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Ausgabe: August 2008

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Schwerpunkt: Architektur und Landschaft

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Ausgabe August 2008

Case Study Houses - Pionierprojekt der Moderne

Zwischen 1945 und 1966 wurde in Los Angeles versucht, das perfekte neue Einfamilienhaus zu definieren. Bei diesem Vorhaben entstanden 36 Prototypen; die meisten in Form von Bungalows, die nicht zuletzt auf die deutsche Baugeschichte Einfluss nahmen. Ziel war es, in der Nachkriegs-Ära schnell und kostengünstig moderne Wohnungen errichten zu können. Die Case Study Houses gingen zwar nie als preiswerte Modelle in Serie, dafür aber als Pionierleistungen in die Architekturhistorie ein.

Der Taschen Verlag hat in seiner "Kleinen Reihe Architektur" diesem experimentellen Projekt einen Band gewidmet. In klarer Gliederung mit vielen Fotos, Grundrissplänen und knappen aber informativen Texten wird Haus für Haus vorgestellt. Auch Richard Neutra entwarf für das Projekt. Über ihn und andere Architekten der Moderne sind in derselben Reihe Monographien erschienen, die sich als handlicher und kostengünstiger Einstieg in ihr Werk anbieten.

Elisabeth A. T. Smith: Case Study Houses. 1945-1966. Der kalifornische Impuls. Taschen Verlag, Köln 2006. ISBN 978-3-8228-4614-8, 96 S., 6,99 Euro.

Rezension: Beatrice Härig

Landhaus Lemke - Konzentrat der Moderne

Von bestechender Klarheit ist das Landhaus, das Mies van der Rohe 1932 in Berlin-Hohenschönhausen erbaut hat. Genauso kommt auch die Monographie daher, die der Deutsche Kunstverlag gerade herausgebracht hat. Der große Architekt des 20. Jahrhunderts erdachte den kleinen, aber feinen Flachbau für das Ehepaar Karl und Martha Lemke. Mit dem gartenkünstlerisch gestalteten Seegrundstück und eigens angefertigten Möbeln sollte eine moderne Einheit geschaffen werden. Heute ist das über Jahrzehnte vernachlässigte Haus Lemke als Galerie des Kulturamtes Lichtenberg für die Öffentlichkeit zugänglich. An der Instandsetzung beteiligte sich auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Niemand kennt diesen Bau, den selbst Mies-Spezialisten links liegen ließen, so gut wie Wita Noack, die langjährige Leiterin des Mies van der Rohe Hauses. Sie hat ihre Leidenschaft mit der Wissenschaft verknüpft und eine Dissertation über das Denkmal geschrieben. Aus ihr ist der vorliegende Band hervorgegangen, der nicht nur eine wichtige Ergänzung zur Mies-Forschung, sondern ein lesens- und, dank des Fotoessays von Heidi Specker, sehenswertes Buch für Architekturinteressierte bietet.

Wita Noack: Konzentrat der Moderne. Das Landhaus Lemke von Ludwig Mies van der Rohe. Wohnhaus, Baudenkmal und Kunsthaus. Mit einem Bildessay von Heidi Specker. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2008. ISBN 978-3-422-06813-1, 344 S., 39,90 Euro.

Rezension: Dr. Bettina Vaupel

Gartenstadt Hellerau und ihre Geschichte

Im Juni 1908 - also vor 100 Jahren - gründete Karl Schmidt, der Besitzer der Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst, die "Gartenstadt-Gesellschaft Hellerau GmbH". Zwei Jahre zuvor hatte er das Gebiet im Norden von Dresden erworben. Gemeinsam mit seinem Freund und Schwager Richard Riemerschmid begann er mit den Planungen der Werkstätten und der sie umgebenden Werksiedlung. Dabei folgten sie den Ideen, die der Engländer Ebenezer Howard 1898 entwickelt hatte. Wie den Anhängern der Lebensreform in Deutschland und der britischen Arts-and-Crafts-Bewegung ging es ihnen darum, menschenwürdige Lebensverhältnisse für die Arbeiter zu schaffen. Neben den Werkstätten und Wohnhäusern in Hellerau errichtete Heinrich Tessenow 1911 das Festspielhaus, das der kulturellen Bildung dienen sollte.

Trotz Rückschlägen im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurde die Gartenstadt bis heute weiterentwickelt. Clemens Galonska und Frank Elstner lassen ihre einzigartige Geschichte mit zahlreichen Fotografien und einem umfangreichen Textteil lebendig werden.

Clemens Galonska und Frank Elstner: Gartenstadt Hellerau. Palisander Verlag, Chemnitz 2007. ISBN 978-3-938305-04-1, 170 S., 29,80 Euro.

Rezension: Dr. Dorothee Reimann

Schloss- und Gutsanlagen in Brandenburg

Seit 1991 veröffentlicht der Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e.V. Monographien über Schloss- und Gutsanlagen in Brandenburg. Die Hefte beschäftigen sich auch mit den berühmten Schlössern in Rheinsberg oder Caputh, aber es werden vor allem unbekanntere Herrenhäuser und Parklandschaften wie in Hoppenrade vorgestellt. Jede Publikation widmet sich ausführlich einem Objekt mit Hilfe von Grundrissen, historischem und neuem Fotomaterial sowie ausführlichen Texten.

Der Freundeskreis, der mit seiner Arbeit das brandenburgische Landesdenkmalamt materiell und ideell unterstützt, möchte mit dieser Publikationsreihe auf gefährdete und manchmal auch verwahrloste Anlagen aufmerksam machen, die noch saniert werden müssen. Sein Engagement wurde 2003 mit dem Brandenburgischen Denkmalpflegepreis gewürdigt.

Die Monografien kosten je nach Umfang drei oder vier Euro, die zweisprachigen in deutsch-polnisch 6 Euro. Zu bestellen beim Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark.

Rezension: Carola Nathan

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