuttgart
Menschenkette für den Stuttgarter Hauptbahnhof
Am 11. Oktober war der Himmel über Stuttgart voller Luftballons. So fröhlich das Bild, so unschön der Anlass: Mit einer Menschenkette protestierten mehrere Tausend Menschen gegen "Stuttgart 21". Das milliardenschwere Projekt sieht die komplette Umstrukturierung des Hauptbahnhofs vor. Der Kopfbahnhof soll in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umgewandelt werden, mit Anschluss an eine neue ICE-Strecke nach Ulm. Allerdings fordert der Plan ein Opfer: Das 1914-28 von Paul Bonatz und Friedrich Scholer errichtete Bahnhofsgebäude, laut baden-württembergischen Denkmalschutzgesetz ein Kulturdenkmal besonderer Bedeutung, soll gnadenlos verstümmelt werden. Man will den gesamten Schlossgartenflügel sowie Teile der Nordwestfassade niederlegen und die charakteristische Treppenanlage in der Großen Schalterhalle entfernen. Der vorgesehene Teilabriss hätte auch für den städtebaulichen Bezug schwerwiegende Folgen. Die unscheinbare Rückseite des Bauwerks, als Innenfassade gedacht, würde so zur Schauseite an dem neuzugestaltenden Platz. All dies bringt nicht nur die Denkmalpfleger in Wallung. Bereits im vergangenen Jahr hatten 60.000 Menschen ein Bürgerbegehren gegen das Projekt unterschrieben - ohne Erfolg.
Nun hat die Arbeitsgemeinschaft Hauptbahnhof Stuttgart nochmals einen internationalen Aufruf gegen die Zerstörung des Bahnhofsgebäudes veröffentlicht. Prominente Mitstreiter wie Richard Meier, Günther Benisch oder David Chipperfield fordern den Erhalt der vom Abriss bedrohten Flügel sowie ein neues Konzept für die Umnutzung. Auch der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalsschutz, Professor Dr. Gottfried Kiesow, hat das Papier unterzeichnet. "Tunlichste Sparsamkeit" war seinerzeit bei der Ausführung geboten - an die schwäbische Tugend scheint sich bei "Stuttgart 21" niemand mehr zu erinnern. (vau)
Via Internet können Sie für den Erhalt des Bahnhofs stimmen. Die von der Arbeitsgemeinschaft Hauptbahnhof Stuttgart eingebrachte Petition im Deutschen Bundestag ist einzusehen unter:
Ulm
Ausstellung: Kreuz, Rad und Schere. Mittelalterliche Grabplatten vom Ulmer Münsterplatz
bis 7. Juni 2009, Ulmer Museum, Studio Archäologie
Weimar
Ausstellung: Kunst des Bucheinbandes. Historische und moderne Einbände der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
bis 2. August 2009, Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Historisches Gebäude, Renaissancesaal
Wismars "Stiftung der geistlichen Hebungen"
Die Hansestadt Wismar ist Eigentümerin der Kirchen St. Nikolai, St. Marien und St. Georgen. Das wurde vom Bundesamt für offene Vermögensfragen in einem Urteil im September festgelegt. In den letzten Jahren hatte es Diskussionen über die Eigentumsverhältnisse und die Nutzung der drei gotischen Stadtkirchen, insbesondere von St. Georgen, gegeben. Zu DDR-Zeiten waren sie ins Volkseigentum übergegangen, so dass nach der Wiedervereinigung eine neue Vermögenszuordnung durch den Bund nötig wurde. Nun will die Stadt, die in den letzten Jahren die Bauherrschaft innehatte, die seit dem Mittelalter bestehende treuhänderische "Stiftung der Geistlichen Hebungen zu Wismar" wieder aufleben lassen. Die Fertigstellung der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigten und zu DDR-Zeiten vernachlässigten Georgenkirche geht indes ihrem Ende entgegen. Wie sich auch Bundespräsident Horst Köhler bei einem Besuch Mitte Oktober informieren konnte, trug allein die Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) bisher 15 Millionen Euro bei. Davon sind 5,3 Millionen Euro durch 70.000 Einzelspenden ermöglicht worden. 2010 ist die feierliche Eröffnung geplant. (hg)
Wolfen
Ausstellung: Damals in der DDR. 20 Geschichten aus 40 Jahren
bis 11.01.2009, Industrie- und Filmmuseum Wolfen, Tel. 03494/63 64 46
Wustrau-Altfriesack
Ausstellung: "Aus der Provinz in die Welt" Preußens Architekturgenie Karl Friedrich Schinkel
bis 19.12.2008, Deutsche Richterakademie, Tagungsstätte Wustrau,
Tel. 033925/89 70



