Petrihaus
Vor 200 Jahren erwarb Georg Brentano (1775-1851) einen Garten in Frankfurt-Rödelheim, den er nach und nach zu einem malerischen Landschaftspark umwandelte. Die Anlage wurde durch Granat- und Orangenbäume mediterran belebt, während ein griechischer Badetempel und ein Labyrinth reizvolle Akzente setzten. 1819 kaufte der Bankier von dem Bäcker Petri ein an der Nidda gelegenes Fachwerkhaus. Das heute Petrihaus genannte Gebäude ließ Georg Brentano durch einen Holzsteg mit seinem Gartengrundstück verbinden und zu einem privaten Rückzugsort umbauen. Unter dem Einfluss des preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel verwandelte er sein Refugium in ein Schweizerhaus, das klassizistische Elemente und Formen der Landhausarchitektur vereinigt. Der einfache Bau erhielt ein neues Dach mit geringer Neigung und weiten Überständen, die von einer umlaufenden Galerie in Holzkonstruktion gestützt werden. Das romantische Haus wurde zum Treffpunkt führender Literaten der Zeit. Gäste des schöngeistigen Bauherren waren nicht nur seine Dichtergeschwister Clemens Brentano und Bettine von Arnim, geb. Brentano, sondern auch die Brüder Grimm und Johann Wolfgang von Goethe. Am Ende des 20. Jahrhunderts hatte das Kleinod jedoch seinen einstigen Glanz verloren und war zur Ruine verkommen. Mit Hilfe des 1998 gegründeten Fördervereins Petrihaus e.V. konnte das historische Gebäude wiederhergestellt werden. Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat sich an der Sanierung des Hauses beteiligt.
Die Internetseiten geben einen anschaulichen Einblick in die Geschichte des Denkmals und dessen Architektur. Insbesondere berichten sie über den Befund der historischen Bausubstanz vor den Sanierungsmaßnahmen und informieren über die inzwischen abgeschlossenen Arbeiten. Eindrucksvoll ist die Bildergalerie, die eine Reihe historischer Aufnahmen des Schweizerhauses präsentiert und den Besucher dazu einlädt, das inzwischen wieder wie zu Brentanos Zeiten aussehende Gebäude zu erkunden.
Julia Ricker



