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Ausgabe: Oktober 2008

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Schwerpunkt: Denkmale für den Aufbruch ins Unbekannte

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Bücher

Ausgabe Oktober 2008

Abschied und Ankunft

"Hier ißt man anstadt Kardofln und Schwarzbrodt Pasteten Gebratene Gense Hüner und Fische". In diesem Satz fasste ein bayerisch-schwäbischer Auswanderer das zusammen, was er als erfahr- und schmeckbaren Unterschied zwischen der Situation in seiner Heimat und der Lebensqualität jenseits des atlantischen Ozeans den Daheimgebliebenen mitteilen wollte. Er machte den Angehörigen damit im Wortsinn den Mund wässrig. Angelockt von solchen und ähnlichen Nachrichten vor allem aus den Vereinigten Staaten von Amerika zogen Millionen Deutsche im 19. Jahrhundert für immer fort. Das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven dokumentiert das Abschiednehmen und die Ankunft in Ellis Island/New York und hält damit Erinnerungen an einem historischen Ort lebendig. Denn von Bremerhaven aus starteten die meisten Auswanderer, mit einem letzten Blick auf die Columbuskaje und den Leuchtturm "Roter Sand" in der Außenweser.

Als Ergänzung zum Museumsbesuch liefert das 2000 erschienene Buch Erlebnis-Berichte aus erster Hand. Darin wurden Briefe und Dokumente zu einem lebensnahen Bild von Mühsal und Hoffnungen, vom Erfolg und Scheitern der Auswanderer zusammengetragen.

Pankraz Fried (Hrsg.) und Peter Maidl: "Hier ißt man anstadt Kardofln und Schwarzbrodt Pasteten ...". Die deutsche Überseewanderung des 19. Jahrhunderts in Zeitzeugnissen. Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft Augsburg, Reihe 9, Historische Migrationsforschung in Bayerisch-Schwaben, Band 1. Wißner-Verlag, Augsburg 2000. ISBN 978-3-89639-243-5, 340 S., 25,00 Euro.

Rezension: Dr. Christiane Schillig

Die faszinierende Welt der Antike

"Der Vaterfigur der europäischen Literatur" widmen zwei Museen in der Schweiz und in Deutschland eine große Ausstellung, die von einem nicht minder großartigen Katalog begleitet wird. In "Homer - Der Mythos von Troia in Dichtung und Kunst" werden facettenreich die historisch schwer fassbare Person des antiken Dichters und seine umso bekannteren Heldenepen "Ilias" und "Odyssee" beleuchtet. Mit antiken Vasenbildern, Münzen, Statuen, Reliefs, Gemälden, Plänen, Inschriften, Landkarten und Titelseiten berühmter Homerausgaben, Kunstwerken aus der Moderne und Filmszenen bezeugt der aufwendig und ansprechend gestaltete Katalog die ungeheure Faszination und die große Fremde der antiken Welt. Wissenschaftliche Aufsätze über die Rezeption des antiken Stoffes zeigen auf, wie sehr Homers Dichtung seit über 2.700 Jahren die europäische Kunst und Kultur beeinflusst.

Nachdem die Ausstellung zunächst im Antikenmuseum Basel und im Art Centre Basel zu sehen war, kann sie seit dem 14. September 2008 noch bis zum 18. Januar 2009 in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen besucht werden.

Homer - Der Mythos von Troia in Dichtung und Kunst. Katalog zur Ausstellung des Antikenmuseums Basel und im Art Centre Basel und der Reiss-Engelhorn-Museen
Mannheim, Joachim Latacz, Thierry Greub, Peter Blome, Alfred Wieczorek (Hg.), Hirmer Verlag GmbH, München 2008. ISBN 978-3-7774-3965-5, 506 S., 45 Euro.

Rezension: Christiane Rossner

Die subtile Sprache mittelalterlicher Bilder

Anhand verschiedener Aufsätze über illuminierte Handschriften, Wandmalereien und Bildwerke wird in dem Tagungsband deutlich, wie geschickt in mittelalterlichen Kunstwerken Inhalte von Texten bildhaft "übersetzt" wurden. Seien es die klassischen Mythen, philosophische Schriften, Bibeltexte oder "zeitgenössische" Sagen des Mittelalters, sie alle wurden bildlich umgesetzt und noch mehr: In den Kunstwerken haben die Urheber die Texte weiter ausgelegt, kommentiert oder sogar die schriftlichen Botschaften manipuliert.

Seit einigen Jahren stellen die komplexen Zusammenhänge, in denen sich das Verhältnis von Schrift und Bild auszudrücken vermag, einen eigenen, spannenden Forschungsbereich der Geisteswissenschaften dar. Der Tagungsband entstand aus dem 2004 in Köln veranstalteten interdisziplinären Forschungssymposium zum Thema Text-Bild-Relationen in Kunst und Literatur des Mittelalters.

Susanne Ehrich und Julia Ricker (Hrsg.): Mittelalterliche Weltdeutung in Text und Bild, VDG-Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Weimar 2008. ISBN 978-3-89739-571-8, 238 S., 28 Euro.

Rezension: Christiane Rossner

Der Gottorfer Riesenglobus

Schloss Gottorf in Schleswig-Holstein ist seit ein paar Jahren um eine Attraktion reicher: Mitten im wiedererstandenen Neuwerk-Garten, der ab 1637 als einer der ersten Barockgärten in Mitteleuropa angelegt wurde, erhebt sich ein schlichter Kubus - das Globushaus. In ihm können die Besucher den Nachbau des Gottorfer Riesenglobus, den sich Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf von seinem Hofgelehrten Adam Olearius und künstlerisch begabten Handwerkern ab 1650 errichten ließ, bewundern. Das Original befindet sich nach wie vor in Sankt Petersburg, wohin es Zar Peter der Große 1713 als Kriegsbeute entführte.

Im Jahr 2005 erschien im Verlag Koehler & Amelang ein Band, in dem Beiträge verschiedener Autoren zum alten und neuen Gottorfer Globus, zum Globushaus und zum Neuwerk-Garten zusammengefasst waren. Die 2. Auflage wurde um einen Teil zur Rekonstruktion des Neuwerk-Gartens erweitert und zeigt ihn bereits mit schönen Bildern. Sie ist allerdings nur im Landesmuseum Schloss Gottorf erhältlich.

Herwig Guratzsch (Hrsg.): Der neue Gottorfer Globus. Koehler und Amelang, Leipzig 2005. ISBN 978-3-7338-0328-5, 112 S., 9,90 Euro. Die 2006 erschienene, veränderte 2. Auflage wird im Schloss Gottorf für 11,80 Euro angeboten und kann auch dort bestellt werden (Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, Schloss Gottorf, 24837 Schleswig, Tel. 04621/813-222, Fax: -555, info@schloss-gottorf.de

Rezension: Dr. Dorothee Reimann

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